Die Kosten- und Erlösrechnung ist neben der Bilanzrechnung, der Investitionsrechnung und der Finanzrechnung ein Teilgebiet des betrieblichen Rechnungswesens. Sie wird auch als internes Rechnungswesen bezeichnet und ist deshalb für die Unternehmensführung und -steuerung von großer Bedeutung, um z.B. dem betriebswirtschaftlichen Ziel der Gewinnmaximierung Rechnung zu tragen. Der Gewinn ergibt sich dabei aus der Differenz zwischen Erlösen und Kosten, die somit Bestandteil der Kosten- und Erlösrechnung sind.
Eine weitere Aufgabe der Kosten- und Erlösrechnung ist die Versorgung der Unternehmensbereiche mit qualitativen Informationen. Dazu zieht sie nicht nur Vergangenheitswerte, wie z.B. die Normalkosten, als Grundlage heran, sondern auch zukünftig erwartete Größen (Plankosten).
Kosten können in ihrer Abhängigkeit von der Beschäftigung oder in ihrer Zurechenbarkeit zu den Kostenträgern gliedert werden. Daraus folgt, dass Kosten variabeln (beschäftigungsabhängige Kosten) oder fixen (beschäftigungsunabhängige Kosten) Charakter besitzen, sowie in Einzelkosten (einem Kostenträger direkt zurechenbare Kosten) oder Gemeinkosten (einem Kostenträger nicht direkt zurechenbar) eingeteilt werden können. Eine speziellere Einteilung der Kosten kann erfolgen in Stückkosten (Kosten einer Leistungseinheit) und Gesamtkosten (Kosten einer Gesamtheit, z.B. einer Abteilung), primäre Kosten (entstanden durch Faktoren, die vom Beschaffungsmarkt bezogen wurden) und sekundäre Kosten (entstanden durch den Verbrauch von innerbetrieblichen Leistungen).
Eine weitere Kostenart stellen die Sondereinzelkosten dar. Sie sind eine Unterform der Einzelkosten und lassen sich i.d.R. nur je Auftrag und nicht je Stück erfassen. Sondereinzelkosten gibt es in der Fertigung z.B. in Form von Modellen, Spezialwerkzeuge, Lizenzen und im Vertrieb z.B. in Form von Verpackungsmaterial, Frachten, Provisionen und auftragsbezogener Werbung.
In der Literatur wird häufig statt von Kosten- und Erlösrechnung von Kosten- und Leistungsrechnung gesprochen. In diesem Zusammenhang wird der Begriff Erlös mit dem Begriff Leistung gleichgesetzt. Dabei ist der Erlös der monetäre Gegenwert der Leistung, den der Käufer zahlt. Die Leistung wird als Güterentstehung bezeichnet, bei der die Herstellung von Produkten dem Unternehmenszweck entspricht und innerhalb einer Abrechnungsperiode erfolgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen der Kostenträgerrechnung
2.1 Einordnung der Kostenträgerrechnung in die Kostenrechnung
2.2 Kostenträger
2.3 Aufgaben der Kostenträgerrechnung
3. Kostenträgerstückrechnung
3.1 Aufgaben der Kostenträgerstückrechnung
3.2 Einteilung nach dem Kalkulationszeitpunkt
3.2.1 Vorkalkulation
3.2.2 Zwischenkalkulation
3.2.3 Nachkalkulation
3.3 Einteilung nach dem Kalkulationsverfahren
3.3.1 Übersicht
3.3.2 Divisionskalkulation
3.3.2.1 Grundlagen der Divisionskalkulation
3.3.2.2 Einstufige Divisionskalkulation
3.3.2.3 Zweistufige Divisionskalkulation
3.3.2.4 Mehrstufige Divisionskalkulation
3.3.2.4.1 Kennzeichen der mehrstufigen Divisionskalkulation
3.3.2.4.2 Durchwälzmethode
3.3.2.4.3 Veredelungskalkulation
3.3.3 Äquivalenzziffernkalkulation
3.3.3.1 Grundlagen der Äquivalenzziffernkalkulation
3.3.3.2 Einstufige Äquivalenzziffernkalkulation
3.3.3.3 Mehrstufige Äquivalenzziffernkalkulation
3.3.4 Zuschlagskalkulation
3.3.4.1 Grundlagen der Zuschlagskalkulation
3.3.4.2 Summarische Zuschlagskalkulation
3.3.4.3 Differenzierende Zuschlagskalkulation
3.3.5 Maschinenstundensatzkalkulation
3.3.6 Kuppelkalkulation
3.3.6.1 Grundlagen der Kuppelkalkulation
3.3.6.2 Restwertrechnung
3.3.6.3 Verteilungsrechnung
4. Kostenträgerzeitrechnung
4.1 Aufgaben der Kostenträgerzeitrechnung
4.2 Gesamtkostenverfahren
4.3 Umsatzkostenverfahren
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Kostenträgerrechnung im Rahmen der Vollkostenrechnung, erläutert deren Aufgaben, stellt verschiedene Kalkulationsverfahren vor und vergleicht Methoden der Kostenträgerzeitrechnung.
- Grundlagen und Einordnung der Kostenträgerrechnung
- Methoden der Kostenträgerstückrechnung (Divisions-, Äquivalenzziffern-, Zuschlags- und Kuppelkalkulation)
- Anwendung der Maschinenstundensatzkalkulation
- Gegenüberstellung von Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren
Auszug aus dem Buch
3.3.2.1 Grundlagen der Divisionskalkulation
Die Divisionskalkulation gehört zu den einfachsten Kalkulationsverfahren. Sie findet bei Unternehmen Anwendung, die mit Hilfe von Massenfertigung über eine längere Zeit gleich bleibende, einheitliche Güter produzieren. Dennoch ist die Divisionskalkulation auch bei Unternehmen, die mehrere Produkte herstellen, anwendbar. Dort bezieht sie sich allerdings nur auf einzelne Abrechnungsbereiche, die jeweils nur eine Leistung erstellen.
Zur Ermittlung der Selbstkosten werden bei der Divisionskalkulation die gesamten angefallenen Kosten durch eine geeignete Bezugsgröße dividiert. Bezugsgrößen können Stückzahlen, Gewichte oder Volumina der produzierten Erzeugnisse sein. Da mit den gesamten angefallenen Kosten gerechnet wird, findet hier i.d.R. keine Trennung zwischen Einzel- und Gemeinkosten statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition der Kosten- und Erlösrechnung als Teilgebiet des betrieblichen Rechnungswesens und deren Bedeutung für die Unternehmensführung.
2. Grundlagen der Kostenträgerrechnung: Einordnung der Kostenträgerrechnung als letzte Stufe der Kostenrechnung sowie Definition und Einteilung von Kostenträgern.
3. Kostenträgerstückrechnung: Detaillierte Darstellung der Kalkulationsverfahren zur Ermittlung von Herstell- und Selbstkosten je Leistungseinheit.
4. Kostenträgerzeitrechnung: Erläuterung der kurzfristigen Erfolgsrechnung und der Verfahren Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Kalkulationsformen und die Problematik der Vollkostenrechnung bezüglich des Verursachungsprinzips.
Schlüsselwörter
Kostenträgerrechnung, Vollkostenrechnung, Kostenträgerstückrechnung, Kalkulationsverfahren, Divisionskalkulation, Äquivalenzziffernkalkulation, Zuschlagskalkulation, Maschinenstundensatzkalkulation, Kuppelkalkulation, Kostenträgerzeitrechnung, Gesamtkostenverfahren, Umsatzkostenverfahren, Selbstkosten, Gemeinkosten, Verursachungsprinzip
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kostenträgerrechnung innerhalb der Vollkostenrechnung und erläutert deren Aufgaben, Verfahren und Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Kostenträgerstückrechnung zur Kostenermittlung je Einheit sowie die Kostenträgerzeitrechnung zur kurzfristigen Erfolgsermittlung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die systematische Erläuterung der Grundlagen der Kostenträgerrechnung sowie die Darstellung der verschiedenen Kalkulationsverfahren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse betriebswirtschaftlicher Standardwerke zur Kosten- und Leistungsrechnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Kostenträgerstückrechnung (mit verschiedenen Verfahren) und die Kostenträgerzeitrechnung (Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kostenträgerrechnung, Vollkostenrechnung, Kalkulationsverfahren und Betriebsergebnis geprägt.
Wie unterscheidet sich die Divisionskalkulation von der Zuschlagskalkulation?
Bei der Divisionskalkulation findet keine Trennung zwischen Einzel- und Gemeinkosten statt, während die Zuschlagskalkulation diese explizit trennt und Gemeinkosten über Zuschlagssätze verrechnet.
Welche Problematik wird im Fazit hinsichtlich der Vollkostenrechnung hervorgehoben?
Das größte Problem der Vollkostenrechnung ist der Verstoß gegen das Verursachungsprinzip, da Gemeinkosten oft willkürlich über Schlüssel auf Kostenträger verteilt werden.
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- Kristin Berghoff (Author), 2004, Kostenträgerrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33667