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Vergleich der vorausgefüllten Einkommensteuererklärungen von Deutschland und Dänemark

Anregungen für einen effizienteren Ablauf in Deutschland

Titel: Vergleich der vorausgefüllten Einkommensteuererklärungen von Deutschland und Dänemark

Bachelorarbeit , 2016 , 37 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Mikael Eydt (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Standardisierung und die Automatisierung von Prozessen stehen in der Industrie für eine Effizienzsteigerung bei einer gleichzeitigen Vereinfachung des Prozessablaufs. Dieses Konzept lässt sich auf so gut wie jeden Bereich anwenden.

Warum also nicht auch in der Steuerregelung, genauer gesagt in der Einkommensteuererklärung? Jeder, dessen Einkommen einen gewissen Betrag übersteigt, ist nach deutschem Recht, dazu verpflichtet, sein Einkommen dem Staat zu erklären. Mit der Maßnahme die Steuererklärung über ein Online-Portal abgeben zu können, schuf die Gesetzgebung im Jahr 2011 eine Vereinfachung und plant diese 2017 weiter auszubauen.

Als Maßstab kann hierbei das System Dänemarks dienen, bei dem die Steuererklärung vom Staat, anhand von allen gespeicherten Daten für den Steuerzahler vorausgefüllt wird.

Inwiefern Deutschland sich dabei an dem Vorreiter Dänemark orientieren kann und vielleicht auch sollte, wird über einen Vergleich der Systeme von Deutschland und Dänemark dargelegt. Die dabei aufgezeigten Unterschiede werden als Grundlage genutzt, um Anregungen zu erarbeiten, inwiefern in Deutschland Handlungsbedarf besteht, um eine vollständige VaSt und somit eine Vereinfachung zu entwickeln.

Der Vergleich zeigt, dass das E-Government in Dänemark deutlich ausgereifter agiert und die Zentralisierungsreformen der Regierung einen Bürokratieabbau hervorgebracht haben. Des Weiteren führt die elektronische Pflichtabgabe in Dänemark zu einer deutlich höheren Nutzung. In Deutschland besteht eine solche Pflicht nicht, sondern nur die optionale Möglichkeit eine elektronische Steuererklärung abzugeben. Die elektronische Abgabe ist in Deutschland aktuell teilweise unnötig kompliziert gestaltet. Dies liegt zum Teil an der Gesetzgebung, aber auch an einer inkonsequenten Umsetzung.

So mangelt es an der Übersichtlichkeit des Systems. Außerdem werden dem Steuerzahler nicht alle benötigten Daten zur Verfügung gestellt und er muss diese weiterhin manuell in seine elektronische Steuererklärung einpflegen. So kann man nur das dänische Verfahren als vorausgefüllt bezeichnen.

Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens für 2017 ist daher eine begrüßende Maßnahme, um die vorausgefüllte Steuererklärung effizienter zu gestalten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Belegabruf und seine aktuellen Nutzungsmöglichkeiten

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Grundlagen des deutschen Belegabrufs

2.1 Vorausgefüllte Daten

2.1.1 Registrierung auf Elster Online und Anmeldung für den Belegabruf

2.1.2 Belege abrufen und übernehmen

2.2 Belegsammlungen durch Dritte

3. Vorausgefüllte Einkommensteuererklärung in Dänemark

3.1 Besonderheiten im dänischen Steuerrecht

3.2 Vorausgefüllte Daten

3.2.1 Registrierung für Tastselv

3.2.2 Datenaustausch durch Dritte

3.3 Steuervergütungsrelevante Daten

3.4 Datenschutz und Datensicherheit

4. Herausforderungen für den Belegabruf

4.1 Abweichungen des deutschen Belegabrufs von der dänischen vorausgefüllten Einkommensteuererklärung

4.2 Weiterentwicklung des Electronic Government

4.3 Zentrale Gestaltung in Dänemark

5. Notwendigkeit einer Verbesserung der Pauschalbeträge und des E-Government

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit vergleicht die Systeme zur Einkommensteuerentrichtung in Deutschland und Dänemark, um auf Basis der dänischen Erfahrungen Wege zur Vereinfachung des deutschen Belegabrufs aufzuzeigen und den notwendigen Handlungsbedarf für eine umfassende vorausgefüllte Steuererklärung zu identifizieren.

  • Vergleich der elektronischen Steuerverfahren (Elster vs. TastSelv)
  • Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Datenübermittlung und Datenschutz
  • Untersuchung des Automatisierungspotenzials im deutschen Besteuerungsverfahren
  • Evaluation von E-Government-Strategien zur Steigerung der Nutzerwirkung

Auszug aus dem Buch

3.1 Besonderheiten im dänischen Steuerrecht

Nach § 1 KSL ist jeder Bürger in Dänemark steuerpflichtig, der unter anderem in Dänemark seinen Wohnsitz hat oder dessen Aufenthalt in Dänemark länger als sechs Monate beträgt. Eine Besonderheit hierbei ist, dass das dänische Königshaus von der Steuerpflicht nach § 3 Abs. 1 KSL ausgenommen ist. Laut § 1 Abs. 1 Skattekontrolloven muss jeder Steuerpflichtige in Dänemark sein Einkommen, egal ob positiv oder negativ, dem Staat mitteilen. Dabei gibt es eine Unterscheidung von beschränkt und unbeschränkt Steuerpflichtigen. Beschränkt Steuerpflichtig sind dabei Menschen, die ihr Einkommen aus Dänemark beziehen, dort aber keinen Wohnsitz haben. Beschränkt Steuerpflichtige sind von der VaSt ausgeschlossen. Die oben erwähnte Mitteilung funktioniert rein elektronisch. Der Steuerpflichtige hat bis zum 01.05. des betroffenen Folgejahres der vorausgefüllten Steuererklärung zuzustimmen oder diese gegebenenfalls zu ergänzen. Für Menschen, die sich die Arbeit mit einem Computer nicht zutrauen, besteht nach § 5 Abs. 1 & 3 SKL eine Ausnahme. Laut dieser Begünstigung dürfen diese Personen eine schriftliche Form der Steuererklärung beantragen. Um den Vergleich zu Elster zu wahren, wird in dieser Arbeit nur die elektronische Form betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Belegabruf und seine aktuellen Nutzungsmöglichkeiten: Einleitung in das Thema, Darstellung der Problemstellung bezüglich der manuellen Steuererklärung in Deutschland und Vorstellung des KONSENS-Vorhabens.

2. Grundlagen des deutschen Belegabrufs: Erläuterung der technischen Voraussetzungen, der Registrierungsschritte für ElsterOnline sowie der Rolle von Drittanbietern bei der Belegsammlung.

3. Vorausgefüllte Einkommensteuererklärung in Dänemark: Analyse des dänischen Steuersystems, der Registrierung mittels NemID und der effizienten, zentralisierten Datenhaltung für vorausgefüllte Erklärungen.

4. Herausforderungen für den Belegabruf: Kritische Gegenüberstellung beider Systeme unter Berücksichtigung von Nutzerzahlen, technischer Zugänglichkeit und gesetzlicher Pflichtanforderungen.

5. Notwendigkeit einer Verbesserung der Pauschalbeträge und des E-Government: Handlungsempfehlungen zur Modernisierung des deutschen Besteuerungsverfahrens durch Pauschalbeträge und zentrale digitale Verwaltungsprozesse.

Schlüsselwörter

Belegabruf, Elster, Vorausgefüllte Steuererklärung, Dänemark, Skat, E-Government, Steuervereinfachung, NemID, TastSelv, Datensicherheit, Einkommensteuergesetz, Steuerverwaltung, Automatisierung, Digitalisierung, Datenschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Potenzial einer vollständig vorausgefüllten Einkommensteuererklärung für Deutschland durch einen direkten Vergleich mit dem seit Langem bestehenden und als erfolgreich geltenden dänischen System.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert auf die Bereiche elektronische Steuererklärung, Automatisierung von Verwaltungsprozessen, Datenschutz-Anforderungen und die Rolle von E-Government in der Steuerpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, auf Basis der dänischen Erfahrungen konkrete Verbesserungsvorschläge für das deutsche Besteuerungsverfahren abzuleiten, um Bürokratie abzubauen und die Effizienz des Belegabrufs zu steigern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine komparative Analyse durchgeführt, die die jeweiligen gesetzlichen Grundlagen, technischen Verfahren und organisatorischen Rahmenbedingungen der Steuerbehörden beider Länder gegenüberstellt.

Welche Schwerpunkte hat der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert das deutsche Elster-Verfahren, die Funktionsweise der dänischen vorausgefüllten Steuererklärung sowie die technologischen und rechtlichen Voraussetzungen für den Datenaustausch mit Dritten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Schlüsselbegriffe sind insbesondere Belegabruf, Vorausgefüllte Steuererklärung, E-Government, Skat, Elster, Datensicherheit und Steuervereinfachung.

Inwiefern unterscheidet sich die Registrierung in den beiden untersuchten Systemen?

Während in Deutschland ein mehrstufiger, teilweise als komplex empfundener Registrierungsprozess besteht, bietet Dänemark mit NemID ein zentrales, multifunktionales digitales Bürgerkonto, das den Zugang zu allen Behördendiensten deutlich vereinfacht.

Warum spielt die Steuerpflicht in Dänemark eine so große Rolle für den Erfolg?

Die Pflicht zur Nutzung des digitalen Systems führt in Dänemark zu einer fast 100-prozentigen Teilnahmequote, während das freiwillige System in Deutschland signifikant geringere Nutzerzahlen bei den automatisierten Bescheiddaten aufweist.

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Details

Titel
Vergleich der vorausgefüllten Einkommensteuererklärungen von Deutschland und Dänemark
Untertitel
Anregungen für einen effizienteren Ablauf in Deutschland
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,3
Autor
Mikael Eydt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
37
Katalognummer
V335389
ISBN (eBook)
9783668253087
ISBN (Buch)
9783668253094
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vergleich einkommensteuererklärungen deutschland dänemark anregungen ablauf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mikael Eydt (Autor:in), 2016, Vergleich der vorausgefüllten Einkommensteuererklärungen von Deutschland und Dänemark, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335389
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Leseprobe aus  37  Seiten
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