Untersuchung der Nominalbildung im Deutschen und im Arabischen bzw. im Marokkanischen. Das Verb „sehen“ als Sinneswahrnehmungsverb


Wissenschaftliche Studie, 2016

26 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wortbildung
2.1. Zur Definition der Wortbildung

3. Ursache für die Wortbildung

4. Transkription
4.1. Zeichenerklärung
4.2. Die Konsonanten
4.3. Die Vokale

5. Zum Deutschen
5.1. Gegenstand der Wortbildung
5.1.1. Morpheme
5.1.2. Freie und gebundene Morpheme

6. Überblick über die Wurzeln und Grundformen des Arabischen
6.1. Rolle der Verbalstämme bei der Bildung von Wörtern
6.1.1. Verbalstämme im MA.

7. Flexion und Überblick über die Zusammensetzung im Dt.
7.1. Flexion im Dt.
7.2. Ableitungssuffixe und Flexionssuffixe
7.3. Kurzer Überblick über die Zusammensetzung
7.4. Ableitungen
7.4.1. Präfixbildung
7.4.2. Suffixbildung

8. Flexion im Ar.
8.1. Perfekt und Imperfekt (Affixe)

9. Darstellung von einigen Verben der Sinneswahrnehmungen

10. Analyse des Verbmuster „sehen“

11. Fazit

12. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Jede Sprache braucht ständig neue Wörter. Diese Wörter sind aus Morphemen gebildet, und können nach bestimmten Regeln zu neuen Wörtern verbunden werden.

Häufig kann aber auch beobachtet werden, daß neue Wörter aus den Stammwörtern abgeleitet werden. Diese Erscheinung nennen wir "Wortbildung".

Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit der Wortbildung im Deutschen (Dt.) und im Arabischen (Ar.) bzw. im Marokkanischen (MA) unter besonderer Berücksichtigung des Bereiches der Verben der Sinneswahrnehmung und der von diesen Verben abgeleiteten Substantive.

Stufenweise wird die kontrastive Analyse in einer aufbauenden Untersuchung für eine große Wortschatzstrecke durchführen, d.h., es wird einige deutschen Verben der Sinneswahrnehmung untersucht und analysiert, wie sehen -----➔ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]; beobachten-----➔ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]; erblicken ----➔[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] usw.. Zuerst wird der Korpus erstellt und dann ausführlich dokumentiert.

Der detaillierte Nachweis, der von uns übersetzten Sätze, insbesondere des unterschiedlichen Aufbaus von Wortschatzfeldern, die von verschiedenen Affixen begleitet werden, wird als Ergebnis dargestellt und leistet einen wichtigen Beitrag zur kontrastiven aber auch typologischen Forschung.

2. Wortbildung

2.1. Zur Definition der Wortbildung

Nach der Auffassung von W. Fleischer und I. Barz ermöglicht „Wortbildung einerseits die Produktion von Zeichenkombinationen in der Wortstruktur; hierin liegt eine gewisse Parallelität zur Konstruktion von syntaktischen Wortverbindungen (Wortgruppe) und Sätzen, und damit ist eine Beziehung zur Syntax gegeben. Andererseits wird ein großer Teil solcher "komplexen Wörter" zur festen Wortschatzeinheit, wird im Wortschatz gespeichert (...).

So erklärt sich die Auffassung vom Doppelcharakter der Wortbildung, nämlich der Schaffung von Benennungseinheit und Bildung syntaktischer Parallelkonstruktionen. (Fleischer / Barz 1992:1) Es ist aber nicht einfach, den Begriff Wortbildung zu definieren, denn es gibt eine Vielzahl theoretischer Ansätze, die sich von Sprachwissenschaftler zu Sprachwissenschaftler unterscheiden.

Je mehr verschiedene Theorien es aber über die Wortbildung gibt, desto weniger Gemeinsamkeiten gibt es zwischen diesen Theorien.

In dieser Hinsicht erläutert W. Fleischer auch die Problematik der Wortbildungsdefinition: "Der Terminus - Wortbildung - weist auf das Wort als eine Grundeinheit hin, über deren Definition jedoch bisher keine Einigung besteht. Gelegentlich wurde das Wort sogar als eine Fiktion, eine Abstraktion bezeichnet; (...)." ( Fleischer 1974:30/ 31)

Die Wortbildungslehre untersucht ihre Typen und Muster, vor allem die produktiven. Sie ist ein Teil der Grammatik und gehört gleichzeitig zur Morphologie, teilweise aber auch zur Syntax. Nachfolgend eine kleine Übersicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei solchen Bildungen wird in der Regel auf schon vorhandene Wörter zurückgegriffen, welche nach bestimmten in der Sprache existierenden Mustern zusammengesetzt werden.

Daraus entwickelt sich die Methode, neue Wörter zu bilden und zu verstehen, die in dieser Form noch nicht bekannt waren bzw. oder gelernt wurden.

3. Ursache für die Wortbildung

Die Ursache für die Entstehung von bestimmten Wortbildungen ist schwer festzustellen. Viele Wörter aber stammen sicher erst aus diesem Jahrhundert, vor allem aus dem Zeitalter der Raumfahrt. Johannes Erben sagt dazu, daß „gerade in einer Sprachgemeinschaft, die Träger einer – entwickelten – Sprache ist, […] ein ungeheurer Bedarf an Neuwörtern [besteht], da die geistig-sprachliche Auseinandersetzung mit der vielseitigen und veränderlichen – Wirklichkeit – weitergeht, und nach wie vor die kommunikative Notwendigkeit besteht, alles, was man kennenlernt oder lehrt, auch nennen zu müssen (...). So waren die Wörter Weltraumfahrt, Mondfähre oder Umweltschutz längst da, bevor das Gemeinte volle Wirklichkeit geworden ist". ( Erben 2006:18).

Die Bezeichnung neuer Dinge ist also der Hauptgrund für Wortbildung, aber es gibt daneben noch andere Gründe. Es werden drei Gruppierungen unterschieden:

A) Die objektive Ursache, die den ständigen Bedarf an Neuwörtern für neue Dinge und Ideen (Raumfahrt, Atomantrieb, Atombrenner, Atomenergie) bezeichnet.
B) Die subjektive Ursache, wozu Wirkung und Beeinflussung (supervolumig) und soziale Selbstdarstellung (sozialistischer Wettbewerb) zu zählen sind.
C) Die sprachstrukturelle Ursache, die das Streben nach Motiviertheit (Bahnsteig); die Transformation (Redner, redlich) und das Streben nach abgekürzten Formen (GB, EG, URSS, MA, ... ) begreift. (vgl. Harro Gross 1988: 15 ).

Gemäß dieser Auffassung unterscheiden wir die Zusammensetzung und die Ableitung als zwei Hauptarten der Wortbildung. Beide Arten werden in den nächsten Abschnitten behandelt.

4. Transkription

4.1. Zeichenerklärung

* Verzeichnis der Symbole :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Verzeichnis der Abkürzung :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für die Transkription der arabischen Sprache (SA bzw. MA) wird hier in einer Tabelle die Umschrift und die Aussprache der Konsonanten und Vokale aufgelistet.

4.2. Die Konsonanten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.3. Die Vokale

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Baalla 2010:14)

5. Zum Deutschen

5.1. Gegenstand der Wortbildung

5.1.1. Morpheme

Phoneme sind zwar bedeutungsunterscheidende Einheiten, haben meistens aber selbst keine Bedeutung. Die Wortbildung gehört daher nicht auf die Ebene der Phoneme, sondern auf die Ebene der Morpheme als der kleinsten sprachlichen Einheit mit bedeutungstragender Funktion. (vgl. Rudi Conrad 1985: 154).

Dem Oberbegriff Morphem sind zahlreiche andere Termini zuzuordnen, wie z.B. das unikale Morphem, die Morphemvariante, das Morpheminventar, die Morphemdistribution, das freie und gebundene Morphem.

5.1.2. Freie und gebundene Morpheme

Die Morpheme lassen sich nach ihrer Selbstständigkeit in zwei Gruppen einteilen:

5.1.2.1. Freie Morpheme (Lexeme)

Sie sind Grundmorpheme, die selbständig auftreten können wie:

a) Lexikalische Morpheme mit eigener Referenz (Frau, Mann Haus, u.a)

b) Deiktische Morpheme mit direkter Referenz (mein, dies, u.a.)

5.1.2.2. Gebundene Morpheme

Sie sind unselbständig und haben eine kategoriale Bedeutung wie:

a) Flexionsmorphem (dein-e; glaub-t-en; sag-t-en; usw.).
b) Wortbildungsmorpheme: Derivation (mit-spielen, ver-schlafen, Ver-knüpf-ung, ... ).

Diese Morpheme ermöglichen die Darstellung der Wortbildung in ihren Grundzügen.

(vgl. Fleischer 1992: 4).

6. Überblick über die Wurzeln und Grundformen des Arabischen

Vergleichbar mit anderen semitischen Sprachen wird das Verb im Ar. aus drei Konsonanten – den sog. Radikalen – / f- C- l / zusammengesetzt, die auch die Wurzel der Verbform bilden. Im Ar. gibt es auch Verben mit vier Konsonanten, aber nur wenige, d.h., eine geringe Anzahl enthält vier Radikale:

«le sentiment de la racine des mots est incomparablement plus vif en arabe que dans les langues indoeuropéennes, telle enseigne que les dictionnaires arabes sont depuis toujours classés par ordre alphabétique des racines, et non des mots (...). En conséquence il a été facile aux grammairiens de choisir arbitrairement une racine trilitère qui sert de point de départ a toute leur Morphologie. Cette racine est /fCl/ (idée de -fair-, agir-). Il suffit donc en principe pour former un mot de couler sa racine trilitère dans le moule fabriqué par les grammairiens. On dire ainsi conventionnellement que le thème /musta-fCil-un/ de la racine /slm/ est musta-slim-un, que le thème /yu-fCil-u/ de /msk/ est yu-msik-u etc."

(Lecommte 1980:15 ).

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Untersuchung der Nominalbildung im Deutschen und im Arabischen bzw. im Marokkanischen. Das Verb „sehen“ als Sinneswahrnehmungsverb
Hochschule
Universität Hassan II. Casablanca  (Fakultät Ain Chock)
Veranstaltung
Kontrastive Linguistik
Autor
Jahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V335859
ISBN (eBook)
9783668256897
ISBN (Buch)
9783668256903
Dateigröße
613 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortbildung, Morpheme, Verbalstämme, Flexion, Ableitungssuffixe, Flexionssuffixe, Zusammensetzung, Wurzel, Sinneswahrnehmung, Ableitungen, Präfixbildung, Suffixbildung, Nominalbildung
Arbeit zitieren
Hamid Baalla (Autor), 2016, Untersuchung der Nominalbildung im Deutschen und im Arabischen bzw. im Marokkanischen. Das Verb „sehen“ als Sinneswahrnehmungsverb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335859

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