Outsourcing ist die Übertragung von unternehmenseigenen Aufgabenbereichen an einen (externen) Dritten und die dauerhafte Nutzung dieser Ressourcen.
Das Outsourcing der Informationstechnologie wird auch in Deutschland immer beliebter. Die Unternehmen versprechen sich davon vor allem eine enorme Kostensenkung, die Steigerung der IT-Performance und eine Beschränkung auf ihre Kernkompetenz.
Die Erwartungen sind sehr hoch, übersehen wird jedoch oft die Komplexität dieses Vorhabens. Wer also denkt, Outsourcing wäre eine leichte Angelegenheit, täuscht sich. Viele Unternehmen, die zu schnell Entscheidungen trafen und nicht sorgfältig bei der Providerauswahl waren, sind deshalb unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Outsourcing-Partnerschaft.
Für eine erfolgreiche Auslagerung müssen nämlich sehr viele Dinge beachtet werden.
Wichtig ist vor allem eine gute Vorbereitung. Dazu gehören eine genaue Zielvorstellung und eine lückenlose Beschreibung der auszulagernden Leistungen.
Während der Verhandlungen sollten flexible Vertragsregelungen zum Benchmark oder zur Beendigung vereinbart werden. Außerdem gehören zum Outsourcing-Vertrag messbare Service Level Agreements (SLA) mit festgelegten Begriffsdefinitionen.
Diese SLA müssen später gemanaged werden, um die Leistungserbringung des Dienstleisters auch wirklich zu überprüfen und bei Defiziten entsprechend gegenzusteuern.
Um nicht in Abhängigkeit des Providers zu gelangen, müssen Kompetenzen genau geregelt und abgegrenzt sein.
Nicht das gesamte IT-Know-how darf übertragen werden, es empfiehlt sich, noch erfahrene Mitarbeiter im Unternehmen zu behalten, um die erbrachten Leistungen auch fachlich beurteilen zu können.
Die vorliegende Arbeit identifiziert die Erwartungen an das IT-Outsourcing der Unternehmen und empfiehlt Maßnahmen zu deren Realisierung. Sie stellt somit eine kritische Reflektion der bisherigen Outsourcing-Erfahrungen dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Formen des IT-Outsourcing
3 Erwartungen an das Outsourcing der IT
3.1 Finanzieller Nutzen
3.2 Qualitativer Nutzen
3.3 Strategischer Nutzen
4 Maßnahmen zur Realisierung der Potentiale
4.1 Finanzieller Nutzen
4.2 Qualitativer Nutzen
4.3 Strategischer Nutzen
5 Balanced Scorecard zum IT-Outsourcing
6 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit identifiziert die Erwartungen von Unternehmen an das IT-Outsourcing, untersucht deren Realisierbarkeit im Hinblick auf die bisherige Praxis und gibt konkrete Handlungsempfehlungen zur erfolgreichen Umsetzung dieser Projekte.
- Analyse der finanziellen, qualitativen und strategischen Erwartungen an IT-Outsourcing
- Bewertung der Realisierbarkeit dieser Erwartungen durch kritische Reflektion
- Entwicklung von Maßnahmen zur erfolgreichen Steuerung von Outsourcing-Projekten
- Einsatz einer Balanced Scorecard als Instrument zur Zielerreichung
Auszug aus dem Buch
Outsourcing als Investition
Neben allen diesen Kostenaspekten darf aber nicht vergessen werden, dass das IT-Outsourcing zu Beginn und auch im späteren Verlauf eine hohe Investition darstellt. Diese Investition wird sehr unterschätzt, verhindert sie doch die erwarteten Kostenersparnisse. Bei einer Kostenbetrachtung dürfen die Kosten für das Outsourcing selbst nicht unberücksichtigt bleiben. Es werden Ressourcen für die Planung, Gestaltung und Realisierung des Projektes benötigt. Darunter fallen die Kosten für die Auswahl eines Service-Providers, die Anbahnung eines Vertrages, Gespräche zur Vereinbarung des Vertrages und der Vorgehensweise im Projekt, die Koordination, Kontrolle des Projektverlaufs und der Service Level Agreements (Dienstleistungsvereinbarungen), aber auch für Nachverhandlungen und Datenübertragungskosten vom outsourcenden Unternehmen zum Dienstleister und umgekehrt.
Diese Kosten nennt man Transaktionskosten. Das sind Kosten, die entstehen, wenn eine Leistung von beiden Parteien, also arbeitsteilig erbracht wird. Weitere Kosten des Outsourcings können Remanenzkosten sein. Das sind Kosten, die trotz Desinvestitionen im Unternehmen verbleiben. Ein gutes Beispiel sind noch zu zahlende Mieten von Gebäuden, die eigentlich nicht mehr benötigt werden, aber aufgrund einer Mindestvertragslänge oder einer Kündigungsfrist noch weiterlaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von IT-Outsourcing als strategische Managementform unter Wettbewerbsdruck und definiert das Ziel der Arbeit, Erwartungen und deren Realisierbarkeit zu prüfen.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Outsourcings sowie verschiedene Perspektiven auf dessen Formen, insbesondere im IT-Kontext.
3 Erwartungen an das Outsourcing der IT: Hier werden die drei Hauptkategorien finanzieller, qualitativer und strategischer Nutzen detailliert beschrieben und kritisch hinterfragt.
4 Maßnahmen zur Realisierung der Potentiale: Das Kapitel liefert konkrete Handlungsempfehlungen für die Vorbereitung, Vertragsgestaltung und laufende Steuerung von Outsourcing-Projekten.
5 Balanced Scorecard zum IT-Outsourcing: Es wird ein Konzept zur Harmonisierung von Zielen vorgestellt, um IT-Outsourcing-Projekte messbar und steuerbar zu gestalten.
6 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer tabellarischen Übersicht der Probleme und Gegenmaßnahmen sowie einer abschließenden Einschätzung der Komplexität des IT-Outsourcings ab.
Schlüsselwörter
IT-Outsourcing, Kostenoptimierung, IT-Strategie, Service Level Agreements, Kernkompetenz, Transaktionskosten, Outsourcing-Partnerschaft, IT-Management, Balanced Scorecard, Projektsteuerung, Benchmarking, Wirtschaftsinformatik, Prozessoptimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen den hohen Erwartungen von Unternehmen an das IT-Outsourcing und der tatsächlichen Realität bei der Umsetzung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der finanzielle Nutzen, der qualitative Nutzen und der strategische Nutzen von IT-Outsourcing sowie deren praktische Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Erwartungen aufzudecken, ihre Realisierbarkeit zu prüfen und Empfehlungen für eine erfolgreiche Projektrealisierung zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Reflexion bisheriger Erfahrungen, um daraus Maßnahmen für Outsourcing-Projekte abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die drei Nutzenkategorien, zeigt konkrete Maßnahmen zur Realisierung auf und stellt eine Balanced Scorecard für IT-Outsourcing-Projekte vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind IT-Outsourcing, Wirtschaftsinformatik, Strategische Unternehmensführung, Prozesssteuerung und Transaktionskosten.
Warum ist die Wahl des Service-Providers so kritisch?
Die Wahl ist kritisch, da eine unzureichende Auswahl zu Unzufriedenheit und mangelnder Qualität führen kann, weshalb eine sorgfältige Vorbereitung und Definition der Anforderungen notwendig ist.
Was ist das Ziel der Balanced Scorecard in diesem Kontext?
Die Balanced Scorecard dient dazu, die Ziele zwischen dem Unternehmen und dem Provider transparent zu machen und das Management der Partnerschaft durch messbare Kennzahlen zu ermöglichen.
- Citar trabajo
- Christin Pagels (Autor), 2004, Wunsch und Wirklichkeit: Erwartungen an das IT-Outsourcing, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33500