Pazifik und Atlantik. Globale Bedeutung, anthropogene Probleme und Handlungsmöglichkeiten


Hausarbeit, 2012

18 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Ozeane
2.1 Entstehung
2.2 Einteilung

3 Pazifik und Atlantik – Allgemeine Daten und tektonische Besonderheiten
3.1 Pazifik
3.2 Atlantik

4 Meeresströmungen
4.1 Die Kopplung von Atmosphäre und Ozean
4.2 Der Antrieb der Zirkulation und die Einteilung der Meeresströmungen
4.3 Die Bedeutung der Meeresströmungen

5 Anthropogene Probleme
5.1 Über die Bedeutung der Fischerei und ihre Folgen
5.2 Über die Verschmutzung der Ozeane
5.2.1 Beispiel 1: Müllstrudel
5.2.2 Beispiel 2: Tote Zonen
5.2.3 Konsequenzen für uns und andere Organismen
5.2.4 Lösungen

6 Schlussbetrachtung

Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Sie sind Wiege des Lebens, Bestandteil wichtiger Kreisläufe und beherrschen das Wettergeschehen – die Ozeane. Unsere Erdoberfläche wird zu 71 Prozent von ihnen bedeckt und sie enthalten 97,5 Prozent des weltweit vorhandenen Wassers (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 13 f.). Es ist nicht verwunderlich, dass sie eine große Rolle für Pflanzen, Tiere und Menschen spielen. Wir wissen vieles über die Ozeane. Die Menschen kennen ihren Aufbau, verstehen, wie sie funktionieren und wissen, wie sie Nutzen aus ihnen ziehen können.

Doch die Meere sind keine unbegrenzt erneuerbare Ressource, sie brauchen unseren Schutz. Obwohl die Menschen vom Meer abhängig sind, behandeln sie es mit derartiger Geringschätzung und Ignoranz, dass die marinen Ökosysteme mittlerweile stark gefährdet sind. Durch unser Verhalten gefährden wir das, was wir als selbstverständlich erachten (vgl. HINRICHSEN 2011, S. 13 ff.). Schätzungsweise leiden vierzig Prozent der Weltmeere mittelschwer bis schwer direkt oder indirekt unter menschlichen Aktivitäten. Mangrovenwälder, Seegraswiesen und Salzwiesen „verschwinden 2 bis 15 mal schneller als der tropische Regenwald“ (HINRICHSEN 2011, S. 13).

In dieser Hausarbeit soll neben einigen Grundlagen die Bedeutsamkeit der Weltmeere vermittelt werden, um zu unterstreichen, dass jedes Lebewesen auf dieser Erde vom Zustand des größten Lebensraums der Welt betroffen ist. Dabei hat diese Hausarbeit keineswegs den Anspruch alle Facetten der Ozeane zu präsentieren. Sie soll nur einen kleinen Einblick in einige, teilweise sehr aktuelle, Themenfelder geben.

Mit den Beispielen des pazifischen und des atlantischen Ozeans sollen zunächst in Kurzform einige interessante Daten, Fakten und tektonische Besonderheiten der Weltmeere erläutert werden. Danach wird auf die Entstehung, den Aufbau und die Bedeutung der Meeresströmungen eingegangen. Hier soll auch deren Auswirkungen auf Lebensräume und Tiere ermittelt werden. Der größte Anteil dieser Arbeit widmet sich der Frage, welche anthropogenen, also durch Menschen verursachte, Probleme auftreten und welche Ursachen und Konsequenzen sie haben. Dabei soll auch auf Lösungsansätze und deren Umsetzbarkeit eingegangen werden. Neben den größeren Werken „Wissen neu erleben: Ozeane“ (HUTCHINSON U. HAWKINS 2004) und „Die Erde ist ein feuchter Fußball“ (OLBERS 2002) sollen zudem auch sehr aktuelle Publikationen wie „Plastic Planet – Die dunkle Seite des Kunststoffes“ (PRETTING U. BOOTE 2010) und der „Atlas der Küsten und Meere“ (HINRICHSEN 2011) genutzt werden. Auf Grund der Aktualität der behandelten Themen sollen zudem einige Internetquellen verwendet werden.

2 Die Ozeane

2.1 Entstehung

Das Wasser aus unserem Planeten Erde stammt aus zwei verschiedenen Quellen. Ein Teil der Wassermoleküle wurde durch Vulkanaktivitäten, die mehrere Millionen Jahre andauerten, und den damit verbundenen ständigen Ausstoß von Dampf und Gasen geliefert. Die zweite Quelle sind einer Theorie nach Eiskometen und große kosmische Schneebälle, die noch heute in die Erdatmosphäre eintreten, um dann über den Meeren zu verdampfen (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 20). Die Ozeanbecken, die sich mit diesem Wasser füllten, bildeten sich vor ca. 4,5 Milliarden Jahren (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 21). Die Landmassen, die höher als der Meeresspiegel lagen bildeten im Folgenden zusammen verschiedene Urkontinente. In der Zeit des Paläozoikum bis zum Mesozoikum (also vor 545 bis 65,5 Millionen Jahren) wird dieser Superkontinent als Pangäa bezeichnet. Der Superozean, der den Kontinent umgibt, trägt den Namen Panthalassa (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 21). Da ein Großteil des auf der Erde befindlichen Wassers hohe Mengen Salz enthält, ist es von großer Relevanz den Ursprung dieser Salinität zu bestimmen. Das Salz der Ozeane entstammt einer Regenperiode vor 4,3 Milliarden Jahren, die 10 Millionen Jahre lang andauerte. Der ständige Regen führte in dieser Zeit zu einer Abkühlung der Erdoberfläche und der Auswaschung von Salzen aus Gesteinen. Dieser Prozess trug neben einem erhöhten Ausstoß von vulkanischen Gasen zur Bildung einer komplexen Salzlösung bei. Meere mit einer besonders hohen Salinität finden wir an Standorten, an denen das ganze Jahr lang große Mengen Wasser verdunsten. Ein Beispiel hierfür ist das Tote Meer (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 39).

2.2 Einteilung

Das Weltmeer kann in fünf Ozeane eingeteilt werden: Der arktische Ozean, der atlantische Ozean, der pazifische Ozean, der indische Ozean und der antarktische Ozean. Die Grenzen werden dabei durch Landmassen, Meerengen, die Längengrade herausragender Kaps und die Breitengrade des antarktischen Zirkumpolarstroms definiert (vgl. LASS 2008).

3 Pazifik und Atlantik – Allgemeine Daten und tektonische Besonderheiten

3.1 Pazifik

Der Pazifik bedeckt etwa ein Drittel der Erdoberfläche und ist damit der größte Ozean der Welt. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von etwa 4000 m und einer maximalen Tiefe von 11000 m im Marianengraben ist er überdies der tiefste Ozean. Die Beringsee, das ostchinesische Meer und das japanische Meer zählen zu seinen wichtigsten Nebenmeeren. Wichtige Ressourcen des Pazifiks sind Manganknollen, Erdöl und Erdgas sowie Fischbestände und Krabben. Große Teile der ozeanischen Kruste bilden Subduktionszonen, konvergierende Plattengrenzen an denen eine Lithosphärenplatten unter eine andere taucht. Infolgedessen ist hier eine hohe geologische Aktivität, zum Beispiel in Form von Erdbeben und Vulkanausbrüchen, zu verzeichnen (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 32). Der Marianengraben ist nicht nur eine große Subduktionszone, sondern die tiefste Stelle der Weltmeere. Diese Tiefseerinne liegt 11000 m unter dem Meeresspiegel und ist 2400 m lang (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 32). Eine weitere tektonische Erscheinung ist der ozeanische Intraplattenvulkanismus im Gebiet um Hawaii. Intraplattenvulkanismus spielt an Standorten eine Rolle, an denen Meeresboden gestaucht wird und sich dadurch vulkanisches Gestein in großen Mengen ansammelt. Dort überragt es dann den Meeresspiegel und bildet Inseln. Durch die Bewegung der pazifischen Platte, die unter Hawaii liegt, verschiebt sich der Ausbruch des vulkanischen Gesteins aus der Platte immer wieder. So entsteht an dieser Stelle eine Kette von Inseln. Die älteren befinden sich durch die nordwestliche Bewegung der Platte im Norden, die jüngeren Inseln im Süden (vgl. HAASE 2009).

3.2 Atlantik

Der Atlantik ist der zweitgrößte Ozean der Erde und nimmt etwa ein Fünftel der Erdoberfläche ein. Er gehört zu den relativ jungen Ozeanen, da er sich erst vor 150 Millionen Jahren bildete. Die wichtigsten Nebenmeere sind das Nordpolarmeer, das amerikanische Mittelmeer, das europäische Mittelmeer sowie die Nord- und Ostsee (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 28). Da sich die Kontinente dem Atlantik zuneigen, münden in ihn die meisten großen und bedeutenden Flüsse. Der Atlantik stellt eine wichtige Quelle für Ressourcen wie Erdöl und Erdgas. Zudem liegen im Bereich der Schelfgebiete einige der ältesten Fischgründe, die kommerziell genutzt werden. Diese haben jedoch mittlerweile an Bedeutung verloren, da die Fischbestände in den 90er Jahren auf Grund von Überfischung einbrachen (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 29).

Eine tektonische Besonderheit ist der mittelatlantische Rücken. Er besteht aus einer Erhebung im Ozean, an der neuer Ozeanboden entsteht. Die äußere Schicht der Erde ist an diesen Stellen aufgebrochen und die Teile bewegen sich voneinander weg. Mit einer Länge von 11000 km ist er der größte mittelozeanische Rücken der Welt (vgl. BAHLBURG u. BREITKREUZ 2008, S. 202).

4 Meeresströmungen

4.1 Die Kopplung von Atmosphäre und Ozean

Um die Entstehung und den Verlauf von Meeresströmungen zu erläutern, ist ein Verständnis von der Verbindung und den Wechselwirkungen zwischen der Atmosphäre und den Ozeanen erforderlich. Denn diese Wechselwirkungen beeinflussen nicht nur das Klimageschehen, sondern sind auch Motor für die Meeresströmungen. Diese wiederum beeinflussen ebenfalls das Klima (vgl. OLBERS 2002, S. 35).

Als erstes werden die wichtigen Klimavariablen Temperatur und Niederschlag maßgeblich durch den Austausch von Wärme und Feuchtigkeit der Atmosphäre mit dem Ozean bestimmt. Der Ozean ist eine unbegrenzte Quelle für Wasserdampf. Somit ist die Lage von Gebieten mit hohem Niederschlag von den Oberflächenbedingungen des Ozeans und der Verteilung von Land- und Wassermassen abhängig. Weiterhin stellt der Ozean auf unserem Planeten den bedeutendsten Langzeitspeicher für Wärme dar. Somit ist er die wichtigste Wärmequelle der unteren Atmosphäre (vgl. OLBERS 2002, S. 35). Durch diese beiden Beispiele wird deutlich, dass das Klimageschehen in der Atmosphäre an den Ozean gekoppelt ist. Die Atmosphäre beeinflusst wiederum die Zirkulation des Ozeans durch Windreibung und Wärmeaustausch zwischen Wasser und Luft an der Ozeanoberfläche. Hierbei wird thermische und mechanische Energie übertragen (vgl. OLBERS 2002, S. 35 f.).

4.2 Der Antrieb der Zirkulation und die Einteilung der Meeresströmungen

Die ozeanische Zirkulation wird, wie bereits erwähnt, durch mehrere Faktoren beeinflusst und angetrieben: Die Struktur und Stärke der Windsysteme, Niederschlag, Wärme und die Struktur der Ozeanbecken. Entsprechend den stattfindenden Bewegungsvorgängen und den Transporteigenschaften werden die Meeresströmungen in zwei Haupttypen eingeteilt (vgl. OLBERS 2002, S.36). Diesen zwei Zirkulationsarten können weiterhin unterschiedliche Erscheinungsformen zugeordnet werden (vgl. OLBERS 2002, S.37). Die windgetriebene Zirkulation wird als Oberflächenzirkulation bezeichnet. Sie ist verantwortlich für horizontale, über weite Teile der Ozeanbecken verlaufende, Wirbel. Eine charakteristische Erscheinung sind große subtropische Wirbel. Getrieben von den Passatwinden fließen in den äquatornahen Gebieten Ströme in Richtung Westen. Hier erfolgt danach eine Trennung des Stroms durch den ostwärts fließenden Äquatorialstrom. Danach fließen die Wassermassen in den höheren Breiten des Atlantiks und Pazifiks ostwärts. Diesem Strom entspricht auf der Südhalbkugel der weltumspannende Zirkumpolarstrom (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 37). Abschließend wird das Wasser einer schwachen, breiten Strömung zugeführt, die sich über die ganze Breite der Ozeanbecken erstreckt und das Wasser in die Richtung des Äquators rezirkuliert. Eine weitere Form der Oberflächenzirkulation sind kleine Wirbelfelder, die in den erwähnten großräumigen Zirkulationen zu finden sind. Sie können nicht als isolierte Wirbel angesehen werden, sondern sind als nicht einzugrenzende Erscheinung zu bezeichnen, die eine "amorphe Strömung" aufweisen (OLBERS 2002, S. 37).

Die zweite Zirkulationsart ist die thermohaline Zirkulation, die in Form von vertikalen Wirbeln auftritt. In polaren Regionen und kalten Meeresgebieten mit einer hohen Verdunstung kommt es zu einer Erhöhung der Dichte der oberen Wassermassen (vgl. OLBERS 2002, S.37). Denn je höher die Salinität des Meerwassers und je niedriger seine Temperatur ist, desto höher ist seine Dichte und desto schwerer wird es (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 44). Folglich sinken die schwereren Wassermassen teilweise bis zum Meeresboden ab. So entsteht ein vertikaler Umwälzungsprozess, der zur Belüftung der unteren Wassermassen dient (vgl. OLBERS 2002, S. 37). Diese weltumspannende thermohaline Zirkulation wird oft als "globales Förderband" bezeichnet (vgl. OLBERS 2002, S. 39). Die beiden Strömungstypen sind als ein stark gekoppelter Prozess anzusehen, da ein Teil der durch thermohaline Zirkulation zum Meeresboden verschobenen Wassermassen in einigen Ozeanbecken wieder aufquellt und so in die Oberflächenströmung zurückkehrt (vgl. OLBERS 2002, S. 39 f.).

Der Golf-Strom ist die größte und bekannteste westliche Randströmung und damit ein gutes Beispiel für eine Meeresströmung. Er bildet sich im Golf von Mexiko, ist bis zu 450 m tief und fließt mit einer Geschwindigkeit von 6,5 km/h (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 46). Sein Weg führt den Strom zunächst entlang der nordamerikanischen Küste nordwärts, um dann vor Cape Hatteras nach Osten abzubiegen. Dort trifft er auf den kalten Labradorstrom, hier herrscht notorischer Nebel vor. Sobald er in der Nähe des zentralen atlantischen Ozeans ist, wird er als nordatlantischer Strom bezeichnet. Nach einer Teilung fließt ein Arm des Stroms Richtung Süden, der andere Teil fließt Richtung Nordwesteuropa. Schildkröten, die sich vom Strom tragen lassen, verpassen manchmal die „Abzweigung“ nach Süden und werden bis zur Atlantikküste Europas getragen (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S. 46 f.).

4.3 Die Bedeutung der Meeresströmungen

Die Zirkulationsformen spielen auf lange Sicht (Dekaden und Jahrhunderte) beim Wärmetransport vom Äquator zu den Polen eine herausragende Rolle (vgl. HINRICHSEN 2011, S.36). Ein Beispiel für die enorme Beeinflussung des Klimas durch die Meeresströmungen ist der Benguelastrom, der an der Südwestküste Afrikas entlang fließt. Da er aus antarktischen Gewässern kommt, transportiert er sehr kaltes Wasser. Dieses entzieht der Luft über dem Meer Wärme und trocknet sie aus. So bleibt für das Land Luft mit einer sehr geringen Feuchtigkeit zurück. Folglich entsteht an der Küste eine Wüste – die Skelettwüste Namibias (vgl. HUTCHINSON U. HAWKINS 2004, S.42 f.).

Zudem regeln die Zirkulationssysteme die Belüftung des tiefen Ozeans, in dem sie Salze, Sauerstoff, Kohlendioxid und andere Stoffe transportieren und so die Versorgung mit Nährstoffen sichern (vgl. OLBERS 2002, S.40).

5 Anthropogene Probleme

5.1 Über die Bedeutung der Fischerei und ihre Folgen

Meeresorganismen decken als wichtige tierische Eiweißquelle fast 20 Prozent des menschlichen Nahrungsbedarfs ab. In manchen Ländern sind es sogar an die hundert Prozent. Fische und andere Meeresorganismen sind also unersetzlich für das Überleben der Menschheit (vgl. HINRICHSEN 2011, S. 15). Doch unser Umgang mit dieser vergänglichen Ressource ist alles andere als nachhaltig und schonend. Das Jahr 2007: Fast zwanzig Prozent aller Fischgründe sind übernutzt. Nur zwei Prozent der Bestände werden unternutzt. Ein Rückgang der Fangerträge scheint unumgänglich. Laut der FAO, der „Food and Agriculture Organisation of the United States“, sind in den letzten Jahren die Fangerträge in 11 von 15 der wichtigsten Fischgründe zurückgegangen (vgl. HINRICHSEN 2011, S. 15). Dieser Prozess scheint eine logische Konsequenz zu sein, denn niemand ist offizieller Besitzer der Ressource. So wird sie von jedem nach Gutdünken benutzt und ausgebeutet. Hinrichsen beschreibt in seinem Buch sehr genau diese Problematik. Ohne die Vereinbarung und Durchsetzung von Managementplänen, so Hinrichsen, besteht keine Hoffnung, dass sich die marinen Bestände und Ressourcen jemals erholen werden (vgl. HINRICHSEN 2011, S. 15).

Laut einer Prognose werden viele Fischarten bereits Mitte dieses Jahrhunderts ausgestorben sein, sollte die Ausbeutung der Fischbestände weiter in diesem Maße stattfinden (vgl. HINRICHSEN 2011, S.37). Die Gründe sind eindeutig. Neben einem enormen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Fisch und anderen marinen Organismen, sind auch die Erträge der Fischereiflotten gestiegen. Die Fischer arbeiten mit besseren Ortungssystemen, die ihnen das Aufspüren und Fangen der Zielarten enorm erleichtern. Hinzu kommt das eindeutige Versagen bei der Entwicklung und Umsetzung des effizienten und nachhaltigen Fischereimanagements (vgl. HINRICHSEN 2011, S. 37). Weiterhin wird die Ausbeutung der Fischbestände oft subventioniert, denn sie birgt für Entwicklungsländer eine große Einnahmequelle. Die damit einhergehende Ausrottung der Arten und Ökosysteme wird vertuscht und der gefangene Fisch wird billig in den Industrieländern verkauft (vgl. SUEDDEUTSCHE ZEITUNG 2002). Die Konsequenzen der oben genannten Probleme sind verheerend: Mehr als die Hälfte der Meeresfischbestände sind überfischt, ein Viertel in bedenklichem Zustand. Doch nicht nur die kommerziell genutzten Fischarten sind gefährdet. In den riesigen Schleppnetzen, die durch die Meere gezogen werden, verfangen sich neben ihnen auch Tiere, die als wertloser Beifang bezeichnet werden. Sie werden zurück in den Ozean gekippt und zerstören den Meeresboden und das dort liegende Ökosystem (vgl. HINRICHSEN 2011, S.37).

Gegenmaßnahmen sind schwierig zu entwickeln und umzusetzen. Trotz allem gibt es Versuche wie das supranationale Überfischungsabkommen, Meeresschutzgebiete, Fischerei-Schutzzonen und das blaue Siegel auf Fischprodukten (vgl. GREENPEACE e.V. 2010). Das blaue Siegel des „Marine Stewardship Council“ garantiert, dass von dem gekennzeichneten Fisch nicht mehr gefangen wird als nachwachsen kann. Bereits vier Prozent der weltweit gefangenen Fische tragen dieses Zertifikat (vgl. DER TAGESSPIEGEL 2007).

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Details

Titel
Pazifik und Atlantik. Globale Bedeutung, anthropogene Probleme und Handlungsmöglichkeiten
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Ausgewählte Themen der Landschaftsökologie
Note
1,7
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V335552
ISBN (eBook)
9783668254268
ISBN (Buch)
9783668254275
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ozeane, Pazifik, Atlantik, Meeresströmungen, Müllstrudel, Tote Zonen
Arbeit zitieren
Anonym, 2012, Pazifik und Atlantik. Globale Bedeutung, anthropogene Probleme und Handlungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335552

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