Expertenstandards in der Pflegepraxis. Tipps, Hindernisse und Wege für die Implementierung


Hausarbeit, 2016

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Einleitung

3. Problemstellung

4. Methode

5. Ergebnisse
5.1 Ablauf einer Implementierung von Expertenstandards
5.2 Vier Phasen der Implementierung in die Praxis
5.3 Rahmenbedingungen und Nutzen von Expertenstandards
5.4 Hindernisse und Kritik von Expertenstandards
5.5 Derzeitiger Stand der Implementierung von Expertenstandards

6. Diskussion

7. Schlussfolgerung

8. Anhang
8.1 Suchprotokoll

9. Literaturverzeichnis

1. Abstract

Für die Hausarbeit wurde ausschließlich eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, welche sich damit befasst hat, was ein nationaler Expertenstandard ist und wie sich dieser in die Pflegepraxis implementieren lässt. Zudem wurde in der folgenden Arbeit aufgezeigt, welche Hindernisse und Rahmenbedingungen dabei auftreten können. Zusätzlich wird eine detaillierte Implementierung eines Expertenstandards dargestellt, von der Konsensuskonferenz bis hin zu Tipps und den vier Phasen der Implementierung in die Pflegepraxis. Zudem wurde sich mit dem jetzigen Stand und den Erfolgen auseinandergesetzt. Wichtig zu nennen ist aufjedenfall, dass nach vielen Studien und Befragungen, eine Zufriedensheitsteigerung und Akademisierung der Pflege, stattgefunden hat. Die Expertenstandards sind nach einer längeren Pause der Grund, für einen großen Sprung nach vorne in der deutschen Pflege. Ebenfalls ist es wichtig zu sagen, dass der Weg zur Gründung eines Expertenstandards und dessen Implementierung hart und lang ist. Es werden besonders Ressourcen der Zeit, des Personals, der Qualifikation der Mitarbeiter und die Finanzierung, benötigt(vgl. Schmidt, 2016, S. 17), wobei sich häufig aber Probleme erkennen lassen, besonders in der ambulanten Pflege(vgl. o.Autor, 2014, S. 635). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Idee hinter der Implementierung von Expertenstandards sehr gut ist, aber viele Ressourcen benötigt. Hinzu müssen viele Hindernisse ausgeschaltet werden.

1. Einleitung

Entwickelt worden sind die Expertenstandards von dem Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung(DNQP) und arbeiten in Kooperation mit dem Deutschen Pflegerat(DPR) und erhalten finanzielle Unterstützung vom Bundesministerium für Gesundheit(BMG). Seit 1999 werden aufwändige evidenzbasierte Expertenstandards entwickelt um effektive und hochpriorisierte Instrumente und Praktiken für die Qualitätsentwicklung zu erstellen(vgl. Schiemann, 2006, S. 1).

Pflegestandards sind ein professionell abgestimmtes Leistungsniveau, das den Bedürfnissen der damit angesprochenen Bevölkerung angepasst ist und Kriterien zur Erfolgskontrolle der Pflege mit einschließt. Standards müssen innovative und komplexe Inhalte transportieren, eignen sich also für Pflegeprobleme mit erheblichen Einschätzungsbedarf und Pflegehandlungen mit hohem Interaktionsanteil. Sie sind daher nicht mit Handlungsrichtlinien(procedures) zu verwechseln, die auf genaue Beschreibung von Handlungsabläufen, technische Anweisungen zur Hygiene ausgerichtet sind(Schiemann, Moers, 2004, S. 75).

Zurzeit gibt es neun verschiedene Expertenstandards, welche nach der Veröffentlichungen der weiteren 1-6 Expertenstandards alle großen Sektoren der greifenden Qualitätsrisiken in der Pflege, erfasst sind(vgl. Schiemann, 2006, S. 1)

Das deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege DNQP hat bisher folgende Expertenstandards erarbeitet, veröffentlicht und aktualisiert: Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege(1. Aktualisierung 2010), Expertenstandard Entlassungsmanagement in der Pflege(1. Aktualisierung 2009), Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen(1. Aktualisierung Dezember 2011), Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege(1. Aktualisierung 2013), Expertenstandard Förderung der Harninkontinenz in der Pflege(1. Aktualisierung 2014), Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden(Juni 2009), Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege(Mai 2010), Expertenstandard Schmermanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen( Sonderdruck März 2014), Expertenstandard nach § 113a SGB XI Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege(Abschlussbericht Juni 2014)(Schmidt, 2016, S. 14).

All diese Standards sind auf nationaler Ebene und müssen ein hohes Maß an konsensfähigkeit und wissenschaftlicher Fundierung aufweisen. All diese Themenbereiche passen zu epidemiologischen und gesundheitspolitischen Risiken und Themen der heutigen Pflege(vgl. Schiemann, Moers, 2004, S. 75). Aufgaben dieser Expertenstandards bestehen darin, pflegerische Fragen und Aufgaben zu definieren und das Aufgabenspektrum der professionellen Pflege aufzuzeigen. Zudem klärt es die interprofessionelle Aspekte und Zuständigkeiten, sowie zeigt es Wege zu Pflegediagnosen und Pflegemaßnahmen. Aber auch fachliche Impulse für andere Professionen und Rechtssicherheit wird gegeben(vgl. Huhn, 2013, S. 697)

2. Problemstellung

Es wird immer deutlicher, dass der Pflegepraktiker es unter den heutigen Rahmenbedingungen in der Pflege nicht leisten kann, die vorhandene Literatur zu einer aufgetretenen Fragestellung in der Patientenversorgung zu sichten. Zur Überwindung dieses Grabens zwischen Anforderung einerseits und den Möglichkeiten der Pflegenden anderseits wird nach unterstützenden Instrumenten gesucht. Die Entwicklung und Einführung von Expertenstandards könnte eine hilfreiche Unterstützung zur Überwindung der Theorie – Praxis – Kluft sein(Wieteck, 2009, S. 227).

Das heutige pflegerische Arbeiten wird stark von veraltetem Theoriewissen und Arbeitstradition geleitet und es wird selten das eigene Verhalten evaluiert.

Trotzdem wird seit Gründung der Expertenstandards über ihre Wirksamkeit diskutiert. Es wird dort von Praxisferne, bis hin zu Mangel an Wissenschaftlichkeit, gesprochen. Jeder neue Expertenstandard, löst bei Pflegepraktikern und -managern keine Freude aus und wird nicht als hilfreiche wissenschaftliche Grundlage für pflegefachlich korrektes Handeln, angesehen(vgl. Huhn, 2013, S. 696).

Im allgemeinen befasst mich auch die Frage ob Expertenstandards wirklich Instrumente zur realen Verbesserung der Pflegepraxis in Aussicht bringen oder sie nur finanzielle und personelle Ressourcen beanspruchen(vgl. Meyer & Köpke, 2006, S. 211). Des weiteren wird darauf eingegangen, wie der derzeitige Stand der Implementierung aussieht, welche Erfolge und Misserfolge dort zu erkennen sind und welche Rahmenbedingungen, Hindernisse und Ziele dabei aufzutreffen sind.

Denn in den letzten 20 Jahren war in Deutschland noch kein anerkannter Stand pflegerischer Erkenntnis zu sehen. Doch seitdem die DNQP - die auf wissenschaftlich basierten Grundlagen und im Rahmen von Konsensveranstaltungen einer großen Fachöffentlichkeit -die Expertenstandards ins Leben gerufen hat, ist die Qualitätsentwicklung sehr nach vorne gegangen(vgl. Brandenburg, 2005, S. 1). Auch andere Studien äußern sich positiv gegenüber der Implementierung und dem Nutzen von Expertenstandards. Sie sollen sich als ausgezeichnete Instrumente der Verbreitung von evidenten, handlungsrelevanten Wissen erwiesen haben(vgl. Schiemann, 2006, S. 2).

Doch andere Studien sprechen dagegen und begründen ihre Kritik an den Expertenstandards.“ Die Expertenstandards in der Pflege entsprechen nicht den international geltenden Wissenschaft basierten Qualitätskriterien für Leitlinien. Ihnen fehlt es an rigorosen Entwicklungsmethoden, transparenter Berichterstattung und Nachvollziehbarkeit“(Meyer & Köpke, 2006, S. 215). Hinzu kommt, dass „Der Nutzen der Expertenstandards ist bislang nicht belegt“(Meyer & Köpke, 2006, S. 211).

Durch diese unterschiedlichen Meinungen zu den Expertenstandards und den Problemen bei der richtigen Implementierung möchte ich in meiner Hausarbeit aufzeigen, ob die Entwicklung der Expertenstandard die Pflege hauptsächlich voran bringt und wie man es schafft so gut wie möglich diese in verschiedene Gesundheitseinrichtungen zu implementieren. Dadurch bin ich zu meiner Fragestellung gekommen: Welchen Nutzen haben Expertenstandards und wie gelange ich zu einer guten und sicheren Implementierung der Expertenstandards in die Pflegepraxis?

3. Methode

Für die Hausarbeit wurde ausschließlich eine systematische Literaturrecherche verwendet. Es wurde in den Datenbanken: Google Scholar, Carelit, CINAHL, Pubmed und Bibnet nach Literatur gesucht und später verwendet. Das Veröffentlichungsdatum der verschiedenen Quellen bezog sich von 2004 bis hin zum heutigen 2016. Gezielte Suche wurde auf Englisch und Deutsch durchgeführt, wobei: (Implementierung, Expertenstandards, DNQP, expert standard, implementation, germany, expert, professional norm, progress und NOT medical), als Suchbegriffe benutzt worden sind. Zusätzlich wurden außer der Einschränkung des Zeitraumes der Veröffentlichung auch die Suche nach ausschließlichen „Full Text“, verwendet.

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Expertenstandards in der Pflegepraxis. Tipps, Hindernisse und Wege für die Implementierung
Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V334754
ISBN (eBook)
9783668249721
ISBN (Buch)
9783668249738
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pflege, Expertenstandards, Pflegepraxis, ambulante Pflege, Implementierung
Arbeit zitieren
Niklas Westermann (Autor), 2016, Expertenstandards in der Pflegepraxis. Tipps, Hindernisse und Wege für die Implementierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334754

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