Kubas Wirtschaft zu Beginn der 1960er Jahre. Entwicklung durch neue Strategien?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
23 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Position Kubas in der internationalen Wirtschaftsordnung
2.1 Die sozialökonomische Struktur
2.2 Ursachen der Unterentwicklung und Selbsteinschätzung der kubanischen Regierung

3. Wirtschaftliche Entwicklung Kubas zu Beginn der 1960er Jahre
3.1 Wirtschaftlichen Organisation Kubas
3.1.1 Veränderte Handelsbeziehung und erste Ansätze der Planung des Wirtschaftsprozesses
3.1.2 Strategie autozentrierter Entwicklung und das Modell der zentralen Planung
3.1.3 Neue Entwicklungsstrategien
3.1.4 Anpassung des sowjetischen Akkumulationsmodels
3.2 Landwirtschaft und Industrialisierung als wesentliche wirtschaftliche Sektoren
3.2.1 Landwirtschaft als Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung und Industrialisierung auf Basis kubanischer Rohstoffe
3.2.2 Agrarreformen vom 17. Mai 1959 und vom 03. Oktober 1963
3.2.3 Agroindustrialisierung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit wird im Rahmen des Hauptseminars „Von der Kolonie zur sozialistischen Utopie: Die Geschichte Kubas.“ verfasst. Dabei soll die Wirtschaft Kubas zu Beginn der 1960er Jahre thematisiert werden im Hintergrund der Fragestellung, ob die neuen Strategien der Entwicklung einen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglichten.

Ansatzpunkt dafür ist das Jahr 1902, in dem Kuba seine Unabhängigkeit von der US-amerikanischen Militärverwaltung erlangte. Daraufhin folge eine Neuordnung der Handels- und Investitionsbeziehungen und Kuba befand sich in einer Phase extremer wirtschaftlicher Entwicklung, vor allem durch den Zuckerexport im Vordergrund. Als in den darauf folgenden Jahren jedoch der Weltmarktpreis des Zuckers einbrach, kam es zur ökonomischen Krise, die erst im Zuge des Zweiten Weltkrieges überwunden zu sein schien. Während dieses Krieges kam es nämlich unter dem kubanischen Präsidenten Fulgencio Batista zu einen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem dadurch, dass der Wert des Zuckerexportes verdoppelt werden konnte. Seitdem blieb die wirtschaftliche Abhängigkeit Kubas vom Zuckersektor bestehen. Im Gesamten konnte man zu dieser Zeit Kubas Wirtschaft als stabil bezeichnen und zum Zuckersektor kamen auch hohe Einnahmen durch den entstehenden Tourismus hinzu. Schon ab Mitte 1940 verstärkte sich unter Batistas Regierung die Korruption und die Mafia begann viel Einfluss auf Kuba zu nehmen. So wurde auch die Kluft zwischen dem armen Teil der Bevölkerung und dem reichen Teil sehr groß, sodass vor allem auf dem Land eine extreme Armut herrschte. Die Folge dieser doch recht korrupten Regierung war die Revolution von 1959. Nach dieser, also im Jahre 1960 soll folgende Arbeit ansetzen, dabei jedoch die Revolution als solche, sowie auch ihre konkreten Ursachen und Folgen aus Gründen der Schwerpunktsetzung nicht weiter thematisiert. Im Vordergrund soll die Frage stehen, wie Kuba an dieser Stelle versuchte wieder wirtschaftlichen Aufschwung zu erreichen. Dafür soll am Anfang zunächst die Position Kubas in der Wirtschaftsordnung behandelt und der Frage der Gründe der Unterentwicklung auf den Grund gegangen werden. Folgend soll es dann um die Organisation der Wirtschaft Kubas gehen, welche sich vor allem in der veränderten Handelsbeziehung und dem Versuch wirtschaftliche Prozesse konkret zu planen zeigte. Zur Erläuterung wird es deshalb zum einen um das Modell der zentralen Planung gehen und zum anderen um neue Entwicklungsstrategien. Abgerundet werden soll diese Erarbeitung durch das Akkumulationsmodell, wie es auch aus der Sowjetunion bekannt war. Wesentlich bei allen genannten Punkten war die Vorrangstellung der Landwirtschaft und auch die der Industrialisierung, einhergehend mit den Agrarreformen von 1959 und 1963 und der Agroindustrialisierung. Aus diesem Grund sollen auch diese Punkte in der Arbeit ihre Beachtung finden. Nach diesen soll ein Versuch unternommen werden die Frage zu beantworten, inwieweit man von einem wirtschaftlichen Aufschwung Kubas sprechen kann und ob die angewandten Strategien letzten Endes den gewünschten Erfolg erzielten.

2. Die Position Kubas in der internationalen Wirtschaftsordnung

Kuba zu Beginn der 1960er Jahre war ein insgesamt wenig entwickeltes Land. Dies gilt nicht nur für die Landwirtschaft, sondern spiegelte sich auch in der Gesellschaft in Form von Analphabetentum und einer hohen Arbeitslosigkeit wieder. Dies wiederum nahm natürlich Auswirkungen auf die gesamte wirtschaftliche Situation. Der Stand der Wirtschaft Kubas und auch die Ursachen der Unterentwicklung sollen hier nun näher thematisiert werden. Dabei wesentlich ist auch die Rolle der USA.

2.1 Die sozialökonomische Struktur

Die sozialökonomische Struktur Kubas zum Ende der 1950er und zu Beginn der 1960er Jahre ist geprägt von der insgesamt recht rückständigen Landwirtschaft, in welcher etwa 39 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt waren. Der wohl wesentlichste und gewichtigste Faktor dabei war die Zuckerwirtschaft. Dieser Wirtschaftszweig beschäftigte ca. ein Viertel der arbeitenden Bevölkerung und sein Produktionswert lag bei ungefähr 30% Prozent des gesamten Volkseinkommens, bei einem Exportanteil von über 80%. Die Zuckerwirtschaft bestand hauptsächlich aus dem Export und wurde kaum in die nationale Wirtschaft integriert.

Einen weiteren Zweig der wirtschaftlichen Struktur nahm die Viehzucht ein. Jedoch wurden sowohl die Weideflächen kaum erhalten und waren somit in einem durchaus schlechten Zustand, als auch die Trockenfutterreserven nicht befüllt. Beide Punkte stellten große Schwierigkeiten im Erhalt dieses Wirtschaftszweiges dar. Anderen landwirtschaftlichen Bereichen wurde kaum Bedeutung zugemessen und auch die Versuche diese gegebene Landwirtschaft zu diversifizieren blieb erfolglos. So wurde die Entwicklungsbarriere verstärkt zum einen durch die vorherrschenden Eigentumsverhältnisse und zum anderen durch das niedrige Qualifikationsniveau der Landbevölkerung, welches sich auch in der Quote des Analphabetentums in Kuba wiederspiegelte.[1] Diese lag in der Stadt im Jahre 1953 bei 11,6% und auf dem Land im Jahre 1953 sogar bei 41,7%. Bis 1959 blieb diese Quote so hoch. Rund 85% aller Jugendlichen zwischen 15 Jahren und 19 Jahren gingen weder zur Schule noch hatten sie Arbeit.[2] Dies wiederum zeigte eine hohe Arbeitslosenzahl.

Neben diesem exportorientiertem Industriezweig, der vor allem in der Zuckerproduktion lag, gab es in Kuba noch zwei weitere Sektoren der Industriestruktur. Zum einen den für den Binnenmarkt produzierenden Sektor, dabei vor allem die Branchen Kraftstoff-Öl-Fette und Elektrizitätserzeugung und zum anderen den „semi-handwerklichen“ industriellen Sektor. Während bei Zweitem das Wachstumspotenzial wegen der niedrigen Produktivität minimal war, kam dem Ersten eine höhere Rolle zu. Dabei kam der meiste Teil des Kapitals aus den USA.[3]

Insgesamt wiesen Kubas Wirtschaftszweige Probleme auf, welche eine industrielle Entwicklung verhinderten. Zum einen gab es die offensichtliche rückständige Landwirtschaft und nur wenig industrielle Entwicklung, wegen der bloß einseitigen Konzentration auf die Zuckerwirtschaft. Neben dieser Rückständigkeit, trat auch noch die technische Rückständigkeit hinzu, sowie die niedrige Produktivität insgesamt. Ein weiteres Problem war das niedrige Niveau der inneren Akkumulation und auch die hohe Arbeitslosigkeit, das Analphabetentum und die große Armut dürfen nicht außen vor gelassen werden.[4] Ein wesentlicher Faktor bestand auch in der extremen Abhängigkeit des Außenhandels. So war Kuba abhängig vom Import vor allem der USA, die sich dabei als Domäne hinauskristallisierte, sich als Gegenleistung für die Bevorzugung des kubanischen Zuckers in Handelsabkommen jedoch auf viele Produkte hohe Zollpräferenzen einräumen ließ.[5] Dementsprechend führten die amerikanischen Investitionen zwar zur Ausweitung der Zuckerwirtschaft, gerade aber durch ihre Zollpolitik und auch wegen der auf eigenem Terrain errichteten Zuckerraffinerieindustrie wurde verhindert, dass Kuba der Aufbau eines modernen Industriezweiges gelang.[6]

2.2 Ursachen der Unterentwicklung und Selbsteinschätzung der kubanischen Regierung

Neben der soeben angerissenen Punkte geben vor allem Aussagen der hohen Politiker Kubas auf der UNCTAD III[7], der vierten Gipfelkonferenz der blockfreien Staaten und der UNIDO II, Aufschlüsse über die in Kuba herrschende Unterentwicklung der Wirtschaftslage. Vor allem das Eigenverständnis wird in diesen sehr klar.

Auf der UNCTAD III, wurde davon gesprochen, dass Kubas Unterentwicklung von spanischen kolonialen und nordamerikanischen neokolonialen Okkupanten geerbt wurde. Außerdem seien die kapitalistischen Länder für die tiefer gewordene Wohlstandskluft zwischen den Entwicklungsländern und den entwickelten Ländern verantwortlich. Begründet wird dies darin, dass die Expansion des internationalen Handels zur übermäßigen Bereicherung der entwickelten Länder auf Kosten der Verarmung der Entwicklungsländer geführt habe.[8] Auf der vierten Gipfelkonferenz sah man den Ausweg aus der Unterentwicklung in einer fundamentalen Änderung der sozialökonomischen Struktur und der Änderung der noch bestehenden internationalen Wirtschaftsbeziehungen.[9] Diese Äußerung wurde ergänzt auf der UNIDO II. durch die Änderung des Schwerpunktes der inländischen Strukturen. Dabei sei nicht nur eine Landreform unbedingt erforderlich, sondern auch eine Nationalisierung bestimmter Bereiche im Sektor der Produktion und der Verteilung.[10]

Weiterhin wurde erkannt und geäußert, dass die Arbeitslosigkeit sehr hoch sei, die Einkommensverteilung nicht egalitär sei und eine unzureichende Ernährungs-, Gesundheits-, Bildungs- und Wohnungssituation herrsche.[11] Auch bekommt der Industriezweig konkrete Beispiele genannt. So habe Kuba keine Energiebasis und keine Schwerindustrie, obwohl beide wichtige Voraussetzungen sein würden, um die Entwicklung voran zu treiben.[12]

Fidel Castro, das Oberhaupt Kubas, schreibt über die Ausgangssituation Kubas im Jahr 1960:

Die Probleme, denen sich das Land gegenübersah - der hohe Grad der

Unterentwicklung der Produktivkräfte, der Mangel an Naturschätzen,

die Abhängigkeit der Landwirtschaft und des Außenhandels, das Fehlen

von technischen und Verwaltungskadern, die gesellschaftlichen Wirren und

die unzähligen gesellschaftlichen Bedürfnisse, wozu sie noch eine

unerbitterliche imperialistische Blockade gesellte -, waren größer, als wir

uns selbst vorzustellen vermochten.“[13]

Insgesamt sieht die Regierung Kubas ihre Unterentwicklung demzufolge in der weitreichenden Entwicklung einiger kapitalistischer Länder und schiebt auch denen die Schuld zu, dass die Entwicklungsländer, zu denen auch Kuba gezählt wird, in einer so schlechten wirtschaftlichen Lage sind. Aus diesem Grund sollen nun auch die internationalen Beziehungen geändert werden. Wie dieser Versuch aussehen wird, wird noch im Verlauf dieser Erarbeitung genauer erläutert. Jedoch wird auch eingesehen, dass es wesentlich ist, Strukturen im Inland zu verändern und zu reformieren.

3. Wirtschaftliche Entwicklung Kubas zu Beginn der 1960er Jahre

Die Wirtschaft Kubas zu Beginn der 1960er Jahre war geprägt von einer Umorientierung der wirtschaftlichen Organisation, sowie des zentralen Sektors der Landwirtschaft. Die beiden wesentlichen Veränderungen werden im folgenden Abschnitt thematisiert.

3.1 Wirtschaftlichen Organisation Kubas

Möchte man die wirtschaftliche Organisation Kubas verstehen, so ist es unumgänglich den Blick auch auf Russland und die USA zu richten, um dann festzustellen, dass sich die Handelsbeziehung Kubas gerade am Anfang der 1960er Jahre wesentlich gewandelt hat.

Außerdem kam es sowohl zu konkreten wirtschaftlichen Planprozessen und Strategien, als auch zu konkreten Modellen. Welche Rolle diese Strategien in und für Kuba spielten, wie diese konkret aussahen und warum sich die Handelsbeziehung ändern musste, damit neue wirtschaftliche Möglichkeiten gegeben und Modelle entwickelt werden konnten, soll hier gezeigt werden.

3.1.1 Veränderte Handelsbeziehung und erste Ansätze der Planung des Wirtschaftsprozesses

Außenwirtschaftlich deutlich sichtbar ist, dass sich die Haupthandelspartnerbeziehung änderte. War bis 1959 die USA dominierender Handelspartner, so gewann ab 1960 die Handelsbeziehung zu den sozialistischen Staaten immer mehr an Bedeutung. Ausgelöst wurde diese Änderung durch das Bemühen der Revolutionsregierung neue Handelspartner zu finden, um dadurch durch Diversifizierung des Außenhandels die Abhängigkeit von den USA zu überwinden. An konkreten Zahlen festgemacht sah dies dann beispielhaft wie folgt aus: 1959 betrug der Export in die Sowjetunion weniger als 13 Millionen Pesos, 1960 stieg die Zahl auf 103,5 Millionen und lag 1961 bei über 300 Millionen. Insgesamt stieg der Export in sozialistische Länder von 2,2% auf fast 73,3% an.[14]

Erste Versuche die Entwicklung der kubanischen Wirtschaft zu planen fand 1959 statt. Die Aufgabe übernahm die INRA[15], indem sie erste Produktionsziele für die Landwirtschaft entwickelte und Planungsansätze für eine importsubstituierende Industrialisierung erarbeitete. Da diese Instanz sich jedoch als unfähig erwies die Tätigkeiten anderer Regierungsinstitutionen zu koordinieren wurde am 11. März 1960 eine Planungskomission auf ministerieller Ebene errichtet, die Junta Central de Planification (JUCEPLAN). Im Frühjahr 1961 wurde diese zur obersten Planungsbehörde. Ihre Aufgabe bestand vor allem darin, die Wirtschaftspolitik der Staatsorgane und der autonomen Institutionen zu koordinieren und der Produktion des privaten Sektors Orientierung zu geben. So arbeitete JUCEPLAN einen 5-Jahres-Plan aus, der die Zeitspanne von 1961 bis 1965 überdauern sollte. Bei diesem fehlte es jedoch am geschlossenen Entwicklungskonzept und einer effizienten Koordination der Tätigkeit der verschiedenen Ministerien und Regierungsinstanzen. Außerdem wurden sowohl die vorhandenen Ressourcen überschätzt, als auch die Expansionsmöglichkeiten. Aus diesem Grund wurde der 5-Jahres-Plan umgewandelt und belief sich auch nur noch auf vier Jahre, aber auch dieser Plan war sehr illusorisch und hatte eher die didaktische Funktion, dass der statistische Apparat durch ihn verbessert werden konnte.[16]

3.1.2 Strategie autozentrierter Entwicklung und das Modell der zentralen Planung

Am Anfang des Jahres 1961 wurden rechtliche und institutionelle Bedingungen für die Durchführung einer umfassenden Wirtschaftsplanung geschaffen. Gemeint ist damit vor allem die Vorherrschaft des staatlichen Sektors durch die Verstaatlichung großer Teile der Wirtschaft und den Aufbau eines staatlichen Planungsapparats. Dabei umfasste der staatliche Sektor den Außenhandel, fast die ganze Industrie, den Großteil des Dienstleistungssektors und fast die Hälfte des landwirtschaftlichen Bodens. Dies bedeutete im Selbstverständnis der kubanischen Führung de facto die Vorherrschaft des Staatssektors als Übergang in den Sozialismus. Begründet wurde dies durch die Breite der Verstaatlichung und das Postulat, dass die politische Macht in den Händen der Arbeiterklasse liege. Jedoch kam es auch zum Hinterfragen des Sozialismus in Kuba, da dieser in Kuba nicht mit der dahinterstehenden marxistischen Position gleichzusetzen war. Insgesamt wurde der Sozialismus in Kuba begriffen als entwicklungspolitischer Imperativ einer autozentrierten Entwicklung angesichts folgender Kriterien: Zum einen wegen der Feindschaft mit dem US-Imperialismus, zum anderen auf Grund der überlegenen Konkurrenz der Produktionsweise der kapitalistischen Zentren und als letztes wegen der Aufgabe der Überwindung der Unterentwicklung. Im Endeffekt kam es zu einer Verstaatlichung ohne sozialistische Demokratie und einer hegemonischen Arbeiterbewegung.[17]

Aufgrund dieser Strategie der autozentrierten Entwicklung wurde 1961/62 ein Modell für die zentrale Wirtschaftsplanung entwickelt. Dieses wurde zwar mehrfach modifiziert, blieb aber in den Grundzügen bis etwa 1965 bestehen. Der Prozess der Planerstellung wickelte sich in 11 wesentlichen Schritten ab.

Als erstes traf der Ministerrat eine Entscheidung über die grundlegenden wirtschaftspolitischen Ziele und erarbeitete verbindliche Direktiven, die „Directivas Politico-Económicas“. Im zweiten Schritt wurden diese Direktiven von JUCEPLAN koordiniert. Auf der Grundlage dieser bestimmte JUCEPLAN die Relation zwischen Konsum und Akkumulation und legte das Produktionsniveau der einzelnen Wirtschaftsbereiche fest. Durch die Koordination dieser Einzelpläne und mit Hilfe von Finanzierungs-, Material- und Arbeitskräftebilanzen wurde „Modelo Global“ entwickelt und daraufhin dem Ministerrat zur Billigung vorgelegt.

In der dritten Phase desaggregierte JUCEPLAN nach Zustimmung das Globalmodel und bestimmte Planungsziffern der einzelnen Wirtschaftsbereiche. Im vierten Schritt stellten die jeweiligen Leitungsorgane Teilpläne für die ihnen unterstellten Produktionsbereiche auf. Im nächsten Schritt wurden diese auf Produktionseinheiten aufgeteilt und im sechsten Schritt in den jeweiligen Produktionseinheiten diskutiert. Die so entstandenen Modifizierungsvorschläge wurden in der siebten Phase den Leitungsorganen übermittelt, welche diese nach Überprüfung an die obersten Leitungsorgane weiter gaben. Im nächsten Schritt entschieden diese obersten Leitungsorgane über die Änderungsvorschläge und gaben mögliche Änderungen beziehungsweise das Ergebnis der Entscheidung dann in der neunten Phase wieder an die einzelnen Leitungsorgane, welche daraufhin wiederum Pläne ausarbeiteten, die die Änderungen mit einbezogen. In der vorletzten Phase wurden die überarbeiteten Änderungen wieder an die obersten Leitungsorgane gegeben und dort zusammengefasst. Die so entstandenen Pläne der einzelnen Wirtschaftssektoren wurden von JUCEPLAN zu einem Gesamtplan zusammengefasst und am Ende dem Ministerrat zur Billigung vorgelegt.[18]

[...]


[1] Vgl.: Breuer, Wilhelm, Sozialismus in Kuba. Zur politischen Ökonomie S. 16-24.

[2] Vgl.: Stütz, Hannes, Kuba. Vom Zuckerrohr zur Zukunft S. 42.

[3] Vgl.: Breuer, Wilhelm, Sozialismus in Kuba. Zur politischen Ökonomie S. 26f.

[4] Vgl.: Pade, Werner, Sozialismus in Kuba S. 81.

[5] Vgl.: Breuer, Wilhelm, Sozialismus in Kuba. Zur politischen Ökonomie S. 28.

[6] Vgl.: Pade, Werner, Sozialismus in Kuba S. 81.

[7] Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwicklungsländern nachhaltig zu fördern.

[8] Vgl.: Kim, Chae-Gyong, Zum Problem unterschiedlicher Positionen einzelner Entwicklungsländer gegenüber der neuen internationalen Wirtschaftsordnung S. 291f.

[9] Vgl.: Ebd. S. 293.

[10] Vgl.: Ebd. S. 294f.

[11] Vgl.: Ebd. S. 294.

[12] Vgl.: Ebd. S. 312f.

[13] s.: Pade, Werner, Sozialismus in Kuba S. 90.

[14] Vgl.: Breuer, Wilhelm, Sozialismus in Kuba. Zur politischen Ökonomie S. 110f.

[15] Ein neu gegründetes nationales Landreforminstitut.

[16] Vgl.: Breuer, Wilhelm, Sozialismus in Kuba. Zur politischen Ökonomie S. 88-93

[17] Vgl. Fabian, Horst, Der kubanische Entwicklungsweg S 374-382.

[18] Vgl. Breuer, Wilhelm, Sozialismus in Kuba. Zur politischen Ökonomie S. 151ff.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Kubas Wirtschaft zu Beginn der 1960er Jahre. Entwicklung durch neue Strategien?
Veranstaltung
Die Geschichte Kubas
Note
1,7
Jahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V335227
ISBN (eBook)
9783668251281
ISBN (Buch)
9783668251298
Dateigröße
879 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaft, Kuba, USA, 1960, 1960er, Castro, Mafia, Zucker
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Kubas Wirtschaft zu Beginn der 1960er Jahre. Entwicklung durch neue Strategien?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335227

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