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Die multiperspektivische Darstellung der Erinnerung in Javier Cercas "Las leyes de la frontera"

Title: Die multiperspektivische Darstellung der Erinnerung in Javier Cercas "Las leyes de la frontera"

Term Paper , 2015 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nadine Loeper (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Wenn wir über das Thema Erinnerung nachdenken, uns austauschen und über die Vergangenheit sprechen, dann scheint es für uns selbstverständlich, dass sich das, woran wir uns in der Gegenwart erinnern, auch in der Vergangenheit tatsächlich so zugetragen haben muss. Doch wenn man das komplexe Thema der Erinnerung genauer betrachtet, so stellt man fest, dass eine solche objektive Wiedergabe der Vergangenheit gar nicht möglich zu sein scheint.

Wenn unser kognitives System nun aber so beeinflussbar ist von gegenwärtigen Lebensumständen, von bereits gemachten Erfahrungen und Emotionen, wie können wir dann davon ausgehen, dass unsere Erinnerung an die Vergangenheit objektiv und konstant ist? Und wenn die eigenen Erinnerungen durch die Zeit schon so veränderlich sind, wie verhält es sich dann mit Erinnerungen an ein Geschehen aus verschiedenen Perspektiven? Fragen, denen in dieser Ausarbeitung unter Bezugnahme des Romans "Las leyes de la frontera" von Javier Cercas auf den Grund gegangen werden soll.

Es werden zunächst die Begriffe des Gedächtnis und der Erinnerung geklärt, sie werden voneinander abgegrenzt und beschrieben, was genau man sich in der Sprachwissenschaft darunter vorzustellen hat. Es wird übergegangen zu den kulturwissenschaftlichen Erinnerungstheorien und gedächtnistypischen Charakteristika, auf welche der Roman "Las Leyes de la frontera" von Javier Cercas im Verlauf dieser Ausarbeitung überprüft werden soll. Es stellt sich hier die Frage, ob die für das individuelle Gedächtnis charakteristischen Merkmale auch in fiktionalen Romanen, wie "Las leyes de la frontera", der ausschließlich über fiktionale Erinnerungen konstruiert wird, wiederzufinden sind. Zuletzt wird noch ein Blick auf die multiperspektivische Darstellung von Erinnerungen geworfen und analysiert wie diese die Wirkung des Romans beeinflussen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gedächtnisforschung und Erinnerung

2.1 Begriffsdefinition Gedächtnis und Erinnerung

2.2 Die Formen des Gedächtnisses

2.2.1 Das individuelle Gedächtnis

2.2.2 Das kommunikative Gedächtnis

2.2.3 Das kollektive Gedächtnis

3 Darstellung von Erinnerungen in Las leyes de la frontera

3.1 Struktur und Besonderheiten des Romans

3.2 Erinnerung als narrative Erzählstrategie in der literarischen Inszenierung

3.2.1 Erinnerungs-Charakteristika in Las leyes de la frontera

3.2.2 Zarco - Ein Mythos im kollektiven Gedächtnis

3.2.3 Die Wirkung der multiperspektivischen Erinnerungsdarstellung

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Javier Cercas in seinem Roman "Las leyes de la frontera" die subjektive und perspektivische Natur des menschlichen Erinnerns literarisch inszeniert und welche Rolle dabei die Multiperspektivität sowie das kollektive Gedächtnis spielen.

  • Grundlagen der Gedächtnisforschung (individuelles, kommunikatives und kollektives Gedächtnis).
  • Narrative Strategien und literarische Konstruktion von Erinnerung in "Las leyes de la frontera".
  • Die Mythologisierung von Identitäten im kollektiven Gedächtnis am Beispiel der Figur "Zarco".
  • Die Funktion und Wirkung multiperspektivischer Erzählweisen auf die Wahrheitsfindung und Leserwahrnehmung.

Auszug aus dem Buch

Die Wirkung der multiperspektivischen Erinnerungsdarstellung

Man kann sich die Frage stellen warum sich der Autor verschiedener Perspektiven in seinem Roman zur Beschreibung eines Geschehens zu Nutze macht, wenn doch auch die Erzählung der Geschichte durch nur einen Ich-Erzähler hätte erzählt werden können. Interessant ist hier jedoch die Tatsache herauszufinden, ob sich die Wirklichkeitsdarstellungen aus der Summe der verschiedenen Perspektiven gleichen, ergänzen oder widersprechen und inwieweit die Erinnerungen der Erzähler die Wirklichkeit erfassen und widergeben können (vgl. Neuhaus, 1971, S. 161). „Im auktorialen Roman gibt es diese Frage nicht. Der allwissende Autor hat einen übermenschlichen Zugang zur Wahrheit (...)“ (ebd.), was den Roman letztlich unnahbar und realitätsfern werden lässt. Die einschränkende Perspektive in diesem Roman hingegen macht es nicht möglich einen definitiven Rückschluss auf den Wahrheitsgehalt der erzählten Wirklichkeit zu ziehen und der Leser weiß lediglich so viel, wie er auch bei einem Gespräch in der außersprachlichen Realität erfahren könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität der Erinnerungsforschung ein und stellt die Forschungsfrage zur multiperspektivischen Darstellung im Roman.

2 Gedächtnisforschung und Erinnerung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Gedächtnis und Erinnerung und differenziert zwischen individuellen, kommunikativen und kollektiven Gedächtnisformen.

3 Darstellung von Erinnerungen in Las leyes de la frontera: Der Hauptteil analysiert die spezifische Erzählstruktur des Romans und die Inszenierung von Erinnerung als narratives Mittel.

4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Multiperspektivität im Roman die Unmöglichkeit einer objektiven Wahrheit verdeutlicht und eine Brücke zur Realität schlägt.

Schlüsselwörter

Erinnerung, Gedächtnis, Javier Cercas, Las leyes de la frontera, Multiperspektivität, Kollektives Gedächtnis, Identitätskonstruktion, Transición, Narratologie, Subjektivität, Quinquis, Erzählstrategie, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von Erinnerung und Gedächtnis im Roman "Las leyes de la frontera" von Javier Cercas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Gedächtnisforschung sowie die Analyse literarischer Erzählstrategien im Kontext von Wahrheit, Subjektivität und kollektiver Erinnerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Cercas durch eine multiperspektivische Erzählweise die Subjektivität von Erinnerungen und das Fehlen einer objektiven Wahrheit im Roman verdeutlicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch kulturwissenschaftliche und erzähltheoretische Theorien zur Gedächtnisforschung gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Struktur des Romans, der Analyse von Erinnerungs-Charakteristika, der Mythenbildung um die Figur Zarco sowie der Wirkung der Multiperspektivität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erinnerung, Multiperspektivität, Identitätskonstruktion und kollektives Gedächtnis charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Interviewer in dem Roman?

Der Interviewer dient als Interaktionspartner, um die kommunikative Ebene herzustellen, und fungiert als Sammelpunkt für die verschiedenen subjektiven Erinnerungsberichte.

Warum wird die Figur Zarco als Mythos bezeichnet?

Zarco repräsentiert eine ganze Generation von "Quinquis" und wurde durch mediale Berichterstattung und filmische Adaptionen zu einer Legende, die über die individuellen Fakten hinausgeht.

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Details

Title
Die multiperspektivische Darstellung der Erinnerung in Javier Cercas "Las leyes de la frontera"
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät)
Course
Aufbauseminar: Javier Cercas y la memoria histórica
Grade
1,3
Author
Nadine Loeper (Author)
Publication Year
2015
Pages
24
Catalog Number
V336318
ISBN (eBook)
9783668259034
ISBN (Book)
9783668259041
Language
German
Tags
darstellung erinnerung javier cercas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Loeper (Author), 2015, Die multiperspektivische Darstellung der Erinnerung in Javier Cercas "Las leyes de la frontera", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336318
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