Analyse und kritische Auseinandersetzung mit den Handlungsempfehlungen für Notfallsanitäter (Baden-Württemberg)


Hausarbeit, 2015
12 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Hauptteil

Zusammenfassung

Ausblick

Quellenangabe

Einleitung

Seit dem 01.01.2014 ist das Notfallsanitätergesetz in Kraft getreten

In Baden Württemberg sind auf Landesebene, das Ausbildungscurriculum, Lehrplan und die Handlungsempfehlungen, von einen Expertengremium bestehend aus Vertretern des Innenministerium, Regierungspräsidium, alle anerkannten Rettungsdienstschulen und Hilfsorganisationen , erarbeitet worden und vom Sozialministerium herausgegeben worden.

In dem vom Gesetz beschriebenen Ausbildungsziele werden insbesondere die eigenverantwortliche Durchführung medizinischer Maßnahmen im Notfalleinsatz und die eigenständige Durchführung von heilkundlichen Maßnahmen beschrieben.

Die Handlungsempfehlungen bilden hier einen Leitfaden mit möglichen Handlungsabläufen, an denen sich der Notfallsanitäter halten kann.

Diese beschreiben einen möglichen Rahmen der Handlungen des Notfallsanitäters im Einsatz wobei sie nicht als fix zu betrachten sind, sondern flexibel in ihrer Auslegung, so dass größere Spielräume verbleiben und somit auch eine umfangreichere Kompetenz zugestanden wird.

Das Festschreiben der Kompetenzen für Notfallsanitäter führt wiederum zur Handlungsverpflichtung gegenüber den Patient.

Eine Häufung an Haftungsansprüche wäre die Folge, wenn die Notfallsanitäter sich nicht an die Vorgaben halten und den Rahmen ihres Dürfens oder Müssens nicht ausschöpfen oder wenn vorhersehbare Komplikationen mit Gesundheitsschädigende Folgen für die Patienten nicht berücksichtigen und beherrschen.

Aus der verschärften Haftung, die nicht mehr vergleichbar ist mit der des „alten“ Rettungsassistenten, folgt auch die Bedeutung der Handlungsempfehlungen.

Eine weitere Frage die auf jeden Fall geklärt werden sollte ist die Stellung der Handlungsempfehlungen zu den Leitlinien der Fachgesellschaften.

Diesbezüglich kann man von vorneherein behaupten dass die Leitlinien aus der Erfahrung sich herauskristallisiert haben, daher empirisch und mindestens zum Teil nachgewiesen sind, während die Handlungsempfehlungen diese Merkmale nicht immer garantiert aufweisen.

Folglich sind Leitlinien gegenüber den Handlungsempfehlungen vorrangig ein zu stufen, die im Falle vom Baden Württembergischen Sozialministerium herausgegeben Empfehlungen für Notfallsanitäter, doch in einigen Punkten von den Leitlinien abweichen.

Mit den oben genannten doch frischen Handlungsempfehlungen BW tauchen einige Probleme und Fragen auf mit welchen der zukünftige Notfallsanitäter, während der Ausübung seines Berufs, konfrontiert wird.

Besonders bei der Beantwortung dieser Fragen ist es interessant und wichtig mögliche Lösungen oder Lösungsansätze zu erarbeiten und in der Praxis umzusetzen.

Folgende Probleme/ Fragen werden wie folgt analysiert:

A. Die Handlungsempfehlungen betreffen nicht die Behandlung aller Krankheits- Verletzungsbilder sondern nur einer ausgewählten Gruppe.

Die anzuwendenden Medikamente sind in den Handlungsempfehlungen zwar eingebettet und immer einen Leitsymptom oder Krankheits- Verletzungsbild zugeordnet.

Außerhalb der o.g. Gruppe ist nicht geklärt wie die Medikamentengabe zu erfolgen ist.

B. Analyse über die Aufnahme der Morphin Gabe in den Handlungsempfehlungen Baden Württemberg der fraglichen Rechtssicherheit und ein kritischer Vergleich mit unterschiedlichen möglichen Lösungen.

C. Die Behandlungsabläufe bestimmter Erkrankungs- und Verletzungsbilder (laut Handlungsempfehlungen für Notfallsanitäter in Baden Württemberg) weichen zum Teil ab von Internationalen oder Nationalen Leitlinien der Fachgesellschaften.

Der Notfallsanitäter zwischen Leinlinien und Handlungsempfehlungen.

Hauptteil

Zu A.: Die Handlungsempfehlungen betreffen nur die Behandlung gewisser Krankheits- Verletzungsbilder.

Die anzuwendenden Medikamente sind in den Handlungsempfehlungen zwar eingebettet jedoch nicht in eine eigenen Handlungsablauf aufgenommen so dass für die Gabe und Auswahl des Medikaments keinen bestimmten Handlungsablauf vorgeschlagen wird.

Diese Medikamentengabe nach Handlungsempfehlungen Baden Württemberg ist immer im ABCDE Versorgungsschema für das jeweilige Krankheits- Verletzungsbild eingebettet, so dass eine Gabe im Fall eines Krankheits- oder Verletzungsbildes welches nicht beschrieben wird, keiner Vorgabe unterliegt und somit entweder aus den bestehenden abgeleitet oder andere Leitlinien herangezogen werden müssen.

Eine Handlung außerhalb von bestehenden Leitlinien ist nicht empfehlenswert, da der Notfallsanitäter rechtlich zur Haftung herangezogen werden kann falls im Rahmen eines Einsatzes Komplikationen mit Folgen entstehen.

Hier begibt sich der Notfallsanitäter rechtlich gesehen auf unbekanntes Terrain, da im Falle einer möglichen Komplikation durch die Medikamentengabe, fraglich ist wie die Rechtsprechung entscheiden würde.

Hier würde die Indikationsstellung analysiert werden und ob die Vorbereitung (Aufklärung, Allergien Abfrage,) auf die Gabe und die Gabe selbst Lege Artis erfolgt ist.

Der Ausgang eines solchen Verfahrens wäre trotzdem unvorhersehbar.

Diese Problemstellung hat der Kreis Steinfurt gelöst indem es für ausgewählte Medikamente Handlungsempfehlungen herausgegeben hat die auf jegliche Krankheits- Verletzungsbilderbilder anwendbar sind, auch wenn diese nicht gesondert in den Empfehlungen beschrieben worden sind.

Ein Beispiel für diese Problemstellung ist der Einsatz von Analgetika bei Verbrennungen, einen Verletzungsbild welches in den BW Handlungsempfehlungen nicht beschrieben worden ist.

Hier wird der Notfallsanitäter mit der Situation konfrontiert, ein Analgetikum geben zu müssen, ohne sich auf die Handlungsempfehlungen Baden Württemberg stützen zu dürfen.

In den Handlungsempfehlungen Kreis Steinfurt[1] wird Ketanest - Dormicum als eigenständigen Algorithmus beschrieben, ohne speziellen Bezug auf einen Krankheits- Verletzungsbild.

Vergleichbare Handlungsempfehlungen für Analgetika sind in den Algorithmen des Landes Niedersachsen[2] wieder zu finden, hier wurde sogar ein Algorithmus für die Morphingabe in den Handlungsempfehlungen aufgenommen.

Solche Handlungsabläufe schließen die Lücke und bieten somit eine größere Sicherheit für den Notfallsanitäter.

[...]


[1] Steinfurt Dr. Karl-Heinz Fuchs (23.April 2015)Algorithmen zur Notfallversorgung Abgerufen am 19.Okt.2015vom https://www.kreissteinfurt.de

[2] Kultusministerium / Landesschulbehörde / Landesausschuss Rettungsdienst Niedersachsen(2015) DRK Rettungsdienstschule Niedersachsen . Kultusministerium Sachsen (Hrsg), abgerufen am 19.Oktober 2015 von http:// www.Rettungsschule.de/unser Kursangebot/Ausbildung/Notfallsanitäter.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Analyse und kritische Auseinandersetzung mit den Handlungsempfehlungen für Notfallsanitäter (Baden-Württemberg)
Veranstaltung
Praxisanleiter Lehrgang
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V335183
ISBN (eBook)
9783668250789
ISBN (Buch)
9783668250796
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Notfallsanitäter, Praxisanleiter Rettungsdienst, Leitlinien, Empfehlungen
Arbeit zitieren
Marcello Marongiu (Autor), 2015, Analyse und kritische Auseinandersetzung mit den Handlungsempfehlungen für Notfallsanitäter (Baden-Württemberg), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335183

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