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Erfahrung mit der Fremde. Die Großstadt in Christoph Leistens "Marrakesch, Djemaa el Fna"

Titel: Erfahrung mit der Fremde. Die Großstadt in Christoph Leistens "Marrakesch, Djemaa el Fna"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 13 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die Großstadtbeschreibungen auf ihr Konzept und ihre Kontrastdarstellungen zu untersuchen und mit den Fremdheitserfahrungen des Ich-Erzählers in einen Zusammenhang zu bringen.

Als einen wichtigen Aspekt der Großstadt Marrakesch soll die Problematik des touristischen Einflusses auf den Orientalismus behandelt werden. Dazu legt diese Arbeit die Darstellungsweise und Wahrnehmung des Ich-Erzählers innerhalb der Stadt dar und skizziert ein Bild von Marrakesch und ihrem berühmten Platz. Anschließend wird das Thema der Fremde behandelt und auf die Großstadt bezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Großstadt Marrakesch

2.1 Der „Djemaa el Fna“

2.2 Der Autor als Flaneur

3 Das Heimische in der Fremde

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Christoph Leistens Werk „Marrakesch, Djemaa el Fna“ hinsichtlich seiner Darstellungsweise von Großstadtbeschreibungen, Kontrasten und Fremdheitserfahrungen. Das primäre Ziel ist es, das Bild von Marrakesch als Ort des kulturellen Austauschs und die Wahrnehmung des Ich-Erzählers im Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident kritisch zu analysieren.

  • Analyse des literarischen Konzepts der Großstadtbeschreibung bei Leisten
  • Untersuchung des zentralen Platzes „Djemaa el Fna“ als Schauplatz von Polaritäten
  • Herausarbeitung der Rolle des Autors als beobachtender Flaneur
  • Erforschung der Ambivalenz zwischen Fremdheitserfahrung und dem Gefühl des Heimischen
  • Kritische Betrachtung des touristischen Einflusses auf den Orientalismus

Auszug aus dem Buch

Der „Djemaa el Fna“

Der Platz „Djemaa el Fna“ ist nicht nur ein zentraler Marktplatz in Marrakesch, sondern bildet ebenfalls den Kern von Leistens Werk. In den meisten Fragmenten beschäftigt sich Leisten mit der Problematik des Platzes und macht dabei deutlich, dass sie nicht in den unterschiedlichen Übersetzungen des Namens liegt, sondern in dem Einfluss der Touristen. Das Aufeinandertreffen des Orients und des Okzidents macht aus diesem Platz zwar ein besonderes Bild von Polaritäten - die sich an verschiedenen Punkten zu etwas Neuem vermischen - jedoch auch nebeneinander stagnieren und zu Paradoxien führen. Dies spiegelt Leisten vor allem durch seinen Sprachstil wieder, der Aneinanderreihung von Begriffen die dem Ich-Erzähler in den Blick fallen:

Endlos geknüpfter Teppich aus Geräuschen, Klangraum, Polyphonie, immerwährendes Lied und Gebet. Automotoren, Lastkraftwagen, Fahrradklingel. Die Glocken der Wasserverkäufer, die Flöten der Schlangenbeschwörer, Debatten unter Kameraden, eine Gute-Nacht-Geschichte. Pferdehufe, Autohupen, klingende Gläser auf dem Tablett eines Kellners. Die Trommeln der Gnaoui, Werbejingels, Fußballkommentatoren, Bach, Vivaldi, Deep Purple, die Stones. Die Monotonie im Vortrag eines Fremdenführers. Rasseln, Kinderweinen, die Pfeife eines Polizisten, sein machtvoller Verweis voller Verachtung für das hinkende Gegenüber, das Klimpern der Münzen in den Händen des Zigarettenverkäufers, […]. Das Entzünden eines Streichholzes an der roten Mauer, im Gehen, das murmelnde Gebet auf den Lippen jener Alten, die sich mit all ihren Dingen auf dem Weg befindet durch die Straßen der Stadt, endlos.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie eine Großstadt durch subjektive Wahrnehmung abseits touristischer Pfade literarisch erschlossen wird, und definiert das Ziel der Arbeit, Leistens Werk auf seine Kontrastdarstellungen und Fremdheitserfahrungen zu untersuchen.

2 Die Großstadt Marrakesch: Das Kapitel beleuchtet Marrakesch als sozialen Erfahrungsraum in der Literatur und analysiert, wie Leisten die Stadt in seinem Werk durch einen bildgewaltigen, objektiven Sprachstil als Bühne inszeniert.

2.1 Der „Djemaa el Fna“: Hier wird der zentrale Platz als Ort des kulturellen Austauschs und der Polaritäten zwischen Orient und Okzident analysiert, wobei besonders der Einfluss des Tourismus und die resultierenden Paradoxien im Vordergrund stehen.

2.2 Der Autor als Flaneur: Dieses Kapitel untersucht die Ankunft des Ich-Erzählers in Marrakesch und zeigt auf, wie er durch das Flanieren versucht, das Chaos der Großstadt mittels distanzierter Beobachtung und Suche nach Vertrautem wie der arabischen Schrift zu verarbeiten.

3 Das Heimische in der Fremde: Die Analyse konzentriert sich auf die emotionale und konzeptuelle Verortung des Ich-Erzählers, der sich zwischen einer Faszination für das Fremde und einer Entfremdung von den traditionellen Strukturen der Stadt bewegt.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Leisten durch seine spezifische Darstellungsweise das Bild des Reisenden neu definiert und dem Leser eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Ambivalenz zwischen Fremde und heimischer Großstadt ermöglicht.

Schlüsselwörter

Marrakesch, Djemaa el Fna, Christoph Leisten, Großstadtliteratur, Flaneur, Fremdheitserfahrung, Orient, Okzident, Wahrnehmung, Sinneswahrnehmung, Tourismus, Kontrastdarstellung, Identität, Stadtbeschreibung, Urbanität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Werk „Marrakesch, Djemaa el Fna“ von Christoph Leisten hinsichtlich seiner künstlerischen Aufarbeitung von Großstadterfahrungen und der Wahrnehmung des Fremden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die literarische Darstellung der Stadt Marrakesch, die Rolle des Ich-Erzählers als Flaneur sowie die spannungsreiche Interaktion zwischen Orient und Okzident.

Welches Ziel verfolgt die Analyse primär?

Ziel ist es, das Konzept der Großstadtbeschreibungen und die Kontrastdarstellungen im Werk zu untersuchen und in den Zusammenhang der Fremdheitserfahrungen des Ich-Erzählers zu bringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, um die Sprachstilmittel, das Erzählkonzept und die thematische Struktur der 88 Fragmente des Buches zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Marrakesch als Großstadt, die Bedeutung des Platzes „Djemaa el Fna“, die Rolle des Autors als Flaneur sowie eine Untersuchung des Verhältnisses von Heimischem und Fremdem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Großstadtliteratur, Flaneur, Fremdheitserfahrung, Orient und Okzident sowie Wahrnehmung definieren.

Warum spielt der „Djemaa el Fna“ eine so entscheidende Rolle für den Ich-Erzähler?

Der Platz dient dem Erzähler als Mikrokosmos, in dem die kulturellen Widersprüche, der Einfluss des Tourismus und die Dynamik der städtischen Veränderung besonders deutlich sichtbar werden.

Wie interpretiert der Autor die „Coca-Cola-Reklame“ in seinem Werk?

Der Ich-Erzähler empfindet die arabische Schrift der Reklame interessanterweise als „altvertraut“ inmitten der Fremdheit, was als Distanznahme zu den umgebenden Paradoxien und als Versuch der Identitätsstiftung gedeutet wird.

Welche symbolische Bedeutung hat der „Kronkorken“ in Kapitel 3?

Der Kronkorken fungiert als Metapher für das Eindringen des Okzidents bzw. der modernen Fremde in die traditionelle marokkanische Kultur und den öffentlichen Raum.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erfahrung mit der Fremde. Die Großstadt in Christoph Leistens "Marrakesch, Djemaa el Fna"
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Komparatistik)
Veranstaltung
Theorien und Methoden der Komparatistik
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V334592
ISBN (eBook)
9783668240445
ISBN (Buch)
9783668240452
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heimat Fremde Orient Okzident Christoph Leisten Marrakesch Marokko Großstadt Erfahrung Flaneur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2013, Erfahrung mit der Fremde. Die Großstadt in Christoph Leistens "Marrakesch, Djemaa el Fna", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334592
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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