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Die Operationalisierung von Gewalt im Fernsehen. Vergleich zweier Inhaltsanalysen aus den Jahren 1993 und 2005

Titel: Die Operationalisierung von Gewalt im Fernsehen. Vergleich zweier Inhaltsanalysen aus den Jahren 1993 und 2005

Hausarbeit , 2016 , 19 Seiten , Note: 2.3

Autor:in: Toni Maschitzke (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem Thema Mediengewalt befasst sich sowohl die Wissenschaft als auch die Gesellschaft generell. Die Darstellung violenter Medieninhalte wird bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts erforscht.

Das Fernsehen ist neben dem Internet das wohl bedeutendste Medium unserer Zeit und besitzt eine hohe Reichweite. Es ist daher nachvollziehbar, dass es weltweit mittlerweile eine Vielzahl von inhaltsanalytischen Untersuchungen zum Thema Gewaltvorkommen oder Gewaltdarstellung in den Medien gibt. So werden gleichermaßen sowohl nichtfiktionale als auch fiktionale Formate untersucht. Ein Problem vieler Studien besteht darin, dass sie kaum miteinander vergleichbar sind. Es herrscht keine Klarheit über eine einheitliche Definition von Gewalt. Das kann sich natürlich auch auf den Aufbau der Untersuchungsanlage auswirken und dies wiederum kann einen Effekt auf die Ergebnisse einer Studie haben. Man könnte fast etwas überspitzt mutmaßen, es gäbe so viele unterschiedliche Auffassungen von Gewalt wie es Studien gibt.

In der vorliegenden Arbeit soll dieses Problem exemplarisch an den folgenden zwei Studien untersucht werden:
Studie 1: Gewaltprofil des deutschen Fernsehprogramms. Eine Analyse des Angebots privater und öffentlich-rechtlicher Sender (1993)
Studie 2: Gewalt zwischen Fakten und Fiktionen. Eine Untersuchung von Gewaltdarstellung im Fernsehen unter besonderer Berücksichtigung ihres Realitäts- bzw. Fiktionalitätsgrades (2005)

Die beiden Studien untersuchen das Gewaltvorkommen im öffentlich-rechtlichen und im privaten Fernsehprogramm. Sie wurden von unterschiedlichen Landesmedienanstalten in Auftrag gegeben. Es soll herausgearbeitet werden, ob es Unterschiede hinsichtlich der Definition von Gewalt und der damit verbundenen Operationalisierung des Begriffs in der Untersuchungsanlage gibt. Es wird angenommen, dass die Forscher der Studie aus dem Jahr 2005 den Begriff detaillierter definiert und somit auch differenzierter operationalisiert haben als die Forscher der 1993er Studie. Nach der Klärung begrifflicher Grundlagen werden die ausgewählten Studien vorgestellt. Hier liegt das Augenmerk jedoch nicht auf den Ergebnissen, sondern mehr auf dem Forschungsdesign und auf den Forschungsfragen. Schließlich werden beide Arbeiten gegenübergestellt und mit Konzentration auf die Definitionen und die daran anschließende Operationalisierung von Gewalt miteinander verglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wichtige Begriffe

2.1 Quantitative Inhaltsanalyse

2.1.1 Beschreibung und Ziele

2.1.2 Nichtreaktivität vs. Reaktivität

2.2 Der Gewaltbegriff

2.2.1 Mediale Gewalt

2.2.2 Personale vs. strukturelle Gewalt

2.2.3 Personale Gewalt vs. Aggression

2.2.4 Intensionale vs. Extensionale Gewalt

2.3 Operationalisierung

2.3.1 Konzeptspezifikation und Ablauf

2.3.2 Gütekriterien: Objektivität, Reliabilität und Validität

2.3.3 Schwierigkeiten der Operationalisierung

3. Die Studien

3.1 Groebel, Jo; Gleich, Uli: Gewaltprofil des deutschen Fernsehprogramms. Eine Analyse des Angebots privater und öffentlich-rechtlicher Sender (1993)

3.2 Grimm, Petra; Kirste, Katja; Weiss, Jutta: Gewalt zwischen Fakten und Fiktion. Eine Untersuchung von Gewaltdarstellungen im Fernsehen unter besonderer Berücksichtigung ihres Realitäts- bzw. Fiktionalitätsgrades (2005)

4. Vergleich der Studien

4.1 Die Gewaltdefinition

4.2 Die Operationalisierung

4.2.1 Die Analyseebenen

4.2.2 Die Kategorien

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch an zwei Studien aus den Jahren 1993 und 2005, wie der Begriff "Gewalt" in der medienwissenschaftlichen Forschung definiert und operationalisiert wird, um Unterschiede in der Vergleichbarkeit inhaltsanalytischer Untersuchungen herauszuarbeiten.

  • Grundlagen der quantitativen Inhaltsanalyse in der Sozialforschung.
  • Differenzierung verschiedener Gewaltbegriffe und deren Relevanz für die Medienforschung.
  • Vergleich der methodischen Ansätze und Analyseebenen der ausgewählten Studien.
  • Analyse der Operationalisierung und Kategorienbildung zur Messung von Mediengewalt.

Auszug aus dem Buch

2.3.3 Schwierigkeiten der Operationalisierung

Ein Problem bei der Operationalisierung kann die Mehrdeutigkeit von Begriffen darstellen. Möchte man das theoretische Konstrukt Gewalt operationalisieren, muss man den Begriff im Vorfeld erst einmal genau definieren. Die Operationalisierung (von Gewalt) hängt stark von der Definition eines Begriffs ab. Resultierend daraus kann es passieren, dass durch eine unklare und/oder unvollständige Definition bzw. eine nicht ausreichende Bildung von Indikatoren für einen Begriff nicht alle möglichen Aspekte bei einer Erhebung erfasst werden können oder überraschende Ergebnisse erzielt werden.43

Die Wichtigkeit der Operationalisierung für die Inhaltsanalyse besteht in der Vollständigkeit der Kategorien des theoretischen Konstruktes, d.h. sie müssen erschöpfend sein, um die Forschungsfrage beantworten zu können. Hat man beispielsweise sein theoretisches Konstrukt Gewalt und die darin vorkommende Kategorie Formen von Gewalt mit zu wenig Variablen versehen und erhält dadurch bei den Ergebnissen sehr oft die Ausprägung „Sonstiges“, können so eventuell wichtige Informationen verloren gehen.44 Darüber hinaus sollten die Kategorien trennscharf und eindimensional sein. Jede Kategorie muss einerseits unterschiedliche Aspekte messen und andererseits den Medienbotschaften auch nur genau einer Kategorie zugeordnet werden können.45

Wie wichtig eine gewissenhafte Operationalisierung ist, kann am Beispiel von Zeichentricksendungen deutlich gemacht werden. Da sie meist viel Gewalt zeigen und die Resultate bzw. die schädlichen Folgen meist sehr gravierend sind, könnte bei einer Analyse des TV Programms, in der man Cartoons miteinbezieht, herauskommen, dass das Kinderprogramm gewalthaltiger ist als Sendungen für Erwachsene.46 Man könnte derartige Ergebnisse für eine neuaufkommende gesellschaftliche Debatte über Gewalt im Fernsehen instrumentalisieren.

Auch gilt es schon bei der Bildung von Hypothesen aufzupassen, um später nicht Begriffe zu haben, welche nicht mittels Indikatoren messbar gemacht werden können. Für die Operationalisierung müssen die Begriffe in den Hypothesen einen empirischen Bezug aufweisen. Sie müssen messbar bzw. beobachtbar sein. Es muss möglich sein, einen Sachverhalt oder eine Handlung anzugeben, welche operationalisierbar ist. 47

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Mediengewaltforschung ein und benennt das Problem der mangelnden Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Studien aufgrund uneinheitlicher Definitionen.

2. Wichtige Begriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der quantitativen Inhaltsanalyse, verschiedene Gewaltbegriffe sowie der Prozess und die Gütekriterien der Operationalisierung erläutert.

3. Die Studien: Dieses Kapitel stellt die beiden zu vergleichenden Studien von 1993 und 2005 hinsichtlich ihres Forschungsdesigns, der Datenerhebung und ihrer Zielsetzungen vor.

4. Vergleich der Studien: Die beiden Studien werden systematisch hinsichtlich ihrer Gewaltdefinition, der Analyseebenen und der konkret verwendeten Kategorien in der Inhaltsanalyse gegenübergestellt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die methodischen Unterschiede zusammen und stellt fest, dass die aktuellere Studie eine deutlich spezifiziertere Operationalisierung vornimmt, um dem Wandel der Fernsehformate gerecht zu werden.

Schlüsselwörter

Mediengewalt, Quantitative Inhaltsanalyse, Operationalisierung, Gewaltdefinition, Fernsehforschung, Inferenzschlüsse, Forschungsmethodik, Gewaltprofil, Analyseeinheiten, Kategorienbildung, Sozialforschung, Medienrealität, Gütekriterien, Reliabilität, Validität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der komplexe Begriff der "Gewalt" in verschiedenen medienwissenschaftlichen Inhaltsanalysen definiert und operationalisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die quantitative Inhaltsanalyse, die theoretische Konzeptualisierung von Gewalt sowie die methodische Vergleichbarkeit wissenschaftlicher Studien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede in der Definition und Operationalisierung von Gewalt zwischen zwei Studien aus den Jahren 1993 und 2005 aufzuzeigen und deren Auswirkungen auf die Forschungsergebnisse zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem zwei ausgewählte Studien inhaltsanalytisch hinsichtlich ihres Forschungsdesigns und ihrer Operationalisierung gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die detaillierte Vorstellung der beiden Studien und den anschließenden systematischen Vergleich von Gewaltbegriffen, Analyseebenen und Kategorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mediengewalt, Operationalisierung, Inhaltsanalyse und Forschungsmethodik geprägt.

Warum sind 1993 und 2005 als Vergleichsjahre gewählt worden?

Diese Jahre wurden gewählt, um den methodischen Fortschritt und die Anpassung an ein sich wandelndes Fernsehangebot (z.B. Zunahme von Reality-Formaten) über einen Zeitraum von zwölf Jahren nachvollziehbar zu machen.

Welches zentrale Problem bei der Operationalisierung von Gewalt wird identifiziert?

Ein Hauptproblem ist die Mehrdeutigkeit des Gewaltbegriffs, die ohne präzise Indikatoren zu einer unvollständigen Erfassung oder zu verzerrten Ergebnissen führen kann.

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Details

Titel
Die Operationalisierung von Gewalt im Fernsehen. Vergleich zweier Inhaltsanalysen aus den Jahren 1993 und 2005
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2.3
Autor
Toni Maschitzke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V334879
ISBN (eBook)
9783668246508
ISBN (Buch)
9783668246515
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fernsehen Gewalt Studien Inhaltsanalyse TV Darstellung fiktional Medieninhalte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Toni Maschitzke (Autor:in), 2016, Die Operationalisierung von Gewalt im Fernsehen. Vergleich zweier Inhaltsanalysen aus den Jahren 1993 und 2005, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334879
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Leseprobe aus  19  Seiten
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