Onlinekommunikation - eine empirische Analyse einer christlichen online-community


Hausarbeit, 2004

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2. Begriffsklärung
2.1 Soziale Strukturen im Internet
2.2 Kommunikationskanäle im Internet

3 Die Community JESUS.DE
3.1 Willkommen bei JESUS.DE
3.2 Foren
3.3 Der Chat
3.4 Gebetsgemeinschaft
3.5 HelpTe@m

4 Methoden zur Untersuchung der Community

5 Ergebnisse der Studie
5.1 Im Internet ist man Jung: Alterszusammensetzung von JESUS.DE
5.2 Christen unter sich?!
5.3 Identifikation mit der Community
5.4 Nutzungshäufigkeit der Community-Elemente

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang

1 Einführung

Die Nutzungszahlen des Internets steigen anhaltend an; Chats und Diskussionsforen aber auch E-Commerce und Informationsangebote erfreuen sich steigender Beliebtheit. Viele Studien sind daher zu den sozialen Möglichkeiten des Netzes entstanden: Bietet das Internet überhaupt eine Plattform, um enge Kontakte zu knüpfen? Traditionelle Gemeinschaftsbegriffe scheinen sich zu wandeln, neue Kontaktmöglichkeiten breiten sich durch Computervermittelte Kommunikation (CvK) aus.

Gleichzeitig zu der rasch ansteigenden Nutzung des Internets, verlieren die großen Kirchen, gerade in Deutschland, zunehmend ihre Mitglieder. Besteht eine Möglichkeit darin, das Medium Internet mit all seinen Möglichkeiten für Gläubige als Plattform zu etablieren?

Die vorliegende Arbeit widmet sich daher einem noch eher unerforschten Bereich innerhalb der Onlineforschung: Religion im Internet. Am Beispiel einer christlichen, überkonfessionellen Community soll untersucht werden, welche Kommunikationskanäle sich eignen, um soziale Kontakte und Freundschaften auszubilden. Zusätzlich soll die Alterstruktur der Nutzer ermittelt und in Bezug zu der Nutzung und dem Integrationsgrad der Online Gemeinschaft gebracht werden. Die zentrale These lautet, dass eine christliche Community als Ersatz für eine schwach ausgeprägte, lokale, christliche Gemeinschaft dient. Dies ist insbesondere im Hinblick auf jüngere Christen interessant, die sich oft von den Angeboten in ihrem Umfeld nicht angesprochen fühlen. Dabei versteht sich die vorliegende Studie als exemplarisch und kann aufgrund des sehr komplexen Themenfeldes und dem geringen Umfang nicht als repräsentativ gelten.

Nach der Klärung der Begriffe und einer kurzen historischen Einordnung des Community-Begriffes und dem Erläutern der Formen von Computervermittelter Kommunikation in Kapitel zwei dieser Arbeit, folgt im dritten Kapitel die Vorstellung der untersuchten Community JESUS.DE. Kapitel vier legt anschließend die Untersuchungsmethoden und die Herangehensweise der Studie dar, deren Ergebnisse im darauf folgendem Kapitel betrachtet werden und in Bezug auf die aufgeworfene Fragestellung erläutert werden. Die Arbeit schließt mit einer Gesamtbetrachtung der gewonnen Ergebnisse ab und geht auf die aufgestellten Thesen mit einem Fazit ein.

2. Begriffsklärung

Bevor JESUS.DE genauer betrachtet wird, müssen zunächst die zentralen und wichtigen Begrifflichkeiten Computervermittelter Kommunikation, welche im Zuge der Verbreitung des Internets seit dem Ende der 80er Jahren an Bedeutung gewonnen hat, genauer definiert und erklärt werden. In der wissenschaftlichen Literatur herrscht nach wie vor keine Einigkeit über den Gemeinschaftsbegriff (Schroth 2002: 180 und Fix 2001: 76). Oft werden Begriffe wie Gemeinschaft, Gruppe oder Netzwerk synonym verwendet, vermischen sich Alltagsbedeutungen mit wissenschaftlichen und finden Konnotationen aus der Geschichte Einzug in die Diskussion über soziale Zusammenschlüsse im Internet (Döring 2003: 492-493). Auch Udo Thiedeke stellt fest, dass im Bereich der Forschung zu „sozialen Aggregaten“ im Internet keine einheitliche Namensgebung stattfindet. Der Begriff „Gemeinschaft“ wird dabei „häufig aus der angelsächsischen Literatur übernommen, ohne das die kulturellen Grundlagen des ‚community’-Begriffes weiter hinterfragt werden“ (Thiedeke 2000: Einleitung). Es ist daher unablässig einen Überblick über die verschiedenen Definitionen und deren historische Begründung zu geben um letztlich zu einer einheitlich gestalteten Begrifflichkeit zu gelangen auf deren Grundlage die vorangestellte These diskutiert werden kann

2.1 Soziale Strukturen im Internet

Das Internet bietet eine große Anzahl von Möglichkeiten interpersoneller Kommunikation. Menschen, die sich noch nie im Leben gesehen haben, bekommen durch das „neue“ Medium Internet die Möglichkeit in Kontakt zueinander zu treten. Howard Rheingold beschreibt in seinem 1993 erschienenem Buch „virtual communities“ eindrucksvoll, welche Faszination von diesen Kontakten ausgeht und wie intensiv solche Beziehungen sein können (vgl. Rheingold 1993). Sein Buch liefert auch eine der ersten Definitionen von virtueller Gemeinschaft, die auf der Basis des Internets entstanden und ausschließlich durch die Existenz des Internets überlebensfähig ist.

„Virtual communities are social aggregations that emerge from the net when enough people carry on those public discussions long enough, with sufficient human feeling, to form webs of personal relationships in cyberspace.“ (Rheingold 1993: 18)

Rheingold verwendet hier den Begriff der Community - also der Gemeinschaft - bereits im Kontext einer „virtuellen“, also nicht real existierenden Gemeinschaft. Zunächst soll jedoch die historische Sichtweise des Gemeinschaftsbegriffes erläutert werden.

Seinen Ursprung hat der Begriff in der traditionellen Soziologie. Hier wurden im Laufe der Jahre mehrere Ansätze entwickelt, um soziale Beziehungen zu klassifizieren. (Schroth 2002: 53-54.). Einen klassischen liefert die Einteilung in Primär- und Sekundärbeziehungen. Die Primärbeziehungen resultieren dabei aus geographischer Lage des Wohnortes und aus Verwandtschaftsverhältnissen (Dorfgemeinschaft, Eltern, Geschwister, …) und können somit auch als eine „Zwangsgemeinschaft“ oder „traditionelle Gemeinschaft“ charakterisiert werden (Schroth2002: 180). Diese Form von Beziehungsgeflechten ist hauptsächlich in vormodernen Gesellschaften zu beobachten (Fernback/Thompson 1995: 3). Wichtigste Grundlage ist hier die Face-to-Face (FtF) Kommunikation. In der Soziologie hat sich für das Phänomen der Milieus, in denen Menschen verkehren, die Begrifflichkeit der „Verkehrskreise“ etabliert (Schroth 2002: 55). Mit zunehmender Mobilität- und Kommuniaktonsfähigkeit reichte der Begriff der Primärbeziehungen nicht mehr aus, um die neuen sozio-emotionalen Zusammenschlüsse von Menschen zu erklären. Ein Schwerpunkt bei der Erforschung von modernen, industrialisierten Gesellschaften und das Verhalten der einzelnen Individuen liegt somit auf der Beobachtung der Ausweitung der Verkehrskreise und damit verbunden auf der Möglichkeit zum Bilden neuer sozialer Zusammenschlüsse (Schroth 2002: 58-59. und Döring 2002: 493-494.). Hatten die Menschen in den vorindustriellen Epochen aufgrund der kaum vorhandenen Infrastruktur keine Möglichkeiten mit anderen, weiter entfernt wohnenden Menschen in Kontakt zu treten, wandelte sich diese Beschränkung mit voranschreitender Industrialisierung und Mediatisierung. Damit verloren die „Zwangsgemeinschaften“ an Bedeutung. Die Menschen konnten sich aus diesen strikt determinierten Verkehrskreisen zurückziehen und hatten die Möglichkeit, sich in anderen Gemeinschaften zu integrieren, die nicht an den Wohnort oder die Familienzugehörigkeit geknüpft waren. Granovetter sprach in diesem Zusammenhang vom Zurückgehen der starken Primärbeziehungen hin zu schwachen Bindungen in den neu entstandenen Gemeinschaften und entwickelte seine „Weak Ties Theorie“. Mit ihrer Hilfe lassen sich die Beziehungen am Grad ihrer Intensität und Stärke einteilen. (Schroth 2002: 56-57.)

Ein anderer Ansatz zeigt auf, dass trotz Individualisierung und Abnahme der unmittelbaren FtF-Kommunikation trotzdem starke Gemeinschaften auf der Ebene von Primärbeziehungen bestehen können. Hierzu müssen allerdings von den Gemeinschaftsmitgliedern Strategien entwickelt werden, die ein Aufrechterhalten dieser starken Beziehungen erlauben. Hieraus resultierte eine „zunehmende Differenzierung der Primärgruppenstrukturen [ ], anstatt [ ] deren völliger Verlust“ (Schenk. 1984: S.220).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit der fortschreitenden Modernisierung der Gesellschaft auch ein Wandel von gemeinschaftlichen Strukturen stattgefunden hat. Neuere Ansätze versuchen daher der wachsenden Kommunikationsfähigkeit des einzelnen Individuums gerecht zu werden.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts war es Barry Wellmann, der den Begriff der „sozialen Netzwerke“ in die Diskussion und Klassifizierung des sozialen Zusammenlebens einbrachte und somit einen weiteren, mittlerweile weit verbreiteten und akzeptierten Erklärungsansatz, in der Community-Forschung bietet (Schroth 2002: 182). Er löste die enge räumliche Notwendigkeit traditioneller Gemeinschaften auf und definiert Gemeinschaft als „… networks of interpersonal ties that provide sociability, support, information, a sense of belonging, and social identity. I do not limit my thinking about community to neighbourhoods and villages This is good advice for any epoch and especially pertinent for the twenty-first century. (Wellman 2001: 2)

Nicola Döring und Udo Thiedeke grenzen zunächst „Gemeinschaft“ und „Gruppe“ voneinander ab. Thiedeke wie auch Döring sehen in der „Gruppe“ einen hohen Grad der Interaktion und der Verflechtung und folgen somit dem in der sozialwissenschaftlichen Diskussion etablierten Gruppenmodell. Ihr Verständnis von Gruppe kommt dabei den ursprünglichen Primärbeziehungen sehr nahe. Döring analysiert anhand von vier Punkten, ob es sich bei einem Zusammenschluss um eine Gruppe handelt:

1. Ständige Kommunikationsfähigkeit und fortgesetzte Kommunikation innerhalb der Gruppe (ongoing action)
2. Abgrenzung der Umwelt und Binnenstrukturierung der Gruppe (boundary and struction)
3. Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder (sense of Membership)
4. Kollaboration und wechselseitige Unterstützung der Mitglieder (collaboration) (Döring 2003: 492)

Der Unterschied zu den alten Vorstellungen von Primärbeziehungen ist bei diesem VierPunkte-Katalog das Wegfallen der FtF-Kommunikation als notwendige Bedingung.

Auf dieser Basis von starken, kleineren Gruppen, die intensiv miteinander verbunden sind, und dem einzelnen Individuum, das sich bewusst seinen Neigungen und Vorlieben entsprechend für eine (oder mehrere) soziale und emotionale Bindungen entscheidet, in die es investieren möchte, entwickelt Nicola Döring ihren Gemeinschaftsbegriff: Für sie sind Gemeinschaften

„ […] relativ stabile und offene Netzwerke von Personen und Gruppen […] die sich in gemeinsamer Kommunikations- und Handlungspraxis aufeinander beziehen und dabei Gemeinschaftsgefühl empfinden - ohne sich Jedoch allesamt persönlich kennen zu müssen oder kopräsent zu sein (Döring 1999: 372).

Dieser Begriff erlaubt es, die Gemeinschaft auch auf neu entstandene Phänomene wie Online-Gemeinschaften zu übertragen. Wichtig im Hinblick auf das Untersuchen von JESUS.DE und das Betrachten dieses Internetportals als eine Gemeinschaft ist auch die Erkenntnis von Döring, dass „die Mitgliederzahl einer Gemeinschaft [..] stark variieren [kann]. Sie reicht von beispielsweise drei Personen (z.B. Wohngemeinschaft) bis zu mehreren Tausend oder zehntausend Personen z.B. Fangemeinschaft [hierunter kann man auch die JESUS.DE-Gemeinschaft subsumieren]. Aufgrund ihrer zuweilen beträchtlichen Größe sind soziale Gemeinschaften stark strukturiert und bilden den Kontext für dyadische Beziehungen, Kleingruppen und Großgruppen. Sie nutzen für Ihre Kommunikation lokale Treffpunkte (z.B. Szene-Kneipe) aber sind oft auch auf mediale Umgebung angewiesen (z.B. Szene-Zeitschriften)“ (Döring 1999: 372)

Die beiden letzten Definitionen von Döring sollen auch dem hier verwendetem Gemeinschaftsbegriff zu Grunde liegen. Wenn also von der Gemeinschaft JESUS.DE gesprochen wird, ist die Gestammtheit aller Nutzer gemeint - ähnlich einer Fangemeinschaft. Derzeit sind bei JESUS.DE über 84.000 Nutzer registriert (vgl. Kapitel 3). Bei dieser großen Anzahl ist es unmöglich, dass sich alle Mitglieder gegenseitig kennen. Es ist daher anzunehmen, dass die große Gemeinschaft der Nutzer in kleinere Gruppe aufgesplittet ist, die in separaten Räumen und Foren gegenseitig kommunizieren und so den vier aufgeführten Kriterien entsprechend eine Gruppe - eine Onlinegruppe - bilden.

Im nächsten Abschnitt sollen nun die unterschiedlichen Formen und Möglichkeiten der Kommunikation dargestellt werden, welche das Internet bietet und die von den neuen Internetgemeinschaften zum Aufrechterhalten der interpersonellen Beziehungen genutzt werden.

2.2 Kommunikationskanäle im Internet

Das Internet ist nicht ein System, wie im Allgemeinen angenommen wird, sondern es besteht aus mehreren Diensten die alle auf Basis des Vernetzens von Computern beruhen.

„The internet is the specific name of the communication network that is comprised of millions of interconnected computers that freely exchange information with each other. (Burnett/Marshall 2003: 47)

Ende der 60er Jahre begann die Regierung der USA einige ihrer wichtigsten Computer zu vernetzten, um so eine dezentrale Struktur zu schaffen, die einem feindlichen Angriff standhalten konnte. Es entstand das ARPAnet, das erste Computer Netzwerk der Welt. In den nächsten Jahrzehnten wuchs die Vernetzung einzelner weniger Standpunkte innerhalb der USA. Forschungs- und militärische Einrichtungen nutzen die Vernetztheit der Computer, um schnell Information austauschen zu können. Anfang der 80er Jahre trieb die National Science Foundation (NSF) weiter den Ausbau des mittlerweile als Internet bekannten Netzwerkes voran. War früher der Umgang mit Netzwerken nur etwas für Spezialisten, wurde die Bedienung des Computers im Allgemeinen und somit auch des Netzes im Besonderen durch Einführung des Graphic User Interfaces (GUI) für jedermann ohne spezielle Programmierkenntnisse möglich.

Die Kommunikationswissenschaft hat sich über unterschiedliche Kommunikationskanäle und damit verbunden die Möglichkeiten der Massenmedien Informationen zu verteilen schon immer Gedanken gemacht und Modelle entwickelt. Die zunehmende CvK erforderte es, existierende Theorien an die neu entstandenen Strukturen anzupassen. Eine gängige Unterscheidung zwischen den unterschiedlichen Formen orientiert sich and der Quantität der Sender und Empfänger von Informationen. Hierbei unterscheidet man zwischen einem (one) und vielen (many) Empfängern bzw. Sendern und klassifiziert dementsprechend in one-to-one, one-to-many, oder many-to-many Kommunikation1 (Burnett/Marshall 2003: 48-57). Zusätzlich kann man die Kanäle in synchrone (zeitgleiche) und asynchrone (zeitversetzte) unterteilen und die Anwendungsweise klassifizieren. Hat der Nutzer die Möglichkeit sich Informationen aktiv zu besorgen spricht man von einem Pull-Prinzip, bekommt er als passiver Nutzer Informationen spricht man von einem Push-Prinzip. Anhand der angeführten Kriterien, sollen im Folgenden kurz die verbreitetsten Formen CvK dargestellt werden. Zunächst sollen asynchrone Kanäle erläutert werden. Einer der am häufigsten genutzten ist dabei die E- Mail (Electronic Mail). Sie basiert auf den Protokollen SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) und dem POP Protokoll (Post Office Protocol). Um den Dienst der E-Mail zu nutzen braucht man einen E-mail-Account und eine eindeutige E-Mail Adresse sowie einen entsprechendes Client Programm, welches das Verschicken, bzw. Empfangen der elektronischen Post ermöglicht. Die E-Mail ist ähnlich wie der herkömmliche Brief, meist von einer Person an eine andere gerichtet, entspricht also der one-to-one Kommunikation. One-to-many sind hingegen Mailinglisten. Hierbei wird der Content der E-Mail - üblicherweise Text, aber auch Videos oder andere Dateien können per E- Mail versendet werden - an mehrere in einer Liste eingetragene Empfänger versendet. Sie kann mit einem Postverteiler verglichen werden (Döring 2003: 59). Eine andere Form Informationen zu übermitteln ist die Newsgroup. Hier liegen die Informationen auf öffentlich zugänglichen Newsservern und können im Pull-Prinzip von interessierten Nutzern abgerufen werden. Um Inhalte zu lesen oder selber zur Verfügung zu stellen, benötigt man eine spezielle Software, den so genannten Newsreader. Außerdem muss man sich bei einem Newsserver anmelden und bestimmte Newsgroups abonnieren. Die Information bleibt dabei stets auf dem Server liegen, gelangt also nicht auf den Computer des Nutzers. Als besondere Form der Newsgroups können die Newsboards gelten. Im Gegensatz zu Newsgroups liegt der Content nicht auf Servern, sondern auf allgemein zugängliche Webseiten. Döring merkt an, dass bei den Newsboards, da sie an eine bestimmte Webseite gebunden sind, „ein unmittelbarer Bezug zum sonstigen dort untergebrachten Content hergestellt werden kann“ (Döring 2003: 70). Diese Form ist auch im Bezug zu der untersuchten Community JESUS.DE wichtig, da hier Newsgroups in Form von Foren auftauchen, die nach thematischen Schwerpunkten gegliedert sind und es dort verstärkt zu einem Informationsaustausch kommt (vgl. Kapitel 3 und 5). Die genannten Formen der asynchronen Kommunikation finden, mit Ausnahme der Newsgroups, alle auch bei JESUS.DE Anwendung. Zusätzlich bietet die Seite Möglichkeiten von synchroner Kommunikation an. Hier ist der Chat2 sicherlich der meistgenutzte Dienst, um zeitgleich mit einem anderen Partner in Kontakt zu treten. Die älteste und auf einem Server basierende Variante des Chats ist der so genannte Internet Relay Chat (IRC-Chat) (Preece 2000: 242). Hier braucht man ein bestimmtes technisches Wissen zum Einrichten eines Chatkanales und einen IRC-Client. Demgegenüber steht der Web-Chat, der mit normalen Browsern benutzt werden kann. Neuere Chatvarianten sind Grafik-Chats, eine Form des Chattens bei der zusätzlich ein Bild der Beteiligten übermittelt wird. Dies kann eine reale Aufnahme z.B. einer Webcam sein (Onlinekonferenzen) oder aber Avatare, die stellvertretend für ein reales Bild stehen. Avatare können von naturalistischen Darstellungen über Fabelwesen bis hin zu Comicfiguren reichen. Allen Chatvarianten ist aber gleich - mit Ausnahme der Onlinekonferenzen - dass sie textbasierte Informationen unmittelbar übertragen. Gechattet werden kann in Form von one-to-one Kommunikation in privaten Chaträumen oder in Form von one-to-many bzw. many-to-many Kommunikation in so genannten chat channels. (Döring 2003: 83-98).

[...]


1 In einigen Einteilungen gibt es auch noch eine Zwischenstufe - auf der Empfängerseite Hier ist dann von einer „one-to-few“ Kommunikation die Rede.

2 „to chat“ ist der engl. Ausdruck für Plaudern

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Onlinekommunikation - eine empirische Analyse einer christlichen online-community
Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
30
Katalognummer
V33575
ISBN (eBook)
9783638340199
Dateigröße
660 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit geht in einem ausführlichen ersten Teil auf die theoretischen Grundlagen der Computervermittelten Kommunikation ein. Der zweite Teil wendet die Theorie exemplarische mittels empirischer Analyse auf die Onlinecommunity jesus.de an.
Schlagworte
Onlinekommunikation, Analyse
Arbeit zitieren
Martin Eckhardt (Autor:in), 2004, Onlinekommunikation - eine empirische Analyse einer christlichen online-community, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33575

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