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Demokratie ohne Dissens. Das agonistische Modell und seine Projektion auf die Protestbewegung Pegida

Title: Demokratie ohne Dissens. Das agonistische Modell und seine Projektion auf die Protestbewegung Pegida

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simon Brixius (Author)

Politics - Methods, Research
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Warum tauchen rechte politische Bewegungen auf, welche demokratietheoretischen Defizite weist unsere Gesellschaft auf und wie kann diesen entgegengewirkt werden? Chantal Mouffe hat in ihrer Theorie der Agonistik einen Ansatz entwickelt, welcher hervorragend geeignet ist um sich dem Thema Rechtspopulismus anzunähern.

Sie diagnostiziert ein ursächliches, systemisches Defizit in der Demokratie, welche ohne Antagonismen stattfindet und somit keinen Dissens zulässt. Zusätzlich gibt es eine politische Alternativlosigkeit und Verdrossenheit der Gesellschaft, auf dessen Nährboden der Rechtspopulismus fällt und aufkeimt. Zwar existieren auch linke Bewegungen und Parteien, doch sind diese nicht in der Lage dem globalen, liberalen Kapitalismus einen Gegenentwurf zu präsentieren. Durch die mangelnden Alternativen ist der Demokratie mit breitem Konsens ein Defizit inhärent, welches sich durch rechtspopulistische Bewegungen beobachten lässt. Mit dieser Hypothese wird sich die Hausarbeit beschäftigen.

Anhand der Protestbewegung Pegida soll die Theorie mit einem Fallbeispiel unterstrichen werden. Zunächst werde ich das agonistische Modell, eine demokratietheoretische Alternative von Chantal Mouffe, erläutern. Hierbei soll ein besonderer Fokus auf der Erklärung der Theorie liegen. Die Begriffe Hegemonie, konstitutives Außen, Antagonismus, Agonistik und deren logische Zusammenhänge werden erklärt. Anschließend werde ich das Zusammenwachsen der parlamentarischen Parteien erläutern und der Frage einer mangelnden linken, beziehungsweise die Möglichkeit der rechtspopulistischen Alternative nachgehen. Der letzte Teil der Arbeit veranschaulicht die Pegida-Bewegung und zeigt die Besonderheit dieser auf.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Demokratietheorie nach Mouffe werden auf die Bewegung übertragen und somit auf ihre Erklärungskraft geprüft. Inwieweit der Erfolg der Bewegung auf dem Scheitern des demokratischen Systems beruht, wird dabei einen besonderen Einfluss haben. Die Kernfrage der Hausarbeit lautet also: Inwiefern kann die Demokratietheorie von Chantal Mouffe ein demokratisches Defizit erklären, welches für das Zustandekommen der rechten Bewegung Pegida verantwortlich ist?

Im Fazit wird ein kurzer Ausblick auf andere politische Ebenen mit ähnlicher Problematik geworfen und versucht die These auf andere Ebenen zu projizieren. Außerdem wird eine kurze Kritik an Mouffes Ideen einfließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Agonistik - Ein neues demokratisches Modell

2.1 Diskurs und Hegemonie

2.2 Das Politische und seine Konfrontation mit dem liberalen Denken

2.3 Das Agonistische Modell

3. Demokratie ohne Alternativen

3.1 Zusammenwachsen der parlamentarischen Parteien

3.2 Alternativlosigkeit der Linken

3.3 Rechtspopulismus, eine Alternative?

4.Pegida- Ergebnis einer Demokratie ohne Dissens

4.1 Pegida - Was ist das?

4.2 Das Profil der Demonstranten

4.3 Ein Erklärungsversuch nach Mouffe

5.Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen, insbesondere der Pegida-Bewegung, vor dem Hintergrund der Demokratietheorie von Chantal Mouffe. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern Mouffes Theorie der Agonistik ein demokratisches Defizit erklären kann, das für das Entstehen der Protestbewegung verantwortlich ist, und wie eine linke politische Alternative diesem Trend entgegenwirken könnte.

  • Theorie der Agonistik und radikale Demokratie nach Chantal Mouffe
  • Kritik an der liberalen Konsensbildung und dem Postpolitischen
  • Analyse des Zusammenwachsens der etablierten Parteien in der BRD
  • Soziodemographische und inhaltliche Charakterisierung von Pegida
  • Strategien für ein linkes politisches Gegenprojekt zum Neoliberalismus

Auszug aus dem Buch

4.3 Ein Erklärungsversuch nach Mouffe

Beginnen möchte ich mit der Funktion des konstitutiven Außen. Pegida, als heterogene Gruppe, lässt sich erst begreifen, wenn verstanden wird, dass sie sich durch das gemeinsame Ausschließen konstituiert. Die Demonstranten haben die Angst gemein, durch die Kultur des Islams überfremdet zu werden und das dies zusätzlich durch die vorhandene Form des politischen Systems toleriert bzw. akzeptiert wird. Dieser Inhaltspunkt überwiegt allen Anderen und schließt einen Großteil der Bevölkerung aus und erst durch den Ausschluss findet eine Solidarität untereinander, trotz Heterogenität, statt. Das „general crime“ ist gefunden. Somit wird die Doppelfunktion des konstitutiven Außens erfüllt. Das inhaltliche Zusammenrücken der Parteien erweitert „die Anderen“ um die etablierten Parteien, die Politiker und die Grünen bzw. Linken, die auf der Seite der Gegendemonstrationen stehen (Geiges 2015: 98). Erst durch das Außen, welches sich durch die politische Geschehnisse bildete (Flüchtlingsproblematik, Angriff auf Charlie Hebdo, IS-Terror), konnte in der Bewegung ein konstitutives „Wir“-Gefühl entstehen lassen.

Ein weiteres Kernelement der Hegemonie, neben dem Antagonismus, der leere Signifikant wird durch die Bildung der Aussage der Gefahr vor der „Islamisierung des Abendlandes“ belegt. Die Aussage schafft es der Heterogenität der Bewegungen einen Signifikant zu geben, eine Kernartikulation die auf alle Demonstranten zutrifft und auch im Namen der Bewegung wieder zu finden ist. Er bildet somit einen greifbaren Antagonismus zur Willkommen-Mentalität und zur multikulturellen Gesellschaft und bezieht sich passiv auf die Hegemonie der neoliberalen Globalisierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Erstarken rechtsextremer Tendenzen im aktuellen Zeitgeschehen und führt die Hypothese ein, dass ein demokratietheoretisches Defizit im liberalen System das Aufkeimen von Bewegungen wie Pegida begünstigt.

2. Agonistik - Ein neues demokratisches Modell: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen nach Laclau und Mouffe, insbesondere die Konzepte Hegemonie, Antagonismus und der Unterschied zwischen dem „Politischen“ und der „Politik“ dargelegt.

3. Demokratie ohne Alternativen: Dieses Kapitel analysiert das inhaltliche Zusammenrücken der parlamentarischen Parteien in der BRD und konstatiert eine politische Alternativlosigkeit sowie die Entstehung einer sogenannten „postpolitischen“ Perspektive.

4.Pegida- Ergebnis einer Demokratie ohne Dissens: Der Hauptteil beschreibt die Entstehung und Zusammensetzung von Pegida und überträgt Mouffes demokratietheoretische Erkenntnisse auf die Bewegung, um ihr Entstehen als Reaktion auf systemische Defizite zu erklären.

5.Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial eines neuen, linken Projektes als notwendige Antwort auf den Rechtspopulismus, unter Einbeziehung einer kritischen Reflexion über Mouffes Ideen.

Schlüsselwörter

Demokratie, Agonistik, Chantal Mouffe, Pegida, Rechtspopulismus, Hegemonie, Antagonismus, Postdemokratie, Diskurs, Konstitutives Außen, Neoliberalismus, Politische Entfremdung, Radikale Demokratie, Linkspopulismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen auseinander und nutzt dazu die Demokratietheorie von Chantal Mouffe, um das zugrunde liegende politische System der Bundesrepublik zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Agonistik, der Kritik am Neoliberalismus, der Analyse der Parteienlandschaft in Deutschland sowie der empirischen Untersuchung der Pegida-Bewegung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Zustandekommen von Pegida durch ein im liberalen Denken verankertes Demokratiedefizit zu erklären und aufzuzeigen, wie durch eine agonistisch gestaltete Politik gegengesteuert werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die demokratietheoretische Konzepte auf aktuelle politische Phänomene und Fallbeispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des agonistischen Modells, die Untersuchung des "Konsens der Mitte" bei etablierten Parteien und die spezifische Fallstudie zur Entstehung und dem Profil der Pegida-Demonstranten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Agonistik, Hegemonie, Antagonismus, Rechtspopulismus, postpolitische Perspektive und politische Entfremdung.

Wie erklärt die Autorin den Erfolg von Pegida nach Mouffe?

Der Erfolg wird als Folge eines fehlenden Dissens gedeutet; da das System keinen produktiven Antagonismus zulässt, suchen sich die Leidenschaften des Politischen andere Ventile, hier in Form eines rechtspopulistischen "Wir-Gefühls" gegen ein konstruiertes Außen.

Welche Rolle spielt die "Linke" in dieser Analyse?

Die Linke wird kritisiert, weil sie sich zu sehr an den neoliberalen Konsens anpasst und keine echte Alternative bietet. Die Autorin plädiert, Mouffe folgend, für ein linkspopulistisches Projekt, das eine klare Antithese zur derzeitigen Hegemonie formuliert.

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Details

Title
Demokratie ohne Dissens. Das agonistische Modell und seine Projektion auf die Protestbewegung Pegida
College
University of Trier
Grade
1,3
Author
Simon Brixius (Author)
Publication Year
2016
Pages
24
Catalog Number
V335448
ISBN (eBook)
9783668253797
ISBN (Book)
9783668253803
Language
German
Tags
Chantal Mouffe PEGDIA Politische Theorie Agonistik Protest und Demokratie Demokratietheorien Protestbewegung Ernesto Laclau Radikale Demokratietheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Brixius (Author), 2016, Demokratie ohne Dissens. Das agonistische Modell und seine Projektion auf die Protestbewegung Pegida, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335448
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