Der Nahostkonflikt aus der Perspektive der Internationalen Beziehungen


Zusammenfassung, 2015
39 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Nahost-Konflikts I: Die Vorgeschichte bis zur Gründung Israels
Palästina: Einwandererland unter wechselnder Herrschaft
Der europäische Antisemitismus, der Zionismus und die jüdische Besiedlung Palästinas Die Entstehung der arabisch-palästinensischen Nationalbewegung Palästina während der Mandatszeit
Der Teilungsplan der UN und die Gründung des Staates Israel Der erste Nahost-Krieg 1948/49
Der zweite Nahost-Krieg 1956

Geschichte des Nahost-Konflikts II: Vom Sechs-Tage-Krieg zur Ersten Intifada
Der dritte Nahost-Krieg 1967
Der vierte Nahost-Krieg 1973 Der fünfte Nahost-Krieg 1982 Der sechste Nahost-Krieg 2006
Der palästinensische Widerstand zwischen Gewaltlosigkeit und bewaffnetem Befreiungskampf
Die erste Intifada

Geschichte des Nahost-Konflikts III: Der Friedensprozess - Hoffnung und Scheitern
Voraussetzungen für den Friedensprozess Ziele der Kontrahenten
Die Madrider Friedensverhandlungen
Der Durchbruch: Gegenseitige Anerkennung zwischen Israel und der PLO = Oslo I Die Ü bergangsregelung: Palästinensische Autonomie
Endstatusverhandlungen in Camp David ohne Ergebnis Rückkehr der Gewalt: die zweite Intifada
Gründe für das Scheitern des Friedensprozesses

Konfliktgegenstände
Staatlichkeit/Autonomie
Flüchtling
Territorium und Grenzen inkl. Sperranlagen
Siedlun
Jerusalem
Wasser

Die Konfliktparteien
Israel
Palästinenser

Externe Akteure
USA
Konstruktion israelischer und palästinensischer Identitäten
Israel-Lobby (Mearsheimer und Walt): Vermeintliche Gründe für das besondere Verhältnis zwischen USA und Israel
EU
UN
Syrien

Der israelisch-palästinensische Konflikt 2015: Perspektiven für den Frieden?
Bilanz
Road Map
Trennung und Annexion
Ein-Staaten-Lösung
Zwei-Staaten-Lösung
Drei-Staaten-Lösung

Geschichte des Nahost-Konflikts I: Die Vorge- schichte bis zur Gründung Israels

Palästina: Einwandererland unter wechselnder Herrschaft

- Drittes Jahrtausend v. Chr.: Einwanderung der Kanaanäer
- Zweiter Jahrtausend v. Chr.: Einwanderung der Hebräer
- 1200 v. Chr.: Einwanderung der Philister
- -> Konkurrenz zwischen Kanaanäer, Hebräer und Philister um Besitz und Kontrolle
- 997 v. Chr.: Eroberung des kanaanitischen Jerusalems durch König David
- Vermischung der Kulturen der Kanaanäer, Philister und Israeliten
- 926 v. Chr.: Zerfall des israelitischen Reichs
- Etablierung des Reiches Judäa mit Jerusalem als Hauptstadt
- Erweiterung des jüdischen Siedlungsgebietes nach Norden
- Verbreitung der jüdischen Religion im gesamten Vorderen Orient und an der Mittelmeerküste
- 63 v. Chr.: Besetzung Palästinas durch die Römer
- 70 n. Chr.: Provinz des Römischen Reichs
- Jüdische Aufstände führten zu Vertreibung und Versklavung
- 634: Besiedelung von Arabern muslimischen Glaubens
- Mehrheit der Juden wurde islamisiert
- Hochmittelalter: Eroberung durch christliche Kreuzfahrer
- 1187: Rückeroberung für den Islam
- 1517: Einverleibung in das Osmanische Reich
- zweite Hälfte des 19. Jhd.: Konkurrenzkampf zwischen europäischen Mächten um Einfluss im Nahen Osten

Der europäische Antisemitismus, der Zionismus und die jü-dische Besiedlung Palästinas

- Quellen der jüdischen Besiedlung Palästinas im Nationalismus und An- tisemitismus im 19. Jhd.

- Vision: Juden bilden eigene Nation mit Recht auf eigenen Nationalstaat

-> zionistische Bewegung

- Judenhass:

- Mischung aus religiösen und wirtschaftlichen Motiven
- 12. Jhd.: Kreuzzüge mit Judenverfolgung
- Antisemitismus in Zeiten der Industrialisierung: jüdische Kauf- leute als Sündenbock
- Moderner Antisemitismus als politische Rassenideologie

- 1897: Palästina als Ort der öffentlich-rechtlichen gesicherten Heim- stätte für das jüdische Volk durch die Zionistische Organisation

- Zweite Einwanderungswelle 1904 bis 1914: systematische Besiedlung des Landes

- Balfour-Erklärung von 1917:

- Völkerbundmandat
- Keim für die kommenden jüdisch-arabischen Auseinan- dersetzungen
- Keine Rede von wirtschaftlichen, sozialen oder politischen Rechten der Araber

Die Entstehung der arabisch-palästinensischen Nationalbe-wegung

- Nationales Bewusstsein in der arabischen Bevölkerung Palästinas kaum vorhanden
- Palästina wurde britisches Mandatsgebiet und Ziel jüdischer Einwan- derung

Palästina während der Mandatszeit

- Bis 1945: Anstieg des Anteils der Juden von 10% auf 33% x Blutiges Niederschlagen einer arabischen Revolte
- Beide nationalen Gemeinschaften in Palästina schienen unversöhnlich x Peel-Bericht 1937: „Die Verschärfung des Konflikts wird voran- schreiten“
- Mandatsmacht entgleitet die Kontrolle über den Konflikt x 1947: Rückgabe des Mandats für Palästina an die UN

Der Teilungsplan der UN und die Gründung des Staates Is- rael

- Kommission der UN zur Lösung des Palästina-Problems

- Empfehlung: Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdi- schen Staat und Internationalisierung Jerusalems

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Zweidrittelmehrheit der GV Ende 1947 dafür

- Ablehnung des Teilungsplan durch die arabischen Staaten

- UN habe nicht das Recht, über die Zukunft Palästinas gegen den Willen und auf Kosten der dort lebenden Mehrheit zu ent- scheiden

- Annahme des Teilungsplans durch die Juden

- Proklamation des Staates Israel am 14. Mai 1948

Der erste Nahost-Krieg 1948/49

- = Unabhängigkeitskrieg

- 15. Mai 1948: Angriff Ägyptens, Syriens, Libanons, Transjordaniens und des Iraks auf Israel

- Ziel: bedrängten Palästinensern zu Hilfe zu kommen und Staats- gründung Israels rückgängig zu machen

- 7. Januar 1949: klarer Sieg Israels

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

https://commons.wikimedia.org/wiki/File% 3AUN_Partition_Plan_For_Palestine_1947_de.svg By UN_Partition_Plan_For_Palestine_1947.svg: U.S. Central Intelligence Agency derivative work: Furfur (UN_Partition_Plan_For_Palestine_1947.svg) [Public domain], via Wikimedia Commons

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

https://commons.wikimedia.org/ wiki/File%3A1947-UN-Partition- Plan-1949-Armistice- Comparison.png By AnonMoos [Public domain], via Wikimedia Commons

- Vergrößerung des Staatsgebietes auf 78% statt vorher 56% Palästinas

- Waffenstillstandsabkommen: Festlegung der Grenzlinien (=Green Line); de facto bis zum Vorabend des Sechs-Tage-Krieges 1967

- Arabische Niederlage als Katalysator für gesellschaftspolitische Um- brüche in der Region

- Syrien: Militärputsch
- Transjordanien: Ermordung des Königs
- Ägypten: Militärputsch
- Irak: Militärputsch, aber erst 1958

- Keine Gründung eines palästinensischen Teilstaates

- Besetzung des Westjordanlandes durch Transjordanien

- Teilung Jerusalems

- Westteil israelisch
- Ostteil inklusive Jerusalemer Altstadt mit jüdischen, islami- schen und christlichen Heiligtümern transjordanisch

- Besetzung des Gazastreifens durch Ägypten

- Vertreibung und Flucht von 726.000 palästinensischen Arabern ins Westjordanland, Gazastreifen und angrenzenden arabische Staaten

- Als „Naqba“ (=Katastrophe) vom palästinensischen Volk bezeichnet

Der zweite Nahost-Krieg 1956

- = Suez-Krieg oder Sinai-Feldzug

- Präventivkrieg Israels mit expansionistischer Zielsetzung

- Ziel: Neuordnung des Nahen Ostens mit F und GB und Erweiterung des israelischen Staatsgebietes

- Hintergrund: israelisch-ägyptische Spannungen

- 1955: Blockade Ägyptens der Straße von Tiran (=Israels Zu- gang zum Roten Meer)
- 1956: Verstaatlichung des Suezkanals (vorher im Besitz einer Aktiengesellschaft mit f und gb Mehrheit)

- Bombardierung der Kanalzone durch F und GB, um Verstaatlichung rückgängig zu machen

- Besetzung des Gazastreifens und des Sinais

- Öffnung der Straße von Tiran

- Einschaltung der UN durch SU und USA o SR wegen F und GB blockiert

- Waffenstillstand

- Rückzug Israels, F und GB trotz militärischen Erfolgs

- Israel musst Kriegsbeute herausgeben

- Rückzug Ende 1956 vom Sinai und Anfang 1957 aus Gazastreifen
- Stationierung von UN-Truppen

Geschichte des Nahost-Konflikts II: Vom Sechs- Tage-Krieg zur Ersten Intifada

Der dritte Nahost-Krieg 1967

- = Sechs-Tage Krieg oder Juni-Krieg

- Keine Provokation einer Seite

- Aber: Misstrauen zwischen Israel und arabischen Nachbarn

- Israelischer Präventivkrieg ohne Kriegserklärung; Überra- schungsangriff

- Mai 1967: Mobilisierung der ägyptischen Truppen und Sperrung der Straße von Tiran für israelische Schiffe (=gegen Vereinbarung nach zweiten Nahost-Krieg)

- Aufmarsch ägyptischer, jordanischer, syrischer, irakischer und saudi- arabischer Truppen an den israelischen Grenzlinien

- Zerstörung der ägyptischen und syrischen Luftwaffe durch Israels

- Eroberung des Gazastreifens, des Sinais, des Westjordanlandes, Ost-Jerusalems und der Golan-Höhen und Besetzung der Shebaa-Farmen

- Erweiterung des von Israel kontrollierten Territoriums in Palästina

- Militärstrategisch vorteilhaftere Grenzen

- Zahl der unter israelischer Herrschaft lebender Araber erhöhte sich auf 1,3 Mio.

- -> aufflammendes Nationalgefühl der Palästinenser

- Pfand, das Israel im Tausch für die Anerkennung des Existenzrechts und Sicherheit anbieten konnte; bis heute nicht umgesetzt

- Drei arabische Grundsätze

- Kein Frieden mit Israel
- Keine Anerkennung Israels
- Keine Verhandlungen mit Israel

SR-242:

- Gebietserwerb unzulässig
- Forderung des Abzugs Israels aus besetzen Gebieten [eng.: from territories; umstritten, ob „die Gebiete“ oder nur „Ge- biete“]
- Weigerung Israels

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

https://commons.wikimedia.org/ wiki/File% 3AYom_Kippur_War_map.svg By User:Raul654 [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/ licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Der vierte Nahost-Krieg 1973

- = Oktober-Krieg oder Yom-Kippur-Krieg

- Auslöser: Ägyptens Präsident Anwar Sadat

- Ziel: Rückgabe des Sinai [Erdöl] (Ägypten) und der Golan-Hö- hen [Grundwasser] (Syrien)

- Oktober 1973: Überraschungsangriff von Ägypten & Syrien auf Israel

- Besetzung des Ostufers des Suezkanals durch Ägypten

- Offensive Syriens im Golangebirge

- Lieferung von Waffen nach Syrien und Ägypten durch SU

- USA: Lufttransporte nach Israel

- Offensive Israels: Geländegewinne über die Grenzen von 1967

- Drohung der SU, militärisch auf Seiten der arabischen Staaten einzu- greifen

- USA: Erzwingung eines Waffenstillstandes zwischen Israel, Ägypten und Syrien im SR; Forderung nach Umsetzung von SR- 242 (=SR-338)

- Rückzug der israelischen Truppen auf die Vorkriegsstellungen

- Von UN-Beobachter kontrollierte Pufferzone im Golangebirge

- Camp-David-Abkommen 1979

- Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten
- Ägypten erkennt Israel an
- Sinai zurück an Ägypten
- Isolation Ägyptens in der arabischen Welt

Der fünfte Nahost-Krieg 1982

- Erster Libanon-Krieg

- Israel gegen Palästinensische Befreiungsorganisation PLO

- Forcierung der Besiedlung besetzter Gebiete durch Israel seit Likud- Regierung 1977

- Ziel: Verhinderung der Entstehung eines unabhängigen und le- bensfähigen Staates Palästina

- PLO als Staat im Staat Libanon

- 1982: israelischer Einmarsch in den Libanon

- 1985: Rückzug Israels; „Sicherheitszone“ im Süden des Landes; Be- anspruchung Israels über absolute Bewegungsfreiheit über Küste, Gewässer und Luftraum

- Entstehung der libanesisch-schiitischen Hisbollah
- Ziel: Vertreibung der israelischen Truppen aus dem Südli- banon

- Massive Kritik im eigenen Land Israel

- Räumung der Sicherheitszone im Mai 2000

Der sechste Nahost-Krieg 2006

- = Zweiter Libanonkrieg oder 33-Tage-Krieg

- Versuch Israels, Hisbollah militärisch zu entmachten

- Nach Sechs-Tage-Krieg: Besetzung Israels des Shebaa-Farmen (=was-

serreiches Gebiet am Fuße des Hermon im Golangebirge)

- Libanon fordert deren Räumung und Beendigung der Verletzungen des libanesischen Luftraumes durch israelische Kampfflugzeuge x Ableitung der Hisbollah, das Recht, Waffen zu tragen aus diesen Streit- fragen als Widerstandsorganisation des Libanon

- Shebaa-Farmen als legitimer Schauplatz begrenzter Gewaltakte zwi- schen Israel und Hisbollah

- Juli 2006: massive militärische Operation Israels

- Ziel: Hisbollah militärisch Handlungsunfähig machen, Veran- kerung in der Bevölkerung untergraben und Iran Schwächen (Sponsor der Hisbollah)

- 1400 Tote; 1,5 Mio. Flüchtlinge

- Waffenstillstand im August 2006

[...]

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Details

Titel
Der Nahostkonflikt aus der Perspektive der Internationalen Beziehungen
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Sicherheits-, Friedens- und Konfliktforschung II
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
39
Katalognummer
V334627
ISBN (eBook)
9783668252905
Dateigröße
1226 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nahostkonflikt, perspektive, internationalen, beziehungen
Arbeit zitieren
Fabian Herbst (Autor), 2015, Der Nahostkonflikt aus der Perspektive der Internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334627

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