Der Begriff „Borderline“ bedeutet übersetzt „Grenzlinie“. Ursprünglich wurde die Störung der Grenze zwischen Neurose und Psychose zugeordnet, jedoch gehört sie heute zu den Persönlichkeitsstörungen. Der Begriff „Borderline“ beschrieb den Zustand der Betroffenen trotzdem passend, da sie sich ständig als Grenzgänger zwischen „normal“ und „verrückt“ fühlen.
Betroffene weisen in Bereichen der Impulskontrolle, Affektregulation, des Selbstbildes und auch in Zwischenmenschlichen Beziehungen enorme Schwierigkeiten auf. Hinzu kommt meist selbstschädigendes Verhalten wie Selbstverletzung oder Substanzmissbrauch bei Jugendlichen.
Persönlichkeitsstörungen sind das Ergebnis von Problemen bei der Persönlichkeitsentwicklung im Kindes- und Jugendalter. Bis heute wird in der Literatur kontrovers über die Frage der Entstehung der Borderline-Störung diskutiert. In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass sich die genetischen Faktoren, die psychosozialen Faktoren und die dysfunktionalen Verhaltens- und Interaktionsmuster gegenseitig beeinflussen.
In der vorliegenden Arbeit werden die wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu der Ätiologie, der Therapie und den Erfolgsaussichten der Borderline-Persönlichkeitsstörung zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Die Borderline-Struktur
- 2. Diagnostik
- 3. Ursachen
- 3.1 Genetische Faktoren
- 3.2 Psychosoziale Faktoren
- 3.3 Das 3-Ebenen-Modell der Borderline-Persönlichkeitsstörung (Peichl 2004)
- 3.4 Zusammenfassend: Das Diathese-Stress-Modell
- 4. Therapie
- 4.1. Kurzer Überblick
- 4.2. TFP (Übertragungsfokussierte Psychotherapie, Clarkin et al. 2001)
- 4.3. DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie, Linehan 1993)
- 5. Erfolgsaussichten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Studienarbeit befasst sich mit der Borderline-Störung und bietet einen umfassenden Überblick über ihre Ursachen, Therapie und Erfolgsaussichten. Sie analysiert die verschiedenen Faktoren, die zur Entstehung der Störung beitragen, und beleuchtet verschiedene Therapieansätze.
- Die Borderline-Struktur und ihre Kennzeichen
- Diagnose und Klassifikation der Borderline-Störung
- Genetische und psychosoziale Faktoren, die zur Entstehung der Störung beitragen
- Behandlungsmöglichkeiten und ihre Wirksamkeit
- Faktoren, die den Erfolg der Therapie beeinflussen
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Borderline-Struktur
Dieses Kapitel erklärt den Begriff „Borderline“ und seine Bedeutung im Kontext der Persönlichkeitsstörung. Es beleuchtet die Schwierigkeiten, die Betroffene in verschiedenen Bereichen ihres Lebens erleben, wie Impulskontrolle, Affektregulation, Selbstbild und zwischenmenschliche Beziehungen. Zudem wird das Konzept der „Spaltung“ und der „projektiven Identifizierung“ vorgestellt, die wichtige Mechanismen im Umgang mit inneren Konflikten darstellen.
2. Diagnostik
Dieses Kapitel beleuchtet die Diagnostik der Borderline-Störung im Kontext der beiden Diagnoseklassifikationssysteme DSM-IV und ICD-10. Es erläutert die Kritik am kategorialen System und die Herausforderungen, die sich aus der heterogenen Patientengruppe ergeben. Zudem wird die Verwendung zusätzlicher Untersuchungsinstrumente zur Evaluierung des Schweregrades der Störung diskutiert.
3. Ursachen
Dieses Kapitel befasst sich mit den Ursachen der Borderline-Störung und erläutert die Interaktion zwischen genetischen, psychosozialen und dysfunktionalen Verhaltens- und Interaktionsmustern. Es wird auf die Rolle genetischer Faktoren, psychosozialer Einflüsse und das 3-Ebenen-Modell der Borderline-Persönlichkeitsstörung (Peichl 2004) eingegangen.
4. Therapie
Dieses Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Therapieansätze für die Borderline-Störung, darunter die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) und die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT). Es gibt eine kurze Einführung in die jeweiligen Therapien und deren spezifische Methoden.
Schlüsselwörter
Borderline-Störung, Persönlichkeitsstörung, Diagnostik, DSM-IV, ICD-10, Ursachen, Genetische Faktoren, Psychosoziale Faktoren, Therapie, TFP, DBT, Erfolgsaussichten, Impulskontrolle, Affektregulation, Selbstbild, Zwischenmenschliche Beziehungen, Spaltung, Projektive Identifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Was genau bedeutet der Begriff „Borderline“?
„Borderline“ bedeutet Grenzlinie. Ursprünglich wurde die Störung als Grenzbereich zwischen Neurose und Psychose verstanden. Heute wird sie als Persönlichkeitsstörung klassifiziert, bei der sich Betroffene oft als „Grenzgänger“ zwischen normal und verrückt fühlen.
Was sind die Hauptsymptome einer Borderline-Störung?
Kennzeichnend sind Schwierigkeiten bei der Affektregulation, Impulskontrolle und dem Selbstbild sowie instabile zwischenmenschliche Beziehungen. Häufig tritt auch selbstschädigendes Verhalten auf.
Welche Ursachen führen zur Entstehung von Borderline?
Man geht von einem Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, psychosozialen Einflüssen (wie frühkindlichen Traumata) und dysfunktionalen Interaktionsmustern aus, oft beschrieben im Diathese-Stress-Modell.
Was ist der Unterschied zwischen DBT und TFP?
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) nach Linehan fokussiert auf Skills-Training zur Affektregulation. Die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) ist ein psychoanalytischer Ansatz, der an der Identitätsintegration und Beziehungsgestaltung arbeitet.
Wie stehen die Erfolgsaussichten einer Behandlung?
Dank spezialisierter Therapieformen wie DBT oder TFP haben sich die Aussichten deutlich verbessert. Der Erfolg hängt jedoch stark vom Schweregrad der Störung und der Kontinuität der Behandlung ab.
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- Sarah Gerweck (Author), 2016, Die Borderline-Störung. Ursachen, Therapie und Erfolgsaussichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336668