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Offene Ganztagsgrundschule. Kooperation von Jugendhilfe und Schule

Title: Offene Ganztagsgrundschule. Kooperation von Jugendhilfe und Schule

Diploma Thesis , 2004 , 124 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Diplom Pädagoge Volker Müller (Author)

Social Work
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Die offene Ganztagsgrundschule wird von ihren Gegnern als „Verwahranstalt“ bezeichnet. Sie kritisieren, dass nur die „gebundene Ganztagsschule“ die Bildungsqualität verbessern könne, die hauptsächlich durch Lehrerinnen und Lehrer gestaltet wird und keine Kooperation mit der Jugendhilfe oder anderen außerschulischen Partnern vorsieht. Diese Sichtweise ist Ausdruck einer Tendenz in der aktuellen Bildungsdebatte, das Thema Bildung unangemessen nur unter Einbeziehung von schulischen Themen und Sichtweisen zu diskutieren. Wenn Bildung jedoch ganzheitlich und umfassend erfasst und analysiert werden soll, müssen die Bildungsbedingungen außerhalb der Schule ebenso miteinbezogen werden wie die Wirkung der schulischen Strukturen selbst. Deshalb wird im folgenden die offene Ganztagsgrundschule unter dem Aspekt der Kooperation von Jugendhilfe und Schule behandelt. Dabei soll gezeigt werden, so die Kernthese der vorliegenden Arbeit, dass die Zusammenarbeit der beiden Sozialisationsinstanzen die Bildungsqualität an Schulen verbessern kann.
Dazu wird im ersten Teil inhaltlich in die Thematik eingeführt. Das Konzept der offenen Ganztagsgrundschule wird dabei ausführlich vorgestellt und im Zusammenhang mit anderen Ganztagsschulformen und -konzepten kritisch bewertet.
Im zweiten Teil wird dann theoretisch begründet, warum diese Kooperation die Bildungsqualität für Kinder und Jugendliche verbessern kann. Nach einer historischen Betrachtung und kritischen Beleuchtung der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule im Kontext der Schulsozialarbeit wird verdeutlicht, warum die beiden Sozialisationsinstanzen unter heutigen Bedingungen zusammenarbeiten sollten. Dazu werden veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Grenzen und Defizite des Schulsystem sowie neue Bildungsanforderungen behandelt. Abschließend werden die Bildungspotentiale aufgezeigt, die die Jugendhilfe in die offenen Ganztagsschulen einbringen kann.
Die praktische Umsetzung der Kooperation wird abschließend im dritten Teil behandelt. Dabei werden Möglichkeiten, Probleme und Standards bei der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule vorgestellt und im Zusammenhang mit einer Verbesserung der Bildungsqualität diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die offene Ganztagsgrundschule in Nordrhein-Westfalen

1.1 Das Konzept der offenen Ganztagsgrundschule

1.2 Rechtsgrundlagen und Finanzierung der Offenen Ganztagsgrundschule

1.3 Hintergründe für die erneute Diskussion über Ganztagsschulen

1.4 Schulmodelle und Praxiskonzepte für die Ganztagsschule

1.5 Formen der Ganztagsschule

1.6 Kritik an der offenen Ganztagsschule

2 Verbesserte Bildungsqualität durch die Kooperation von Jugendhilfe und Schule

2.1 Ursprung der Trennung von Jugendhilfe und Schule

2.2 Entwicklungen und Geschichte der Schulsozialarbeit

2.3 Lebensweltorientierung und Kinder- und Jugendhilfegesetz

2.4 Veränderte Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen

2.5 Grenzen und Defizite des Schulsystems

2.6 Bildungspotentiale in der Kinder- und Jugendhilfe

3 Praktische Umsetzung der Kooperation von Jugendhilfe und Schule

3.1 Aufgaben und Arbeitsfelder der Jugendhilfe in der Kooperation

3.2 Probleme bei der Kooperation von Jugendhilfe und Schule

3.3 Hemmende und fördernde Faktoren für die Kooperation

3.4 Modelle für die Umsetzung der offenen Ganztagsgrundschule

3.5 Gestaltung einer bildungsorientierten Kooperation

3.6 Standards für eine bildungsorientierte Kooperation

3.7 Erste Formen und Beispiele offener Ganztagsgrundschulen

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule im Kontext der offenen Ganztagsgrundschule, um die Bildungsqualität für Kinder und Jugendliche nachhaltig zu verbessern. Es wird der Frage nachgegangen, wie durch die Verzahnung formaler Bildung mit außerschulischen Angeboten auf veränderte Lebenslagen reagiert werden kann.

  • Konzept und gesetzliche Rahmenbedingungen der offenen Ganztagsgrundschule in Nordrhein-Westfalen
  • Analyse der historischen und aktuellen Trennung bzw. Kooperation von Jugendhilfe und Schule
  • Bedeutung der Lebensweltorientierung für eine moderne Bildungsarbeit
  • Herausforderungen und Standards für eine gelingende praktische Zusammenarbeit im Schulalltag

Auszug aus dem Buch

3.4 Modelle für die Umsetzung der offenen Ganztagsgrundschule

Der Pädagoge und Diplomsportlehrer Christoph Gilles hat mehrjährige Praxiserfahrungen in der Offenen Jugendarbeit, in der Jugendsozialarbeit und als Lehrer. Er ist Leiter des Sachgebietes „Jugendhilfeplanung, Fortbildung und Modellförderung“ im Landesjugendamt Rheinland in Köln. Die Kooperation von Jugendhilfe und Schule gehört zu seinen Arbeitsschwerpunkten. Christoph Gilles (2003, S. 3) stellt drei Modelle für die Umsetzung der offenen Ganztagsgrundschule vor.

Bei dem Gruppenmodell geht es vor allem um qualifizierte Betreuungsgruppen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll sichergestellt werden. Das Gruppenmodell ist von seiner Struktur her ein additives Modell - ohne eine besondere kooperative Qualität. Bei diesem Konzept ist keine neue und verbesserte Bildungskonzeption möglich. Es wird aber in der Praxis oft umgesetzt, weil es relativ kostengünstig und einfach zu organisieren ist. Das Modell ist zudem kurzfristig umzusetzen und ohne enge Kooperation mit der Schule machbar. Die Schule kann ihre Organisation und Zielsetzungen beibehalten (vgl. ebd.).

Bei dem Schulmodell wird eine ganze Schule im Sinne einer Ganztagsschule ausgewiesen und entsprechend ausgestattet. Dies wird jedoch nur in innerstädtischen Räumen möglich sein. Das sozialräumliche Bezugsfeld das durch die Schulbezirke vorgegeben ist, geht sonst verloren. (vgl. ebd.)

Als drittes Modell ist das Zugmodell möglich. Dabei wird flächendeckend in allen Schulen ein Klassenzug (zum Beispiel die Klassen a) als offene Ganztagsschule organisiert. Schrittweise wird dann (mit der Klasse 1a beginnend) mit jedem Schuljahr ein neuer Zug als Ganztagsschule organisiert. (vgl. ebd.)

Schul- und Zugmodell können eine neue und verbesserte Bildungskonzeption herbeiführen, denn im Gegensatz zum Gruppenmodell nehmen alle Schüler einer Schule oder Klasse an den erweiterten Bildungsangeboten teil. Nur so können Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen ihres Stundenkontingents in das Angebotspektrum des ganzen Tages integriert werden. Zudem wird die Stigmatisierung einzelner Kinder deutlich reduziert. Die beiden Modelle sind Bildungskonzeptionen, die kooperativ von Jugendhilfe und Schule gelebt werden. Die Verwirklichung dieser Modelle ist jedoch ein langfristiger Prozess. Er erfordert ein neues Bildungsverständnis und eine neues Selbstverständnis der Jugendhilfe als Teil des Bildungssystems. Die Schule muss eine hohe Veränderungsbereitschaft mitbringen. (vgl. ebd., S.4)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die aktuelle bildungspolitische Relevanz der Ganztagsschule und Hinführung zur Fragestellung der Arbeit.

1 Die offene Ganztagsgrundschule in Nordrhein-Westfalen: Detaillierte Darstellung des Konzepts, der rechtlichen Grundlagen sowie der kritischen Diskussion der offenen Ganztagsgrundschule.

2 Verbesserte Bildungsqualität durch die Kooperation von Jugendhilfe und Schule: Theoretische Begründung der Kooperation unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen, veränderter Lebenswelten und notwendiger bildungspolitischer Weichenstellungen.

3 Praktische Umsetzung der Kooperation von Jugendhilfe und Schule: Konkretisierung der Aufgabenfelder, Identifikation von Problemen und Faktoren sowie Vorstellung von Umsetzungsmodellen und Standards für die Kooperationspraxis.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Kernthesen und Ausblick auf die Potenziale sowie notwendigen weiteren Schritte für eine erfolgreiche Kooperation.

Literaturverzeichnis: Auflistung der im Text zitierten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente.

Schlüsselwörter

Offene Ganztagsgrundschule, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Bildungsgerechtigkeit, Lebensweltorientierung, Kooperation, Schulentwicklung, Bildungsqualität, Ganztagspädagogik, Sozialraum, Additive Konzepte, Integrierte Konzepte, Kinder- und Jugendhilfegesetz, Bildungsbegriff, Schulabsentismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfe und der Grundschule im Rahmen des Modells der offenen Ganztagsgrundschule, um Bildungsqualität und Chancengleichheit zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Konzepte der offenen Ganztagsgrundschule, die theoretische Fundierung der Kooperation, die Analyse veränderter kindlicher Lebenswelten sowie praktische Modelle und Standards für die Umsetzung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine systematische Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule die Bildungs- und Betreuungssituation von Grundschulkindern sowie die Bildungsqualität an Schulen verbessert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse, der Auswertung gesetzlicher Rahmenbedingungen und der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Fachdiskursen und Modellprojekten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Notwendigkeit von Kooperation (Teil 2) und eine darauf aufbauende praxisorientierte Analyse von Modellen, Aufgabenfeldern und Gelingensbedingungen (Teil 3).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie offene Ganztagsgrundschule, Kooperation, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Lebensweltorientierung und Bildungsqualität charakterisieren.

Wie unterscheiden sich additive und integrierte Konzepte?

Additive Konzepte trennen Unterricht und Nachmittagsbetreuung funktional voneinander, während integrierte Konzepte eine enge Verzahnung von Unterricht, Freizeit und Förderung anstreben, um eine ganzheitliche pädagogische Struktur zu schaffen.

Warum wird die funktionale Trennung von Schule und Jugendhilfe problematisiert?

Die Arbeit kritisiert, dass eine strikte institutionelle Trennung häufig dazu führt, dass die Jugendhilfe nur als „Reparaturbetrieb“ für schulische Misserfolge agiert, anstatt präventiv an der Gestaltung eines gemeinsamen Lebens- und Lernraums mitzuwirken.

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Details

Title
Offene Ganztagsgrundschule. Kooperation von Jugendhilfe und Schule
College
University of Münster  (Sozialpädagogik, Weiterbildung und Empirische Pädagogik)
Grade
2,1
Author
Diplom Pädagoge Volker Müller (Author)
Publication Year
2004
Pages
124
Catalog Number
V33636
ISBN (eBook)
9783638340663
ISBN (Book)
9783638704175
Language
German
Tags
Offene Ganztagsgrundschule Kooperation Jugendhilfe Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Pädagoge Volker Müller (Author), 2004, Offene Ganztagsgrundschule. Kooperation von Jugendhilfe und Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33636
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