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Carmen 2, 3, 5 und 7 von Catullus. Die sexuelle Deutung der "passer"- und Kuss-Gedichte

Titel: Carmen 2, 3, 5 und 7 von Catullus. Die sexuelle Deutung der "passer"- und Kuss-Gedichte

Hausarbeit , 2014 , 20 Seiten

Autor:in: Sarah Wenigmann (Autor:in)

Latinistik - Mittel- und Neulatein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Kuss-Gedichte carmen 5 und carmen 7 sowie die passer-Gedichte carmen 2 und carmen 3 gehören wohl mit zu den bekanntesten Gedichten aus dem etwa zweitausend Verse umfassenden Werk des Gaius Valerius Catullus.

Catull, der gewöhnlich eher obszöne Worte gebraucht und gerne ohne Umschweife den sexuellen Akt benennt, scheint sich hier erstaunlich züchtig und beinahe romantisch zu geben. Doch ob dieser Eindruck wirklich einfach so stehengelassen werden kann, soll im Folgenden behandelt werden. Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird auf den passer-Gedichten liegen, die Kuss-Gedichte sollen jedoch in die Analyse mit einbezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der passer als Phallussymbol

3. Die sexuelle Deutung der passer- und Kuss-Gedichte

4. Die passer- und Kussgedichte bei Martial

5. carmen 16 - eine zeitgenössische Reaktion auf die passer- und Kussgedichte

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die erotische Dimension in den sogenannten passer- und Kussgedichten des römischen Dichters Gaius Valerius Catull. Ziel ist es, die häufig als rein romantisch rezipierten Texte auf ihre sexuelle Symbolik und mögliche Doppeldeutigkeiten hin zu prüfen, wobei auch zeitgenössische Rezeptionen, etwa durch Martial, einbezogen werden, um die Frage nach der beabsichtigten sexuellen Konnotation zu klären.

  • Die symbolische Bedeutung des lateinischen Begriffs "passer" im römischen Kontext.
  • Die sexuelle Interpretation der Kuss- und Spatzgedichte im Werk Catulls.
  • Die Analyse der Gedichte als Ausdruck potenzieller Impotenz oder erotischer Anspielung.
  • Die Rezeption von Catulls Gedichten durch Martial und die Spiegelung in dessen Epigrammen.
  • Die Rolle von carmen 16 als explizite poetische Stellungnahme zur Sexualität in Catulls Dichtung.

Auszug aus dem Buch

2. Der passer als Phallussymbol

Nicht nur zu Catulls Lebzeiten, sondern bis in die heutige Zeit hinein galten und gelten Vögel allgemein sowohl in der Kunst als auch der Tiefenpsychologie als sexuelles Motiv. So schreibt Dr. Wilhelm Stekel 1927: "Der Vogel ist in allen Sprachen der Welt der Penis." Niklas Holzberg verweist zudem auf das deutsche Verb "vögeln", welches auch im heutigen Sprachgebrauch noch umgangssprachlich die Ausübung des Geschlechtsaktes benennt.

In der griechischen Vasenmalerei finden sich nicht nur Abbildungen der verführerischen Sirenen "als Vögel mit Menschenkopf", was ihre "tierische Geilheit" symbolisieren soll, sondern auch Darstellungen von Schwänen, deren langer Hals als Zeichen für den Penis gesehen werden kann, in sexuellen Posen mit Frauen. In seiner Komödie Lysistrata lässt Aristophanes den Chorführer sagen "Von Natur schon sind die Weiber reitgewohnt und sattelfest!… wohl am besten wär's ihnen gleich hineinzustecken diesen langen Schwanenhals!", was zeigt, dass "diese Aufladung von Schwänen […] wohl einer populären Ansicht entsprochen haben [muss]". Ein ähnliches Motiv hat Wilhelm von Kaulbach 1850 mit seiner Kartonzeichnung "Wer kauft Liebesgötter?" aufgegriffen, in welcher Phallen mit Flügeln in vogelartigen Posen fliegen bzw. sitzen oder in Frauenkörper eindringen.

Dem Spatz bzw. Sperling, also dem lateinischen passer, kommt wegen "seiner stark erotischen Veranlagung" eine besondere Symbolhaftigkeit zu. Es gibt kaum einen Vogel, "der ihm an Ausdauer in der Ausübung physischer Liebe" gleichkommt und daher gilt er "in den meisten Sprachen [als] das Symbol der Geilheit". Schon die Priapea sprechen von den vernis passeribus salaciores; Plinius, der Ältere nennt in seiner Naturalis Historia den passer in einer Reihe mit columbae und turtures, ebenfalls zwei für ihren Paarungswillen bekannte Vogelarten, und setzt dessen salacitas mit deren gleich. Cicero nennt die voluptas, quae passeribus nota est omnibus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der berühmten Kuss- und Spatzgedichte Catulls und Einführung in die Fragestellung, ob diese primär romantisch oder sexuell zu interpretieren sind.

2. Der passer als Phallussymbol: Erläuterung der tiefenpsychologischen und kulturellen Rolle des Vogels als sexuelles Motiv in der antiken Literatur und Kunst.

3. Die sexuelle Deutung der passer- und Kuss-Gedichte: Detaillierte Untersuchung der Gedichte auf erotische Doppeldeutigkeiten und Hinweise auf Themen wie Impotenz.

4. Die passer- und Kussgedichte bei Martial: Analyse der Rezeption von Catulls Motiven in Martials Epigrammen, die diese als explizit obszön deuten.

5. carmen 16 - eine zeitgenössische Reaktion auf die passer- und Kussgedichte: Untersuchung von Catulls Verteidigung seiner Dichtung gegen den Vorwurf der Weichlichkeit und seine explizite Bestätigung der sexuellen Intention.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass eine rein romantische Lesart der Gedichte angesichts der offensichtlichen sexuellen Anspielungen und zeitgenössischen Interpretationen als einseitig zu bewerten ist.

Schlüsselwörter

Catull, Passer, Lesbia, Erotik, Phallussymbol, Kussgedichte, Martial, carmen 16, Impotenz, antike Literatur, Sexualität, Metaphorik, lateinische Philologie, Obszönität, Rezeptionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die erotische Doppeldeutigkeit der berühmten "Passer"- (Spatz-) und Kussgedichte des römischen Dichters Catull.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die sexuelle Symbolik von Vögeln in der Antike, die Interpretation der Gedichte als erotische Texte sowie deren Rezeption durch andere antike Autoren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Gedichte Catulls lediglich als romantische Liebesbekundungen oder als bewusst mit sexuellen Anspielungen und obszönen Motiven durchsetzte Dichtung zu verstehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologische Analyse der Gedichte vorgenommen, ergänzt durch den Vergleich mit antikem Sprachgebrauch, literarischen Quellen und zeitgenössischen Reaktionen (Martial).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Phallussymbols "Passer", die Analyse der spezifischen Gedichte, ihre satirische Aufnahme bei Martial sowie Catulls eigene Rechtfertigung seiner Dichtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Catull, Passer, Erotik, Obszönität, carmen 16, Phallussymbolik und antike Rezeptionsgeschichte.

Wie deutet der Autor die Rolle von "carmen 16" für die Interpretation der anderen Gedichte?

Der Autor sieht in carmen 16 eine explizite Bestätigung von Catull selbst, dass seine Dichtung bewusst erregend und sexuell konnotiert sein soll, was die Interpretation der vorangegangenen Gedichte als sexuelle Allegorien stützt.

Welche Rolle spielt die Figur des Martial bei der Einordnung von Catulls Werk?

Martial fungiert als zeitgenössischer Beleg dafür, dass Catulls Gedichte bereits in der Antike nicht rein romantisch, sondern als libidinös bzw. obszön verstanden wurden.

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Details

Titel
Carmen 2, 3, 5 und 7 von Catullus. Die sexuelle Deutung der "passer"- und Kuss-Gedichte
Autor
Sarah Wenigmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V335873
ISBN (eBook)
9783668273818
ISBN (Buch)
9783668273825
Sprache
Deutsch
Schlagworte
carmen catullus deutung kuss-gedichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Wenigmann (Autor:in), 2014, Carmen 2, 3, 5 und 7 von Catullus. Die sexuelle Deutung der "passer"- und Kuss-Gedichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335873
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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