Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500-1350)

Der ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury im Rahmen des aristotelischen Wissenschaftsmodells

Title: Der ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury im Rahmen des aristotelischen Wissenschaftsmodells

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: gut

Autor:in: Werner Müller (Author)

Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500-1350)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Abstract
Anselms Beweis von der Existenz Gottes wird bis heute kontrovers diskutiert. Zeitgenössische Kritiker bemühen ausgeklügelte Logiken, um die Gültigkeit des anselmianischen Arguments zu überprüfen. Viel naheliegender scheint es mir jedoch, Anselms Argument in Form eines aristotelisch-wissenschaftlichen Beweises zu rekonstruieren. Denn ein Teil dieses Beweisschemas liegt wörtlich in Proslogion II-IV vor und der Rest läßt sich daraus ableiten. Dieser Rest wird sich als notwendige, aber auch inakzeptable Voraussetzung des anselmianischen Arguments erweisen, die der Text nicht explizit ausspricht. Diese Arbeit ist der Versuch, jene inakzeptable Voraussetzung herauszustellen, um so die Ungültigkeit des Beweises sichtbar zu machen. Dazu werde ich den Aufbau des anselmianischen Arguments ausarbeiten, die Form eines Beweises im Sinne des aristotelischen Wissenschaftsverständnisses skizzieren und letztlich Anselms Argument dieser Form gemäß rekonstruieren.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Abstract

1. Einleitung

2. Der Gottesbeweis der im Proslogion 2-4

2.1 Die Grundlagen des Gottesbeweises

2.2 Die Struktur des Gottesbeweises

3. Anselms Gottesbeweis als apodiktischer Syllogismus

3.1 Der Beweis im aristotelischen Wissenschaftsmodell

3.2 Anselms Gottesbeweis in der Form eines apodiktischen Syllogismus

3.3 Der Schluß vom Denken auf das Sein als notwendige Voraussetzung des Gottesbeweises

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Argument des Anselm von Canterbury zur Existenz Gottes einer kritischen Analyse zu unterziehen. Dabei soll durch eine Rekonstruktion in Form eines apodiktischen Syllogismus nach dem aristotelischen Wissenschaftsmodell aufgezeigt werden, dass der Beweis auf einer inakzeptablen Voraussetzung beruht und somit in seiner klassischen Form nicht gültig ist.

  • Analyse des Gottesbeweises aus dem Proslogion 2-4
  • Anwendung des aristotelischen Wissenschaftsverständnisses auf den ontologischen Gottesbeweis
  • Strukturierung des Arguments als apodiktischer Syllogismus
  • Identifikation und kritische Prüfung der notwendigen, aber inakzeptablen Voraussetzung
  • Untersuchung der Problematik des Schlusses vom Denken auf das Sein

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Beweis im aristotelischen Wissenschaftsmodell

Wenn von Syllogismen die Rede ist, wird vielen ein Schluß einfallen, der „Barbara“ heißt und wie folgt geht:

Alle Lebewesen sind sterblich.

Alle Menschen sind Lebewesen.

Also sind alle Menschen sterblich.

Eine allgemein gehaltene Definition des Syllogismus gibt Aristoteles in Top. 100a 25-27:

„Ein Schluß ist eine Rede, in der bei bestimmten Annahmen etwas anderes als das Vorausgesetzte aufgrund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt.“

Diese Definition betont den Unterschied zwischen Prämissen („bestimmte Annahmen“) und Konklusion („etwas anderes als das Vorausgesetzte“) und legt die Relation zwischen diesen Strukturelementen fest: Die Prämissen sind der Grund dafür („aufgrund des Vorausgesetzten“), daß das in der Konklusion Ausgesagte sich gerade so verhalten muß und sich gar nicht anders verhalten kann („mit Notwendigkeit folgt“).

Eine genauere Beschreibung der Syllogismen gibt Aristoteles in Anal. Prot. A1-7. Ein Syllogismus besteht aus genau zwei Prämissen (i.e. Satz aus dem geschlossen wird) und einer Konklusion (i.e. Satz den geschlossen wird). Das Prädikat der Konklusion ist der Prädikatsbegriff (im Bsp. „sterblich“), er kommt in der ersten Prämisse vor, die deshalb als Prädikatsprämisse bezeichnet wird. Entsprechend ist das Subjekt der Konklusion der Subjektsbegriff (im Bsp. „Menschen“), er kommt in der zweiten, nach ihm so benannten Subjektsprämisse vor. Der Mittelbegriff (im Bsp. „Lebewesen“) kommt in beiden Prämissen, jedoch nicht in der Konklusion vor.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Abstract: Der Autor stellt das Ziel vor, Anselms Gottesbeweis als aristotelischen Syllogismus zu rekonstruieren, um dessen logische Schwachstellen offenzulegen.

1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Gottesbeweise in der Scholastik und skizziert die Problematik einer rationalen Begründung der Existenz Gottes.

2. Der Gottesbeweis der im Proslogion 2-4: Hier werden die Grundlagen des Gottesbeweises bei Anselm von Canterbury erläutert und die Struktur seiner Beweisführung dargelegt.

2.1 Die Grundlagen des Gottesbeweises: Der Fokus liegt auf der Bestimmung Gottes als „etwas, über dem nichts Größeres gedacht werden kann“ und der zugrunde liegenden Seinsordnung.

2.2 Die Struktur des Gottesbeweises: Es wird das dreistufige Beweisschema beschrieben, das Anselm nacheinander auf seine Thesen anwendet.

3. Anselms Gottesbeweis als apodiktischer Syllogismus: In diesem Teil wird die methodische Herangehensweise der Arbeit begründet, das Argument als Syllogismus zu prüfen.

3.1 Der Beweis im aristotelischen Wissenschaftsmodell: Die Definition und die notwendigen Bedingungen eines wissenschaftlichen Syllogismus nach aristotelischem Vorbild werden definiert.

3.2 Anselms Gottesbeweis in der Form eines apodiktischen Syllogismus: Der Autor überführt das anselmianische Argument in die formale Struktur eines Syllogismus erster Figur.

3.3 Der Schluß vom Denken auf das Sein als notwendige Voraussetzung des Gottesbeweises: Das Kapitel identifiziert den Fehlschluss der gesamten Argumentation, nämlich den direkten Übergang von der Gedankenwelt in die Realität.

Zusammenfassung und Ausblick: Das Ergebnis wird finalisiert, wobei das Scheitern des Vernunftbeweises ohne einen vorab bestehenden Glaubensvorschuss konstatiert wird.

Schlüsselwörter

Anselm von Canterbury, Gottesbeweis, Proslogion, Ontologischer Gottesbeweis, Aristotelische Logik, Apodiktischer Syllogismus, Wissenschaftsmodell, Existenz, Seinsordnung, Scholastik, Rationale Theologie, Metaphysik, Prädikatslogik, Argumentationstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der logischen Überprüfung des ontologischen Gottesbeweises von Anselm von Canterbury unter Anwendung des aristotelischen Wissenschaftsverständnisses.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die mittelalterliche Scholastik, die logische Struktur des Proslogions, die formale Syllogistik und die Metaphysik des Seins.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Aufbau von Anselms Gottesbeweis zu analysieren, ihn als Syllogismus zu rekonstruieren und die darin enthaltene, inakzeptable Voraussetzung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor nutzt die Rekonstruktion des Arguments als apodiktischen Syllogismus im Rahmen des aristotelischen Wissenschaftsmodells, um die logische Konsistenz zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des Gottesbeweises erläutert, danach das Beweisschema in die Syllogistik überführt und schließlich der methodische Fehlschluss vom Denken auf das Sein expliziert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "apodiktischer Syllogismus", "ontologischer Gottesbeweis", "Seinsordnung" und "Anselm von Canterbury" geprägt.

Warum hält der Autor den Beweis von Anselm für ungültig?

Der Autor argumentiert, dass der Beweis auf einem logisch unzulässigen Schluss vom bloßen Denken auf die tatsächliche Existenz beruht, was eine inakzeptable Voraussetzung darstellt.

Welche Rolle spielt das aristotelische Modell für die Widerlegung?

Das aristotelische Modell dient als normativer Maßstab, der verlangt, dass wissenschaftliche Erkenntnis notwendig sein muss und die Prämissen streng allgemeingültig sein sollten.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Der ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury im Rahmen des aristotelischen Wissenschaftsmodells
College
University of Hagen  (FB Philosophie)
Course
Seminar: Gottesbeweise
Grade
gut
Author
Werner Müller (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V3351
ISBN (eBook)
9783638120524
Language
German
Tags
Gottesbeweis Anselm Canterbury Rahmen Wissenschaftsmodells Seminar Gottesbeweise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Werner Müller (Author), 2001, Der ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury im Rahmen des aristotelischen Wissenschaftsmodells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3351
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint