Das Ziel dieser Arbeit ist CO2 Bilanzen auf der globalen Ebene sowie auf der Staatsebene am Beispiel Deutschlands zu analysieren.
Hierzu bedarf es zunächst verschiedener Grundlagen, welche in Kapitel 2: „Ansätze der CO2 Bilanzierung“ bearbeitet werden. An dieser Stelle wird auf den Unterschied zwischen dem Konsumenten- und Produzenten-Ansatz eingegangen und es werden 3 mögliche Bilanzierungsmethoden mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen präsentiert. Weiterhin wird in diesem Kapitel Carbon Leakage als Problem der Verlagerung von Emissionen ins Ausland vorgestellt und Input-Output Tabellen als Grundlange für Modelle zur Messung von Emissionen nach dem Konsumenten-Ansatz beschrieben.
Kapitel 3 beschäftigt sich anschließend mit dem Stand der internationalen Klimapolitik. In Kapitel 4 werden dann CO2 Bilanzen auf der Ebene der Ländergruppen analysiert. Nach einem Überblick zur Entwicklung der globalen CO2 Emissionen werden zunächst in Kapitel 4.1 CO2 Bilanzen nach dem Produktionsprinzip und im Anschluss in Kapitel 4.2 konsumbezogene CO2 Emissionen sowie CO2 Handelsbilanzen dargestellt.
In Kapitel 5 werden die CO2 Bilanzen Deutschlands analysiert. Einleitend wird dargestellt, welche Rolle Deutschland in Bezug auf den CO2 Ausstoß spielt. Die CO2 Emissionen sowie der Footprint des Landes werden in Kapitel 5.1 behandelt. Kapitel 5.2: „Faktoren für die Ausprägung der CO2 Handelsbilanzen Deutschlands“ behandelt die Art der gehandelten Ware und die Kohlenstoffintensität der heimischen Wirtschaft sowie der wichtigsten Handelspartner.
Im Fazit werden die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst, Schlussfolgerungen bzw. politische Handlungsempfehlungen ausgesprochen und ein kurzer Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ansätze der CO2-Bilanzierung
2.1 Produzenten-Ansatz – Geografische Definition
2.2 Produzenten-Ansatz – Ökonomische Definition
2.3 Konsumenten-Ansatz – Ökonomische Definition
2.4 Carbon Leakage
2.5 Input-Output Tabellen
3 Stand der internationalen Klimapolitik
3.1 Kyoto-Protokoll
3.2 Paris-Abkommen
4 Analyse von CO2 Bilanzen auf der Ebene der Ländergruppen
4.1 Produktionsbezogene CO2-Emissionen
4.2 Konsumbezogene CO2 Emissionen und CO2 Handelsbilanzen
5 Deutschlands CO2 Bilanzen
5.1 Deutschlands CO2 Emissionen und Footprint
5.2 Faktoren für die Ausprägung der CO2 Handelsbilanzen Deutschlands
6 Fazit
6.1 Schlussfolgerung und politische Handlungsempfehlungen
6.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die CO2-Bilanzen auf globaler Ebene sowie auf nationaler Ebene am Beispiel Deutschlands. Dabei wird die Forschungsfrage untersucht, wie sich die Wahl der Berechnungsgrundlage – namentlich der Produzenten-Ansatz versus der Konsumenten-Ansatz – auf die Bewertung der Verantwortung für Treibhausgasemissionen auswirkt und welche Rolle internationale Handelsströme dabei spielen.
- Grundlagen und Definitionen verschiedener CO2-Bilanzierungsansätze
- Analyse des globalen CO2-Ausstoßes und der Verteilung auf Ländergruppen
- Untersuchung der CO2-Handelsbilanzen und des Carbon-Leakage-Phänomens
- Detaillierte Auswertung der CO2-Bilanz und des Footprints Deutschlands
- Politische Implikationen für die Gestaltung der internationalen Klimapolitik
Auszug aus dem Buch
2.4 Carbon Leakage
Wie im vorherigen Kapitel dargelegt wurde, besteht bei der territorialen Bilanzierung die Gefahr für Carbon Leakage. Aus diesem Grund soll in diesem Kapitel kurz auf dieses Problem eingegangen werden.
Carbon Leakage bezeichnet die Verlagerung der Produktion und damit der CO2-Emissionen ins Ausland als eine Folge nationaler Politikmaßnahmen. Dies kann einerseits dadurch erfolgen, dass Produktionsstätten geschlossen und in einem anderen Land mit weniger strengen Klimaschutzregelungen eröffnet werden. Andererseits kann Carbon Leakage dadurch erfolgen, dass Unternehmen aufgrund ihrer höheren Produktionskosten gegen Unternehmen aus Ländern mit weniger strengen Regelungen im Wettbewerb um Kunden und Aufträge unterliegen. Ein Grund für die verteuerte inländische Produktion ist beispielsweise der Emissionshandel. Dies führt letztlich dazu, dass die Produktion der Güter im Ausland stattfindet (Bruckner et al. 2009, 6; Görlach et al. 2008, 4, 7-8; Peters und Hertwich 2008b, 1404).
In dem ursprünglichen Produktionsland sinken durch Carbon Leakage Produktion und Emission, aber auch Umsatz und Beschäftigung. Aus Umweltsicht besteht ein Problem, wenn die Verlagerung der Produktion dazu führt, dass die globalen Emissionen insgesamt höher liegen als im Referenzfall ohne Carbon Leakage. Wenn dieselben Güter, z.B. aufgrund weniger effizienter Technik, mit höheren Emissionen hergestellt werden und zusätzlich wieder importiert werden müssen, steigen bei gleichbleibender Produktion die Gesamtemissionen (Görlach et al. 2008, 4, 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den anthropogenen Klimawandel, die Bedeutung von CO2 als Treibhausgas und die Relevanz der Wahl der Bilanzierungsgrundlage für die Wirksamkeit politischer Klimastrategien.
2 Ansätze der CO2-Bilanzierung: Dieses Kapitel erläutert den Produzenten- und den Konsumenten-Ansatz, diskutiert die Problematik von Carbon Leakage und stellt Input-Output Tabellen als Modellierungsgrundlage vor.
3 Stand der internationalen Klimapolitik: Hier werden die Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll und die Ziele sowie Berechnungsvorschriften des Paris-Abkommens gegenübergestellt.
4 Analyse von CO2 Bilanzen auf der Ebene der Ländergruppen: Das Kapitel analysiert globale Emissionsentwicklungen, vergleicht produktions- und konsumbezogene Bilanzen und untersucht die Rolle von Handelsströmen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
5 Deutschlands CO2 Bilanzen: Dieser Hauptteil analysiert Deutschlands Emissionen und Footprint, bewertet die Wirksamkeit nationaler Klimaschutzmaßnahmen und untersucht Faktoren, die die CO2-Handelsbilanz beeinflussen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, leitet politische Handlungsempfehlungen ab und würdigt die Analyse kritisch im Hinblick auf Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
CO2-Bilanz, Klimapolitik, Produzenten-Ansatz, Konsumenten-Ansatz, Carbon Leakage, Input-Output Analyse, Carbon Footprint, internationale Klimaverhandlungen, Kyoto-Protokoll, Paris-Abkommen, Handelsbilanz, Kohlenstoffintensität, Treibhausgasemissionen, Dekarbonisierung, Industrieemissionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von CO2-Bilanzen unter zwei verschiedenen Perspektiven: dem territorialen Produzenten-Ansatz und dem konsumorientierten Ansatz, wobei ein besonderer Fokus auf der Entwicklung Deutschlands liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unterschiede in der Emissionszuordnung, die Rolle des internationalen Handels bei der Verlagerung von Emissionen (Carbon Leakage) sowie die Klimaschutzpolitik auf nationaler und internationaler Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, CO2-Bilanzen auf globaler und nationaler Ebene kritisch zu hinterfragen und zu verdeutlichen, wie die gewählte Berechnungsgrundlage die Zielsetzung und Wirksamkeit politischer Klimaschutzstrategien beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Auswertung und Aggregation existierender Forschungsergebnisse, insbesondere im Bereich der Input-Output-Modellierung und internationaler Datenquellen zur Emissionsstatistik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Bilanzierung, den Stand der internationalen Klimapolitik, eine Analyse der globalen Ländergruppen und eine detaillierte Untersuchung der deutschen CO2-Bilanz und deren Einflussfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Carbon Footprint, Carbon Leakage, industrielle CO2-Handelsbilanzen, Treibhausgasreduktion und die Differenzierung zwischen Produktions- und Konsumprinzip geprägt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Produzenten- und Konsumenten-Ansatz so wichtig?
Sie ist entscheidend, weil der Produzenten-Ansatz lokale Emissionen misst, während der Konsumenten-Ansatz die indirekte Verantwortung eines Landes für Emissionen im Ausland durch Importe aufdeckt, was für eine faire Klimapolitik essenziell ist.
Welche Rolle spielt Deutschland im internationalen Kontext der CO2-Emissionen?
Deutschland ist einer der größten Emittenten weltweit und nimmt eine führende Rolle ein, wobei es gleichzeitig hohe Importe von CO2-intensiven Gütern aufweist, was die Schere zwischen territorialem Ausstoß und konsumbasiertem Fußabdruck verdeutlicht.
- Arbeit zitieren
- Jeremie Röhrig (Autor:in), Tatiana Prusakova (Autor:in), 2016, Analyse von CO2 Bilanzen: Übersicht der Emissionen auf der globalen Ebene und Auswertung der Entwicklung Deutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335517