nnerhalb der letzten 30 Jahre wurden zahlreiche Untersuchungen zu Erfolgsfaktoren im Projektmanagement durchgeführt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, hieraus die wesentlichen Determinanten innerhalb der Projektplanungsphase zu identifizieren, wobei das Einzel- und das Multiprojekt betrachtet werden. Die Ergebnisse von verschiedenen Abhandlungen sollen dabei mithilfe der Metaanalyse zusammengeführt werden.
Zuerst wird die Metaanalyse beschrieben, welche sich von einer Übersichtsarbeit durch eine statistische Untermauerung der Erkenntnisse unterscheidet. Dabei werden die verschiedenen Methoden und Herangehensweisen vergleichend erläutert, wobei auf die spezifischen Probleme bei der Datenverdichtung und -auswertung hingewiesen wird.
Im zweiten Abschnitt werden das Projekt- und Multiprojektmanagement vorgestellt, wobei Letzteres in das Programm- und Portfoliomanagement unterteilt wird. Die ve-schiedenen Aspekte zur Planung werden aufgezeigt, wobei aufgrund der verwendeten Definitionen der Fokus auf der operativen Planung liegt.
Ausgehend von den in der Planungsphase definierten Tätigkeiten werden Erfolgsfaktoren beschrieben. Bei der Analyse verschiedener Studien hat sich dabei herausgestellt, dass keine einheitlichen Definitionen in Bezug auf das Programm- und das Portfoliomanagement existieren. Ebenso hat sich gezeigt, dass auch der Planungserfolg unterschiedlich aufgefasst und an unterschiedlichen Faktoren gemessen wird.
Die Erzielung eines validen Ergebnisses bei einer statistischen Integration setzt jedoch die Vergleichbarkeit der betrachteten Studien und die Homogenität des Datenmaterials voraus. Unter diesem Gesichtspunkt konnte keine metaanalytische Betrachtung erstellt werden. Anstelle einer Metaanalyse werden daher die Resultate verschiedener Arbeiten in Bezug auf die Erfolgsfaktoren der Planung vergleichend dargestellt.
Als Fazit ist festzuhalten, dass die Planung sowohl im Einzel- als auch im Multiprojekt ein Erfolgsfaktor ist, wobei über das Erfolgsausmaß keine Einstimmigkeit besteht. Die empirisch ermittelten Erfolgsfaktoren der Planung im Einzelprojekt sind hierbei v. a. eine klare Zielvorgabe, die Partizipation aller Beteiligten sowie eine regelmäßige und formalisierte Planung. Die Intensität der Planung hat hingegen einen geringen Einfluss. Für das Multiprojektmanagement haben sich v. a. die Faktoren Ressourcenzuteilung, Projektpriorisierung sowie die Unterstützung durch das (Top)Management als ausschlaggebend für den Gesamterfolg herausgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Aufbau der Arbeit
3 Die Metaanalyse
3.1 Grundgedanke und Zielsetzung
3.2 Die Abgrenzung zum Review
3.3 Die wesentlichen Vorteile einer Metaanalyse
3.4 Die wesentlichen Nachteile der Metaanalyse
3.4.1 Das „Garbage in - Garbage out“-Problem
3.4.2 Das „Äpfel-und-Birnen“-Problem
3.4.3 Das Problem abhängiger Untersuchungsergebnisse
3.4.4 Das File-Drawer-Problem
3.5 Beeinflussung einer Metaanalyse durch den Bias
3.5.1 Der Selection Bias
3.5.2 Der Performance Bias
3.5.3 Der Detection Bias
3.5.4 Der Attrition Bias
3.5.5 Der Publication Bias
3.5.6 Der Reader Bias
3.6 Übersicht der verschiedenen Probleme sowie des Bias
3.7 Steigerung der Qualität einer Metaanalyse durch Einhaltung des QUOROM-Statements
3.8 Vorgehen bei der Metaanalyse
3.8.1 Die Planung der Metaanalyse und Explikation der Fragestellung
3.8.2 Das Suchen von Primärstudien
3.8.3 Die Kodierung, Auswahl und Beurteilung der Studien
3.8.4 Der Vergleich und die Integration der Kennwerte
3.8.5 Die Präsentation der Ergebnisse
3.9 Statistische Methoden der Metaanalyse
3.9.1 Deskriptive Verfahren
3.9.1.1 Die klassische Effektstärkenberechnung
3.9.1.2 Das Vote-Counting-Verfahren
3.9.2 Inferenzstatistische Verfahren
3.9.2.1 Die Methode von kombinierten Wahrscheinlichkeiten
3.9.2.2 Annäherungsweises Pooling der Daten und Korrektur des Stichprobenfehlers
3.9.2.3 Weitere statistische Ansätze zur Metaanalyse
3.10 Überprüfung vorliegender Verzerrungen
3.10.1 Das „Fail-Safe-N“-Verfahren
3.10.2 Die grafische Darstellung durch den Funnel-Plot
4 Das Einzel- und Multiprojekt
4.1 Das Projekt
4.2 Das Projektmanagement
4.3 Das Multiprojekt
4.4 Das Programm- und Portfoliomanagement
4.4.1 Das Programmmanagement
4.4.2 Das Projektportfoliomanagement
5 Die Planung
5.1 Grundlagen der (Projekt-)Planung
5.2 Die Projektplanung als Teil des Projektzyklus
5.3 Die Projektplanungsphasen
5.4 Die Planung im Multiprojektmanagement
5.4.1 Die Programmplanung
5.4.2 Die Projektportfolioplanung
6 Erfolg und Erfolgsfaktoren im Projektmanagement
6.1 Erfolgsfaktoren
6.2 Darstellung von Erfolg und Erfolgsfaktoren im Projekt
6.3 Darstellung von Erfolg und Erfolgsfaktoren beim Multiprojekt
6.4 Zusammenfassende Darstellung der Einfluss- und Erfolgsfaktoren
7 Metaanalyse von Erfolgsfaktoren in der Projektplanung
7.1 Explikation der Fragestellung
7.2 Erfassung von Studien
7.3 Präsentation der Ergebnisse
7.3.1 Die Planung als Erfolgsfaktor im Einzelprojekt
7.3.2 Die Planung als Erfolgsfaktor im Multiprojekt
8 Kritische Bewertung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Planungsphase sowohl im Einzelprojekt als auch im Multiprojekt, um wesentliche Erfolgsfaktoren zu identifizieren, diese wissenschaftlich zu bewerten und ein Konzept für eine erfolgreiche Planung abzuleiten.
- Analyse der Bedeutung der Projektplanung für den Innovationserfolg.
- Untersuchung der Planungsunterschiede zwischen Einzel- und Multiprojekten.
- Metaanalytische Betrachtung und Zusammenfassung existierender Studien.
- Erfassung kritischer Erfolgsfaktoren für eine effiziente Projekt- und Portfolioplanung.
- Vergleichende Darstellung und kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse.
Auszug aus dem Buch
Die wesentlichen Vorteile einer Metaanalyse
LIPSEY und WILSON nennen vier wesentliche Gründe für die Metaanalyse, welche in der Literatur unangefochten sind:
1. Die Metaanalyse ist eine strukturierte, systematische und nachvollziehbare Analysetechnik zur Zusammenfassung von Forschungsergebnissen.
2. Die Metaanalyse ist ein Werkzeug, welches die Forschungsergebnisse differenzierter betrachtet als konventionelle Review-Techniken.
3. Präzise Untersuchungen der Studien bei der Metaanalyse können Effekte und Beziehungen besser darstellen als qualitative, narrative Reviews.
4. Die Metaanalyse bietet einen strukturierten Überblick und die Möglichkeit der Handhabung auch bei einer großen Anzahl von Studien. Ebenso kann sie auch bei einer geringen Anzahl von Studien angewendet werden.
Darüber hinaus führt DRINKMANN weitere positive Aspekte an, indem er der Metaanalyse zuspricht, dass sie in der Ergebnisentscheidung auch bei widersprüchlichen Primäranalysen durch statistische Absicherung anwendbar ist. Zusätzlich hebt er hervor, dass die „Unterschiedlichkeit [der Primärergebnisse] bzw. Varianz eine zentrale metaanalytische Zielgröße [darstellt]. Ihre Feststellung und Analyse bedingen zwei entscheidende Vorteile der metaanalytischen Methodik, nämlich zum einen die Beurteilung von Variabilität in Stichproben von Primärergebnissen und zum anderen die prinzipielle Möglichkeit der Erklärung dieser Variabilität, und zwar durch Rückführung auf korrelierende Einflußgrößen.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Diese Einleitung motiviert die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Projektplanung und Projekterfolg, unterstreicht die Wichtigkeit der Planung als Erfolgsfaktor und leitet die zentralen Fragestellungen ab.
Aufbau der Arbeit: Das Kapitel erläutert die modulare, aufbauende Struktur der Arbeit, die sich in theoretische Grundlagen und eine anschließende empirische Untersuchung gliedert.
Die Metaanalyse: Hier werden das Instrument der Metaanalyse, deren methodische Vor- und Nachteile, statistische Verfahren zur Effektstärkenberechnung sowie die Vorgehensweise bei der Erstellung einer solchen Studie detailliert dargelegt.
Das Einzel- und Multiprojekt: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Projekt, Projektmanagement, Multiprojekt sowie Programm- und Portfoliomanagement zur Schaffung einer einheitlichen Diskussionsbasis.
Die Planung: Es werden die Grundlagen der Projektplanung, deren Einordnung in den Projektzyklus sowie spezifische Planungsaktivitäten im Einzel- und Multiprojektmanagement erörtert.
Erfolg und Erfolgsfaktoren im Projektmanagement: Das Kapitel bietet einen Querschnitt durch die Definitionen und Sichtweisen von Erfolg und identifiziert kritische Erfolgsfaktoren im Projektmanagement.
Metaanalyse von Erfolgsfaktoren in der Projektplanung: Hier werden unter Anwendung des zuvor erläuterten methodischen Vorgehens verschiedene Studien zu Erfolgsfaktoren der Planung vergleichend analysiert und präsentiert.
Kritische Bewertung der Ergebnisse: Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung und kritische Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse sowie ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Projektplanung, Multiprojektmanagement, Programmmanagement, Portfoliomanagement, Metaanalyse, Erfolgsfaktoren, Projekterfolg, Planungseffizienz, Effektstärke, empirische Untersuchung, strategische Planung, operative Planung, Entscheidungsfindung, Ressourcenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Planungsphase im Projektmanagement auf den Projekterfolg hat, wobei sowohl Einzelprojekte als auch Multiprojektumfelder betrachtet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die methodische Anwendung der Metaanalyse, die theoretischen Grundlagen des Projekt- und Portfoliomanagements sowie die Identifikation von Erfolgsfaktoren innerhalb der Projektplanung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die wesentlichen Determinanten der Projektplanungsphase zu identifizieren, die eine erfolgreiche Projektabwicklung sicherstellen, und die bisherigen empirischen Forschungsergebnisse hierzu zusammenfassend zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Metaanalyse zur statistischen Integration von Forschungsergebnissen, um objektivere Aussagen über Erfolgsfaktoren der Planung zu treffen als klassische Reviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der formalen Auseinandersetzung mit der Metaanalyse, der Definition von Projekten und Planungstätigkeiten sowie der Zusammenführung und kritischen Bewertung der Ergebnisse zu Erfolgsfaktoren aus verschiedenen Primärstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Projektmanagement, Multiprojektmanagement, Planung, Erfolgsfaktoren, Metaanalyse und Effektivität.
Warum konnte keine vollständige Metaanalyse durchgeführt werden?
Aufgrund der mangelnden Vergleichbarkeit und Homogenität des Datenmaterials aus unterschiedlichen Primärstudien sowie fehlender einheitlicher Begriffsdefinitionen war eine statistische Integration in Form einer klassischen Metaanalyse nicht durchführbar.
Welche Faktoren gelten im Multiprojektmanagement als besonders ausschlaggebend für den Gesamterfolg?
Besonders die Ressourcenzuteilung, die Projektpriorisierung sowie die Unterstützung durch das Top-Management haben sich als entscheidende Faktoren für den Erfolg im Multiprojektumfeld herausgestellt.
- Quote paper
- Björn Bonk (Author), 2004, Eine metaanalytische Betrachtung von Erfolgsfaktoren der Planungsphase im Einzel- und Multi-Projekt-Umfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33545