Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Hintergründe und Folgen


Facharbeit (Schule), 2016
19 Seiten, Note: 12

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die AtombombenabwürfeaufHiroshimaundNagasaki
2.1DieGeschichteder Atombombe
2.2 Die Hintergründe der Atombombeneinsätze
2.3 Der Einsatz der Atombomben und deren Folgen

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

5. Versicherung

1. Einleitung

Hiroshima und Nagasaki. Wenn man diese beiden Städte hört, denkt man sofort an den zweiten Weltkrieg und den Einsatz der ersten Atombomben. Doch wer entdeckte die Atombombe und warum wurde sie entwickelt? Welche Gründe hatten die USA die Bomben gegen Japan einzusetzen? Welche Folgen hatte der Einsatz für die dort lebenden Menschen?

Gab es einen speziellen Grund dafür, dass Hiroshima und Nagasaki als Ziele ausgewählt wurden?

All diese Fragen sollen in der folgenden Arbeit beantwortet werden.

Dabei wird zuerst die Entstehungsgeschichte der drei Atombombentypen „Trinity-Bombe“, „Little Boy“ und „Fat Man“ dargestellt. Danach werden die Hintergründe gezeigt, die die USA dazu veranlassten die Bomben einzusetzen und es wird kritisch erläutert, ob dieser Einsatz gerechtfertigt war.

Nachdem die Hintergründe erläutert wurden, wird der Ablauf des entscheidenden Tages, dem 06. August 1945 , chronologisch dargelegt. Außerdem wird die Wirkung einer Atombombe ausführlich erläutert und in ihre einzelnen Phasen unterteilt.

Daraufhin wird auf die sozialen Folgen für die Menschen eingegangen, die den Atombomben zum Opfer fielen und welche Leiden sie davon trugen.

Am Ende wird die Arbeit reflektiert und die zentralen Ergebnisse werden bündig zusammengetragen.

2,1 Die Geschichte der Atombombe

Den Grundstein für die Entwicklung der Atombombe legten die Wissenschaftler Otto Hahn und Fritz Straßmann 1938 mit der „Erschließung von Kernenergie“[1] „Ihnen Gelang die Kernspaltung indem sie ein Uranatom mit Neutronen beschossen. Während des Spaltungsvorgangs werden weitere Neutronen freigesetzt, die für eine Kettenreaktion im Uran sorgen. Hierbei werden sehr große Energiemengen freigesetzt.“[2]

Entscheidend für die Verwendung dieser Entdeckung war der, kurze Zeit später beginnende, zweite Weltkrieg. Die Wissenschaftler E. Wigner und L. Szilard wendeten sich an Albert Einstein, der schon zu Lebzeiten eine Legende war, und baten ihn, einen Brief an den damaligen amerikanischen Präsidenten Roosevelt zu schreiben. Er teilte dem Präsidenten mit, dass es generell möglich sei eine Atombombe zu entwickeln und die Kernspaltung Energiemengen freisetzt, die jede bisherige bekannte Sprengkraft um weiten übertreffe. Außerdem bestand die Sorge, dass die Nazis eine Atombombe entwickeln könnten. Es stellte sich heraus, dass diese Sorge berechtigt war, denn deutsche Physiker planten bereits die Entwicklung einer solchen Bombe. „So traf am 24. April 1939 beim Reichskriegsministerium ein Brief des Hamburger Professors Paul Harteck ein, in dem darauf hingewiesen wurde, dass durch die Hahn'schen Ergebnisse die grundsätzliche Möglichkeit [...] [eines] neuartigen höchst explosiven [Sprengstoffes] gegeben sei.“[3] „Daraufhin mobilisierte das Heereswaffenamt alle in Deutschland verfügbaren Atomforscher denen die Herstellung von Uranbomben und Uranmaschinen aufgegeben wurde.“[4] Für dieses Vorhaben war zwar genug Uran vorhanden, da Deutschland kurz zuvor die Tschechoslowakei überfallen hatte, jedoch mangelte es an Geld und mehrere Rückschläge während des Krieges sorgten für eine langsame Entwicklung auf deutscher Seite. Außerdem mussten die Forscher immer wieder ihre Arbeit, durch die Verschiebung der Ostfront, unterbrechen. So kam es, dass Deutschland zum Kriegsende nur einen nicht einsatzbereiten Kernreaktor besaß, der sich im heutigen Haigerloch befand.

Der BriefEinsteins erreichte Roosevelt am 11. Oktober 1939. Jedoch gingen auch die Anfänge der amerikanischen Atombombenentwicklung eher schleppend voran, da Roosevelt Einsteins Behauptungen nicht vollständig Glauben schenkte und es innerhalb der Militärbürokratie Rivalitäten gab. Daher wendete sich Einstein 1940 noch ein mal an Roosevelt, um ihm die Vorgänge in Deutschland mitzuteilen. Diesmal bringt es den Präsidenten dazu, die Erforschung der Kernspaltung voranzutreiben, „[...] wobei zeitweise bis zu 125.000 Arbeitskräfte zusammengezogen wurden.“[5] Die vorbereitenden Forschungen waren im Sommer 1942 abgeschlossen und man konnte sofort mit der gezielten Entwicklung einer Atombombe beginnen. „Unter dem Decknamen »Manhattan District« wurde ein riesiger Forschungs- und Industriebetrieb gegründet.“[6] Die Leitung der Forschung übernahm Robert Oppenheimer, da dieser sich seit 1939 intensiv mit Uran beschäftigte und die militärischen Zwecke dieses Stoffes erforschte. So war er der perfekte Kandidat für die Amerikaner.

Das „Manhattan Projekt“ bestand aus mehreren Unterprojekten, die sich mit verschiedensten Aspekten der Atomwissenschaft beschäftigten. Oppenheimer war in Los Alamos ansässig. Dort wurde die Bauart der Atombombe entwickelt, die kritische Masse des Urans errechnet und Methoden zur Zündung der Bombe erforscht. Weitere Unterprojekte waren der Gewinn von Uran aus Erz und der Bau des ersten Kernreaktors. Alles was in Verbindung zur Entwicklung der Atombombe stand, wie der Manhattan District, wurde von den USA als streng geheim behandelt.

Je weiter die Entwicklung voranschritt, desto mehr Wissenschaftler, die anfangs noch den Bau einer Atombombe befürworteten, machten sich sorgen, wofür die Regierung die Waffen einsetzen wird, nachdem das geplante Ziel, der Erzfeind Deutschland, kapituliert hatte, ohne das ein Einsatz der Atombombe nötig war und man fragte sich, welche Folgen die Bombe haben wird. Noch bevor die erste Atombombe erfolgreich getestet wurde, war den Wissenschaftlern klar, dass nur Japan als Ziel in Frage kommen würde. Auch Albert Einstein sagte später: „Hätte ich gewusst, daß [sic] es den Deutschen nicht gelingen wird, eine Atombombe zu entwickeln, dann hätte ich keinen Finger gerührt.“[7] Und auch andere Wissenschaftler schrieben eine Denkschrift, in der sie sagen, dass die „militärischen Vorteile und die Rettung von Menschenleben leicht mit der Welle von Abscheu und Ablehnung aufgewogen werden könnten und die öffentliche Meinung sich vielleicht spalten würde. Daher sollte man die neue Waffe vorher einer

Demonstration vor den Vereinten Nationen unterziehen. Sollten die Nation es billigen die Waffe gegen Japan zu verwenden, muss man Japan ein Ultimatum setzten und ihnen die Möglichkeit geben, gewisse Gebiete zu evakuieren.“[8] Es war offensichtlich welche Zerstörungskraft diese neuartige Waffe haben musste, wenn sich eine Vielzahl von Wissenschaftlern solch große Sorgen machte, obwohl die Bombe nicht einmal am Ende ihrer Entwicklung stand. Weitere namhafte Wissenschaftler versuchte den amerikanischen Präsidenten Harry S. Truman, welcher der Nachfolger vom verstorbenen Roosevelt war, von einem Einsatz der Atombombe abzuhalten. So schreiben sie an den Präsidenten: „Wenn sie einmal als Waffe eingesetzt ist, wird man sich der Versuchung, sie im Kriege anzuwenden, kaum entziehen können. Die Nation, die den Präzedenzfall für den Einsatz dieser neu entfesselten Naturkraft zu Vernichtungszwecken schafft, wird möglicherweise die Verantwortung dafür zu tragen haben, daß [sic] sie das Tor zu einer Ära unvorstellbarer Zerstörung öffnet.“[9] Diesen sehr ernst zu nehmenden und berechtigten Appell ignoriert Trumanjedoch, da die Bombe nicht nur den Weltkrieg beenden sollte sondern aus seiner Sicht auch die Führung in der Nachkriegswelt bringen würde.

So wurde unter dem Decknamen „Trinity“ eine Atombombenexplosion, auf einem Versuchsgelände in New Mexico, vorbereitet. Die sogenannte Trinitybombe wurde am 16. Juli 1945 um 5:30 Uhr gezündet. Oppenheimer schätzte die Sprengkraft auf 300t TNT, doch dieses Ergebnis war weit von der tatsächlichen Sprengkraft entfernt. Die Messungen ermittelten eine Sprengkraft von 20.000t TNT. So war die Sprengkraft ungefähr 66 mal so stark, wie zuerst angenommen. Der einzige beim Test anwesende Journalist „.H. Lawrence von der New York Times beschreibt die Explosion wie folgt: „Das war ein Sonnenaufgang wie ihn die Welt noch nie gesehen hat: Eine riesige grüne Supersonne stieg im Bruchteil einer Sekunde über 3km hoch und dann immer höher bis in die Wolken und beleuchtete unvorstellbar grell Himmel und Erde ringsum. Nach einigen Sekunden kam der Donner. Die Feuerkugel wuchs zusehends und verwandelte sich in einen hohen

Riesenpilz.“[10] Anwesende Soldaten seien von der Druckwelle zu Boden geworfen worden und einige Augenzeugen beschriebeen die Explosion als Todessonne. Oppenheimer, der Vater der Atombombe, findet folgende Worte nach dem gelungenen Test: „Ich bin der Tod geworden, der Zerstörer der Welten.“[11] Diese Beschreibungen lassen jeden erahnen, egal ob er die Folgen von einem Atombombeneinsatz kennt oder nicht, welche geballte Zerstörungskraft diese Art von Bombe besitzt.

Der erste Einsatz unter Testbedingungen ist somit den Amerikanern als erste und bis zum damaligen Zeitpunkt einzige Nation gelungen. Somit waren sie noch inoffiziell die erste Atommacht der Welt und genossen somit ein unendliche scheinendes Machtmonopol.

2 Die Atombombenabwttrfe auf Hiroshima und Nagasaki

2.2 Die Hintergründe der Atombombeneinsätze

Ursprünglich war die Atombombe dazu gedacht, den Erzfeind Deutschland zu besiegen, jedoch kapitulierte dieser im Mai 1945 noch bevor Amerika eine fertige Atombombe besaß. So wurde das zu Anfang des Jahres noch starke Japan als neues Ziel ausgewählt. Doch war der Einsatz einer Atombombe gegen Japan überhaupt notwendig und was veranlasste Truman dazu, diesen Schritt zu gehen?

Historiker haben mehrere Gründe, die die USA dazu gebracht haben könnte, eine Vernichtungswaffe dieser Art einzusetzen. Als Hitler den USA den Krieg erklärte und Japan den amerikanischen Militärstützpunkt Pearl Habor, der sich im Pazifik befand, angriff, wurde der europäische Krieg zum globalen Weltkrieg und es kam zu einem direkten Konflikt zwischen Japan und den USA ohne das Russland direkt daran teilgenommen hatte. Mit dem Kriegseintritt Japans startete auch ihr Vormarsch, bei dem sei „bis Mai 1942 nahezu sämtliche Kolonien Europas in Südostasien eroberten“.[12] Auch Anfang 1945 wirkte die Lage Japans immer noch imponierend. So besaß Japan „Korea, die Mandschurei, ganz Nordchina, bedeutende Küstengebiete im Süden, Französisch-Indochina, Malaya, Thailand, die Hälfte von

[...]


[1] Greune, Gerd: HiroshimaundNagasaki. S.11

[2] Ebenda

[3] Ebenda S.11f.

[4] Ebenda S.12

[5] Ebenda S.12

[6] Ebenda S.12

[7] Ebenda S.13

[8] Ebenda S.14

[9] Ebenda S.14

[10] Ebenda S.14

[11] Oppenheimer, J. Robert nach: GeoEpoche. Kriegsende 1945. S.114

[12] Fröhlich, Elke: Derzweite Weltkrieg1939-1945. S.215

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Hintergründe und Folgen
Note
12
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V334628
ISBN (eBook)
9783668248786
ISBN (Buch)
9783668248793
Dateigröße
991 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hiroshima, Nagasaki, Atombombe, Atombombenabwurf, Zweiter Weltkrieg, USA, Japan
Arbeit zitieren
Joshua Schwarz (Autor), 2016, Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Hintergründe und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334628

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