Sexualpädagogik im Handlungsfeld Schule. Ein intimes Thema im öffentlichen Raum


Seminararbeit, 2014

15 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

2. Einleitung

3. Sexualität
3.1 Sexualpädagogik
3.1.1 Sexualerziehung
3.1.2 Sexualaufklärung

4. Entwicklung der Sexualpädagogik in Schule und Gesellschaft
4.1 Die Ursprünge der Sexualpädagogik
4.2 Erste Schritte in eine neue Richtung
4.3 1980er Jahre: Die Rolle von AIDS
4.4 Neue Institutionen und Verankerungen
4.5 Resultate

5. Positionen in der Sexualpädagogik
5.1 Das Verständnis von Sexualität
5.2 Das Verständnis von Onanie
5.3 Aufgaben der Sexualpädagogik
5.4 Defizite der Positionen

6. Sexualpädagogik macht Schule
6.1 „Vorschläge“ nach Schmidt und Schetsche (Schwerpunkt Sekundarstufe

7. Fazit

8.Literaturverzeichnis

2.EINLEITUNG

Sexualität ist in unserer Gesellschaft ein beinahe allgegenwärtiges Thema.

Auch in der Schule begegnet den Schülerinnen und Schüler „Sexualität“ nicht nur in Form von potenziellen Partnern im sozialen Umfeld und der eigenen Altersgruppe. Auch für Lehrerinnen und Lehrer ist Sexualität ein wichtiges Thema und hat somit auch etwas mit Erziehung und Lernen zu tun. Aber wie können diese Punkte vereinbart werden? Das intime Thema der Sexualität, welches gerade für Jugendliche ein spannendes und neues ist und der doch öffentliche Raum Schule, scheinen auf den ersten Blick gegensätzlich zu wirken.

In dieser Ausarbeitung wird versucht mehreren Fragen nach zu gehen.

Im ersten Schritt soll der Frage nach gegangen werden, was Sexualität überhaupt ist und was Sexualpädagogik in ihren einzelnen Aspekten aus macht.

Sexualpädagogik muss im Kontext ihres historischen Hintergrundes gesehen werden, damit ihre Schwierigkeit für die pädagogische Umsetzung, auch noch heute, erkennbar ist. Es soll der Frage nach gegangen werden, wie Sexualerziehung gestaltet werden sollte, damit Schülerinnen und Schüler und gleichermaßen auch Lehrerinnen und Lehrer etwas aus ihr ziehen und von ihr lernen können.

Als Endresultat dieser Ausarbeitung soll ein Fazit entstehen, in dem ein Ausblick gegeben werden soll, wie der Umgang mit Sexualität im Handlungsfeld Schule aussehen kann, welche Rolle die vermittelnden Personen spielen und welche Herangehensweisen für eine erfolgreiche Sexualerziehung im schulischen Bereich sinnvoll sein können.

Um kein Geschlecht zu vernachlässigen werde ich an Stellen in denen beide Geschlechter gemeint sind entweder von „SUS“ (Schülerinnen und Schüler) sprechen oder den Begriff „Edukand“ aus der allgemeinen Pädagogik verwenden.

Das Selbe werde ich auch mit „LUL“ (Lehrerinnen und Lehrern) machen die ich ansonsten als „Lehrkraft“ bezeichnen werde.

3.SEXUALITÄT

Um uns ein Bild über die Relevanz der Sexualerziehung und Sexualpädagogik machen zu können, ist es wichtig zu verstehen was Sexualität bedeutet und wie wir sie überhaupt begreifen können. Seilert bezeichnet Sexualität als eine ,,allgemeine auf Lust bezogene Lebensenergie mit ganz unterschiedlichen Ausdrucksformen (…) und in verschiedenen Hinsichten sinnvoll.”1 Wie aus diesem Zitat ersichtlich ist, ist Sexualität also ein komplexer und sehr facettenreicher ,,Gegenstand”. Um ein, zu mindest in Ansätzen, ganzheitliches Verständnis des Begriffes und dessen Gegenstandlichkeit zu erlangen hat Andrea Hilgers unter Mitarbeit von Susanne Krenzer und Nadja Mundhenke die „Richtlinien und Lehrpläne zur Sexualerziehung. Eine Expertise im Auftrag der BZgA“ (Köln, 2004) erstellt in der sie fünf Aspekte der Sexualität und ihre wichtigsten Funktionen aufweist, die darüber hinaus mit Theorien anderer Pädagogen auf diesem Forschungsgebiet kombiniert und zusätzlich erklärt werden können.

1. Fruchtbarkeit

Hierbei geht es in erster Linie um die Zeugungs- und Fortpflanzungsaspekte, die besonders in der jüngeren Geschichte der Sexualerziehung eine immense Rolle eingenommen haben.

2.Der Beziehungsaspekt

Kinder sollten in ihrer Erziehung dazu befähigt werden über Liebe und Partnerschaft zu sprechen und sie sollten lernen zu verstehen warum Liebe und Geborgenheit in ihren Leben relevant sind. Gleichermaßen soll den SUS aber auch näher gebracht werden, das Beziehungen, beispielsweise bei ungleicher Machtverteilung, negativen Einfluss auf das eigene Leben nehmen können.2

3. Lust

Die SUS sollen befähigt werden Lust an sich selber und ihrem Gegenüber zu empfinden. Sielert bezeichnet „die Lust“ als Mittel um Lebensenergie in Sexualität um zu wandeln3

4.Identität

Sexualität bzw. Sexualerziehung kann die eigene Identität stabilisieren oder sogar formen. Die jeweiligen SUS suchen ihre Rolle (Hetero-, Homo- und Bisexualität) und findet sie im Besten fall auch. Dies kann Identitätsstiftend für ihn oder sie sein.

5. Kommunikation

In dem die SUS ihre eigene Sexualität kennen lernen, lernen die SUS auch über sie und mit ihr zu kommunizieren. Persönliche Wünsche und Ängste äußern zu lernen ist ein wichtiger Punkt in der sexuellen Sozialisation.4

Für Hilgers ist in ihrer Expertise des Weiteren wichtig fest zu stellen, dass der Pluralismus von Lebensformen und die individuelle Auslebung von Vorlieben in ihrer sozialen und gesellschaftlichen Relevanz nicht zu unterschätzen sind. Auch die interkulturellen Beziehungen und Öffnungen sind für sie ein weiteres Argument dafür, dass Sexualität und Sexualerziehung höchst sensibel sind und in höchstem Maße individuell sind.

Was ist also das Grundlegende an der sexualpädagogischen Arbeit?

Es ist festzuhalten, dass die sexuelle Sozialisation einen gravierenden Teil der „Menschwerdung“, sprich der allgemeinen Sozialisation, ausmacht und auf verschiedenen Ebenen geschieht (unter Anderem durch Lehrkräfte, Peer Groups, also Alters-und andere Bezugsgruppen und Medien).

Sexualität ist zentraler Bestandteil der eigenen Identität und der persönlichen Entwicklung, der Edukand erfährt sowohl etwas über den eigenen Körper als auch über seine Mitmenschen (Gegen- und Gleichgeschlechtlich) und lernt im besten Fall auch verbal und non verbal zu kommunizieren.5

Es ist schwierig eine allgemeingültige Definition von Sexualität und den Umgang mit ihr auf zu stellen und unmöglich eine Art „Patentrezept“6 für den Umgang mit ihr zu manifestieren.

Sexualität muss in jedem Fall durch Erziehung thematisiert und behandelt werden, da sie allgegenwärtig ist. Jedoch bedarf es einer individuellen Auseinandersetzung mit der Frage, wie im jeweiligem Kontext mit ihr umgegangen werden sollte.7

3.1 SEXUALPÄDAGOGIK

Sexualpädagogik beschreibt nach Sielert eine wissenschaftliche Teildisziplin der Gesamtpädagogik, deren Aufgabe darin besteht sexuelle Sozialisation in reflektierter Weise zu erforschen und sich mit Sexualität und der aus den aus Beobachtungen auf internationaler Ebene entstandenen Theorien aus einander zu setzen.8 Die Sexualpädagogik ist in ihren jeweiligen Teilbereichen sehr vielfältig und stützt sich auf unterschiedliche Wissenschaften wie die Biologie, Psychologie, Medizin, Philosophie und viele mehr.9

3.1.1 SEXUALERZIEHUNG

Als Teilbereich der Sexualpädagogik zeichnet sich die Sexualerziehung durch aktive Umsetzung der Theorien der Sexualpädagogik aus.10 Sielert nennt sie eine „kontinuierliche, intendierte Einflussnahme auf die Entwicklung sexueller Verhaltensformen, sowie Einstellungs- und Sinnesaspekte der Sexualität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.“11

Zusammenfassend könnte also gesagt werden, dass die Sexualerziehung das umsetzt, was in der Theorie der Sexualpädagogik verankert ist.

3.1.2 SEXUALAUFKLÄRUNG

Charakteristisch für die Sexualaufklärung ist, dass sie in den meisten Fällen „Fragen klärenden “-Charakter hat. Das heißt, dass sie sich meist lediglich auf die Klarstellung und Erklärung von Fakten und Funktionsweisen von Sexualität beschränkt.12

Diese Charakteristik bringt des Weiteren mit sich, dass sie weniger individuell gestaltet werden kann und sie mehr auf die Fakten, beispielsweise aus dem Bereich der Biologie beschränkt bleibt.

[...]


1 Sielert, U: Einführung in die Sexualpädagogik. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2005 , S.41

2 Ebd., S.49

3 Hopf, A: Fächerübergreifende Sexualpädagogik, Dortmund 1990, Bd. 36, S.17 4

4 Hilgers, A.: Richtlinien und Lehrpläne zur Sexualerziehung. Eine Expertise der BZgA, Köln 2004, S.23-24

5 Ebd., S.24

6 Hopf, A: Fächerübergreifende Sexualpädagogik, Dortmund 1990, Bd. 36, S.17 5

7 Sielert, U: Einführung in die Sexualpädagogik. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2005 , S.15

8 Ebd.,S.23

9 Hopf, A: Fächerübergreifende Sexualpädagogik, Dortmund 1990, Bd. 36, S.19

10 Kluge, N: Sexuelle Bildung: Erziehungswissenschaftliche Grundlegung, München 2008,

11 Sielert,U: Einführung in die Sexualpädagogik. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2005 , S.15

12 Hopf, A: Fächerübergreifende Sexualpädagogik, Dortmund 1990, Bd. 36, S.20 6

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Sexualpädagogik im Handlungsfeld Schule. Ein intimes Thema im öffentlichen Raum
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V335410
ISBN (eBook)
9783668254282
ISBN (Buch)
9783668254299
Dateigröße
809 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexualpädagogik, sexualkunde, Schule, Sexualität, Aufklärung, didaktik
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Sexualpädagogik im Handlungsfeld Schule. Ein intimes Thema im öffentlichen Raum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335410

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