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Herodot - Geschichtsschreiber der Perserkriege

Title: Herodot - Geschichtsschreiber der Perserkriege

Seminar Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Patrick Wilke (Author)

World History - Early and Ancient History
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Diese Arbeit befasst sich mit Leben und Werk des Herodot von Halikarnassos. Hauptwerk des mediterranen Reiseberichterstatters sind die „Historien“, deren Schwerpunkt die Perserkriege Anfang des fünften Jahrhundert vor Christus sind. Dies macht ihn, als umfangreichste Quelle und eine der wenigen Quellen überhaupt, zu einem exklusiven Berichterstatter dieser Zeit. Um die Historien Herodots als reichhaltige Quelle möglichst umsichtig aber auch ebenso umfassend auszuschöpfen, bedürfen seine Glaubwürdigkeit und seine Intentionen besonderer Prüfung. Schon das Fehlen der biographischen Daten Herodots macht deutlich, auf welch unsicheren Pfaden der Historiker sich dem Leben und Werk dieses Mannes, der „Vater der Geschichte und Vater der Anthropologie“ genannt wird, nähern muss. Nicht nur die Biographie Herodots ist unklar – einige Forscher zweifeln seine Reisetätigkeit ganz oder zumindest teilweise an – auch die Auslegungen seiner Werke gehen weit auseinander. Die zu untersuchenden Objekte dieser Arbeit sind darum die moderne Forschungsliteratur sowie die deutsche Übersetzung der Historien selbst.

Problematisch ist die Tatsache, dass aufgrund fehlender biographischer Kenntnisse die Intentionen und die Weltsicht Herodots fast vollständig aus seinem Werk hergeleitet werden müssen. Dadurch wiederum begibt sich derjenige auf den unsicheren Weg der Rückschlüsse, der die gesamten Historien Herodots im Lichte dieser vermuteten Weltsicht und Motive bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herodot als Person

2.1 Leben und Werk

2.2 Herodots Weltsicht und Religiosität

3. Die Historien

3.1 Inhalt und Aufbau

3.2 Methodik und Intentionen der Historien

3.3 Urteil und Verlässlichkeit der Historien

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Herodot von Halikarnassos, wobei der Fokus auf dessen Hauptwerk, den „Historien“, liegt. Ziel der Arbeit ist es, die Glaubwürdigkeit und die methodischen Intentionen Herodots vor dem Hintergrund seiner Weltsicht kritisch zu prüfen und sein Selbstverständnis als Geschichtsschreiber einzuordnen.

  • Biographische Rekonstruktion von Herodot
  • Analyse des inhaltlichen Aufbaus der „Historien“
  • Untersuchung der herodoteischen Weltsicht, Religiosität und Barbarenthematik
  • Bewertung von Objektivität und Parteinahme im Geschichtswerk
  • Diskussion der methodischen Arbeitsweise im Kontext der antiken Geschichtsschreibung

Auszug aus dem Buch

2.2 Herodots Weltsicht und Religiosität

Auf der Suche nach einer universalen Weltordnung mit verständlichen Kriterien für die Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten zwischen Kulturen, Charakteren, Sitten und auch Schicksalen der Griechen und der Barbaren scheint Herodot gewisse Grundprinzipien für ausschlaggebend zu halten: Zum Ersten ist er der Meinung, dass die Geographie und das Klima eines Landes seine Einwohner entscheidend prägen können. Reiches, fruchtbares und „weiches“ Land bringt seiner Ansicht nach weiche, wenig durchsetzungsfähige, schläfrige, ja faule und feige Menschen hervor. Gerade am Beispiel des barbarischen Asiens pauschalisiert Herodot demnach einerseits die Beschaffenheit des Landes um dann, auf dieser undifferenzierten Diagnose aufbauend, den asiatischen Menschen an sich stereotyp zu charakterisieren.

Der zweite Aspekt ist der der „systematischen Symmetrie“, beziehungsweise der „Asymmetrie“. Ähnlich wie bei dem geographischen Erklärungsmodell schneiden die Asiaten schlechter ab als die ihnen ungleichen Europäer. Herodot sieht das Herrschaftssystem der Asiaten als Hauptgrund für eine ihnen eigene Sklavenmentalität an. Wenn Herodot sagt, die „Seelen sind nämlich versklavt“, dann meint er damit die Unterwürfigkeit der Untertanen, die unter Alleinherrschaft stehen. Das Volk, so argumentiert Herodot, wird krank, schwach und mutlos, wenn es geknechtet wird, blüht dagegen zu Tatendrang, Mut und Stärke auf, sobald es in Freiheit lebt. Der schwache, weiche Charakter der Asiaten ist also sowohl durch das dortige Klima als auch durch das Herrschaftssystem zum Sklavendasein prädestiniert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Person Herodot ein und stellt die Relevanz der „Historien“ als primäre Quelle für die Perserkriege dar, während die methodische Herausforderung der Quellenkritik hervorgehoben wird.

2. Herodot als Person: Dieses Kapitel behandelt die biographische Unschärfe und Herodots kulturelle Prägung durch seine Herkunft sowie seine ideologische Verankerung in der griechischen Welt.

2.1 Leben und Werk: Hier werden die spärlichen historischen Daten zu Herodot zusammengetragen und sein Werdegang von Halikarnassos über seine Exil- und Reisezeit bis hin zu seiner athenfreundlichen Haltung beleuchtet.

2.2 Herodots Weltsicht und Religiosität: Untersuchung der deterministischen Weltanschauung Herodots, in der Klima, Geographie und Herrschaftsformen die nationale Identität bestimmen.

3. Die Historien: Überblick über die Überlieferungsgeschichte, den Aufbau des Werkes und die inhaltliche Ausrichtung auf die griechisch-persischen Konflikte.

3.1 Inhalt und Aufbau: Darstellung der Struktur der Historien und der Einbettung der „Logoi“ in den historischen Gesamtzusammenhang.

3.2 Methodik und Intentionen der Historien: Analyse von Herodots Arbeitsweise, seinem kritischen Anspruch gegenüber Vorgängern und der Rolle als Universalhistoriker.

3.3 Urteil und Verlässlichkeit der Historien: Kritische Würdigung der Parteinahme, der ethnographischen Genauigkeit und der methodischen Schwächen bei der Quellenarbeit.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Herodots Leistung als Geschichtsschreiber, der trotz mythologischer Bezüge erste empirische Ansätze einer wissenschaftlichen Historiographie lieferte.

Schlüsselwörter

Herodot, Perserkriege, Historien, Antike, Geschichtsschreibung, Athen, Griechen, Barbaren, Methodik, Religiosität, Sklavenmentalität, Universalhistoriker, Quellenkritik, Kulturgeschichte, Schicksal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und dem Hauptwerk Herodots, den „Historien“, unter besonderer Berücksichtigung seiner Glaubwürdigkeit und Intentionen als antiker Geschichtsschreiber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Herodots Biographie, seine Weltsicht (insbesondere Klima- und Herrschaftstheorien), die Struktur seines Werkes sowie sein Verständnis von Geschichte und Religion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Herodots Geschichtswerk methodisch einzuordnen und zu prüfen, inwieweit seine Schilderungen als objektive historische Quellen dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse moderner Forschungsliteratur sowie eine textimmanente Untersuchung der „Historien“ selbst, um Herodots Arbeitsweise zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Herodot als Person, die strukturelle Analyse der „Historien“ sowie eine kritische Auseinandersetzung mit seiner Zuverlässigkeit und seinem Urteilsvermögen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Herodot, Perserkriege, Geschichtsschreibung, Barbarenthematik, Empirismus und antike Weltordnung charakterisiert.

Wie bewertet der Autor Herodots „Perserbild“?

Der Autor zeigt auf, dass Herodot die Perser oft durch ein bipolares Menschenbild definiert, in dem Sklavenmentalität und Schwäche mit östlicher Tyrannei verknüpft werden, dies jedoch auch als Warnung vor politischer Hybris zu verstehen ist.

Inwieweit spielt die Religion für Herodots Geschichtsverständnis eine Rolle?

Herodots Verständnis ist von einer schicksalsgläubigen Weltordnung geprägt, in der Götter intervenieren, was nach Ansicht des Autors einen Widerspruch zu einer rein wissenschaftlichen, empirischen Geschichtsschreibung darstellt.

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Details

Title
Herodot - Geschichtsschreiber der Perserkriege
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Alte Geschichte FB 04)
Course
Proseminar "Die Perserkriege"
Grade
1
Author
Patrick Wilke (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V33444
ISBN (eBook)
9783638339209
Language
German
Tags
Herodot Geschichtsschreiber Proseminar perser perserkriege xerxes dareius xenophobie vorurteil aristoteles athen sparta ionien halikarnassos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Wilke (Author), 2004, Herodot - Geschichtsschreiber der Perserkriege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33444
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