Bei dem zu exzerpierenden Schriftstück handelt es sich um einen Auszug aus dem vierten Kapitel „Dimensions of National Cultures - I, We and They“ des englischsprachigem Werkes „Cultures and Organizations: Software of the Mind: Intercultural Cooperation and Its Importance for Survival“ aus dem Jahre 2010. Der Inhalt dieses Textes befasst sich mit individualistischen und kollektivistischen Gesellschaftsformen, welche anhand von Indikatoren in einer empirischen Studie dargestellt werden.
Der o. a. Fachtext ist ursprünglich in fünf Kapitel gegliedert, die im Folgenden voneinander getrennt und in deutscher Sprache zusammengefasst werden. Im weiteren Verlauf werden in einer Interpretation des Textes zwei Beispiele mit Polizeibezug vorgestellt, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung des Individualismus-Index-Wertes zulassen.
Zum exzerpierten Text
Monografie: Cultures and Organizations: Software of the Mind: Intercultural Cooperation and Its Importance for Survival. 3. überarbeitete Auflage, Verlag McGraw Hill Professional. London/New York, 2010
Textauszug: Kapitel 4: Dimensions of National Cultures - I, We and They. Individualismus und Kollektivismus
Autoren: Hofstede, Geert; Hofstede, Gert Jan; Minkov, Michael
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Exzerpt zum Fachtext
2.1 Exkurs an einem Beispiel aus der Unternehmenskultur
2.2 The Individual and the Collective in Society - Das Individum und das Kollektiv in der Gesellschaft
2.3 Measuring the Degree of Individualism in Society - Messung des Grades von Individualismus in der Gesellschaft
2.4 Individualism and Collectivism in the World Values Survey: Universalism versus Exclusionism - Individualismus und Kollektivismus in einer weltweiten Werte-Erhebung: Universalismus vs. Exklusion
2.5 Individualism and Collectivism in other Cross-National Studies - Individualismus und Kollektivismus in anderen Nationen übergreifenden Studien
3 Interpretation zum Fachtext
3.1 Allgemein
3.2 Migranten im Polizeivollzugsdienst
3.3 Migranten in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)
3.4 Fazit zu den angeführten Beispielen
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Konzept des Individualismus und Kollektivismus nach Hofstede theoretisch aufzubereiten und die Relevanz dieser Dimensionen anhand von praktischen Beispielen aus dem polizeilichen Kontext in Deutschland zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen der individualistischen und kollektivistischen Gesellschaftsstrukturen
- Messmethoden und Indikatoren zur Bestimmung kultureller Orientierungen
- Bedeutung von In-Groups und Out-Groups für soziale Identität und Ausgrenzung
- Kulturelle Dynamik und Wandel innerhalb nationaler Gesellschaften
- Anwendung kulturwissenschaftlicher Konzepte auf die Integration von Migranten im Polizeivollzugsdienst
Auszug aus dem Buch
The Individual and the Collective in Society - Das Individum und das Kollektiv in der Gesellschaft
Wie aus dem Exkurs hervorgeht, existieren unterschiedliche Konzepte über persönliche Beziehungen im Geschäftsleben. Die Schweden schließen Geschäfte mit Unternehmen, wobei das Ziel der Vertragsabschluss ist. Im Gegensatz ist für die Saudi-Araber ist die persönliche Ebene sowie Vertrauen maßgebliche Grundlage einer Geschäftsbeziehung. Im Exkurs bedienen sich die Saudi-Araber eines Mittelsmannes, da sie diesem vertrauen. Hieraus resultiert ein fundamentales Problem zwischen den Kulturen, nämlich die Rolle des Individuums im Gegensatz zur Rolle des Kollektivs.
Die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt in Gesellschaften, in denen das Interesse der Gruppe über dem Interesse des Einzelnen steht. Kurz, Kollektiv vor Individuum. Die erste Gruppe im Leben eines Menschen ist immer die Familie. In kollektiven Gesellschaften besteht die Familie aus Menschen die in unmittelbarer Nähe zueinander leben, was auch die „erweiterte Familie“ impliziert. So leben nicht nur Eltern und Kinder, sondern auch Großeltern, Verwandte und andere Mitbewohner in dieser kollektiven Struktur. Auf diese Weise entwickeln sich die Kinder in einer sogenannten „Wir“-Gruppe oder auch In-Group. Eine In-Group unterscheidet sich von anderen gesellschaftlichen Strukturen, den „Sie“-Gruppen. Hierbei ist die In-Group die Hauptquelle der eigenen Identität. Jeder Einzelne, der In-Group, schuldet ihr lebenslange Loyalität und erfährt im Gegenzug Schutz und Sicherheit durch diese. Hierdurch entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen dem Individuum und der In-Group.
Gegenüber der kollektivistischen steht die individualistische Gesellschaftsform. Diese Gesellschaftsform findet man bei einer Minderheit der Weltbevölkerung. Hier steht das Interesse des Individuums über dem Interesse der Gruppe. Auch hier ist die erste Gruppe die Familie jedoch differenziert sich diese Struktur zur vorangegangenen kollektivistischen insofern, dass von einer sogenannten „Kern-Familie“ gesprochen wird. Diese besteht in der Regel aus Eltern und Kind, ggf. noch Geschwistern, distanziert von anderen. Kinder in diesen Strukturen entwickeln sich als „Ich“. Dieses „Ich“, die persönliche Identität, unterscheidet sich vom „Ich“ anderer Menschen. Diese Entwicklung ist auf eine frühestmögliche Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Individuums ausgerichtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das exzerpierte Werk ein, erläutert die thematische Relevanz und den Aufbau der Arbeit inklusive der geplanten Interpretation mit Polizeibezug.
2 Exzerpt zum Fachtext: Dieser Teil fasst die zentralen theoretischen Ausführungen Hofstedes zu individualistischen und kollektivistischen Gesellschaftsstrukturen sowie deren Messung zusammen.
3 Interpretation zum Fachtext: Hier wird der theoretische Rahmen auf die polizeiliche Praxis übertragen, um den gesellschaftlichen Wandel und Umgang mit kultureller Diversität zu analysieren.
Schlüsselwörter
Individualismus, Kollektivismus, Hofstede, In-Group, Out-Group, Kulturvergleich, Gesellschaftsstrukturen, Polizeivollzugsdienst, Migrationshintergrund, Kriminalstatistik, Werte-Erhebung, Interkulturelle Kompetenz, Soziale Identität, Integration, Organisationskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen Dimension des Individualismus versus Kollektivismus, basierend auf dem Standardwerk von Geert Hofstede.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Thematisiert werden die Unterschiede zwischen individualistisch und kollektivistisch geprägten Gesellschaften, deren Auswirkungen auf Geschäftsbeziehungen und die Bedeutung von Gruppenzugehörigkeiten.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit diesem Exzerpt?
Das primäre Ziel ist die theoretische Aufarbeitung des Fachtextes, um anschließend durch Beispiele aus dem deutschen Polizeialltag Rückschlüsse auf den kulturellen Wandel und die Integration von Migranten zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und Zusammenfassung bestehender empirischer Studien (IBM-Studie, World Values Survey) und überträgt diese mittels qualitativer Interpretation auf spezifische Fallbeispiele.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Exzerption der Hofstede-Dimensionen und eine anschließende Interpretation, die den Bezug zur Einstellung von Migranten in den Polizeidienst und deren Erfassung in der Kriminalstatistik herstellt.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Individualismus-Index, In-Group-Loyalität, kulturelle Integration und polizeiliche Organisationsentwicklung definiert.
Warum spielt die Unterscheidung von In-Group und Out-Group eine so wichtige Rolle?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da sie erklärt, warum Menschen in kollektiven Kulturen Loyalität innerhalb der Gruppe priorisieren und gegenüber Außenstehenden („Sie-Gruppen“) eine distanzierte oder ablehnende Haltung einnehmen können.
Welche Rolle spielt die Polizei bei der behandelten Thematik?
Die Polizei fungiert als Spiegelbild der Gesellschaft, wobei anhand der Beispiele aufgezeigt wird, wie sich Institutionen bei der Integration von Migranten zwischen funktionaler Offenheit und dem Bedürfnis nach Abgrenzung bewegen.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Handwerg (Autor:in), 2016, Exzerpt des Kapitels „I, We and They“ des Fachbuchs „Cultures and Organizations. Software of the Mind“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334990