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Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung. "Ich bin Nichts - Ein Anderer - Ich"

Titel: Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung. "Ich bin Nichts - Ein Anderer - Ich"

Bachelorarbeit , 2012 , 56 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Carsten Lincke (Autor:in)

Kunst - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Inszenierte Fotografie“ bezeichnet „nahezu jede Form von Fotografie […], der man auf den ersten Blick ansieht, daß sie nicht im sog. Schnappschußverfahren entstanden ist.“ „Inszenieren“ steht hierbei für eine szenische, narrative Darstellung. Es wird auch häufig der Terminus „Erfundene Wirklichkeiten“ verwendet. In diesem Zusammenhang lässt sich auch von „Scheinrealität“ sprechen, welche sich als eine fotografische Realität zur Wirklichkeit wie eine Fiktion verhält. Der Ursprung der inszenierten Fotografie liegt im Theater, wo es um die „la mise en scène“ geht, was das Bühnenarrangement umfasst. „Mise en scène“, die Regie, erweitert den Begriff zur „Gesamtheit der Mittel szenischer Interpretation“. Auf die inszenierte Fotografie angewandt bedeutet dies, dass eine Szene abgebildet wird. Das Foto kann man sich dabei als „auf die Bildfläche übertragene (Theater-)Sequenz vorstellen“.

In seinen Bildern überschreite der Autor die Grenze der klassischen Fotografie. Dies geschieht auf dreierlei Weise:
1. Es wird Malerei durch die Bezugnahme auf Bilder anderer Künstler als etwas Theatralisches inszeniert;
2. durch das Montieren der einzelnen fotografischen Elemente auf einer anderen Ebene, welche nicht zum entsprechenden Bildelement gehört, wird das Bild zu einer digitalen Bildmontage;
3. die gemalte Malerei im Hintergrund reflektiert die im Vordergrund dargestellte Inszenierung in subjektiver Form als Reaktion auf das Originalbild des Künstlers.

Aufgrund der digitalen Bildbearbeitung mit einem Bildbearbeitungsprogramm und der Einbettung einer expressiven Malerei im Hintergrund kann somit von einer Fotomontage-Malerei gesprochen werden. Wenn man die Fotostrecke stilistisch einordnen müsste, so würde sie der Moderne entgegenstehen und der Postmoderne zugeordnet werden. Dafür sind mehrere Merkmale als maßgeblich anzusehen: Das Erfinden bzw. Konstruieren des Bildes, der Rückgriff auf Bilder anderer, die Manipulation des Bildmaterials und die Untergrabung des Wahrheitsanspruches durch ein autonomes Bild. In meiner Arbeit geht es um die Fragen: Bin Ich? Wenn ja, wer bin ich?

Zu Beginn wird der Autor eine Beschreibung mit Analyse seines Werkes vornehmen. Hierbei wird auf das Verhältnis von Malerei-Fotografie, Ich als Material, das Rollenspiel und die Bildmotive eingegangen. Als Nächstes soll der Begriff „Ich“ auf seine inhaltliche Intention hin untersucht werden. Abschließend wird das Phänomen der Selbstinszenierung betrachtet.

Leseprobe


Gliederung

1. Prolog: Inszeniertes und [de]montiertes Ich – Überlegungen über die Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung

2. Ich bin Nichts – Ein Anderer – Ich

2.1. Konträre Räume: Malerei vs. Fotografie

2.2. Trägermedium Ich

2.3. Das Rollenspiel: Ich = ein Anderer/Mehrere

2.4. Motive: Konstruiertes Ich und rekonstruierte Welten

3. Das Ich als philosophischer Gegenstand

3.1. Die Seins-Frage: Bin Ich?

3.2. Die Wesens-Frage: Wer bin Ich?

4. Das künstlerische Phänomen der Selbstinszenierung

4.1. Wiener Aktionismus, Body Art und Performance

4.2. The Cindy Shermans

5. Epilog – Über das was bleibt

6. Bibliographie

7. Abbildungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der fotografischen Selbstinszenierung im Kontext der philosophischen Identitätsfrage. Ausgehend von der Analyse eigener künstlerischer Arbeiten, die Malerei und Fotografie verbinden, wird erforscht, wie das „Ich“ durch Rollenspiele, Medienwechsel und die konstruierte Bildsprache als komplexes, mehrfaches Phänomen dargestellt wird.

  • Verhältnis von Malerei und Fotografie in der inszenierten Selbstbildniskunst
  • Philosophische Auseinandersetzung mit der Existenz und dem Wesen des „Ich“
  • Künstlerische Strategien der Selbstinszenierung (Wiener Aktionismus, Body Art, Performance)
  • Analyse zeitgenössischer Positionen und künstlerischer Reinszenierungen
  • Transformation des Identitätsbegriffs durch mediale und digitale Inszenierung

Auszug aus dem Buch

2.1. Konträre Räume: Malerei vs. Fotografie

Im dargestellten Bild trennen sich die Medien, wodurch zwei Ebenen in einem entgegengesetzten, aber dennoch symbiotischen Verhältnis, gegenüberstehen. Die Fotografie bricht mit der Malerei. Ich habe mich gefragt, ob es dieses Bruches bedarf. Wenn man in der Geschichte zurückblickt, so fällt auf, dass die Malerei die Fotografie der Vergangenheit war. So gesehen stelle ich Malerei als Malerei dar, aber mit der Malerei der Gegenwart, der Fotografie.

Die gemalten Hintergründe können nicht für sich stehen, da ihnen die Intention fehlt. Aber sie sind auch noch soweit unabhängig, dass ihr ästhetisches Potential für sich stehen kann. Aus Gründen der Einheitlichkeit verwendete ich eine expressive Malweise, welche auf eine subjektiv emotionale Ebene, vergleichbar mit der Informelmalerei, verweist. Hierbei wird einerseits die eigene emotionale Ebene für sich und die emotionale Reaktion auf das entsprechende Original versinnbildlicht. Der fotografische Vordergrund zeigt die Pose, welche sich aus einer subjektiven Interpretation des Originals speist. Die Komposition verbleibt fast wie beim Original, nur variieren die Requisiten und die Kostüme, um eine neue Positionierung gegenüber den Originalen deutlich zu machen.

Aber warum nicht nur Fotografie oder nur Malerei? Der Grund hierfür liegt darin, dass die Komponente der szenischen „In-Schau-Setzung“, die sogenannte Selbstinszenierung, den Bezug zum Themenkomplex des Theaters und des Schauspiels herstellt. Im Theater gibt es Bühnenbildmaler, welche auch fiktive Räume mit Farbe schaffen. Vor diesen Räumen bilden sich dann auch reale Bilder ab, welche als gespielte Rolle inszeniert werden. Somit stellen die Fotografien vor dem gemalten Hintergrund die Geschichten der malerischen Originalbilder in einer subjektiv interpretierten, gespielten Rolle vor einem Bühnenbild dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Prolog: Inszeniertes und [de]montiertes Ich – Überlegungen über die Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung: Einführung in den Begriff der inszenierten Fotografie und die dreifache methodische Herangehensweise der künstlerischen Arbeit.

2. Ich bin Nichts – Ein Anderer – Ich: Analyse des Titels und Untersuchung des Verhältnisses von Malerei, Körperlichkeit, Rollenspiel sowie der Motivwahl in den eigenen Bildserien.

3. Das Ich als philosophischer Gegenstand: Reflexion über die philosophischen Grundfragen der Identität und Existenz unter Einbeziehung anthropologischer und erkenntnistheoretischer Ansätze.

4. Das künstlerische Phänomen der Selbstinszenierung: Kunstgeschichtlicher Abriss der Selbstinszenierung, von den Anfängen im Wiener Aktionismus über Body Art bis hin zu zeitgenössischen Positionen wie Cindy Sherman.

5. Epilog – Über das was bleibt: Zusammenfassende Betrachtung der identitätstheoretischen Fragestellungen und Ausblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit Authentizität und Reproduzierbarkeit.

Schlüsselwörter

Selbstinszenierung, Fotografie, Malerei, Identität, Rollenspiel, Wiener Aktionismus, Körperkunst, Performative Fotografie, Subjektivität, Künstlerische Praxis, Transformation, Maskierung, Repräsentation, Bildmontage, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der künstlerischen Selbstinszenierung im Medium der Fotografie und wie das Ich durch verschiedene Rollenbilder und mediale Strategien konstruiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft kunstgeschichtliche Analyse von Selbstinszenierung mit philosophischen Fragen zur Identität, zum Seins-Verständnis und zur Wirkung medialer Darstellung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erforschung, wie das Künstler-Ich als Medium und Material fungiert, um Fragen nach der Identität und der (Re-)Konstruktion von Wirklichkeit in der bildenden Kunst zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus praktischer künstlerischer Arbeit (inszenierte Fotografie) und einer begleitenden theoretischen Reflexion sowie kunsthistorischen Analyse angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der eigenen Bildserien im Kontext von Malerei und Fotografie sowie eine Untersuchung historischer und zeitgenössischer Selbstinszenierungskunst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Selbstinszenierung, Identität, Rollenspiel, Wiener Aktionismus, Fotografie und Malerei.

Welche Rolle spielt der Wiener Aktionismus in der Arbeit?

Er dient als Ausgangspunkt für die Radikalisierung der Kunst und die Nutzung des eigenen Körpers als Aktions- und Projektionsfläche, um eine direkte Wirklichkeit zu erzeugen.

Wie unterscheidet der Autor seine Arbeit von Cindy Sherman?

Während Cindy Sherman oft auf die betonte Fälschung und Dekonstruktion des Frauenbildes zielt, nutzt der Autor eine Verbindung von expressiver Malerei und Fotografie, um eine neue, subjektive Rollenaneignung zu schaffen.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung. "Ich bin Nichts - Ein Anderer - Ich"
Hochschule
Universität Erfurt  (Professur für Bildende Kunst/Künstlerische Praxis)
Note
1,0
Autor
Carsten Lincke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
56
Katalognummer
V336164
ISBN (eBook)
9783668259270
ISBN (Buch)
9783668259287
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstinszenierung Performance Inszenierte Fotografie Inszenierung Wer bin Ich Wiener Aktionismus Aktionismus Cindy Sherman Teun Hocks Yasumasa Morimura Rollenspiel Konstruiertes Ich Identität Body Art Fotografie Postmoderne Moderne Malerei und Fotografie erfundene Wirklichkeit szenische Darstellung narrative Darstellung Skepsis expressive Malerei Ausdrucksmalerei Trägermedium Ich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carsten Lincke (Autor:in), 2012, Grenzen der fotografischen Selbstinszenierung. "Ich bin Nichts - Ein Anderer - Ich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336164
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  56  Seiten
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