In dieser Hausarbeit geht es darum, ein Fallbeispiel mit Hilfe von zwei Theorien der Sozialen Arbeit zu analysieren. Hierfür beschreibe ich zunächst den Fall „Schülerin“, welchen ich dann mit Hilfe der Theorien betrachten werde und die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten beleuchte. Für die Theorie von Alice Salomon und Hans Thiersch habe ich mich entschieden, da sie meiner Meinung nach beides Klassiker der Theorien sind. Besonders die Theorie der Lebensweltorientierung hat mich interessiert, da ich neben dem Studium in einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit beschäftig bin. Dort kommen die Theorien der Lebensweltorientierung häufig zum Einsatz, da sich einige Grundprinzipien der offenen Kinder- und Jugendarbeit auf Leitlinien der Lebensweltorientierung berufen.
Ich werde nun zuerst den kurz erwähnten Fall beschreiben. Anschließend folgt die Beschreibung von Alice Salomons Theorie. Diese werde ich danach auf den Fall anwenden. Im Anschluss folgt die Beschreibung von Hans Thierschs Theorie der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit und deren Anwendung auf den Fall. Sowohl bei der Beschreibung, als auch bei der Anwendung der Theorien werde ich mich teilweise auf das Schema von Heiko Kleve berufen. Es wird also zuerst die phänomenale Erkenntnis behandelt, anschließend die kausale und abschließend die aktionale Erkenntnis. Das Schema hilft, um die Theorie, wie auch den Fall zu beschreiben, zu erklären und eine anschließende Handlung möglich zu machen. Als Letztes werde ich zu den Gemeinsamkeiten der Theorien kommen, ebenso wie zu den Unterschieden. Ebenfalls werde ich feststellen, ob und in wie fern sich die Theorien anwenden lassen.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Fallbeispiel „Schülerin“
3) Theorieerläuterung von Alice Salomon
4) Anwendung der Theorie von Alice Salomon
5) Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch
6) Anwendung der Theorie von Hans Thiersch
7) Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein konkretes Fallbeispiel einer Schülerin mithilfe der sozialpädagogischen Theorien von Alice Salomon und Hans Thiersch zu analysieren, um fundierte Handlungsmöglichkeiten für die soziale Praxis abzuleiten.
- Analyse von Anpassungsproblemen nach der Theorie der „Sozialen Diagnose“ von Alice Salomon
- Anwendung des Konzepts der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch auf individuelle Problemlagen
- Vergleichende Betrachtung von Ressourcen, Hemmnissen und Handlungsmöglichkeiten
- Evaluierung von Hilfe zur Selbsthilfe als zentraler Bestandteil sozialer Arbeit
Auszug aus dem Buch
3) Theorieerläuterung von Alice Salomon
In Alice Salomons Theorie „Soziale Diagnose“ unterteilt sie ihre Überlegung in drei grundsätzliche Abschnitte. Es ist die Rede von zwei Künsten, nämlich zum einen von der Kunst „zu leben“ und zum anderen von der Kunst „zu helfen“. Als Letztes erläutert sie die „Funktion des Helfens“. In folgendem Abschnitt beschreibe ich die genannten drei Teile zusammengefasst.
Salomon beschreibt, dass Menschen geboren werden und es für uns selbstverständlich ist, dass wir heranwachsen. Zu leben ist an sichtlich der möglicherweise auftretenden Probleme und Schwierigkeiten, welche in einem Leben auf uns zukommen können, eine wahre Kunst. Menschen setzen sich buchstäblich unterschiedliche Masken auf, welche uns auf den ersten Blick einen verfälschten Eindruck über die Person hinter der Maske vermittelt. Welcher Charakter hinter der Maske steckt, bleibt uns im Allgemeinen größtenteils verborgen. Wir werden in eine Welt geboren, welche nicht auf unsere individuelle Persönlichkeit maßgeschneidert ist. Vielmehr ist es Aufgabe des Individuums, sich mit den vorhandenen Gegebenheiten seiner Umwelt abzufinden und das Bestmöglichste daraus zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Fallanalyse unter Verwendung der Theorien von Alice Salomon und Hans Thiersch sowie die methodische Vorgehensweise.
2) Fallbeispiel „Schülerin“: Dieses Kapitel schildert die schwierige Lebenssituation einer 15-jährigen Schülerin, geprägt von häuslicher Gewalt, Vernachlässigung und gescheiterten Unterbringungsversuchen.
3) Theorieerläuterung von Alice Salomon: Es werden die Grundkonzepte Salomons, insbesondere die Kunst zu leben, die Kunst zu helfen und die Funktion des Helfens, dargestellt.
4) Anwendung der Theorie von Alice Salomon: Der Fall der Schülerin wird anhand von Salomons Konzepten wie inneren und äußeren Hemmungen sowie der Unterscheidung zwischen ausführender und führender Hilfe analysiert.
5) Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch: Das Kapitel führt in die Grundlagen der Lebensweltorientierung ein, einschließlich der drei Traditionslinien und der Bedeutung von Lebensfeldern und Handlungsmustern.
6) Anwendung der Theorie von Hans Thiersch: Hier wird der Fall unter Anwendung der phänomenalen und aktionalen Fragen sowie der Struktur- und Handlungsmaximen von Thiersch betrachtet.
7) Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit beider Ansätze auf den vorliegenden Fall.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Alice Salomon, Lebensweltorientierung, Hans Thiersch, Fallanalyse, Hilfe zur Selbsthilfe, Soziale Diagnose, Anpassungsprobleme, Ressourcen, Lebensbewältigung, Empowerment, pädagogische Unterstützung, Soziale Räume, Handlungsmuster, Interdisziplinäre Hilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert ein Fallbeispiel einer Jugendlichen aus der Perspektive zweier klassischer Theorien der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit befasst sich mit den Theorien von Alice Salomon und Hans Thiersch, angewandt auf die Herausforderungen der Jugendhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch die theoretische Analyse des Falls „Schülerin“ ein tieferes Verständnis für notwendige Hilfeprozesse und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine fallbezogene Analyse auf Basis der Theorien von Salomon und Thiersch, ergänzt durch das Analyseschema von Heiko Kleve.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Theorien theoretisch fundiert dargestellt und anschließend konsequent auf die Lebenssituation der Schülerin übertragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Lebensweltorientierung, Soziale Diagnose, Hilfe zur Selbsthilfe und Anpassungsproblematik.
Inwiefern unterscheidet sich die Bewertung des Falls durch Salomon und Thiersch?
Während Salomon den Fokus auf individuelle Anpassungsleistungen und innere wie äußere Hemmungen legt, betont Thiersch die Bedeutung der sozialen Räume und die gesellschaftliche Ebene.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Anwendbarkeit der Theorien?
Beide Theorien werden als exzellent für die Bearbeitung des Falls bewertet, wobei die Theorie von Thiersch als komplexer in der Anwendung empfunden wird.
- Arbeit zitieren
- Jan Reiff (Autor:in), 2016, Alice Salomons „Soziale Diagnose“ und die „Lebensweltorientierte Soziale Arbeit“ nach Hans Thiersch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336458