Die vorliegende Arbeit stellt Formen und Funktionsweisen von Podcasts vor und diskutiert diese im bildungswissenschaftlichen Zusammenhang.
Lernen über mobile Zugänge wie Smartphones, Tablets und Musikplayer gewinnt immer mehr an Relevanz für private wie auch institutionelle Bildung (z.B. Keengwe & Bhargava, 2013). Die Nutzer können so schnell und flexibel Lerneinheiten konsumieren, sich in Foren über bestimmte Inhalte austauschen oder gemeinsam Aufgaben über das Internet bearbeiten. Auch die Suche nach neuen Informationen oder zu Handlungsanleitungen erfolgt vermehrt über das Internet. Hierfür bilden Pod- oder Vodcasts eine Möglichkeit, Wissen zu beinahe jedem Themengebiet zu jeder Zeit über das Internet abzurufen. Die kompakte Darstellung der verschiedensten Inhalte unterstützt das selbstorganisierte, flexible Lernen, da individuell benötigte Informationen über kurze Pod- oder Vodcast-Einheiten bezogen und neues Wissen selbstbestimmt aufgebaut werden kann.
Lernende können außerdem die Medienform, die sie nutzen möchten, selbst bestimmen und sind dadurch nicht mehr auf bestimmte Symbolsysteme wie zum Beispiel Texte beschränkt. Vodcasts können Inhalte auf multimediale, anschauliche Weise vermitteln, reine Audio-Podcasts dagegen bieten meist eine eher kurze, überblicksartige Darstellung zu einem bestimmten Themengebiet. Dies ermöglicht die Auswahl nach persönlichen Präferenzen, Lerntypen und Lernsituationen.
Zudem ermöglichen Pod- und Vodcasts einen kreativen und reflexiven Umgang mit Lerninhalten, da diese nicht allein zur Rezeption, sondern auch für eigene Produktionen genutzt werden können. Lernende können eigene Inhalte gestalten und ihr Wissen dadurch an andere Lernende weitergeben. Pod-, oder Vodcasts stellen somit auch ein Mittel für kollaborativ-kooperative Arbeitsweise und Kommunikation unter Lernenden dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen und Formen von Podcasts
3. Funktionen und Motive von Podcasts in der Bildungswissenschaft
3.1 Educasts
3.2 Podcasts als Objekte der Rezeption
3.3 Podcasts als Instrumente flexiblen Lernens
3.4 Podcasts als Objekte der Gestaltung
4. Konzeption des Podcasts „Computervermittelt kommunizieren“
4.1 Einführung in die Thematik des Podcasts
4.2 Begründung der Themenwahl
4.3 Zielgruppe des Podcasts
4.4 Struktureller Aufbau und didaktische Gestaltung
4.4.1 Das ARCS-Modell
4.4.2 Die Kognitive Theorie des multimedialen Lernens
4.5 Motive und Funktionen des Podcasts
5. Reflexion von Konzeption und Produktion des Podcasts
6. Evaluation
6.1 Gestaltung des Fragebogens
6.2 Ergebnisse
6.3 Auswertung
7. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Pod- und Vodcasts als innovative Medien im bildungswissenschaftlichen Kontext. Ziel ist es, die didaktische Konzeption, praktische Umsetzung und anschließende Evaluation eines spezifischen Podcasts zum Thema „Computervermittelt kommunizieren“ zu beschreiben und zu reflektieren, um Lernprozesse durch digitale Medien zu unterstützen.
- Grundlagen, Definitionen und Formen von Podcasts
- Funktionen von Educasts und ihr Einsatz in der Hochschullehre
- Didaktische Konzepte zur Gestaltung von Enhanced Podcasts
- Evaluation des Lernerfolgs und der motivationalen Wirkung
Auszug aus dem Buch
3.1 Educasts
Der Begriff Educast bezeichnet Podcasts, welche speziell für und in Bildungskontexten („Edu“) produziert und genutzt werden. Diese Arten von Podcasts dienen einerseits „als Informationsquelle, Ausdrucksmittel individuellen Lernens sowie als Lerngegenstand“ (Zorn, Auwärter, Krüger & Seehagen-Marx, 2011, S.2) und andererseits zur Förderung von Medienkompetenz (Zorn et al., 2011, S.1) bei den Lernenden. Diese Podcasts werden an Hochschulen zur Ergänzung von Lernveranstaltungen eingesetzt, für die persönliche Weiterbildung und Informationsgewinnung über öffentlich zugängliche Mediacast-Plattformen, oder als Bestandteil der Ausbildung medialer Kompetenzen in der Lehre.
Innerhalb bildungsorientierter Podcastings werden weiterhin folgende Formen unterschieden (Read, 2005):
Coursecasting: bestehend aus der vollständigen Aufnahme einer Lehrveranstaltung als Video-, oder Audiocast, der von den Studierenden als Wiederholungs-, oder Lernhilfe genutzt werden kann.
Precasting: bestehend aus kurzen Zusammenfassungen von Lernveranstaltungen, die als Vor- oder Nachbereitung, oder auch als Lernhilfe genutzt werden können.
Screencasting: bestehend aus der Aufzeichnung von Vorgängen, die eine bestimmte Software oder Handlungsweise betreffen und direkt am Computer ausgeführt und erklärt werden. Die detaillierte Darstellung einzelner Handlungsschritte in einer authentischen Lernsituation ermöglicht das modellorientierte Vorgehen des Lernenden und den Übertrag auf eigene Handlungsvorgänge.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz mobiler Lernzugänge und führt in das Thema Podcasts als Mittel zur flexiblen Wissensvermittlung ein.
2. Definitionen und Formen von Podcasts: Dieses Kapitel definiert den Begriff Podcast sowie Vodcast und erläutert verschiedene Formate wie den „Enhanced Podcast“.
3. Funktionen und Motive von Podcasts in der Bildungswissenschaft: Das Kapitel analysiert den Einsatz von Podcasts in der Hochschullehre, insbesondere als Lernressource und Instrument zur Förderung der Medienkompetenz.
4. Konzeption des Podcasts „Computervermittelt kommunizieren“: Hier wird das spezifische didaktische Design des selbst erstellten Podcasts unter Anwendung des ARCS-Modells und der kognitiven Theorie des multimedialen Lernens vorgestellt.
5. Reflexion von Konzeption und Produktion des Podcasts: Das Kapitel reflektiert den Produktionsprozess, einschließlich der verwendeten Software, der technischen Hürden und der didaktischen Gestaltung der visuellen Elemente.
6. Evaluation: Die summative Evaluation durch einen Fragebogen wird erläutert, die Ergebnisse der Befragung dargestellt und hinsichtlich der Akzeptanz sowie der Lerneffekte ausgewertet.
7. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst das Potenzial von Podcasts als Bildungsinstrument zusammen und identifiziert den Bedarf für weitere Investitionen in spezifisch aufbereitete Lerninhalte.
Schlüsselwörter
Podcasts, Vodcasts, Educasts, Bildungswissenschaft, E-Learning, Multimediales Lernen, didaktische Gestaltung, ARCS-Modell, Computervermittelte Kommunikation, Evaluation, Medienkompetenz, Wissenskonstruktion, Enhanced Podcast, Kursgestaltung, Online-Lehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz von Pod- und Vodcasts im bildungswissenschaftlichen Kontext sowie deren Potenzial als effizientes Medium für selbstbestimmtes und flexibles Lernen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Podcasts, didaktische Gestaltungsprinzipien, die methodische Umsetzung in der Hochschullehre sowie die praktische Evaluation der Lernerfahrungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Konzeption und Produktion eines eigenen Podcasts zum Thema „Computervermittelt kommunizieren“ sowie die kritische Reflexion und empirische Überprüfung seiner didaktischen Qualität.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit der praktischen Erstellung eines Podcasts und einer summativen Evaluation durch eine quantitative Online-Befragung mittels Likert-Skala.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Podcast-Nutzung, die detaillierte Beschreibung des didaktischen Konzepts und die Reflexion über den Produktionsprozess und die erzielten Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie E-Learning, didaktische Gestaltung, multimediales Lernen, Educasts, Evaluation und Wissenskonstruktion geprägt.
Warum wurde das Thema „Computervermittelt kommunizieren“ gewählt?
Das Thema ist für Studierende, insbesondere im Fernstudium, hochrelevant, da eine kompetente Nutzung digitaler Kommunikationsmedien essenziell für erfolgreiche kollaborative Lernprozesse ist.
Welche Bedeutung hat das ARCS-Modell in dieser Arbeit?
Das ARCS-Modell von Keller dient als Leitfaden für die didaktische Strukturierung des Podcasts, um motivationale Gestaltungsaspekte systematisch zu adressieren.
Welche Erkenntnisse lieferte die Evaluation?
Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit mit der inhaltlichen und strukturellen Gestaltung, deckten jedoch auch Verbesserungspotenziale bei der motivationalen Ansprache und technischen Qualität auf.
- Arbeit zitieren
- Marie-Yasmine Tölle (Autor:in), 2014, Formen und Funktionsweisen von Podcasts. Neue Wege in der Bildungswissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336009