Der Stierkampf in den spanischen Medien. Ein Vergleich zwischen katalanischen und spanischen Zeitungen


Seminararbeit, 2011
9 Seiten

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einführung

2 Der Stierkampf
2.1 Wirtschaftliche Bedeutung
2.2 Kontroversen

3 Ein Vergleich zwischen katalanischen und spanischen Zeitungen

4 Resümee

5 Bibliographie

1 Einführung

Spanien und die Corrida de toros sind nicht nur für viele Spanier, sondern auch für einen Großteil der Welt nicht zu trennen. Diese Ansicht vertreten und verteidigen hauptsächlich die Anhänger der jahrhundertealten Tradition. Die Gegner dieses Spektakels betrachten den Stierkampf dagegen als eine Art Folter und Tierquälerei. Im November 2008 wurde in Katalonien mit dem Ziel eines Verbots des Stierkampfs in dieser Region per Volksbegehren ein Gesetzentwurf zur Änderung des katalanischen Tierschutzgesetzes eingebracht. Am 25. September 2011 sollte der letzte Stierkampf in Katalonien stattfinden. Damit tritt in Katalonien das erste Stierkampfverbot auf spanischen Festland ein (die Kanarischen Inseln bereits 1991). Zu der Veranstaltung in der Arena La Monumental in Barcelona wurden knapp 20.000 Besucher erwartet. Kaum ein Thema hat Spanien über einen ähnlich langen Zeitraum so polarisiert und in zwei Lager geteilt wie der Stierkampf. Anti-Stierkampf- und Pro-Tierschutz-demonstrationen treffen vielerorts aufeinander. Doch wie begegnen die katalanischen und gesamtspanischen Medien, insbesondere die Tageszeitungen La Vanguardia, El Punt Avui, El Mundo und El País, diesem brisanten Thema? Lassen sich aus quantitativer und qualitativer Sicht Erkenntnisse für die jeweiligen regionalen Meinungen gewinnen? Hierzu sollen zu Beginn dieser Arbeit einige Grundlagen zum Thema Stierkampf geschaffen werden, bevor zum eigentlichen Schwerpunkt, dem Vergleich der katalanischen und gesamtspanischen Medien zum genannten Thema, die genannten Zeitungen miteinander verglichen werden. Hierzu soll als vergleichendes Untersuchungsobjekt die andalusische Tageszeitung El Correo de Andalucía herangezogen werden.

2 Der Stierkampf

Ernest Hemingway beschreibt den spanischen Stierkampf[1] in seinem 1932 erschienenen Buch Death in the Afternoon nicht als Sport, sondern als Tragödie in drei Akten: Prozeß, Verurteilung und Hinrichtung. Dabei basiert der Stierkampf „auf der Tapferkeit, des Stiers, seiner Einfalt und seinem Mangel an Erfahrung“ (Hemingway 1999: 183). Am 25. September fand in Barcelona der letzte Stierkampf Kataloniens statt. Sechs Angeklagte wurden hingerichtet. Mit diesem Ereignis tritt nach Jahren des Protestes das erste Stierkampfverbot auf spanischem Festland in Kraft.

2.1 Wirtschaftliche Bedeutung

Obwohl der Unmut der spanischen Bevölkerung in den letzten Jahren stets gegen den Stierkampf anwuchs und sich verschiedene Umweltorganisationen immer mehr Gehör verschaffen konnten, boomt der Stierkampf in Spanien.

Die Züchter erhalten sogar Subventionen von der Europäischen Union. […] Mit dem Stierkampf werden längst Milliarden umgesetzt. […] Allein in Spanien bringt es die Branche auf 70 000 Beschäftigte, der Jahresumsatz beläuft sich auf stolze 1,5 Mrd. Euro. Beim Landwirtschaftsministerium sind rund 1200 Züchter von Kampfstieren (1950: 50 Betriebe) gemeldet und in fünf Dachverbänden zusammengeschlossen. Der wichtigste ist die Union de Criadores de Toros de Lidia (UCTL). 362 Züchter, allesamt Familienbetriebe, sind hier registriert. (Müller 2006)

Derweil werden allein in Spanien ca. 30.000 Stiere gezüchtet, was sich wirtschaftlich dank der üppigen EU-Subventionen auch lohnt.

Trotz der Forderung von Tierschutzverbänden, die Mittel zu streichen, werden die Züchter von Kampfstieren noch mit 290 Euro pro Tier bezuschußt, die gleiche Summe, die auch für Milchkühe bezahlt werden. In der Praxis stehen die EU-Hilfen für 40 bis 45 Prozent des Einkommens in den meisten Betrieben. (ebd.)

Nicht nur aufgrund der gutbesuchten Stierkampfarenen, sondern auch wegen den vielen Dorffesten, die zu Ehren des Stieres stattfinden und stattliche Geldsummen in die Gemeindekassen bringen, floriert das Geschäft mit dem qualvollen Tod des Stieres.

[...]


[1] In Portugal und auf der Insel Pemba, Tansania werden auch unblutige Varianten des Stierkampfes praktiziert.

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Details

Titel
Der Stierkampf in den spanischen Medien. Ein Vergleich zwischen katalanischen und spanischen Zeitungen
Autor
Jahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V334538
ISBN (eBook)
9783668242685
ISBN (Buch)
9783668242692
Dateigröße
711 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stier, Spanien, Tierquälerei, Tierschutz, Berichterstattung, El Correo de Andalucía, La Vanguardia, El Punt Avui, El Mundo, El País, Anti-Stierkampf
Arbeit zitieren
Patrick Poliudovardas (Autor), 2011, Der Stierkampf in den spanischen Medien. Ein Vergleich zwischen katalanischen und spanischen Zeitungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334538

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