Dieses Essay handelt von der Rolle der Intellektuellen in Bezug auf die Herausbildung des Orientalismus und seiner Bedeutung heute. Ausgehend von der Bedeutung der Intellektuellen im Rahmen von Orientalismus wird zuerst auf die Entstehung des Orientalismus eingegangen. Hierbei wird auf die Definitionen von Kolonialismus und Postkolonialismus und den von Said entwickelten Begriff des "Orientalismus" eingegangen.
Said hat einen Lösungsansatz für die Orientalismusproblematik erstellt. Zusätzlich hat er auch einen direkten Bezug zur Literatur und der Aufgaben der Intellektuellen aus seiner eigenen Erfahrungen als Literaturwissenschaftler vom multikulturellen Hintergrund hergestellt. Seine Methodik stellt vor, wie Kultur aus seiner Sicht und aus Sicht der Intellektuellen definiert wird, und wie Leser und Intellektuelle mit der Literatur umgehen sollten. Des Weiteren muss betrachtet werden, inwiefern Literatur und Medien im Allgemeinen eine Rolle im Orientalismus heute spielen und ob die modernen Medien die Literatur in Bezug auf die Bildung des Orientalismus heute abgelöst hat. Abschließend wird ein Fazit über die vorangegangen Kernpunkte dieser Hausarbeit nochmals zusammenfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Kolonialismus und Imperialismus
2.2 Postkolonialismus
2.3 Edward Said und der Orientalismus
2.4 Die Rolle der Intellektuellen
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Intellektuellen bei der Entstehung und Entwicklung des Orientalismus sowie dessen aktuelle Bedeutung im Kontext der postkolonialen Theorie, wobei insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit Edward Saids Thesen im Zentrum steht.
- Definition und historische Abgrenzung von Kolonialismus und Imperialismus
- Analyse des postkolonialen Theorieansatzes
- Dekonstruktion des Orientalismusbegriffs nach Edward Said
- Untersuchung der Funktion von Intellektuellen und Medien in der modernen Repräsentation des Orients
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Intellektuellen
Im Jahr 1994 hat der Literaturwissenschaftler Edward Said die folgenden Sätze veröffentlicht: Heutige Intellektuelle sind eher Literatur Professoren und professorinnen mit einem sicheren Einkommen. Es herrscht meist kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Welt ausserhalb des Seminarraums. Solche Individuen schreiben esoterische und barbarische Prosa, die vor allem auf akademische Förderung und nicht aud soziale Veränderung abzielen (vgl. Dhawan, Postkoloniale Theorie Eine kritische Einführung, 2005 transcript Verlag, Bielefeld, S.30).
Im Orientalismus hat Said versucht, seine Denke und Methodik mit dem italienischen Philosophier Antonio Gramsci zu verbinden und hat er dadurch aufgezeigt, wie der unterdrückten Bevölkerung durch Erziehung und kulturelle Praxen eine Einwilligung in Ordnungsverhältnisse abgerungen wird. Hier wird deutlich gezeigt, wie kulturelle Beziehungen als Medium (und manchmal auch als Mittel) im Orientalismusdiskurs funktionieren können. Eine der damit verbundenen Thesen lautet, nach Said: "what our leaders and their intellectual lackeys seem incapable of understanding is that history cannot be swept clean like a blackboard, clean so that "we" might inscribe our own future there and impose our own forms of life for these lesser people to follow.” (vgl. Said Orientalismus 1978: S. 95, Introduction S.xiii)
Durch die Beschreibung der Funktion der Intellektuellen im Aufbau des Orient im 18. Jahrhundert und der Rolle der populäre Medien heutzutage als ein wichtiges Verteilungsmittel der Information meint Said, dass das akademische Sprechen und Schreiben einen monologischen Charakter haben, weil die den Kontakt mit dem Alltagsleben verloren haben und sollen versuchen, anstatt sich immer an die Macht der politische Macht anzulehnen, die Leute durch kulturelle und wissenschaftliche Erziehung zu helfen, miteinander zu verstehen und eine bessere Welt aufzubauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung zur Rolle der Intellektuellen im Kontext des Orientalismus ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Kolonialismus und Imperialismus, die theoretische Verortung des Postkolonialismus, die Untersuchung von Saids Werk sowie die kritische Reflexion der Rolle intellektueller Akteure.
3. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die kulturelle Konstruktion des Orients und die Verantwortung intellektueller Arbeit zusammen.
Schlüsselwörter
Edward Said, Orientalismus, Postkolonialismus, Kolonialismus, Imperialismus, Intellektuelle, Kulturtheorie, Repräsentation, Identität, Machtstrukturen, Diskursanalyse, Globalisierung, Gesellschaftskritik, Literaturwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen den Intellektuellen und der Herausbildung des Orientalismus basierend auf der postkolonialen Theorie von Edward Said.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Kolonialismus, der Definition postkolonialer Strömungen und der kritischen Analyse des Orientalismus als westliche Projektionsfläche.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach der Rolle der Intellektuellen bei der Entwicklung des Orientalismus und untersucht, welche Bedeutung dieses Konstrukt für die heutige Welt und aktuelle Machtdiskurse besitzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse und theoretische Reflexion angewandt, die sich stark auf das Werk "Orientalism" von Edward Said sowie auf ergänzende postkoloniale Einführungsliteratur stützt.
Was wird im Hauptteil detailliert diskutiert?
Der Hauptteil beleuchtet die Begriffe Kolonialismus und Imperialismus, analysiert Edward Saids Thesen zum Orientalismus und hinterfragt die aktuelle gesellschaftliche Verantwortung von Intellektuellen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Zentrale Begriffe sind Orientalismus, postkoloniale Theorie, kulturelle Hegemonie, Identitätsbildung und die gesellschaftliche Rolle der Wissenschaftler.
Warum bezieht sich der Autor explizit auf Antonio Gramsci?
Said nutzt Konzepte von Gramsci, um zu verdeutlichen, wie durch Erziehung und kulturelle Praxis die Zustimmung unterdrückter Gruppen zu bestehenden Machtverhältnissen erzeugt wird.
Welche Rolle spielt die Universität laut Said in seinem Vorwort von 2003?
Said betrachtet die Universität, trotz ihrer Mängel, als einen der wenigen verbliebenen Orte für reflektiertes, utopisch angelegtes Studium und kritische Auseinandersetzung.
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- Zijun Wang (Author), 2014, Edward Said und der Orientalismus im Rahmen der postkolonialen Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334966