Dieses Buch befasst sich mit Miltons Darstellung von Zeit und Raum in seinem Werk Paradise Lost. Untersuchungsgegenstände sind unter anderem die Existenz zweier verschiedener Zeitkonzepte (das des linearen Zeitverlaufs und das der Zeitlosigkeit) und ihre Funktion sowie die Beschreibung der Welten, symbolische Elemente und der Zusammenhang zwischen Bewohner und Umwelt, was die Veränderungen der Erde und insbesondere ihre wechselnde Ähnlichkeit zu Himmel und Hölle im zeitlichen Verlauf mit einschließt. Außerdem wird die Verwendung der eigentlich lokal definierten Begriffe Paradies, Himmel und Hölle als Zustand behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Darstellung der zeitlichen Dimension
2.1 Das Konzept des linearen Zeitverlaufes
2.2 Das Konzept der Zeitlosigkeit
2.3 Die Nacht
2.4 Der Morgen
3. Die Darstellung der räumlichen Dimension
3.1 Der Kosmos
3.1.1 Zur Entstehung
3.1.2 Zur relativen Lage in Verbindung mit der Hierarchie
3.2 Der Himmel
3.2.1 Der Himmel als Ort
3.2.2 Die Himmelsbewohner
3.2.3 Der Himmel als Symbol / Zustand
3.3 Das Chaos
3.4 Das Universum
3.4.1 Die Erde
3.4.2 Das Paradies und Eden
3.4.2.1 Das Paradies als Ort
3.4.2.2 Das Paradies als Zustand
3.5 Die Hölle
3.5.1 Die Hölle als Ort
3.5.2 Die Hölle als Zustand
3.5.3 Transfer der Hölle auf die Erde
4. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion der zeitlichen und räumlichen Dimensionen in John Miltons Epos "Paradise Lost". Dabei wird analysiert, wie Milton Konzepte wie linearen Zeitverlauf und Zeitlosigkeit sowie die räumlichen Kategorien Himmel, Hölle, Chaos und Erde nutzt, um moralische Ordnungen und theologische Aussagen zu veranschaulichen.
- Analyse der zeitlichen Konzepte (Linearität vs. Ewigkeit)
- Untersuchung der räumlichen Hierarchie und Symbolik der einzelnen Welten
- Deutung der Verbindung zwischen den Orten und dem Zustand ihrer Bewohner
- Interpretation des dualistischen Konflikts zwischen Licht und Dunkelheit
- Untersuchung der Rolle von Sünde und moralischem Status in der Raumgestaltung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Zur relativen Lage in Verbindung mit der Hierarchie
In der Konzeption des Kosmos spiegelt sich der Ausdruck des Status sehr deutlich in der relativen Höhe wieder. Der Himmel als Sitz des mächtigsten Wesens und der moralisch positiv betrachteten Engel liegt weit oberhalb der Hölle, in der die moralisch negativ besetzten gefallenen Engel leben; zwischen Himmel und Hölle befinden sich Erde und Chaos, wobei die Erde wiederum oberhalb des Chaos platziert ist:
first hell
Your dungeon stretching far and wide beneath;
Now lately heaven and earth, another world
Hung o’er my realm, linked in a golden chain
To that side heav’n from whence your legions fell (Milton, S. 60).
Der göttliche Himmel wird hier zwar nicht direkt erwähnt, jedoch lässt sich aus der Tatsache, dass Satan und seine Schar aus ihm herunterfielen, schließen, dass er sich oberhalb des Chaos befinden muss. Die Erde, und insbesondere Eden und das Paradies sind dem Himmel relativ nah; für Gott befinden sie sich sogar in Sichtweite: „heaven gate, from whence / Eden and all the coast in prospect lay“ (Milton, S. 232) und „this new-made world, another heav’n / From heaven gate not far, founded in view“ (Milton, S. 179). Sie liegt aber zwischen Himmel und Hölle, was auf eine Mittelstellung in der Hierarchie hindeutet, die aber zumindest vor dem Fall des Menschen eine größere Nähe zum Himmel als zur Hölle aufweist. Trotzdem ist die Erde soweit vom Himmel entfernt, dass sowohl die Entfernung als auch gewisse himmlische Prinzipien für den menschlichen Verstand nicht greifbar sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, Zeit und Raum in Miltons "Paradise Lost" unter Berücksichtigung von Symbolik und dem elisabethanischen Weltbild zu untersuchen.
2. Die Darstellung der zeitlichen Dimension: Analysiert den Gegensatz zwischen linearem Zeitverlauf und göttlicher Zeitlosigkeit sowie die symbolische Bedeutung von Nacht und Morgen.
3. Die Darstellung der räumlichen Dimension: Untersucht die Anordnung und Beschaffenheit des Kosmos, der Welten Himmel, Hölle, Chaos und Erde sowie deren Bedeutung als moralische Zustände.
4. Schlussteil: Führt die Ergebnisse zur zeitlichen und räumlichen Struktur zusammen und bekräftigt die Funktion der Orte als moralische Warnung für den Leser.
Schlüsselwörter
John Milton, Paradise Lost, Zeitkonzept, Raumdarstellung, Himmel, Hölle, Chaos, Paradies, Symbolik, Hierarchie, Dualismus, Sündenfall, Gottesbild, Metaphorik, Raum-Zeit-Beziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Konzepte von Zeit und Raum in John Miltons Epos "Paradise Lost" und wie diese zur Charakterisierung der moralischen Weltordnung beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der zeitlichen Dimension (Linearität vs. Ewigkeit), der räumlichen Anordnung der Welten (Himmel, Hölle, Erde, Chaos) sowie der symbolischen Bedeutung dieser Orte als moralische Zustände.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Milton durch die räumliche und zeitliche Darstellung seines Werkes den moralischen Status der Charaktere unterstreicht und die göttliche Ordnung rechtfertigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext ("Paradise Lost") unter Einbeziehung von symboltheoretischen und zeichenwissenschaftlichen Sekundärquellen interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der zeitlichen Konzepte, gefolgt von einer strukturierten Analyse der einzelnen Welten, ihrer physikalischen Eigenschaften und ihrer symbolischen Bedeutung im hierarchischen Weltbild.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Paradise Lost, Weltbild, Zeitlosigkeit, Hierarchie, Dualismus, Symbolik sowie die spezifischen Schauplätze Himmel, Hölle und Paradies.
Welche Rolle spielt die Zahl "Drei" im Werk?
Die Zahl Drei wird als symbolische Zahl für Vollkommenheit und als Formel für die Schöpfung der drei Welten (Himmel, Erde, Unterwelt) verwendet und durchzieht viele Beschreibungen sowohl in Gottes Herrschaftsbereich als auch in der Hölle.
Wie verändert sich die Erde durch den Sündenfall?
Die Erde verliert ihren Status als rein paradiesischer Ort; sie wird durch die Sünde und den Tod "höllenähnlich" und in das negative Einflussgebiet Satans gezogen, was durch die Allegorie der Sünde als Tochter Satans dargestellt wird.
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- Stella Asch (Author), 2004, Die Darstellung von Zeit und Raum in John Miltons "Paradise Lost", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33590