Goethes Islambeziehung in seinen literarischen Projekten
Goethes Beziehung bzw. Affinität dem Islam gegenüber muss in zwei wesentlichen Steigerungsstufen, von denen eine zu Beginn seines literarischen Schaffens und die zweite gegen ende desselben anzusetzen ist, behandelt werden. Dazu sollte vorab geklärt werden, welche Art der Auseinandersetzung mit der Religion der Muslime bis dato überhaupt stattgefunden hatte. Obwohl die muslimische Welt schon seit dem Mittelalter auch das Abendland beeinflusst hatte, erschien jedoch der islamische Glaube den Christen fremd, falsch und abstoßend sowie gleichermaßen Muhammad als Ketzer, Lügner und Betrüger betrachtet wurde. Übersetzungen des Koran, wie die von Robertus Ketenensis 1143 ins Lateinische dienten denn auch keinem wahren Interesse am Islam sondern nur missionarischen Zwecken. Die Errichtung von arabischen Lehrstühlen an europäischen Universitäten diente selbigem Zweck und keiner wissenschaftlichen Erforschung.
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Inhaltsverzeichnis
- Goethes Islambeziehung in seinen literarischen Projekten
- Einführung
- Goethes Beschäftigung mit dem Islam
- Die Mahomet Fragmente
- Der West-Östliche Diwan
- Die Übersetzung von Voltaires \"Le fanatisme, ou Mahomet le Prophète\"
- Goethes Rezeption des Islams
- Der Islam in Goethes "Mahomet Fragmenten"
- Der Islam im "West-Östlichen Diwan"
- Die Übersetzung von Voltaires "Le fanatisme, ou Mahomet le Prophète"
- Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht Goethes Auseinandersetzung mit dem Islam in seinen literarischen Projekten. Sie analysiert Goethes Rezeption des Islams in seinen frühen Werken, insbesondere den "Mahomet Fragmenten", sowie im "West-Östlichen Diwan" und seiner Übersetzung von Voltaires "Le fanatisme, ou Mahomet le Prophète". Die Arbeit verfolgt die Entwicklung von Goethes Sichtweise auf den Islam und analysiert die Einflüsse des Islams auf seine Werke.
- Goethes Interesse am Islam
- Die Rezeption des Islam in Goethes literarischen Werken
- Goethes Interpretation des Islams
- Der Einfluss des Islam auf Goethes Weltbild
- Die Bedeutung von Goethes Islambeziehung für die deutschsprachige Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in Goethes Leben und Werk ein und beleuchtet seine frühen Begegnungen mit dem Islam. Das zweite Kapitel untersucht Goethes "Mahomet Fragmente" und analysiert die darin enthaltenen Elemente islamischer Lehre, wie die Einheit Gottes und die Naturfrömmigkeit. Das dritte Kapitel widmet sich dem "West-Östlichen Diwan" und beleuchtet Goethes Faszination für die orientalische und islamische Gedankenwelt. Das vierte Kapitel untersucht Goethes Übersetzung von Voltaires "Le fanatisme, ou Mahomet le Prophète" und analysiert Goethes Rezeption des Propheten Mohammeds. Abschließend wird Goethes rezeptionstheoretische Positionierung im Kontext der europäischen Islamdebatte des 18. Jahrhunderts diskutiert.
Schlüsselwörter
Goethe, Islam, Mahomet, West-Östlicher Diwan, Voltaires "Le fanatisme, ou Mahomet le Prophète", Orientalismus, Sufismus, Einheit des Seins, Monotheismus, Naturfrömmigkeit, pantheistische Religion, Ergebenheit in den Willen Gottes, Wohltätigkeit
Häufig gestellte Fragen
Welche Beziehung hatte Goethe zum Islam?
Goethe zeigte zeit seines Lebens eine starke Affinität zum Islam, die sich in zwei wesentlichen Steigerungsstufen entwickelte: zu Beginn seines Schaffens und gegen Ende in Werken wie dem "West-Östlichen Diwan".
Was sind die "Mahomet Fragmente"?
Es handelt sich um ein frühes literarisches Projekt Goethes, in dem er sich mit dem Propheten Muhammad auseinandersetzte und Elemente islamischer Lehre wie die Einheit Gottes und Naturfrömmigkeit thematisierte.
Welche Bedeutung hat der "West-Östliche Diwan"?
Dieses Spätwerk ist Goethes umfassendste Auseinandersetzung mit der orientalischen und islamischen Gedankenwelt, geprägt von Sufismus und der Idee der "Einheit des Seins".
Wie unterschied sich Goethes Sicht vom damaligen Zeitgeist?
Während der Islam im 18. Jahrhundert oft als fremd oder falsch abgelehnt wurde, suchte Goethe nach einem tieferen Verständnis und betonte Gemeinsamkeiten wie den Monotheismus und die Ergebenheit in den Willen Gottes.
Warum übersetzte Goethe Voltaires "Mahomet"?
Goethes Übersetzung diente ihm dazu, sich kritisch mit der europäischen Rezeption des Propheten auseinanderzusetzen und seine eigene Interpretation der islamischen Religion zu schärfen.
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- Petra Sayas (Author), 2002, Goethes Islambeziehung in seinen literarischen Projekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3365