Charlotte Roches "Feuchtgebiete". Medial inszenierter Skandal oder Plädoyer gegen Schönheitsdiktat und Sauberkeitswahn?


Hausarbeit, 2015
28 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff des Tabus - eine Annäherung
2.1. Tabus - Der Umgang mit Sex, Körperlichkeit und Exkrementen
2.2. Skandal - eine Abgrenzung

3. Die (vermeintlichen) Tabus in ÄFeuchtgebiete“ - Das Ansprechen von Sex, Körperlichkeit und Exkrementen
3.1. Grundstruktur
3.2. Das große Hygienetabu

4. Pamphlet gegen das Hygienediktat oder Familienroman über ein Scheidungskind - ÄFeuchtgebiete“ und seine Rezeptionsgeschichte

5. Die vielen Gesichter der Charlotte Roche

6. Der neufeministische Diskus

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Mehr als nur“Feuchtgebiete“ “1

Das Buch ÄFeuchtgebiete“ von Charlotte Roche ist ein Phänomen und bewegt sich zwischen zahlreichen Diskursen. Das Erstlingswerk der ehemaligen TV Moderatorin setzt sich monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten fest und ist sowohl in den Printmedien als auch im Fernsehen nahezu omnipräsent. Die Frage woher der Erfolg des Romans kommt, reiht sich hinter verschiedenen interpretatorischen Auslegungen um einen feministischen Befreiungsschlag o- der um die kalkulierte Provokation der aufmerksamkeitsheischenden Ex Moderatorin ein, wobei auch die autobiografische Lesart des Romans in zahlreichen Rezeptionen aufgetaucht. Fakt ist, dass ÄFeuchtgebiete“ eine öffentliche Debatte in Gang gebracht hat.

In dieser Arbeit wird darauf eingegangen, ob es sich dabei um einen Skandal handelt, der durch das mediale Inszenieren der Autorin forciert worden ist oder ob durch die Intention der Autorin ein Plädoyer gegen Schönheitsdiktat und Sauberkeitswahn zu verfassen, dass an Explizität nichts zu wünschen übrig lässt letzte Tabus der Neuzeit hinsichtlich Sexualität und Hygiene gebrochen werden.

Vorangestellt an diese Untersuchung sind Definitionen zu Tabu und Skandal, die eine begriff- liche Basis bieten sollen. Eine Annäherung an die (vermeintlichen) Tabus in ÄFeuchtgebiete“ soll durch die Erläuterung der Grundstruktur des Romans erfolgen, mit der Intention die Funk- tionsweise des Romans zu erklären. Des Weiteren sollen mögliche Tabus identifiziert werden. ÄVermeintlich“ ist vorangestellt, da die Tabus in Charlotte Roches Erstlingswerk nicht ohne den Kontext funktionieren bzw. nicht ohne ihre mediale Reaktion. Deshalb folgt ein Kapitel in dem ein Überblick über die heterogenen Rezeptionen gegeben wird. Abgesehen von den Re- zeptionen wird untersucht wie die Autorin selbst in diesem medialen Spektakel operiert und dieses aktiv beeinflusst. Als Exkurs kann das Kapitel zum neuen Feminismus gelesen werden, da es sich an dieser Stelle um einen Spezialdiskurs handelt in dem die Autorin Roche agiert und in welchen das Buch ÄFeuchtgebiete“ oftmals eingebracht wird. An letzter Stelle erfolgt ein Fazit, in welchem unter Berücksichtigung der vorangegangen Erkenntnisse die zentrale Frage- stellung: ÄTabubruch oder Skandalroman?“ beantwortet werden soll.

2. Der Begriff des Tabus - eine Annäherung

Den Begriff Tabu mit einer eindeutigen Definition zu besetzen ist schwierig, da die Grenzen zwischen unterschiedlichen Bedeutungsstrukturen fließend sind und in verschiedenen Kontexten der Begriff auf andere Bedeutungsschwerpunkte hindeutet.

Das Substantiv Tabu wird in seiner grundlegenden Bedeutung assoziiert mit einem Äkultischen Gebot bei Naturvölkern oder [dem] Verbot, den Kontakt mit bestimmten Gegenständen, Tieren, Pflanzen, Orten zu meiden.“2 Des Weiteren kann die Bedeutungsstruktur vor allem in heutigen Kontexten ausgeweitet werden auf Ädie Sitte oder Regel oder ungeschriebene Gesetze oder auf Konvention beruhende Vorschriften in einer Gesellschaft über etwas Bestimmtes nicht zu sprechen oder etwas Bestimmtes zu tun.“3

Das Adjektiv tabu kann zwischen folgenden Bedeutungsstrukturen grob eingegrenzt werden, es reicht von unverletzlich bis unantastbar, etwas dass einem Tabu unterliegend verboten ist und, dass man etwas vermeidet zu tun oder vermeidet darüber zu sprechen.4

Um die Begrifflichkeit fassbarer zu machen kann also davon ausgegangen werden, dass Tabus Grenzen und Verbote darstellen, meist sind diese von sozialer, moralischer oder religiöser Natur.5 Charakteristisch dabei ist, dass man sich durch das Brechen des Tabus dem Risiko aussetzt sanktioniert zu werden, meistens zieht das Brechen eines Tabus den Ausstoß aus der Gesellschaft nach sich. Des Weiteren ist es wichtig zu betonen, dass nicht nur die Handlung, die ein Tabu bricht ein Gemieden werden durch die Gesellschaft mit sich bringt sondern, dass bereits über ein Tabu zu sprechen bedeutet, dass dieses gebrochen wird.

Um den Tabubegriff weiter zu spezifizieren, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, dazu zählen das ethnographische Herangehen, der psychologischen Ansatz, semiotische Ansatz und soziologische Ansatz.6

Für die vorliegende Arbeit ist der soziologische Ansatz besonders bedeutsam. In der heutigen Kommunikationsgesellschaft gibt es vor allem negative Konventionen des Handels, sowie The- men, die eine besondere sprachliche Etikette benötigen. Wesentliche Merkmale des Tabus im soziologischen Sinne, sind vor allem die Unterscheidung zwischen Tabu und Verbot, sowohl im religiösen, moralischen als auch im juristischen Sinne des Gesetzes. Schon Freud argumen- tiert gegen die Identifikation von Tabus mit moralischen und religiösen Verboten, da die Tabus Änicht auf das Gebot eines Gottes zurückgeführt werden, sondern eigentlich sich selbst verbie- ten“.7 Im Falle eines gesetzlichen Verbotes handelt es sich um eine Straftat mit fest vorgeleg- tem Strafmaß. Im Gegensatz dazu bewegen sich Tabuvorschriften Äauf einer tiefer liegenden Schicht menschlicher Lebensform.“8 Auch zwischen Konvention und Tabu muss unterschieden werden. Eine Konvention existiert, damit ein Tabu nicht bei jedem Auftreten einer bestimmten Handlung neu erklärt werden muss. Durch die Einhaltung von Konventionen wird also zugleich die Basis zur Erhaltung von Tabus geschaffen.9 Sitte und Tabu sind dadurch voneinander ab- zugrenzen, dass davon auszugehen ist, dass mit Sitten gebrochen werden kann ohne direkt mit Sanktionen zu rechnen.

Dem modernen Tabubegriff am nächsten ist, wohl die Bestimmung als soziale Norm.10 Es kön- nen unterschiedliche Tabubereiche unterschieden werden, beispielsweise das sexuelle Tabu, das Todestabu, das Tabu der Körperausscheidungen etc. Zum einen existieren Handlungstabus (bspw. seine Notdurft nicht in der Küche zu verrichten) und verbale d.h. sprachliche Tabus andererseits, die bestimmen, worüber nicht geredet werden dar (bspw. die Benennung von Ge- nitalien in bestimmten gesellschaftlichen Kontexten). Zwischen verbalen und nonverbalen Ta- bus kann keine scharfe Trennlinie gezogen werden, zumal verbale Tabus oft sprachliche, ver- bale Konsequenzen von nonverbalen Tabus sind.11 ÄHandlungs- und Sprachtabus fließen not- wendigerweise ineinander.“12

Das Sprachtabu ist eine Norm der Sprache, die die sozial akzeptierte Unterlassung der Verwen- dung bestimmter lexikalischer Mittel festlegt und vorschreibt. Das Tabuwort ist das tabuisierte lexikalische Zeichen selbst. Sprachtabus stellen im Sprachgebrauch immer eine Art Beschrän- kung dar, denn es muss auf den Gebrauch bestimmter Wörter in bestimmten gesellschaftlichen Kontexten verzichtet werden. Stattdessen wird aber von der Sprache eine Reihe von entspre- chenden Umschreibungswörtern erzeugt. Auf diese Wiese erweisen sich die Tabuisierungs- und Enttabuisierungsprozesse als sprachschöpferisch, dementsprechend: Äbefreien uns [sprachliche Tabus] von der Wahllosigkeit, Wahlunsicherheit bestimmter Wörter, und befreien uns zur mü- helos selbstverständlichen Wahl des Richtigen und Angemessenen.“13

2.1.Tabus - Der Umgang mit Sex, Körperlichkeit und Exkrementen

Tabus sind zeit- und gesellschaftsspezifisch. Tabus sind zwar selten geworden, nichtsdestotrotz hält sich vor allem das Sexualtabu weiterhin in der heutigen Gesellschaft und erweist sich vielleicht sogar als mächtigster aller Tabubereiche, Ädie verblüffend große Zahl der Umschreibungen zeugt von der Aktualität und Geltung des Sexualtabus.“14 Die spezifische Funktion von Sexualtabus kann darin beschrieben werden, dass die Öffentlichkeit vom Intimen abgegrenzt wird.15 Es ist also tabu im öffentlichen Leben sexuelle Begierde und Stimuliertheit zu artikulieren. Das Gleiche gilt für die natürlichen Ausscheidungen des Menschen, diese werden vor allem als peinlich empfunden und daher möglichst unerwähnt gelassen.

Verblüffend ist dabei lediglich die schier unendliche Anzahl von möglichen Umschreibungen, die diese Bereiche betreffen, sollte ein Gespräch doch auf ein derartiges Thema zusteuern. Der Umschreibung der Genitalien sind dabei keine Grenzen gesetzt, für das männliche Geschlechts- organ sei nur eine kleine paradigmatische Auswahl getroffen; Glied, Gurke, Banane, Schamteil, Schwengel, Pistole etc.

Tabus erweisen sich als soziale Indikatoren. Sie spiegeln die gesellschaftlichen Strukturen wi- der, von denen sie erzeugt werden und die sie bewahren. Gleichzeitig markieren sie auch deren Wandel. Sie gelten als gesellschaftliche Spielregeln und als Mittel der sozialen Kontrolle.

Tabus sind derart unveränderlich und fundamental in der Gesellschaft verankert, speziell in Bezug auf Sexualität, Körperlichkeit und Exkremente, dass es Überwindung kostet Wörter aus diesem Bereich aufzuschreiben oder auszusprechen. Wenn dieses Tabu doch gebrochen wird reagiert das Gegenüber im Allgemeinen mit Schamgefühl und Peinlichkeit.

Vor diesem Hintergrund erscheint es doch umso paradoxer, dass über Sexualität zwar nicht gesprochen wird, diese jedoch ständig und überall Thema ist, sei es in Büchern über Sexpraktiken, kommerziellen Spielfilmen mit einer eigenen Bildsprache für sexuelle Szenen, sowie bei nackten Körpern auf Plakaten und Werbesports, getreu dem Motto Äsex sells“.

Durch die gehäufte Anwesenheit von Sexualität vor allem in den Medien, kann jedoch nicht festgestellt werden, dass es zu einem allgemein offenerem, vielfältigeren Diskurs über Sexualität kommt. Das Gegenteil tritt ein. Das Fortbestehen einer Gesellschaft manifestiert sich zwangsläufig in der Geschlechtlichkeit.

Dementsprechend besteht das Interesse der Gesellschaft darin, dieses zu normieren und in ge- wisser Weise auch zu regulieren, nur dadurch können die gesellschaftlichen Verhältnisse opti- miert werden.16 Es kommt dementsprechend nicht zu einer vermeintlichen Enttabuisierung, sondern vielmehr dazu, dass Tabuthemen in bestimmte Bereiche eingeteilt werden (beispiels- weise Sparten in Zeitschriften, die sich speziell mit dem Sex für Männer und für Frauen ausei- nandersetzen) und in diesen akzeptiert sind, jedoch nicht öffentlich in den Diskurs eingebracht werden.

2.2.Skandal - eine Abgrenzung

Um eine argumentative Grundlage für die Beantwortung der Frage, ob es sich bei ÄFeuchtgebiete“ um einen Skandal- oder Taburoman handelt, zu schaffen muss auch der Begriff ÄSkandal“ definiert werden.

Im Rahmen dieser Arbeit wird angenommen, dass es sich bei Skandalen primär um mediale Ereignisse handelt, die von der jeweils gewählten Kommunikationsform abhängig sind. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Steffen Burkhardt beschreibt, den Skandal als ein Ä[…] komplexes soziales Ereignis, bei dem ein sozial signifikantes, kontextuell gebunde- nes, öffentlich-politisches‚ Ärgernis’ in personalisierter und dramatisierter Form (re)präsentiert und medial verbreitet wird.“17

Dem Skandal liegt ein von der Öffentlichkeit empfundener Normverstoß zu Grunde. Das für skandalös erachtete Verhalten muss jedoch einer konkret bestimmbaren Person zugeschrieben werden können und kann seine Wirkung nur entfalten, wenn dieses durch die Medien vermittelt wird. Ein Tabubruch dagegen ist nicht erst dann ein Tabubruch, wenn dieser einer bestimmten Person zugeschrieben werden kann oder durch die Medien vermittelt wird. Ein Tabu ist etwas Überzeitliches und funktioniert im Unterbewusstsein der Individuen. Mit Überzeitlichkeit ist gemeint, dass ein Tabu vormalig historisch geprägte, gleichzeitig jedoch höchst unterschiedlich wahrgenommene Abwehrhaltungen artikuliert. Diese Abwehrhaltungen münden bis hin zu kollektiven Ängsten, die sich dann in der Sprachlosigkeit des Tabus manifestieren.

Als Gemeinsamkeit zwischen Skandal und Tabu kann jedoch gesehen werden, dass entschei- dend ist in welche gesellschaftlichen, zeitlichen, moralischen und kulturellen Zusammenhänge und Wertvorstellungen der Gesellschaft der betreffende Skandal oder das Tabu eingebettet sind.

Das Problem ist sowohl bei einem Skandal, dass ÄDas Wort scheinbar inflationär ge- und missbraucht, wird, es muss herhalten für vieles, was in irgendeiner Weise als Aufsehen erregend und von - sehr oberflächlich betrachtet - gesellschaftlichen Normen abweichend eingestuft wird.“18 Gleiche Feststellung gilt sicherlich auch für den Begriff des Tabus.

3. Die (vermeintlichen) Tabus in „Feuchtgebiete“ - Das Ansprechen von Sex, Kör- perlichkeit und Exkrementen

Die letzten Tabus, die in der weitgehend enttabuisierten heutigen Industrie- und Kommunika- tionsgesellschaft verblieben sind, werden in Feuchtgebiete gefrönt, ausgeschlachtet und bis ins letzte Detail beschrieben. Helen Memel ist achtzehn Jahre alt und pflegt einen sehr engen Kon- takt mit ihrer Körperlichkeit, ihren Ausscheidungen und besitzt überdies heraus ein sehr aktives Sexualleben, in welchem sie sich mit der konventionellen Missionarsstellung jedoch keines- wegs zufrieden gibt. Die Konstruktion der Tabus in dem Roman soll im Folgenden erläutert werden, sowie eine erste Annäherung an die Frage ob es sich tatsächlich um Tabubrüche han- delt.

3.1.Grundstruktur

Die Grundstruktur des Romans ist relativ simpel und wenig komplex. Die Geschichte der achtzehnjährigen Helen Memel, die durch einen Rasierunfall verursachte Analfissur ins Krankenhaus eingeliefert wird, knüpft zunächst an elementare in der Gesellschaft als Änormal“ konnotierte Vorstellungen an. Diese werden von der Protagonistin in das Gegenteil umgedreht und teilweise auch unterlaufen.19

Mit einer deutlichen Tendenz überwiegt im Roman die Vermischung aus medizinischen Be- griffen mit zahlreichen Elementen aus dem Bereich der Sexualität. Hinzu kommt Helens sub- jektive Einstellung zum Thema Hygiene. Die entscheidende Dynamik wird dabei durch die Äußerungen der Protagonistin Helen in Bezug auf das Konzept der Normalität in Gang ge- bracht.

Betrachtet man den gesamten Romantext, wäre es vermessen zu behaupten, die eben exempla- risch gezeigte Struktur wäre durchgehend und ohne Ausnahme in dieser Form nachweisbar. Selbst solche Kritiker, die Charlotte Roche jeglichen Stil absprechen, wie zuletzt Marcel Reich - Ranicki in seinem TV - Verriss20, würden eingestehen müssen, dass ihr Roman etwas mehr Komplexität aufweist.

Dennoch findet sich die beschriebene Struktur an zahlreichen weiteren Stellen im Roman. Im zweiten Kapitel weiß Helen beispielsweise über das weibliche Smegma zu berichten:

ÄDa im Lexikon war eine lange Erklärung, was Smegma ist. […] Aber ein Satz ist bei mir bis heute hängen geblieben: ‚Mit bloßem Auge sichtbare Ansammlungen von Smegma können sich nur bei mangelnder Intimhygiene bilden.‘ Wie bitte? Das ist doch eine Riesenunverschämtheit. Am Ende jedes Tages kann ich mit bloßem Auge Ansammlungen von Smegma erkennen, egal, wie gründlich ich mir morgen die Muschifalten mit Seifenwasser ausgespült habe. Was meinen die denn? Dass man sich mehrmals am Tag waschen soll? Ist doch gut, wenn ich eine flutschige Muschi habe, ist nämlich bei gewissen Sachen sehr hilfreich. Der Begriff ‚Mangelnde Intimhygiene‘ ist dehnbar. Wie eine Muschi. So.“21

Zunächst wird das medizinische Wissen aus dem Lexikonartikel aufgegriffen und präzisiert durch das Thema der Hygiene des Intimbereiches. Helen stellt die Faktizität des Artikels jedoch grundlegend in Frage. Über die mangelnde Intimhygiene, welche die Vorstellungen eines kon- ventionellen Lesers sicherlich bereits angreift, wird die Brücke zur omnipräsenten Sexualität geschlagen.22

Der Pfleger Peter, welcher sich im Diskurs der Medizin befindet, wird assoziiert mit Helens Ex Freund, dem ÄPinkel - Peter“, welcher diesen Spitznamen nicht zufällig trägt [F 72]. Dieser ÄPinkel - Peter“ wird für seine Äsehr guten“ Techniken beim Cunnilingus gelobt, so gut, Ädass ich ihm ins Gesicht gepinkelt habe“ [F 73].

[...]


1 MercuryOfFineArts: Mehr als nur Feuchtgebiete. In: NEON, 10.03.2008. //www.neon.de/artikel/freie-zeit/litera- tur/mehr-als-nur-feuchtgebiete/656874 (Zugriff am 10.09.2008).

2 Roberta Rada: Tabus und Euphemismen in der deutschen Gegenwartssprache. Mit besonderer Berücksichtigung der Eigenschaften von Euphemismen. Budapest, 2001, S. 18.

3 Ebd. S.18.

4 Vgl. ebd. S.19.

5 Vgl. ebd. S.22.

6 Vgl. ebd. S. 20 - 31.

7 Sigmund Freud: Totem und Tabu. Frankfurt am Main, 1956, S. 26.

8 Roberta Rada: Tabus und Euphemismen in der deutschen Gegenwartssprache. Mit besonderer Berücksichtigung der Eigenschaften von Euphemismen. Budapest, 2001, S. 26.

9 Vgl.ebd.S.28.

10 Vgl.ebd.S.31.

11 Vgl.ebd.32.

12 Ebd.S.31.

13 Roberta Rada: Tabus und Euphemismen in der deutschen Gegenwartssprache. Mit besonderer Berücksichtigung der Eigenschaften von Euphemismen. Budapest, 2001, S. 31.

14 Ebd.S.26.

15 Rudi Keller: Worttabu und Tabuwörter. In: Sprache und Literatur in Wissenschaft und Unterricht. 1987, S.5. 6

16 Vgl. Michael Foucault: Der Wille zum Wissen - Sexualität und Wahrheit. Frankfurt am Main 1987, S.39.

Anmerkung: Foucault geht sogar noch einen Schritt weiter und schreibt: ÄDer Staat muss wissen, wie es um den Sex der Bürger steht und welchen Gebrauch sie davon machen. Aber auch jeder einzelne muss fähig sein, den Gebrauch, den er vom Sex macht zu kontrollieren. Der Sex ist zum Einsatz, zum öffentlichen Einsatz zwischen Staat und Individuum geworden; ein Strang von Diskursen, von Wissen, Analysen und Geboten hat ihn besetzt.“

17 Steffen Burkhardt: Medienskandale: Zur moralischen Sprengkraft öffentlicher Diskurse. Köln, 2006. S.36.

18 Bernd Noack: Theaterskandale - Von Ayschilos bis Thomas Bernhard. St. Pölten, 2008. S. 24.

19 Alexander Senner: Ein Debütroman als interdiskursives Ereignis. Charlotte Roches ÄFeuchtgebiete“. Marburg, 2009. S.13.

20 Vgl. Menschen 2008 (ZDF, 7.12. 2008).

21 Roche: Feuchtgebiete. Köln, 2008. S. 23. Im Folgenden wird dieser Text mit der Abkürzung F im Haupttext nachgewiesen.

22 Alexander Senner: Ein Debütroman als interdiskursives Ereignis. Charlotte Roches ÄFeuchtgebiete“. Marburg, 2009.S.13.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Charlotte Roches "Feuchtgebiete". Medial inszenierter Skandal oder Plädoyer gegen Schönheitsdiktat und Sauberkeitswahn?
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
28
Katalognummer
V336560
ISBN (eBook)
9783668263116
ISBN (Buch)
9783668263123
Dateigröße
769 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
charlotte, roches, feuchtgebiete, medial, skandal, plädoyer, schönheitsdiktat, sauberkeitswahn
Arbeit zitieren
Tanja Kühnle (Autor), 2015, Charlotte Roches "Feuchtgebiete". Medial inszenierter Skandal oder Plädoyer gegen Schönheitsdiktat und Sauberkeitswahn?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336560

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