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Punk im Lichte der Foucaultschen Macht- und Diskurstheorie

Title: Punk im Lichte der Foucaultschen Macht- und Diskurstheorie

Seminar Paper , 2001 , 23 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Ingo Teichert (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Im folgenden sollen zunächst die wichtigsten macht- und diskursanalytischen Thesen und
Begriffe Foucaults skizziert werden. Danach folgt eine kurze Darstellung des Punk im
allgemeinen, sowie eine Rekonstruktion der Chaos-Tage und der Sendung
PAROCKTIKUM als spezielle Aspekte dieses Phänomens. Daraufhin soll dann
abschließend gezeigt werden, daß die Repressionshypothese auch im Bezug auf den Punk
zu kurz greift und daß die Foucaultsche Macht- und Diskursanalyse weitreichendere
Ergebnisse liefert.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale macht- und diskursanalytische Thesen und Begriffe

3. Was ist Punk?

4. Punk in der Bundesrepublik Deutschland - Von Hansaplast zu den Chaos - Tagen in Hannover

5. Punk in der DDR - ein Sonderfall?

6. Machtstrategien und -Praktiken im Umgang mit Punk

7. Fazit

8. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Punk unter Anwendung der macht- und diskursanalytischen Konzepte von Michel Foucault, um zu zeigen, dass staatliche Repression und gesellschaftliche Reaktionen als strategische Dispositive verstanden werden können, die den Punk erst als kategorisierbares Objekt hervorbringen und kontrollieren.

  • Analyse der macht- und diskursanalytischen Begrifflichkeiten nach Foucault
  • Dekonstruktion des Begriffs "Punk" als soziales und kulturelles Phänomen
  • Vergleich der staatlichen Umgangsweisen mit Punk in der Bundesrepublik (Chaos-Tage) und der DDR (Subkultur-Förderung/-Zensur)
  • Untersuchung von Machtstrategien wie Eingrenzung, Ausgrenzung und Entradikalisierung
  • Reflexion der Rolle der Medien und der Musikindustrie bei der Normalisierung von Subkultur

Auszug aus dem Buch

6. Machtstrategien und -Praktiken im Umgang mit Punk

Die grundsätzlich öffentliche und sorgfältige Dramatisierung ihres Stils sowie die damit verbundene Selbststigmatisierung der Punks entwickelt nun keine übergreifende Strategie gesellschaftlicher Gegenmacht und keine in der Tradition der Aufklärung formulierten verallgemeinerungsfähigen alternativen Interessen. Gerade dieses Fehlen jeglicher Heterodoxie und stattdessen die alleinige Durchbrechung öffentlicher Verkehrsformen scheint eine nachhaltige Provokation dort zu bewirken, wo Starre und mangelnde Flexibilität im Verhalten zu festen Abwehrstrukturen nach innen und strikten Abgrenzungsbemühungen nach außen führen.

In der Inhomogenität des Auftreten der Punks liegen also bereits die Ursachen für den besonderen Umgang der Gesellschaft mit dem Phänomen Punk. Es stand zunächst völlig außerhalb des ,,normalen" Diskurses, indem sich die Punks den Wertesystemen sowohl der bürgerlichen Gesellschaft in der BRD als auch der sozialistischen Gesellschaft der DDR entzogen. Es gibt keine Parteien oder Vereinigungen im klassischen Sinne, die man dem Punk zuordnen kann. Ebenso gibt es keine gemeinsamen Strategien zum Erreichen irgendwelcher bestimmter Ziele. Um weitergehende Praktiken gegen den Punk anwenden zu können, mußte somit so etwas wie ein Diskurs Punk festgemacht werden, der dann kontrolliert werden kann.

Dazu wurden Punks entindividualisiert, das heißt, es wurde nicht danach gefragt, wieso sich eine Person als Punk sah oder was sie persönlich darunter verstand. Als Punks wurden einfach Personen bezeichnet, die durch ihr Äußeres und ihr Verhalten in der Öffentlichkeit in besonderer Weise auffielen. Diese Kategorisierung wurde durch Selbstzuschreibungen erleichtert: Punk wurde zur Mode für Jugendliche, die gegen die etablierte Gesellschaft rebellierten. So kam es, daß auch Personen, die keine Punks im eigentlichen Sinne waren, sich gern als Punks bezeichnen ließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Foucaultsche Machttheorie und Darlegung der Zielsetzung, Punk als Produkt von Machtpraktiken zu verstehen.

2. Zentrale macht- und diskursanalytische Thesen und Begriffe: Erläuterung zentraler Konzepte wie Diskurs, Dispositiv und Menschenführung nach Michel Foucault.

3. Was ist Punk?: Definition des Punk-Begriffs und Analyse der Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der lebensweltlichen Ansätze der Subkultur.

4. Punk in der Bundesrepublik Deutschland - Von Hansaplast zu den Chaos - Tagen in Hannover: Rekonstruktion der Chaos-Tage als Beispiel für die mediale und polizeiliche Reaktion auf Punk-Provokation.

5. Punk in der DDR - ein Sonderfall?: Untersuchung der Behandlung von Punk in der DDR zwischen staatlicher Zensur und der Bedeutung des Jugendradios DT64.

6. Machtstrategien und -Praktiken im Umgang mit Punk: Analyse der Mechanismen von Entindividualisierung, Kriminalisierung und Entradikalisierung durch die Gesellschaft.

7. Fazit: Zusammenfassende Einordnung von Punk als in das Machtspiel integriertes Phänomen, dessen Provokation innerhalb der Gesellschaft existiert.

8. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Punk, Subkultur, Macht, Diskursanalyse, Dispositiv, Chaos-Tage, Menschenführung, Repression, DDR, BRD, Machtstrategien, Entradikalisierung, Normalisierung, Jugendkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Punk unter einer diskursanalytischen Perspektive und hinterfragt, wie Machtmechanismen zur Kontrolle und Kategorisierung dieser Subkultur eingesetzt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Machttheorie nach Michel Foucault, dem Vergleich zwischen den politischen Umgangsweisen in der BRD und der DDR sowie der Kommerzialisierung und Normalisierung von Punk.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es zu zeigen, dass die "Repressionshypothese" zu kurz greift und dass Punk nicht einfach nur außerhalb der Gesellschaft steht, sondern in deren Macht-Diskurse tief integriert ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Der Autor nutzt die diskursanalytische Methode nach Michel Foucault, um Praktiken der "Menschenführung" und das Zusammenspiel von Macht und Wissen zu analysieren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Chaos-Tage in Hannover, die Rolle von Medien wie dem Jugendradio DT64 in der DDR sowie Strategien der Entindividualisierung und Kriminalisierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Foucault, Diskurs, Machtdispositiv, Subkultur, Kriminalisierung, Entradikalisierung und Normalisierung.

Warum spielt die Funktion des "Autors" in der Analyse eine Rolle?

Foucaults Konzept des "Autors" wird genutzt, um zu erklären, wie Kategorisierungen es dem Staat ermöglichen, Punks als identifizierbare Gruppe zu kontrollieren und zu zensieren.

Inwiefern unterscheidet sich der Umgang mit Punk in der DDR von dem in der BRD?

Während in der BRD die Polizei und Medien durch Konfrontation und rechtliche Verschärfungen reagierten, versuchte der DDR-Staat Punks zunächst totzuschweigen, integrierte sie dann aber durch Medien wie DT64, um den Einfluss westlicher Sender zu mindern.

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Details

Title
Punk im Lichte der Foucaultschen Macht- und Diskurstheorie
College
University of Leipzig  (FB Philosophie)
Course
Seminar Hermeneutik der Erschöpfung
Grade
sehr gut
Author
Ingo Teichert (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V3352
ISBN (eBook)
9783638120531
ISBN (Book)
9783640111602
Language
German
Tags
Eine Untersuchung Punk Berücksichtigung Foucaultschen Macht- Diskurstheorie Seminar Hermeneutik Erschöpfung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ingo Teichert (Author), 2001, Punk im Lichte der Foucaultschen Macht- und Diskurstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3352
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