Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Pedagogic Psychology

Sexueller Mißbrauch an Kindern: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme

Title: Sexueller Mißbrauch an Kindern: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme

Intermediate Diploma Thesis , 2002 , 29 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Julia Broßmann (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Erst in den letzten Jahren sind sexuelle Gewalterfahrungen von Kindern immer mehr an die Öffentlichkeit gekommen. Vor allem in den Medien, sei es im Fernsehen oder in der Zeitung, ist dieses Thema heute fast jeden Tag aktuell. Ein entscheidender Grund dafür war die Frauenbewegung und später auch die Kinderschutzbewegung, die betroffene Mädchen und Frauen politisch unterstützte. Ausgehend von den daraus entstandenen Hilfsangeboten (Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Frauen- und Mädchenhäuser...) hatten immer mehr betroffene Mädchen und Frauen den Mut, ihr Schweigen zu brechen und offen über ihre erlebten Mißbrauchserfahrungen zu sprechen. Die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik zeigen diese Entwicklung: Während 1987 „nur“ 11000 Fälle von sexuellem Mißbrauch bekannt waren, gab es 1997, 10 Jahre später, schon 17000 registrierte Fälle (vgl. Bundeskriminalamt 2001). Ausgehend von dieser Tatsache ist auch diese Arbeit entstanden. Auch ich möchte mich mit diesem Thema auseinandersetzen und so etwas Licht in diese Problematik bringen. Dabei gehe ich sowohl auf die Sicht der Kinder als auch auf die Sicht der Erwachsenen ein, die die Kinder sexuell mißbrauchen. Am Anfang dieser Arbeit erfolgt eine Begriffsklärung, um ein besseres Verständnis über dieses Thema zu erlangen (vgl. Kapitel 1). Im zweite Kapitel werden epidemiologische Fakten aufgezeigt, so daß vor allem geschlechtsspezifische Unterschiede (in Bezug auf die Täter und auf die Opfer) deutlich werden. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit der hohen Dunkelziffer und zeigt Argumente sowohl aus Sicht der Täter als auch aus Sicht der Opfer auf. Das vierte Kapitel gibt einen geschichtlichen Überblick über sexuelle Kindesmißhandlungen, um zu verdeutlichen, daß Gewalt gegen Kinder kein neues Phänomen ist, sondern schon seit Jahrtausenden praktiziert wird. Im 5. Kapitel werden zwei verschiedene Erklärungsansätze für den sexuellen Mißbrauch an Kindern dargestellt und diskutiert. Im Unterschied zu den ersten fünf Kapiteln gehen die letzten zwei Kapitel nur auf die Situation der betroffenen Kinder ein. Das sechste Kapitel zeigt mögliche Folgen für die sexuell mißbrauchten Kinder auf, denn oft weisen die betroffenen Kinder nur durch diese nonverbalen Signale bzw. Auffälligkeiten auf den Mißbrauch hin. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit den rechtlichen Möglichkeiten, durch die ein Kind vor dem Täter geschützt werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definition: Sexueller Mißbrauch an Kindern

2. Epidemiologie

3. Die hohe Dunkelziffer und ihre Ursachen

3.1. Mögliche Ursachen für die Dunkelziffer aus Sicht der Opfer

3.2. Mögliche Ursachen für die Dunkelziffer aus Sicht der Täter

4. Geschichte des sexuellen Mißbrauchs

4.1. Die Antike

4.2. Das Mittelalter

4.3. Das 19. Jahrhundert

4.4. Das 20. Jahrhundert

5. Erklärungsansätze für sexuellen Kindesmißbrauch

5.1. Der sozialpsychologische Ansatz

5.2. Der soziologisch-feministische Ansatz

5.3. Zusammenfassung

6. Folgen des sexuellen Mißbrauchs für die Kinder

6.1. Initialwirkungen

6.1.1. Somatische und psychosomatische Folgen

6.1.2. Psychische Folgen

6.1.3. Folgen für das Sozialverhalten

6.1.4. Folgen für das Sexualverhalten

6.2. Langzeitfolgen

6.3. Zusammenfassung

7. Rechtliche Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Kinder

7.1. Familienrechtliche Maßnahmen

7.1.1. Zuweisung der Ehewohnung auf die Mutter ( §1361b Abs. 1 BGB)

7.1.2. Übertragung des alleinigen Sorgerechts auf die Mutter (§ 1671 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 S. 2 BGB)

7.1.3. Umgangs- und Kontaktverbot (§ 1684 Abs. 4 S. 1 BGB)

7.1.4. Weitere familienrechtliche Möglichkeiten nach dem BGB und dem SGB VIII

7.2. Rechtliche Möglichkeiten, sexuell mißbrauchte Kinder in einem Strafverfahren zu schützen

7.3. Zusammenfassung

Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Vordiplomarbeit liefert eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zum Thema sexueller Missbrauch an Kindern. Ziel der Arbeit ist es, die Problematik zu beleuchten, indem sowohl die Sicht der betroffenen Kinder als auch die der Täter analysiert wird, um ein tieferes Verständnis für dieses Phänomen zu entwickeln und Ansätze zum Schutz der Kinder aufzuzeigen.

  • Epidemiologische Fakten und geschlechtsspezifische Unterschiede
  • Ursachenanalyse der hohen Dunkelziffer
  • Historische Einordnung des sexuellen Kindesmissbrauchs
  • Sozialpsychologische und soziologisch-feministische Erklärungsmodelle
  • Unmittelbare und langfristige Folgen für die betroffenen Kinder
  • Familienrechtliche und strafrechtliche Schutzmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

1. Definition: Sexueller Mißbrauch an Kindern

In der Literatur findet man keine einheitliche Definition für sexuellen Mißbrauch. Oft werden auch Begriffe wie „sexuelle Ausbeutung“, „sexuelle Gewalt“, „sexuelle Übergriffe“ oder „sexuelle Mißhandlung“ verwendet. Sie zeigen die unterschiedlichen Formen dieser Art der Gewalt gegen Kinder.

„Sexueller Mißbrauch ist“, laut Peter Wetzels, „die sexuelle Handlung einer erwachsenen oder in Relation zum Opfer bedeutend älteren Person mit, vor oder an einem Kind, bei welcher der Täter seine entwicklungs- und sozial bedingte Überlegenheit- unter Mißachtung des Willens oder der Verständnisfähigkeit eines Kindes- dazu ausnutzt, seine persönlichen sexuellen Bedürfnisse nach Erregung, Intimität oder Macht zu befriedigen. Es handelt sich um die sexuelle Instrumentalisierung eines Kindes, bei welcher die Intensität der sexuellen Handlung auch von strafrechtlicher Relevanz ist.“ (Wetzels 1997, S. 72)

Allgemein, und mit jeder Literatur übereinstimmend, kann man sagen, daß sexueller Mißbrauch immer unerwünschte sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern sind. Die Täter benutzen ihre Opfer, indem sie ihre persönlichen Bedürfnisse nach sexueller Befriedigung ausleben können.

Kennzeichnend für sexuellen Mißbrauch ist weiterhin die Verletzung des Rechts von Mädchen und Jungen auf sexuelle Selbstbestimmung, da sexueller Mißbrauch immer gegen den Willen der Betroffenen stattfindet. Hier wird der Unterschied zu liebevoller körperlicher Zuwendung zwischen Erwachsenen und Kindern deutlich, da diese nicht gegen den Willen der Kinder geschieht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas und Darstellung der persönlichen Motivation sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.

1. Definition: Sexueller Mißbrauch an Kindern: Erläuterung der Begrifflichkeiten und Abgrenzung durch zentrale Merkmale sowie Darstellung der rechtlichen Relevanz im Strafgesetzbuch.

2. Epidemiologie: Präsentation statistischer Daten zu Fallzahlen, Täter- und Opferprofilen sowie dem Einfluss familiärer und sozialer Rahmenbedingungen.

3. Die hohe Dunkelziffer und ihre Ursachen: Untersuchung der Gründe für das Schweigen von Opfern und Tätern sowie Darlegung von Möglichkeiten zur Aufklärung.

4. Geschichte des sexuellen Mißbrauchs: Historischer Abriss von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, der verdeutlicht, dass Gewalt gegen Kinder ein langjähriges Phänomen ist.

5. Erklärungsansätze für sexuellen Kindesmißbrauch: Darstellung und Diskussion des sozialpsychologischen sowie des soziologisch-feministischen Erklärungsmodells.

6. Folgen des sexuellen Mißbrauchs für die Kinder: Analyse unmittelbarer Symptome (Initialwirkungen) und langfristiger Konsequenzen auf somatischer, psychischer und sozialer Ebene.

7. Rechtliche Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Kinder: Überblick über familien- und strafrechtliche Instrumente zum Schutz betroffener Kinder sowie Verfahrensfragen.

Schluß: Zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Erkenntnisse und Plädoyer für einen opferzentrierten Umgang bei Verdachtsfällen.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Kindesmissbrauch, Dunkelziffer, Prävention, Täterschaft, Opferperspektive, Initialwirkungen, Langzeitfolgen, Familienrecht, Kinderschutz, Strafverfahren, Opferhilfe, Sozialpädagogik, Interdisziplinarität, Jugendamt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme des Phänomens "Sexueller Missbrauch an Kindern", wobei die rechtlichen und sozialen Aspekte im Vordergrund stehen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Definition des Missbrauchs, epidemiologische Daten, die Ursachen der hohen Dunkelziffer, die geschichtliche Entwicklung, Erklärungsansätze sowie die Folgen für Kinder und die rechtlichen Interventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Licht in die Problematik zu bringen, Verständnis für die Situation von Opfern und Tätern zu fördern und aufzuzeigen, wie Kinder effektiv geschützt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literatur- und Quellenanalyse, die psychologische, soziologische und juristische Erkenntnisse zusammenführt.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen und Erklärungsmodellen, eine Analyse der kurz- und langfristigen Folgen für die Opfer sowie eine ausführliche Darstellung rechtlicher Schutzmaßnahmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Kinderschutz, Dunkelziffer, Machtgefälle, Opferzentrierung, familiäre Dynamik und rechtliche Intervention sind zentral für das Verständnis der Arbeit.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Initialwirkungen und Langzeitfolgen wichtig?

Die Unterscheidung hilft dabei, unmittelbar auf Hilfsangebote und Schutzmaßnahmen zu reagieren, da Initialwirkungen oft die ersten Anzeichen für eine Intervention darstellen.

Welche Rolle spielt das Familiengericht beim Kinderschutz?

Das Familiengericht spielt eine zentrale Rolle, indem es mittels familienrechtlicher Maßnahmen wie Wohnungszuweisung, Sorgerechtsentzug oder Kontaktverboten den Schutz des Kindes sicherstellt, bevor oder ergänzend zu einer strafrechtlichen Verfolgung.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Sexueller Mißbrauch an Kindern: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme
College
University of Applied Sciences Jena
Grade
2,3
Author
Julia Broßmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
29
Catalog Number
V33593
ISBN (eBook)
9783638340373
Language
German
Tags
Sexueller Mißbrauch Kindern Eine Bestandsaufnahme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Broßmann (Author), 2002, Sexueller Mißbrauch an Kindern: Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33593
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint