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Von der Merkmalssemantik zur Prototypentheorie. Das Konzept „familia“ unter merkmals- und prototypensemantischen Aspekten

Title: Von der Merkmalssemantik zur Prototypentheorie. Das Konzept „familia“ unter merkmals- und prototypensemantischen Aspekten

Term Paper , 2013 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nadine Loeper (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Ein Baum ist ein Baum und ein Hund ist ein Hund. Eine einfache Feststellung hinsichtlich hunderter Dinge, die wir täglich als bekannt voraussetzen und unterbewusst in unseren kognitiven Systemen einordnen. Aber warum sehen wir einen felligen Vierbeiner und denken an einen Hund? Und warum kategorisieren wir die hochgewachsene holzige Pflanze im Wald vor unseren Augen als Baum und nicht als Lebewesen, Pflanze oder gar Buche oder Birke? Eine doch nicht mehr ganz so einfache Frage, der in dieser Ausarbeitung unter Bezugnahme der so genannten Merkmals- und Prototypensemantik auf den Grund gegangen werden soll.

Es wird zunächst der Begriff des Prototyp geklärt und beschrieben, was man sich darunter in der Sprachwissenschaft vorzustellen hat. Der Begriff des damit eng zusammenhängenden sprachwissenschaftlichen Teilbereichs der Semantik wird ebenfalls kurz erläutert. Um zu erfahren auf welchen Grundlagen die Prototypensemantik aufbaut, wird im ersten Teil der Arbeit die Herangehensweise zur kognitiven Kategorisierung durch die ursprüngliche Merkmalssemantik geschildert. Im weiteren Verlauf wird dann ein Blick auf die daraus resultierende Prototypentheorie und ihre, zur klassischen Merkmalssemantik konträren, Erkenntnisse unter Zuhilfenahme oft rezipierter Beispiele geworfen.

Im weiteren Verlauf wird untersucht, ob die klassische Merkmalssemantik und die Prototypentheorie auch auf abstrakte Konzepte angewendet werden können, nur eine von beiden Anwendung findet, oder beide Theorien so mangelhaft sind, dass sie lediglich bei Konkreta funktionieren. Zudem stellt sich die Frage, ob sich im Laufe der Zeit ein Wandel der Merkmal / Prototypizität feststellen lässt. Zur Überprüfung werden fünf spanisch-sprachige Lexikoneinträge zum Konzept familia onomasiologisch untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition Prototyp und Semantik

3 Ausgangspunkt der Prototypentheorie – die Merkmalssemantik

4 Prototypensemantik

4.1 Graduelle Zugehörigkeit und unscharfe Grenzen

4.1.1 Das Fokalfarben-Experiment

4.1.2 Das Vogel-Experiment

4.1.3 Das Tassen-Experiment

4.2 Familienähnlichkeit

4.3 Die Basisebene

5 Anwendung Merkmals- und Prototypensemantik auf das Konzept „Familia“

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie menschliche kognitive Systeme Konzepte kategorisieren, und vergleicht dabei die klassische Merkmalssemantik mit der Prototypentheorie. Ziel ist es zu analysieren, ob sich diese Theorien, die primär auf konkrete Objekte angewendet werden, auch auf abstrakte Konzepte wie den Begriff „familia“ übertragen lassen und ob sich dessen Prototypizität im Laufe der Zeit gewandelt hat.

  • Grundlagen der Merkmalssemantik und des NHB-Modells
  • Kognitive Prinzipien der Prototypensemantik
  • Empirische Kategorisierungsexperimente (Fokalfarben, Vögel, Tassen)
  • Bedeutung der Basisebene in der Kognition
  • Analyse des Begriffs „familia“ in spanischen Lexikoneinträgen

Auszug aus dem Buch

4.1 Graduelle Zugehörigkeit und unscharfe Grenzen

Wenn man sich die Bedingungen des klassischen NHB-Modells anschaut, so steht außer Frage, dass alle Mitglieder laut klassischer Merkmalssemantik innerhalb einer Kategorie denselben Status aufweisen müssen, die Kategorie in sich geschlossen ist und klare Grenzen aufweist. Die Erkenntnisse aus der Prototypensemantik allerdings widersprechen jedem grundsätzlich. Aufgebaut auf ein Experiment, welches ursprünglich dazu diente zu belegen, dass es innerhalb unterschiedlicher Sprechergemeinschaften zu sprachlich-kulturellen Differenzen komme, „(…) da jede Kultur über ein eigenes Set an Farbbezeichnungen verfügt, das in Umfang und Differenzierheit stark variiert“ (Mangasser-Wahl 2000, 17) begannen Berlin und Kay (1969) diesen Ansatz in Frage zu stellen und untersuchten das Kategorisierungsverhalten von Probanden anhand von Farbwortsystemen mit für die Prototypensemantik elementaren Ergebnissen (vgl. Blank 1997, 80).

Probanden bekamen eine Reihe von verschiedenen Farben vorgelegt und wurden gebeten diese einzuordnen. Entgegen der bis dato existierenden Erkenntnisse, überprüften die Probanden die Farben nicht anhand einer Merkmals-Checkliste. Vielmehr versuchten die Teilnehmer sich an den jeweiligen Fokalfarben (Grundfarbwörtern) zu orientieren und verglichen alle weiteren Farben mit ihnen. Die Beschränkung auf Grundfarbwörter oder auch basic color terms ist notwendig um für alle Sprechergemeinschaften mit unterschiedlichen Inventaren von Farbwörtern die gleiche Grundvoraussetzung zu schaffen. Grundfarbwörtern ist es nämlich nicht möglich als Unterbegriff anderer Farbwörter zu gelten, wie beispielsweise Farben wie Himmelblau oder Rubinrot (vgl. Gabriel/Meisenburg 2007, 167).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Grundlagen der kognitiven Kategorisierung und der Anwendbarkeit von Merkmals- und Prototypensemantik auf abstrakte Begriffe dar.

2 Begriffsdefinition Prototyp und Semantik: Hier werden die zentralen Begriffe der Arbeit definiert, wobei der Prototyp als „bester Vertreter“ einer Kategorie und die Semantik als Lehre der inhaltlichen Bedeutung sprachlicher Zeichen beschrieben werden.

3 Ausgangspunkt der Prototypentheorie – die Merkmalssemantik: Dieses Kapitel erläutert das klassische Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen (NHB-Modell), nach dem Kategorien durch feste, binäre Merkmale definiert sind.

4 Prototypensemantik: Dieser Hauptteil führt die Theorie der graduellen Zugehörigkeit ein, die durch Familienähnlichkeit und die Basisebene geprägt ist und Kategorien ohne starre Grenzen beschreibt.

5 Anwendung Merkmals- und Prototypensemantik auf das Konzept „Familia“: Die Theorie wird hier auf den abstrakten Begriff „familia“ angewendet, wobei spanische Lexikoneinträge auf ihre prototypischen Strukturen und historischen Wandel untersucht werden.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die Prototypensemantik für abstrakte Konzepte besser geeignet ist als die klassische Merkmalssemantik und dass sich die Merkmale von Konzepten durch gesellschaftlichen Wandel verändern können.

Schlüsselwörter

Kognitive Semantik, Prototypentheorie, Merkmalssemantik, NHB-Modell, Kategorisierung, Familienähnlichkeit, Basisebene, Familia, Abstrakte Konzepte, Sprachwandel, Lexikografie, Graduelle Zugehörigkeit, Kognitionswissenschaft, Semantik, Prototyp

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Menschen Begriffe und Konzepte in ihrem kognitiven System kategorisieren und vergleicht dabei die traditionelle Merkmalssemantik mit der modernen Prototypensemantik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das NHB-Modell, die Prototypentheorie nach Eleanor Rosch, das Phänomen der Familienähnlichkeit, die Bedeutung der Basisebene und die onomasiologische Untersuchung abstrakter Begriffe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob sich die für konkrete Gegenstände entwickelten Theorien der Kategorisierung auch auf komplexe, abstrakte Konzepte wie den Familienbegriff übertragen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der linguistischen Literatur und führt eine diachrone Analyse von fünf spanischen Lexikoneinträgen zum Begriff „familia“ durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich den kognitiven Grundlagen: Erst wird die starre Merkmalssemantik erklärt, dann die Prototypensemantik durch bekannte Experimente (Farben, Vögel, Tassen) und das Konzept der Basisebene illustriert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kognitive Semantik, Prototypentheorie, Kategorisierung, Basisebene, Familienähnlichkeit und der Begriff Familia.

Warum funktioniert das NHB-Modell bei abstrakten Konzepten wie „Familia“ nur mangelhaft?

Abstrakte Konzepte basieren nicht auf einer starren Liste notwendiger und hinreichender Bedingungen, da „Familie“ individuell und gesellschaftlich unterschiedlich definiert wird und keine binären Grenzen besitzt.

Wie hat sich das Verständnis von „Familia“ in den untersuchten Wörterbüchern verändert?

Historisch wurde die Familie stärker durch patriarchale Strukturen definiert; aktuelle Einträge spiegeln hingegen modernere, egalitärere Familienbilder wider, bei denen Kinder optional sind.

Welche Rolle spielt die Basisebene in dieser Untersuchung?

Die Basisebene wird als die kognitive Ebene identifiziert, auf der das meiste Wissen gespeichert ist und die im Alltag am schnellsten und automatischsten für die Kategorisierung genutzt wird.

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Details

Title
Von der Merkmalssemantik zur Prototypentheorie. Das Konzept „familia“ unter merkmals- und prototypensemantischen Aspekten
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät)
Course
Basisseminar: Kognitive Semantik
Grade
1,7
Author
Nadine Loeper (Author)
Publication Year
2013
Pages
26
Catalog Number
V336319
ISBN (eBook)
9783668259096
ISBN (Book)
9783668259102
Language
German
Tags
Semantik Merkmalssemantik Prototypentheorie familia onomasiologisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Loeper (Author), 2013, Von der Merkmalssemantik zur Prototypentheorie. Das Konzept „familia“ unter merkmals- und prototypensemantischen Aspekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336319
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