Die Alpen gehören zu den jungen Falten- und Deckengebirgen, die am Ende der Kreidezeit und im Tertiär entstanden sind. Die Alpen sind innerhalb Europas ein einzigartiger Naturraum, das als ausgeprägte Klimascheide zwischen dem gemäßigten Mitteleuropa und dem subtropischen Mittelmeergebiet von großer Bedeutung ist. Das Gebirge erstreckt sich in einem 1200 km langen bogenförmigen Verlauf, mit einer Fläche von rund 181.500 km². Davon liegen etwas 113.000 km² oberhalb 2000 m. ü.M. Die größte Breite wird in den Ostalpen erreicht (Bodensee – Verona: mehr als 200 km). Am schmalsten sind die Westalpen (150 km), wo allerdings der höchste Berg der Alpen liegt (Mont Blanc, 4.807 m ü.M.). Der Alpenbogen erstreckt sich zwischen Alpennin und Wiener Becken auf einer Länge von rund 1000 km. Sieben Staaten haben Anteil an den Alpen: Österreich, Schweiz, Deutschland, Frankreich, Liechtenstein, Italien und Slowenien. Die Alpen sind ein Kollisionsorogen, d.h. sie sind entstanden durch eine Kontinent-Ozean- Kontinent-Kollision. Durch den Zusammenprall der Afrikanischen mit der Europäischen Kontinentalplatte kam es zu einer Verdickung der Erdkruste von ursprünglich rund 30 km auf bis zu 60 km in den Alpen. Die Heraushebung und das Erscheinungsbild als Hochgebirge ist erst ein relativ junges Phänomen seit dem Jungtertiär. Mit dem Aufsteigen über den Meeresspiegel im Tertiär begann die Entwicklung des Reliefs. Im Pleistozän setzten dann die Vergletscherungen im Wechsel der Eiszeiten und Warmzeiten ein und formten das charakteristische Hochgebirgsrelief.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Geologie der Alpen
1.1. Geologischer Bau der Alpen
1.2. Tektonische Großgliederung
2. Entstehung der Alpen
3. Die Gestaltung der Alpen durch das Eiszeitalter
3.1. Die Gletscher
3.2. Entstehung von Gletschern
3.3. Aufbau und Eigenschaften von Gletschern
3.4. Glaziale Formen und Prozesse
3.5. Bedeutung der Gletscher
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die geologische Entstehung der Alpen sowie deren landschaftliche Prägung durch eiszeitliche Prozesse. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen plattentektonischen Vorgängen, der Heraushebung des Hochgebirges und der erosiven Wirkung von Gletschern aufzuzeigen.
- Geologischer Aufbau und tektonische Gliederung des Alpenraums.
- Phasen der Gebirgsbildung von der Trias bis zum Tertiär.
- Die Rolle der pleistozänen Eiszeiten bei der Reliefgestaltung.
- Glaziale Prozesse, Erosionsformen und deren Bedeutung für das heutige Landschaftsbild.
Auszug aus dem Buch
3.4. Glaziale Formen und Prozesse
Glaziale Formen sind Abtragungs- und Aufschüttungsformen, die auf die Tätigkeit bewegten Gletschereises zurückgehen. Zu den typischen glazialen Erosionsformen zählen Kare, die Trogtäler, die geschliffenen Felswände, Rundhöcker, Hängetäler und die Talübertiefungen, so genannte Zungenbecken.
Die gewaltigen Erosionsleistungen der Eisströme in den Alpen erbrachte das Eis nur der aus Untergrund aufgenommenen und an der Sohle mitgeschleppten Gesteinsfragmenten. Dabei wirkten größere Blöcke und Körner kratzend-scheuernd, wogegen die feinsten Korngrößen eine schleifend-polierende Wirkung hatten. Durch diesen Prozess wurde der Untergrund der Gletscherströme überarbeitet und tiefer gelegt. Dabei wurden aufragende Buckel und Erhebungen zu Rundhöckern umgeformt oder gänzlich erodiert.
Die Erosionsleistung eines Eisstromes ist von der Menge des zur Verfügung stehenden Basisschutts und andererseits von der Mächtigkeit des Eisstromes und dem damit erzeugten Druck auf den Untergrund abhängig. Die Erosionsleistung des Gletschers ist im Haupttal größer als in kleineren Nebentälern, wodurch die so genannten Hängetäler entstehen. Eine weitere Folge der schürfenden Arbeit des Gletschers, ist das U- oder Trogtal, das in vielen Tälern der Alpen schön entwickelt ist. Trogtäler weisen einen breiten Talboden auf, der beidseitig in steil bis senkrecht aufstrebende Talflanken übergeht.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die geographische Lage, Ausdehnung und die Kollisionsgeschichte der Alpen als junges Faltengebirge.
1. Geologie der Alpen: Analyse des Grund- und Deckgebirges sowie Unterteilung in die tektonischen Einheiten Helvetikum, Penninikum, Ostalpin und Südalpin.
2. Entstehung der Alpen: Chronologische Betrachtung der plattentektonischen Entwicklungen von der Trias über den Jura bis zur Kreidezeit.
3. Die Gestaltung der Alpen durch das Eiszeitalter: Detaillierte Untersuchung der eiszeitlichen Phasen und der formenden Kraft der Gletscher auf die alpine Geomorphologie.
4. Zusammenfassung: Synthese der geologischen und klimatischen Faktoren, die das heutige Gesicht der Alpen geprägt haben.
Schlüsselwörter
Alpen, Plattentektonik, Orogenese, Geologie, Gletscher, Eiszeitalter, Moränen, Erosion, Trogtal, Sedimentation, Tethys, Pleistozän, Deckgebirge, Relief, Gebirgsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der physischen Entstehung der Alpen, beginnend bei den tektonischen Grundlagen bis hin zur landschaftlichen Formung durch das Eiszeitalter.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die geologische Großgliederung der Gesteinskomplexe sowie die glazialen Erosions- und Aufschüttungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die wissenschaftliche Darstellung der komplexen Wechselwirkung zwischen endogenen Kräften (Gebirgsbildung) und exogenen Kräften (Verwitterung/Gletscher) über geologische Zeiträume hinweg.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Geologie-Analyse, die aktuelle geowissenschaftliche Erkenntnisse zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der tektonischen Unterteilung (Helvetikum, Penninikum etc.) über die Entstehungsphasen in den verschiedenen Erdzeitaltern bis hin zu den spezifischen Wirkmechanismen der Gletscher.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Orogenese, Plattentektonik, Gletscherdynamik, Moränenbildung und das Pleistozän.
Warum unterscheiden sich die West- und Ostalpen in ihrer Vereisung?
Der Unterschied begründet sich primär in der Luv- und Lee-Lage: Die Westalpen erhielten durch die vorherrschenden Westwinde deutlich höhere Niederschläge, was die Bildung umfangreicherer Eismassen ermöglichte.
Welche Rolle spielt die Insubrische Linie für den tektonischen Bau?
Sie fungiert als gewaltige Bruchfläche, die die Südalpen aufgrund ihres abweichenden Faltungsbaus vom restlichen Alpenkörper geologisch trennt.
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- Robert Nemitz (Autor), 2004, Die Alpen - Entstehung eines Hochgebirges, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33571