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Die Offenbarung von Präferenzen gegenüber öffentlichen Gütern in Theorie und Praxis

Title: Die Offenbarung von Präferenzen gegenüber öffentlichen Gütern in Theorie und Praxis

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anselm Mattes (Author)

Economics - Macro-economics, general
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Bei öffentlichen Güter versagt der Marktmechanismus; dies bedeutet, dass ihre Bereitstellung und optimale Allokation nicht über den Markt sichergestellt ist. Dies ist eine wesentliche ökonomische Begründung für Staatseingriffe in das Wirtschaftsgeschehen [vgl. Blankart (2003, S. 57ff.)].
So besteht auch ein wesentlicher Teil der Staatstätigkeit darin, öffentliche Güter bereitzustellen. Das Budget der westlichen Industrieländer besteht neben Sozialtransfers zu einem großen Teil aus Ausgaben für diese Güter. Doch gibt es viele Zeichen dafür, dass die Allokation dieser öffentlichen Güter nicht im Interesse der Bevölkerung ist oder - anders ausgedrückt - nicht den Präferenzen der Bürger entspricht. So nimmt nach Breitbach (2000, S.3) der Widerstand gegen Steuerzahlungen immer weiter zu und die Zufriedenheit mit den staatlichen Leistungen immer weiter ab [vgl. Pommerehne (1987, S. 1f)].
Dies bedeutet, dass die Mechanismen, die zur Allokation der öffentlichen Güter führen, nicht optimal sind. In repräsentativen Demokratien werden die Präferenzen für öffentliche Güter durch Wahlen ausgedrückt [vgl. Brümmerhoff (2001, S. 104)]. Ein Bürger wählt die Person oder Partei, die ihm das attraktivste Bündel an öffentlichen Gütern und deren Finanzierung verspricht. Offensichtlich führen Wahlen aber nicht zu einem effizienten Ergebnis [vgl. Brümmerhoff (2001, S. 222f)].
In diesem Zustand existieren wesentliche Gerechtigkeitsprobleme: Bürger, die ein öffentliches Gut ausdrücklich nicht wünschen (z.B. Verteidigung), müssen dieses trotzdem durch ihre Steuerzahlungen mitfinanzieren.
Ein wesentlicher Teil dieses Problems ist darauf zurückzuführen, dass im politischen Prozess unzureichende Informationen über die Präferenzen der Bürger für öffentliche Güter zur Verfügung stehen [Pommerehne (1987, S. 6)]. Jedoch hat, wie im zweiten Abschnitt dargestellt wird, jedes Individuum einen positiven Anreiz seine Präferenzen für öffentliche Güter zu verbergen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eigenschaften privater und öffentlicher Güter

3. Die optimale Bereitstellung öffentlicher Güter – Das Samuelson-Modell

4. Das Lindahl-Modell

5. Methoden zur Ermittlung der Präferenzen gegenüber öffentlichen Gütern

5.1.Indirekte Methoden

5.1.1. Substitutionsbeziehungen

5.1.2. Komplementaritätsbeziehungen

5.1.3. Marktpreismethode

5.1.4. Aufwandmethode

5.1.5. Wanderungsanalyse

5.2. Direkte Methoden

5.2.1. Laborexperimente - Clarke-Steuer

5.2.2. Marktsimulationen

5.2.3. Contingent Valuation Method

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Präferenzoffenbarung für öffentliche Güter, da deren Bereitstellung aufgrund des Trittbrettfahrerproblems und fehlender Marktmechanismen in repräsentativen Demokratien oft ineffizient erfolgt. Ziel der Arbeit ist es, theoretische Modelle der optimalen Bereitstellung zu analysieren und verschiedene direkte sowie indirekte Methoden zur Ermittlung individueller Präferenzen kritisch auf ihre praktische Anwendbarkeit zu prüfen.

  • Theoretische Grundlagen zur Allokation öffentlicher Güter (Samuelson- und Lindahl-Modell).
  • Analyse indirekter Methoden zur Präferenzermittlung durch beobachtbares Marktverhalten.
  • Untersuchung direkter Methoden, insbesondere der Clarke-Steuer und experimenteller Ansätze.
  • Bewertung der Contingent Valuation Method als Instrument der Nutzenbewertung.
  • Kritische Würdigung der Problematik strategischen Verhaltens und des Trittbrettfahrens.

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Substitutionsbeziehung

Öffentliche Güter können mit privaten Gütern in einer substitutiven Beziehung stehen. Pommerehne (1987, S. 23) führt dabei das Beispiel öffentlicher Sicherheit vor Einbrüchen durch polizeiliche Kontrolle und Schutz vor Einbrüchen durch private Sicherheitsdienstleister an. Aufgrund dieser substitutiven Beziehung lassen sich die Präferenzen für ein öffentliches Gut ermitteln. Dies ist jedoch nur dann einfach möglich, wenn vollkommene Substituierbarkeit besteht. Ist dies der Fall, so entspricht „die partielle Ableitung der Ausgabenfunktion nach der Qualität des öffentlichen Gutes dem Preis für das private Gut, multipliziert mit der Grenzrate der Substitution zwischen dem privaten und öffentlichen Gut“ [Pommerehne (1987, S.24)]. Sind das öffentliche und private Gut vollständige Substitute, so geht die Grenzrate der Substitution gegen unendlich. Sind die Güter jedoch keine vollständigen Substitute, ist die Bestimmung der Grenzrate der Substitution zwischen öffentlichem und privatem Gut in der Regel nicht möglich. Die Anwendung dieser Methode ist somit von der Vollständigkeit der substitutiven Beziehung zwischen dem öffentlichen und privaten Gut abhängig. Empirisch ist eine solche vollständige Substitutionsbeziehung jedoch nicht beobachtbar [vgl. Pommerehne (1987, S. 24)].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt das Versagen des Marktmechanismus bei öffentlichen Gütern und die daraus resultierenden Ineffizienzen in der staatlichen Bereitstellung.

2. Eigenschaften privater und öffentlicher Güter: Definiert die zentralen Merkmale wie Rivalität, Ausschließbarkeit, Nichtrivalität und Nichtausschließbarkeit.

3. Die optimale Bereitstellung öffentlicher Güter – Das Samuelson-Modell: Erläutert die mathematische Bedingung für eine pareto-optimale Bereitstellung.

4. Das Lindahl-Modell: Stellt den Versuch dar, über individuelle Finanzierungsanteile eine pareto-effiziente Lösung zu erzielen.

5. Methoden zur Ermittlung der Präferenzen gegenüber öffentlichen Gütern: Analysiert systematisch indirekte (marktbasierte) und direkte (befragungsbasierte) Instrumente.

6. Fazit: Fasst zusammen, dass keine Methode perfekt ist und die Wahl des Instruments von der jeweiligen Anwendung abhängt.

Schlüsselwörter

Öffentliche Güter, Präferenzoffenbarung, Trittbrettfahrerproblem, Samuelson-Bedingung, Lindahl-Modell, Marktmechanismus, Marktpreismethode, Aufwandmethode, Wanderungsanalyse, Clarke-Steuer, Marktsimulation, Contingent Valuation Method, Zahlungsbereitschaft, Wohlfahrtsökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Herausforderung, die wahren Präferenzen von Individuen für öffentliche Güter zu erfassen, da diese durch Marktversagen und das Trittbrettfahrerproblem im politischen Prozess meist nicht korrekt abgebildet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der wohlfahrtsökonomischen Theorie (Samuelson, Lindahl), der methodischen Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Erfassungsverfahren sowie der kritischen Analyse von Strategien zur Überwindung des Trittbrettfahrens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den aktuellen Stand der Methoden zur Präferenzermittlung aufzuzeigen und zu bewerten, um dem politischen Entscheidungsprozess eine solidere Datengrundlage zu verschaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende volkswirtschaftliche Literatur und Modelle zusammenführt, um die Anwendbarkeit verschiedener Methoden zur Präferenzaufdeckung kritisch zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Optimalbedingungen und eine detaillierte Aufarbeitung praktischer Methoden wie Marktpreis-, Aufwand-, Wanderungsanalyse, Clarke-Steuer, Marktsimulationen und die Contingent Valuation Method.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind öffentliche Güter, Trittbrettfahrerproblem, Zahlungsbereitschaft, Präferenzoffenbarung und Methoden der Nutzenbewertung.

Warum ist die Clarke-Steuer in der Praxis kaum anwendbar?

Obwohl sie einen interessanten theoretischen Ansatz zur Anreizkompatibilität darstellt, machen ihre hohe Komplexität, das Risiko für Individuen, unter das Existenzminimum zu fallen, und Verteilungsprobleme eine breite Anwendung unmöglich.

Was unterscheidet den Options- und Existenzwert vom reinen Konsumnutzen?

Der Konsumnutzen bezieht sich nur auf die tatsächliche Nutzung. Der Optionswert hingegen ist der Nutzen aus der Möglichkeit zukünftiger Nutzung, und der Existenzwert ist der Nutzen, der allein aus dem Wissen resultiert, dass ein Gut (wie eine Tierart) überhaupt existiert.

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Details

Title
Die Offenbarung von Präferenzen gegenüber öffentlichen Gütern in Theorie und Praxis
College
University of Hohenheim  (VWL)
Course
AVWL-Seminar WS 03/04
Grade
1,0
Author
Anselm Mattes (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V33547
ISBN (eBook)
9783638339957
Language
German
Tags
Offenbarung Präferenzen Gütern Theorie Praxis AVWL-Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anselm Mattes (Author), 2004, Die Offenbarung von Präferenzen gegenüber öffentlichen Gütern in Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33547
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