Edward Said und der Orientalismus im Rahmen der postkolonialen Theorie

Welche Rolle spielen die Intellektuellen in Bezug auf die Entwicklung des Orientalismus und seine Bedeutung heute?


Essay, 2014

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

1.Einleitung

Dieses Essay handelt von der Rolle der Intellektuellen in Bezug auf die Herausbildung des Orientalismus und seine Bedeutung heute. Ausgehend von der Bedeutung der Intellektuellen im Rahmen von Orientalismus wird zuerst auf die Entstehung des Orientalismus eingegangen. Hierbei wird auf die Definitionen von Kolonialismus und Postkolonialismus und den von Said entwickelten Begriff des "Orientalismus" eingegangen. Said hat einen Lösungsansatz für die Orientalismusproblematik erstellt. Zusätzlich hat er auch einen direkten Bezug zur Literatur und der Aufgaben der Intellektuellen aus seiner eingen Erfahrungen als Literaturwissenschaftler vom Multikulturellen Hintergrund hergestellt. Seine Methodik stellt vor, wie Kultur aus seiner Sicht und Sicht der Intellektuellen definitert wird, und wie Leser und Intellektuelle mit der Literatur umgehen sollten. Des Weiteren muss betrachtet werden, inwiefern Literatur und Medien im Allgemeinen eine Rolle im Orientalismus heute spielen und ob die modernen Medien die Literatur in Bezug auf die Bildung des Orientalismus heute abgelöst hat. Abschließend wird ein Fazit über die vorgangegangen Kernpunkte dieser Hausarbeit nochmals zusammenfassen.

2.Hauptteil

2.1 Kolonialismus und Imperialismus

Durch die heutige Globalisierung, sind fast alle Ländern auf der Welt enger miteinander verbunden. Obwohl es am Anfang nicht offensichtlich ersichtlich war, ist diese Beziehung schon seit langem durch die Geschichte aus der Kolonialzeit tief geprägt. Die in dem nächsten Kapitel erwähnte postkoloniale Theorie weist darauf hin, dass keine Region dieser Welt den Wirkungen kolonialer Herrschaft entkommen konnte, alle Länder, die nie kolonisiert wurden, sind auch stark beeinflusst (vgl. Dhawan, Postkoloniale Theorie Eine kritische Einführung, 2005 transcript Verlag, Bielefeld, S.11).

Als Kolonialzeit bezeichnet man die Epoche des neuzeitlichen Kolonialismus, der mit dem Übergreifen von Portugal und Kastilien/Spanien auf Afrika und Südamerika gegen Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts einsetzte und bis zum

Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 andauerte.

In der Literatur wurden drei Kolonisationsformen herausgearbeitet (Osterhammel: 2003): Die erste Form ist die Beherrschungskolonie, ein klassisches Beispiel hierfür ist British India. Die Zweite ist die Stützpunktkolonie, wie zum Beispiel Shanghai oder Malakka. Die Dritte ist die Siedlungskolonie, wie z.B. die heutige USA, Australien und Kanada (vgl. Evans/Thorpe 2001).

Aus den dargestellten Kolonisationsformen kann die Definition des Kolonialismus ausgezogen werden: man bezeichnet Kolonialismus als eine Herrschaftsbeziehung, die mit physischer, millitärischer, epostemologischer und ideologischer Gewalt durchgesetzt und etwa über "Rasse"- und "Kultur"-Diskurse legitimiert wurde (vgl. Osterhammel 2003: S.21).

Als Imperialismus bezeichnet man alle Aktivitäten, die dem Aufbau transkontinentaler Imperien dienen sollen. Während der Kolonialismus einen Spezialfall des Imperialismus darstellt, nach Edward Said (1993:9) ist der Kolonialismus immer eine Konsequenz des Imperialismus. In der Neuzeit sind nur Großbritannien und die USA überhaupt jemals voll entwickelte Imperialmächte gewesen (wenn auch die USA ohne Kolonialimperium). Frankreich, das Deutsche Reich, Russland und Japan waren entweder nicht über längere Zeit weltweit präsent oder wirtschaftlich zu schwach für die Durchdringung entfernter Märkte (die Sowjetunion).

2.2Postkolonialismus

Postkolonialismus bedeutet nicht, dass es einfach "nach" dem Kolonialismus eingetreten ist, es muss eher als eine Widerstandsform gegen die koloniale Herrschaft und ihre Konsequenzen gesehen werden.

In der Literatur wird Postkolonialismus häufig als eine geistige Strömung seit Mitte des 20. Jahrhunderts aus der Zeit nach dem Kolonialismus, die sich auf diesen bezieht, bezeichnet. Vorausgegangen ist die Unabhängigkeit der Kolonie von ihrem Kolonisator. Die postkolonialistische Theorie existiert unter anderem in Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft und Politikwissenschaft.

Postkolonialistische Ansätze untersuchen Kultur und Identität sowohl der Kolonialzeit als auch der Zeit danach im Kontext des Kulturkonfliktes der Kolonisierten wie auch der Kolonialmacht (vgl. Loomba 1998:10).

Die heutige Rekolonisierungstendenz zeigt immer an, dass der Kolonialismus immer neue Wege finden kann, um sich die Ressourcen der anderen Länder zu sichern.

2.3 Edward Said und der Orientalismus

Der Literaturwissenschaftler Edward Said wurde in 1935 in Jerusalem, als die Stadt noch unter britischer Mandatsmacht stand, in eine christilich-palästinische Familie geboren und wuchs dort auf. Nachdem er am Victoria College in Kairo studiert hatte, migrierte er in die USA, er studierte am Mount Hermon College, dann an der Princeton University und später an der Harvard University. In 1963 hat er angefangen, zuerst als Assistant Professor, und dann als Professor, an der Columbia University in New York zu arbeiten.

Im Jahr 1978 veröffentlichte Said sein bedeutendes Werk Orientalism, das bis heute von vielen als "Gründungsdokument" der postkolonialen Studien gesehen wird. Die Besetzung Palästinas im Jahre 1967 ist für ihn Anlass, sich mit den imperialistischen Diskursen des Westerns zu beschäftigen und diese in Beziehung zu seiner eigenen Identität zu setzen. Als ein anerkannter Literaturwissenschaftler in den USA, stieß Said damals auf antiarabische Feindseligkeiten. Durch seine Werke äusserte Said seine Argumente gegen die Dämonisierung der arabischen Welt und des Islams. Sein Motiv zum Schreiben, erläutert Said folgendermaßen: "My idea in Orientalism is to use humanistic critique to open up the fields of struggle, to introduce a longer sequence if thought and analysis to replace the short bursts of polemical, thought-stopping fury that so imprison us in labels and antagonistic debate whose goal is a belligerent collective identity rather than understanding and intellectual exchange” (vgl. Said Orientalismus 1978: S. 95, Introduction S. xii).

Im Folgenden wird kurz Edward Said's Orientalism erläutert. Seiner Meinung nach wurde das Bild des Orients von selbsternannten Experten erschaffen, da jeder der über den Orient schreibt oder über ihn forscht automatisch als Orientalist wird.

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Edward Said und der Orientalismus im Rahmen der postkolonialen Theorie
Untertitel
Welche Rolle spielen die Intellektuellen in Bezug auf die Entwicklung des Orientalismus und seine Bedeutung heute?
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz  (Wirtssprache Deutsch und Tourismusmanagement)
Veranstaltung
Kommunikation und Konfliktmanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V334966
ISBN (eBook)
9783668247260
ISBN (Buch)
9783668247277
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Edward Said, Orientalismus, Postkoloniale, Theorie, Kommunikation und Konfliktmanagement, Postkolonialismus, Die Rolle der Intellektuellen
Arbeit zitieren
Zijun Wang (Autor), 2014, Edward Said und der Orientalismus im Rahmen der postkolonialen Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334966

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