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Gesundheitswahn? Selbstoptimierung und individueller Zwang als Reaktion auf sozialen Druck zur gesunden Ernährung

Titel: Gesundheitswahn? Selbstoptimierung und individueller Zwang als Reaktion auf sozialen Druck zur gesunden Ernährung

Bachelorarbeit , 2016 , 63 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Catharina Thelen (Autor:in)

Gesundheit - Ernährungswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit wird eine Veränderung im Ernährungsverhalten von Menschen behandelt. Das individuelle Ernährungsverhalten von Menschen ändert sich mit Wandel der Kultur und Strukturen in der Gesellschaft, denn Gesellschaft und Individuum bedingen sich wechselseitig. Das Umfeld beeinflusst das Individuum, welches sich wiederum mit seinem Verhalten auf seine Umwelt auswirkt.

Durch den Megatrend Gesundheit stellt sich für einige Menschen der Fokus auf gesunde Ernährung. Über die Art und Weise des Ernährungsstils lässt sich ein Status nach außen zeigen und Anerkennung für den Selbstwert erfahren. Wer sein affektives Verhalten nicht unter Kontrolle hat und ungesunde Nahrungsmittel zu sich nimmt, zeigt das unter Umständen öffentlich über die Körperform, welche von der Gesellschaft als undiszipliniert erworben abgetan wird. Bei einigen Menschen veranlasst der gesellschaftliche Druck einen individuellen Zwang, sich gesund ernähren zu müssen, bzw. den Drang dazu, sich im Hinblick auf die gesunde Ernährung selbst zu optimieren.

Dabei leisten technische Hilfsmittel, wie die App für Smartphones, Unterstützung bei der Kontrolle des Essverhaltens. Die aufschwingende Fixierung auf gesunde Ernährung birgt allerdings auch Gefahren, sodass Essstörungen begünstigt werden können oder die Besessenheit in das Phänomen Orthorexia nervosa führen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Ernährung

1.1 Ernährungssituation

1.2 Essverhalten

2 Wandel der gesellschaftlichen Strukturen

2.1 Individualisierte Gesellschaft

2.2 Wertewandel

2.2.1 Schlankheitsideal

2.2.2 Megatrend Gesundheit - Gesundheitsstreben

2.3 Essen als individuelle Freiheit versus sozialer Zwang

2.4 Gesundheitsbegründete Anforderungen an das Individuum

2.5 Affektkontrolle

3 Einflüsse auf das Individuum

3.1 Auswirkung der Beziehung auf das Selbstkonzept

3.2 Übernehmen von Ernährungstrends

3.3 Identitätsfindung

3.3.1 Anerkennung

3.3.2 Ernährung als Statussymbol

4 Informationsverhalten von Verbrauchern

4.1 Anpassung an Versorgungsströme und Notwendigkeit zur Differenzierung

4.2 Informationsgläubigkeit und Organisation des Informationschaos‘

4.3 Handlungsfähigkeit durch Faustregeln und konkurrierende Bildprogramme

4.4 Informationsflut führt zur Unsicherheit

5 Selbstoptimierung

5.1 Sicherheit durch persönliche Leistung

5.2 Hilfestellung zur verstärkten Affektkontrolle über Smartphone Applikationen

5.2.1 Bedürfnis nach Anerkennung über soziale Netzwerke

5.2.2 Selbstoptimierungsdrang

5.3 Intensive Auseinandersetzung mit Essen führt zu gestörtem Essverhalten

5.3.1 Phänomen Orthorexia nervosa

5.3.2 Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl

5.3.3 Auswirkungen der Fixierung auf die gesunde Ernährungsweise

6 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Druck zur gesunden Ernährung, dem daraus resultierenden Wunsch nach Selbstoptimierung und der Entstehung von individuellem Zwang im Ernährungsverhalten. Es wird analysiert, wie moderne Technologien und soziale Netzwerke diesen Prozess beeinflussen und zu potenziell gestörten Essmustern wie Orthorexia nervosa führen können.

  • Gesellschaftlicher Wandel und der "Megatrend Gesundheit"
  • Einfluss sozialer Medien und Apps auf das Essverhalten
  • Psychologische Mechanismen der Selbstoptimierung
  • Risiken der extremen Fixierung auf eine "gesunde" Ernährungsweise
  • Die Rolle der Anerkennung und Identitätsfindung durch Ernährung

Auszug aus dem Buch

5.2.1 Bedürfnis nach Anerkennung über soziale Netzwerke

In der Zeit der heutigen Informationsgesellschaft ist es den Menschen möglich, unmittelbar Informationen über das Internet abzurufen und weiterzugeben (BMBF 2016). Bei der modernen medialen Erweiterung des Selbst wird die physische Welt weitgehend mit der virtuellen verbunden. In diesem Kapitel liegt die Aufmerksamkeit auf der Vernetzung von Menschen, die im Hinblick auf ihr Ernährungsverhalten und über den Transfer von Daten ihres Ernährungsstatus‘ im Austausch stehen, der mittels einer App festgehalten wurde. Ergänzend zur Aufzeichnung von Daten und Informationen besteht die Möglichkeit, die erbrachten Aktivitäten und Leistungen via E-Mail, SMS oder Internet über soziale Medien an Freunde und Familie mitzuteilen. So werden die Daten in einen Kontext gesetzt und ebenso kann sich eine positive Rückmeldung von sozialen Beziehungen positiv auf die Motivation für weiterfolgende Aktivitäten auswirken (ebd). Das Mitteilen von Leistungen wird aus dem Wunsch nach Aufmerksamkeit und Zuneigung hervorgebracht.

Das narzisstische Menschenbild, wie es Hans-Joachim Maaz erklärt, entsteht bereits in der frühzeitlichen Mutter-Kind-Beziehung, wenn das Neugeborene nicht ausreichend Zuneigung bekommt, und entwickelt sich fortlaufend unter dem Entzug von ausreichend Liebe (MAAZ 2013, S. 7). Trotz Vorhandenseins von entwicklungsgefährdenden Risikofaktoren muss allerdings kein negativer Entwicklungsverlauf vorprogrammiert sein (RICHTER-KORNWEITZ 2015, S. 110). Es kommt dabei wesentlich auf den individuellen Prozess an. Jedes Individuum hat andere Persönlichkeitseigenschaften und vielfältige Schutzfaktoren können wirksam werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ernährung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung des modernen Ernährungsverhaltens und differenziert die Begriffe Essen und Ernährung.

2 Wandel der gesellschaftlichen Strukturen: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Kontext der Individualisierung und des Megatrends Gesundheit als neue gesellschaftliche Norm.

3 Einflüsse auf das Individuum: Hier wird analysiert, wie sich das Umfeld auf das Selbstkonzept auswirkt und welche Rolle Identitätsfindung sowie Anerkennung spielen.

4 Informationsverhalten von Verbrauchern: Dieses Kapitel beschreibt die psychologischen Herausforderungen im Umgang mit der Informationsflut über Lebensmittel und die Suche nach Orientierung.

5 Selbstoptimierung: Der Hauptteil untersucht detailliert, wie technologische Hilfsmittel wie Apps zur Kontrolle des Essverhaltens beitragen und welche psychischen Risiken durch gesteigerten Leistungsdruck entstehen.

6 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor einer Übersteigerung der Gesundheitsfixierung, die zu Zwang und sozialer Isolation führen kann.

Schlüsselwörter

Selbstoptimierung, Ernährung, Gesundheit, Megatrend, Orthorexia nervosa, Soziale Netzwerke, Identität, Anerkennung, Essverhalten, Smartphone Apps, Leistungsgesellschaft, Konsumverhalten, Psychologie, Körperbild, Ernährungspsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Erwartungen an einen gesunden Lebensstil und dem individuellen Zwang, den eigenen Körper zu optimieren.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Schwerpunkte liegen auf dem gesellschaftlichen Wertewandel, der psychologischen Bedeutung von Ernährung als Statussymbol sowie den Auswirkungen von Smartphone-Apps auf die Selbstwahrnehmung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, inwiefern der soziale Druck zur gesunden Ernährung bei Individuen Selbstoptimierungszwänge auslöst und welche Rolle technische Hilfsmittel bei der Entwicklung eines gestörten Essverhaltens spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Zusammenführung aktueller soziologischer und psychologischer Erkenntnisse zur Ernährungspsychologie und Konsumforschung.

Was wird im umfangreichen Hauptteil thematisiert?

Der Hauptteil analysiert, wie der Einzelne versucht, in einer komplexen Welt durch Datenkontrolle (z.B. mittels Apps) Sicherheit zu gewinnen, und beleuchtet die dunklen Seiten dieses Prozesses, wie etwa die Entwicklung von Orthorexia nervosa.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Selbstoptimierung, Gesundheitswahn, Affektkontrolle, Orthorexie, Identitätsfindung und digitale Selbstvermessung.

Was ist das spezifische Phänomen "Orthorexia nervosa"?

Es bezeichnet eine krankhafte, zwanghafte Fixierung auf die Reinheit und Qualität von Lebensmitteln, bei der die Auswahl der Nahrungsmittel oft extrem eingeschränkt wird.

Wie beeinflussen Smartphone-Apps das menschliche Essverhalten?

Apps fungieren als externe Steuerungssysteme, die durch Protokollierung und Datenauswertung zu einer Rationalisierung des Essverhaltens führen, aber auch den Leistungsdruck und die Überwachung des eigenen Körpers verstärken.

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Details

Titel
Gesundheitswahn? Selbstoptimierung und individueller Zwang als Reaktion auf sozialen Druck zur gesunden Ernährung
Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
1,7
Autor
Catharina Thelen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
63
Katalognummer
V335622
ISBN (eBook)
9783668257283
ISBN (Buch)
9783668257290
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitswahn Megatrend Gesundheit Trend Gesundheit Gesellschaft Selbstoptimierung Apps Fitness App sozialer Druck Individuum Ernährung gesunde Ernährung Selbstkozept Schlankheitswahn Schönheitsideal Affektkontrolle Essverhalten individualisierte Gesellschaft Ernährung als Statussymbol Selbstkontrolle Anerkennung Sicherheit durch persönliche Leistung Soziale Netzwerke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Catharina Thelen (Autor:in), 2016, Gesundheitswahn? Selbstoptimierung und individueller Zwang als Reaktion auf sozialen Druck zur gesunden Ernährung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335622
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Leseprobe aus  63  Seiten
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