Im folgenden Essay gehe ich auf die Verwendung von Sportmetaphern im Management und deren Wirkung ein. Weiterhin möchte ich die Auswirkungen der Verwendung von Sportmetaphern im Management auf Frauen im Management untersuchen.
Im deutschen Sprachgebrauch haben sich Metaphern so etabliert, dass wir sie kaum noch als solche wahrnehmen. Zum Beispiel sieht man »etwas durch die rosarote Brille« und meint damit, dass man etwas allzu positiv beurteilt und sämtliche negativen Aspekte ausblendet. Oder man fühlt sich in einer schwierigen Situation so, als hätte man eine »Faust im Nacken« und meint damit eine unausweichliche Bedrohung. In Gedichten oder Geschichten werden Metaphern als stilistisches Mittel angewendet, um bestimmte Vorgänge, Sachverhalte, Gefühle und Ereignisse anschaulicher und greifbarer zu gestalten. Sie dienen als Verbildlichung und Verbindung zwischen Sachverhalten und erleichtern somit das Verständnis des zu beschreibenden Begriffes, indem man von der projizierten Quelle auf den neuen Zielbegriff schließen kann. Black (1996) betrachtet die Metapher als »ein Prädikat, das auf bestimmte Ausdrücke anwendbar ist, ohne irgendwelche Gelegenheiten in Betracht zu ziehen, bei denen diese Ausdrücke verwendet werden oder die Gedanken, Handlungen, Gefühle und Intentionen der Sprecher bei solchen Gelegenheiten«. Auf der anderen Seite sieht Haraway (1995) Metaphern bzw. die Beziehung von Körpern und Sprache problematisch.
Inhaltsverzeichnis
Warmlaufen
Vor dem Spiel
Anpfiff
Abpfiff
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Verwendung von Sportmetaphern im betriebswirtschaftlichen Kontext kritisch zu hinterfragen und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Inklusion von Frauen in Führungspositionen zu untersuchen, wobei als primäre Untersuchungsgrundlage das Buch »No such Future - Ein Trainingslager für Mittelständischen Unternehmerverstand« von Dr. Friederike Müller-Friemauth dient.
- Theoretische Grundlagen der Metaphorik in der Wissenschaft und Alltagssprache
- Analyse von Sportmetaphern als Kommunikationsmittel im Management
- Kritische Untersuchung der Gender-Implikationen von maskuliner Sportsprache
- Diskussion über die Relevanz gendersensibler Sprache für die Unternehmensführung
- Reflexion über die didaktische Vermittlung von komplexen Inhalten mittels bildhafter Sprache
Auszug aus dem Buch
Die bildliche Metapher (auch Symbolik genannt) »Rasenschach« (S. 40, strategisches Fußballspiel) soll Eigenschaften des Objekts verdeutlichen.
Goethe beschreibt diese Metapher wie folgt: »Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in die Idee, die Idee in ein Bild, und so, dass die Idee im Bild immer unendlich wirksam und unerreichbar bleibt und, selbst in allen Sprachen ausgesprochen, doch unaussprechlich bliebe.« Die sogenannte »tote Metapher« ist diejenige, die dem Leser oder Autoren im Gebrauch gar nicht mehr auffällt (»Die deutsche Wirtschaft brummt«). Im vorliegenden Buch verwendet Müller-Friemauth diverse tote Metaphern, wie z.B. »Auslaufmodell« (S. 119, ein Objekt, das nicht mehr länger hergestellt wird), »Kurswechsel« (S. 18, Änderung von Handlungen oder der Strategie), »gleichen Wellenlänge« (S. 43, in Übereinstimmung mit etwas sein) oder »Spielregeln« (S. 144, Regeln für das korrekte Verhalten in bestimmten Situationen). Hier hat die Autorin Metaphern aus dem Sprachgebrauch für ihre Zwecke in ihrer sprachlichen Gestaltung des Buches ausgewählt und integriert.
Einecke (2014) findet einen weiteren Anwendungsbereich, wenn nämlich sich zwei Vorstellungsbereiche überlagen z.B. »in der zweiten Halbzeit blühte die Mannschaft auf.« Hier werden die Vorstellungsbereiche Sport und Natur zusammengebracht. Bei »aufblühen« handelt es sich um ein sprachliches Bild, der Metapher (eine Fußballmannschaft blüht auf – eine Blume blüht auf). Diese Metapher zielt darauf ab, dass der Inhalt mit Assoziationen des Lesers verknüpft wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Warmlaufen: Dieses Kapitel fungiert als Vorwort und führt den Leser in die thematische Auseinandersetzung mit Metaphern ein.
Vor dem Spiel: Die Einleitung steckt den theoretischen Rahmen ab und definiert die Zielsetzung des Essays in Bezug auf die Analyse des Werkes von Müller-Friemauth.
Anpfiff: Der Hauptteil untersucht die spezifische Verwendung von Sportmetaphern im Management sowie deren Wirkung auf die Wahrnehmung von Führungskräften.
Abpfiff: Im Schlussteil werden die Erkenntnisse über die problematische Exklusion von Frauen durch die klassische männlich geprägte Sportsprache zusammengefasst.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Das Nachwort bietet einen abschließenden Reflexionsraum zur Bedeutung von gendersensibler Kommunikation für zukünftige Managementstrategien.
Schlüsselwörter
Sportmetaphern, Management, feministische Linguistik, gendersensible Sprache, Führungskräfte, Unternehmensführung, Wissensvermittlung, Metapherntheorie, sprachliches Handeln, Patriarchat, Gendergap, Fußballmetaphern, Organisationskommunikation, Sprachbilder, Diskursanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wirkung von Sportmetaphern im Management-Kontext und analysiert kritisch, wie diese Sprache die Inklusion von Frauen in Führungspositionen beeinflussen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Metapherntheorie, die Rolle von Sprache als gesellschaftspolitisches Instrument sowie die spezifische Kommunikation in der Unternehmensführung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage befasst sich damit, wie die Verwendung von Sportmetaphern im Management, insbesondere am Beispiel des Werkes von Müller-Friemauth, auf Frauen wirkt und inwiefern dies ein Hindernis für eine inklusive Führungskultur darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine hermeneutische Analyse angewandt, die auf linguistischen Theorien und fachwissenschaftlicher Literatur basiert, um die Metaphorik in einem spezifischen Text zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Metapherntypen aus dem Buch analysiert und in den Kontext von Motivation, Wissensvermittlung und der geschlechterspezifischen Ansprache gesetzt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Sportmetaphern, Führungskräfte, Gender, Management, Inklusion und sprachliches Handeln sind die prägenden Begriffe.
Warum wird gerade das Buch von Müller-Friemauth als Beispiel gewählt?
Dieses Buch eignet sich hervorragend, da es Sportmetaphern explizit als didaktisches Werkzeug nutzt, um komplexe Managementthemen aufzubereiten, was eine fundierte Analyse ihrer Wirkung ermöglicht.
Welches Fazit zieht die Autorin in Bezug auf gendersensible Sprache?
Die Autorin folgert, dass eine nicht-gendersensible, maskulin geprägte Sprache dazu führen kann, dass sich Frauen in Führungspositionen nicht angesprochen fühlen, was frauenfördernde Maßnahmen konterkarieren könnte.
- Arbeit zitieren
- Sandra Intemann (Autor:in), 2016, Die Verwendung von Sportmetaphern im Management. Auswirkung auf Frauen aus Sicht von feministischen Linguistinnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336453