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Krisenmanagement im Tourismus. Identifikation und Bewältigung von Krisen in Beherbergungsunternehmen

Titel: Krisenmanagement im Tourismus. Identifikation und Bewältigung von Krisen in Beherbergungsunternehmen

Bachelorarbeit , 2016 , 61 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Kittl (Autor:in)

Tourismus - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Vermeidung von Unternehmenskrisen im Tourismus beziehungsweise deren Bewältigung sind zentrale Aspekte, welchen sich diese Arbeit widmet. Zwar bietet der Tourismus ein breites Spektrum an Betrieben wie etwa Freizeiteinrichtungen, Gastronomie, Hotellerie, Verkehrsbetriebe oder Reisebüros, der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt jedoch klar auf der Beherbergungsbranche.

Diese stellt eine der Hauptsäulen des Tourismus dar und gilt als fundamentales Angebot, welche eng mit anderen Unternehmen in Bezug auf die touristische Leistungserstellung verbunden ist und nicht selten maßgeblichen Einfluss auf deren wirtschaftlichen Erfolg hat. Im Rahmen dieser Arbeit wird zuerst anhand bestehender Literatur die Unternehmenskrise und ihr Verlauf charakterisiert, allgemeine sowie branchenspezifische Ursachen bestimmt, sowie in weiterer Folge Ansätze der Krisenfrüherkennung und Krisenbewältigung diskutiert. Die Zielsetzung liegt dabei in der Beantwortung folgender forschungsleitenden Frage: Welche Faktoren spielen bei der Identifikation und Bewältigung von Krisen in Beherbergungsunternehmen eine Rolle?

Von einer Insolvenz (Illiquidität) spricht man wenn ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr zeitgerecht und in voller Höhe nachkommen kann. Um etwaigen strafrechtlichen Folgen vorzubeugen ist in weiterer Folge binnen 60 Tagen nach eingetretener Zahlungsunfähigkeit ein Konkursantrag beim zuständigen Handelsgericht einzubringen. Betrachtet man den Verlauf einer Unternehmenskrise so ist mit der Insolvenz das letzte Stadium, die sogenannte nicht beherrschbare Krise erreicht. In dieser Phase gilt aufgrund des hohen Bedrohungsgrades ein ausgeprägter Handlungsdruck. Obschon eine Krise in vielen Fällen aufgrund der besonders prekären Lage erst in diesem Stadium erkannt wird, liegt der Ursprung oft bereits an früherer Stelle. Die Weichenstellung in Richtung Zahlungsunfähigkeit gründet vielfach in einer mangelhaften Finanzplanung, einem unzureichendem Management oder einer falschen strategischen Ausrichtung, um nur einige Gründe zu nennen. Es wird also deutlich, dass eine frühzeitige Identifikation einer Unternehmenskrise hinsichtlich ihrer Vermeidung bzw. Bewältigung von besonderer Wichtigkeit ist. Laut Hohberger und Damlachi (2014) ist ein zeitgerechtes, lückenloses Aufzeigen der Probleme für ein erfolgreiches Krisenmanagement unumgänglich. Nur so kann die Vernichtung der Substanz eines Unternehmens im Krisenfall verhindert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Zielsetzung

1.3. Aufbau der Arbeit

2. Krisen im Unternehmen

2.1. Begriffsdefinition

2.2. Charakteristika

2.3. Krisenprozessdarstellung

2.3.1. Das Krisenprozess-Modell nach Müller

2.3.2. Das Krisenprozess-Modell nach Krystek

2.3.3. Gegenüberstellung der Krisenprozess-Modelle

2.4. Wirkungen von Unternehmenskrisen

2.4.1. Konstruktive Wirkungen

2.4.2. Destruktive Wirkungen

2.4.3. Insolvenzen im Tourismus in den Jahren 2014/2015

3. Krisenprävention und Krisenfrüherkennung

3.1. Allgemeine sowie tourismusspezifische Krisenursachen

3.2. Krisenprävention

3.2.1. Prognose potenzieller Unternehmenskrisen

3.2.2. Instrumente der Krisenprävention

3.3. Krisenfrüherkennung

3.3.1. Operative Krisenfrüherkennung

3.3.2. Strategische Krisenfrüherkennung

4. Krisenmanagement

4.1. Begriffsdefinition

4.2. Abgrenzung: Sanierung – Turnaround – Restrukturierung

4.3. Ebenen des Krisenmanagements

4.3.1. Institutionelle Ebene

4.3.2. Methodische Ebene

4.3.3. Inhaltliche Ebene

5. Schlussbetrachtung

5.1. Fazit

5.2. Handlungsempfehlungen für Beherbergungsunternehmen

5.2.1. Krisenprävention und Krisenfrüherkennung

5.2.2. Krisenmanagement

5.3. Ausblick und Limitationen

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel der Arbeit ist die Identifikation und Analyse von Faktoren, die bei der Früherkennung und Bewältigung von Krisen in Beherbergungsunternehmen eine entscheidende Rolle spielen, um die Überlebensfähigkeit dieser Betriebe zu sichern.

  • Theoretische Grundlagen von Unternehmenskrisen und deren Phasenmodelle
  • Ursachenanalyse von Insolvenzen in der Tourismus- und Beherbergungsbranche
  • Methoden zur Krisenfrüherkennung auf operativer und strategischer Ebene
  • Strategisches Krisenmanagement und Konzepte zur Unternehmensrestrukturierung
  • Praktische Handlungsempfehlungen für Beherbergungsbetriebe

Auszug aus dem Buch

2.2. Charakteristika

Obschon die Betrachtung der Begriffsdefinitionen zum Thema „Krise“ einen Einblick in ihr Wesen zulässt, scheint es in diesem Rahmen notwendig die Eigenschaften und Merkmale einer Unternehmenskrise nochmals zu skizzieren. Folgende Punktation beinhaltet die typischen Charakteristika einer Unternehmenskrise (siehe dazu Schreyögg & Ostermann, 2013; Freiling, 2005; Glaeßer, 2005):

• Unerwartete Ausnahmesituation: Krisen sind unerwartete Situationen, deren Ursache sich entweder innerhalb oder außerhalb einer Organisation befindet. Die Vorsorge und Bewältigung von Krisen kann an sich nicht als eigentlicher Unternehmenszweck angesehen werden, da im Fokus von Unternehmen meist eben nicht die Krisenerkennung liegt. So beinhalten weder die täglichen Geschäftstätigkeiten noch strategische Planungsprozesse Überlegungen in diese Richtung. Zudem weisen aufgrund des unsicheren Eintritts einer derartigen Ausnahmesituation alle möglichen Vorbereitungen einen Eventualcharakter auf.

• Prozesscharakter: Die Entwicklung einer Krise ist ein zeitlich begrenzter Prozess. Es kommt zu einem Zusammentreffen von Ereignissen, welche zu neuen Ergebnissen führen. Die Empfindung eines Unternehmens hinsichtlich Beginn und Ende des Krisenprozesses weicht von objektiven Sachverhalten oft ab.

• Ambivalenz des Ausgangs: Wie sich eine ambivalente Krisensituation entwickelt, ist von Beginn an nicht absehbar und entscheidet sich in den meisten Fällen erst nach dem sogenannten Wendepunkt. Der Ausgang kann sowohl positiv als auch negativ sein. Eine erfolgreiche Bewältigung der Krise ist ebenso möglich wie die Vernichtung des Unternehmens durch deren Folgen.

• Zeitdruck: Eine unmittelbare Auswirkung des Prozesscharakters von Krisen ist, dass der Handlungsspielraum mit zunehmender Dauer abnimmt. Die Möglichkeiten der Akteure zur Krisenbewältigung verringern sich mit fortschreitender Zeit und es entsteht Zeitdruck und Stress.

• Existenzbedrohende Entwicklung: Unternehmenskrisen gelten als überlebenskritisch für das betroffene System. Die weitreichenden Folgen der problematischen Entwicklungen, welche ungeplant und ungewollt sind, können nicht nur die Zielerreichung gefährden. Eine Krisensituation bedroht nachhaltig die Existenz des gesamten Unternehmens oder von Teilbereichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Lage österreichischer Unternehmen und deren Insolvenzrisiken, wobei der Tourismus als "late mover" eine Sonderrolle einnimmt.

2. Krisen im Unternehmen: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Unternehmenskrise", beschreibt deren Merkmale sowie typische Krisenphasen anhand etablierter Modelle und thematisiert die Auswirkungen auf das Unternehmen.

3. Krisenprävention und Krisenfrüherkennung: Der Abschnitt widmet sich den Ursachen von Unternehmenskrisen und erläutert Instrumente, mit denen Unternehmen latente Krisen frühzeitig erkennen und präventiv handeln können.

4. Krisenmanagement: Dieses Kapitel behandelt die institutionelle, methodische und inhaltliche Ebene der Krisenbewältigung sowie die Abgrenzung von Sanierung, Turnaround und Restrukturierung.

5. Schlussbetrachtung: Hier werden die Kernerkenntnisse zusammengefasst und konkrete Handlungsempfehlungen für Beherbergungsbetriebe in den Bereichen Prävention, Früherkennung und Krisenmanagement abgeleitet.

Schlüsselwörter

Unternehmenskrise, Krisenmanagement, Krisenfrüherkennung, Krisenprävention, Tourismusbranche, Insolvenz, Beherbergungsunternehmen, Restrukturierung, Sanierung, Turnaround, Frühwarnindikatoren, Szenario-Technik, Liquiditätssicherung, Unternehmenskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Krisenmanagement in Beherbergungsunternehmen und untersucht, wie Krisen identifiziert, vermieden und erfolgreich bewältigt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Phasen von Unternehmenskrisen, Ursachenforschung, Instrumente zur Früherkennung und der inhaltliche/methodische Prozess der Restrukturierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, welche Faktoren bei der Identifikation und Bewältigung von Krisen in Beherbergungsunternehmen eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch, um bestehende Modelle und Instrumente für das Krisenmanagement im Tourismus zu charakterisieren und auf Beherbergungsbetriebe zu übertragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Krisenprozess-Modellen, die Analyse von Insolvenzursachen, die Darstellung von Methoden zur Früherkennung sowie die konkreten Schritte der Krisenbewältigung (Sanierung/Restrukturierung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Krisenmanagement, Beherbergungsbetriebe, Unternehmenskrise, Restrukturierung, Krisenfrüherkennung und Insolvenzprävention.

Warum ist die Tourismusbranche laut der Arbeit ein sogenannter "late mover" bei Insolvenzen?

Der Tourismus zeigt eine zeitverzögerte Entwicklung zum allgemeinen Krisenverlauf der Gesamtwirtschaft, weshalb die Auswirkungen von Krisen die Branche oft erst mit zeitlicher Verzögerung erreichen.

Welche Rolle spielt die Szenario-Technik laut dem Autor für Beherbergungsbetriebe?

Sie dient als Prognose-Technik, um die Bandbreite zukünftiger Entwicklungen (Best-Case/Worst-Case) darzustellen, das Vorstellungsvermögen der Führungskräfte zu erweitern und potenzielle Krisenherde frühzeitig zu identifizieren.

Welche zwei Hauptkategorien für operative Maßnahmen werden in der Krisenbewältigung unterschieden?

Der Autor unterscheidet zwischen operativ-leistungswirtschaftlichen Maßnahmen (z.B. Marketing, Personalkostenoptimierung) und operativ-finanzwirtschaftlichen Maßnahmen (z.B. Liquiditätssicherung, Forderungsmanagement).

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Details

Titel
Krisenmanagement im Tourismus. Identifikation und Bewältigung von Krisen in Beherbergungsunternehmen
Hochschule
Management Center Innsbruck Internationale Fachhochschulgesellschaft mbH  (Tourismus)
Note
1,0
Autor
Andreas Kittl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
61
Katalognummer
V336466
ISBN (eBook)
9783668261099
ISBN (Buch)
9783668261105
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krisenmanagement tourismus identifikation bewältigung krisen beherbergungsunternehmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Kittl (Autor:in), 2016, Krisenmanagement im Tourismus. Identifikation und Bewältigung von Krisen in Beherbergungsunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336466
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  61  Seiten
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