Masterarbeit zum Thema nachhaltige Geldanlage in Deutschland für Privatanleger.
Die globale Finanzkrise von 2008 hat die Debatte zur Vereinbarkeit von Geld und Moral neu entfacht und an den Märkten zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für Themen wie nachhaltig leben, nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Produkte auf Seiten der Marktteilnehmer geführt.
Seitdem befassen sich viele Unternehmen verstärkt mit außerökonomischen Fragestellungen und haben begonnen, ihr wirtschaftliches Handeln an den Prinzipien der Nachhaltigkeit auszurichten, wie zum Beispiel der kürzlich angekündigte Ausstieg des weltgrößten Versicherers Allianz aus der Kohleindustrie zeigt.
Mittlerweile besteht in weiten Teilen der Bevölkerung die Erwartungshaltung, dass auch auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Unternehmen neben rein wirtschaftlichen Kriterien auch ökologische, ethische und soziale Aspekte in ihrem Geschäftsbetrieb berücksichtigen sollten. Zudem erfordert der fortschreitende Klimawandel globale Bemühungen zur Emissionsreduktion und die Integration der Nachhaltigkeit in die Wirtschaft. Die aufgezeigte Entwicklung hat zur Folge, dass der Markt für nachhaltige Geldanlagen im Vergleich zum Gesamtmarkt in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichnen konnte.
Gegenwärtig ist eine deutlich breitere Informationsbasis zum Anlageverhalten institutioneller Investoren in Bezug auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei Geldanlagen vorhanden. Für viele Privatanleger ist das Thema Nachhaltigkeit in Verbindung mit Geldanlagen hingegen noch Neuland. Daher stellt sich die Frage nach dem Anlagepotenzial nachhaltiger Geldanlagen bei deutschen Privatanlegern. Die vorliegende Arbeit soll durch die gezielte Befragung von privaten Anlegern einen Beitrag zum aktuellen Informationsstand des deutschen Marktes für nachhaltige Anlagen leisten.
1. Einleitung
1.1. Thematische Einführung und Problemstellung
1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen von nachhaltigen Kapitalanlagen
2.1. Nachhaltigkeit als Leitbild wirtschaftlichen Handelns
2.2. Wesentliche Begriffsdefinitionen
2.2.1. Konventionelle Kapitalanlage
2.2.2. Nachhaltige Kapitalanlage
2.3. Spezifische Eigenschaften von privaten Anlegern
2.4. Ansätze nachhaltiger Anlagestrategien
2.4.1. Ausschlusskriterien
2.4.2. Best-in-Class
2.4.3. Engagement
2.4.4. Impact Investment
2.4.5 Integration
2.4.6. Nachhaltige Themenfonds
2.4.7. Normbasiertes Screening
2.4.8. Stimmrechtsausübung
2.5. Entwicklung nachhaltiger Kapitalanlagen in Deutschland
3. Empirische Untersuchung
3.1. Aufbau der Studie
3.2. Zielsetzung der Studie
3.3. Methodische Vorgehensweise
3.4. Beschreibung der befragten Gruppen
3.4.1. Beschreibung der Gruppe Betriebswirtschaft (BW)
3.4.2. Beschreibung der Gruppe Energiewirtschaft (EW)
3.5. Ergebnisse der Studie im Einzelnen
3.5.1. Studierende der Betriebswirtschaft (BW)
3.5.2. Studierende der Energiewirtschaft (EW)
3.6. Vergleichende Gegenüberstellung
3.7. Schlussfolgerung
4. Handlungsempfehlungen für Anbieter nachhaltiger Anlagen
4.1. Entwicklung von maßgeschneiderten Produkten
4.2. Verbesserung des Informations- und Beratungsangebots
4.3. Erhöhung der Transparenz
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Master-Thesis analysiert das Anlagepotenzial nachhaltiger Kapitalanlagen bei deutschen Privatanlegern und untersucht durch eine quantitative Befragung unter Studierenden das Meinungsbild sowie die Affinität zu nachhaltigen Anlageformen.
- Marktpotenzial und Entwicklung nachhaltiger Kapitalanlagen in Deutschland.
- Untersuchung von Anlagepräferenzen unter Berücksichtigung von ESG-Kriterien.
- Analyse des Beratungsbedarfs und Hemmnissen bei nachhaltigen Investitionen.
- Vergleichende Untersuchung zwischen Studierenden der Betriebswirtschaft und Energiewirtschaft.
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Stärkung des nachhaltigen Marktes.
Auszug aus dem Buch
2.2. Wesentliche Begriffsdefinitionen
Zum besseren Verständnis des Themas „nachhaltige Kapitalanlagen“ sollen zunächst wichtige Begriffe erläutert werden.
2.2.1. Konventionelle Kapitalanlage
Unter der klassischen bzw. konventionellen Kapitalanlage versteht man die langfristige Anlage von Kapital im Geld- und Kapitalmarkt zum Zweck der Werterhaltung oder Wertvermehrung mit dem Ziel, eine Rendite zu erwirtschaften. Dabei stehen drei finanzielle Kriterien im Vordergrund: Rendite, Sicherheit und Liquidität. Die Rendite (auch bekannt als Rate of Return, Yield und Effektivverzinsung) ist eine Maßgröße der Rentabilität einer Kapitalanlage, die den wirtschaftlichen Erfolg innerhalb einer bestimmten Zeitperiode misst. Als „Risiko“ bzw. „Sicherheit“ werden beispielsweise Kursschwankungen an den Märkten, Konjunkturzyklen oder ein möglicher Totalverlust des eingesetzten Kapitals verstanden. Häufig wird das Risiko mit Hilfe der Standardabweichung ermittelt und in das systematische und unsystematische Risiko unterteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der nachhaltigen Kapitalanlagen ein und erläutert die Problemstellung sowie die Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2. Grundlagen von nachhaltigen Kapitalanlagen: Dieses Kapitel definiert wesentliche Begriffe, beschreibt die spezifischen Eigenschaften privater Anleger und stellt verschiedene nachhaltige Anlagestrategien vor.
3. Empirische Untersuchung: Hier wird der Aufbau, die Methodik und die detaillierte Auswertung der Befragung von Studierenden der Betriebswirtschaft und Energiewirtschaft dargestellt und vergleichend gegenübergestellt.
4. Handlungsempfehlungen für Anbieter nachhaltiger Anlagen: Basierend auf den Studienergebnissen werden Empfehlungen zur Produktentwicklung, Beratung und Transparenzverbesserung formuliert.
5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des deutschen Marktes für nachhaltige Anlagen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Kapitalanlage, Privatanleger, ESG-Kriterien, Rendite, Sicherheit, Liquidität, Anlagestrategien, Finanzmarkt, Anlageverhalten, empirische Untersuchung, Deutschland, Marktentwicklung, Beratungsbedarf, Transparenz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Master-Thesis?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von nachhaltigen Kapitalanlagen unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive deutscher Privatanleger.
Welche Gruppen wurden für die empirische Studie befragt?
Es wurden Studierende der Betriebswirtschaft sowie der Energiewirtschaft an der Hochschule Biberach quantitativ befragt, um ein Meinungsbild zu generieren.
Was ist das primäre Ziel der Befragung?
Ziel ist es, Affinität und Anlageverhalten potenzieller Anlegerkreise zu ermitteln und konkrete Handlungsempfehlungen für Anbieter nachhaltiger Produkte abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin führt eine quantitative Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens durch, gefolgt von einer statistischen Auswertung und Korrelationsanalysen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen nachhaltiger Anlagestrategien, die ökonomischen und außerökonomischen Dimensionen von Investitionen sowie die Hindernisse einer breiteren Marktdurchdringung.
Welche Anlagekriterien stehen im Fokus der Untersuchung?
Die Studie konzentriert sich primär auf das klassische magische Dreieck der Kapitalanlage (Rendite, Sicherheit, Liquidität) und dessen Erweiterung um ökologische und soziale Dimensionen.
Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Betriebswirtschafts- und Energiewirtschaftsstudierenden?
Ja, die Studie zeigt, dass Studierende der Energiewirtschaft tendenziell eine höhere Affinität zum Thema Nachhaltigkeit aufweisen und beim Anlageverhalten stärkere Gewichtung auf Sicherheit legen als Studierende der Betriebswirtschaft.
Welche Hemmnisse identifiziert die Untersuchung?
Als zentrale Hindernisse werden die mangelnde Produkttransparenz, eine unzureichende Informationsbasis sowie die subjektive Schwierigkeit der Messbarkeit von Nachhaltigkeitsvorteilen genannt.
Welche Bedeutung misst die Studie der "Rendite" bei?
Die Rendite bleibt ein wichtiges Kriterium; die Mehrheit der Befragten ist jedoch grundsätzlich bereit, bei nachhaltigen Anlagen eine geringere Rendite gegenüber konventionellen Alternativen zu akzeptieren.
Welche Handlungsempfehlungen gibt die Autorin den Anbietern?
Es wird empfohlen, maßgeschneiderte Produkte für Zielgruppen zu entwickeln, das Beratungsangebot durch gezielte Weiterbildung zu verbessern und die Transparenz durch standardisierte Nachhaltigkeitsprofile zu erhöhen.
- Quote paper
- Johannes Schleh (Author), 2016, Nachhaltige Geldanlage? Eine empirische Untersuchung zur Anlagebereitschaft deutscher Privatanleger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336281