In dieser Arbeit möchte ich mich mit der Integration von Spätaussiedlern in der niederschlesischen Oberlausitz beschäftigen. Mir ist beim studieren der Literatur aufgefallen, dass die Integration von Spätaussiedlern schon oft behandelt wurde. Dies wurde oft nur allgemeingültig getan und mir kam die Idee die Integration von Spätaussiedlern in einer bestimmten Region zu erkunden. Meine Heimat ist die niederschlesische Oberlausitz und mir war es wichtig, diese Region mit der Problematik Integration Spätaussiedler näher zu betrachten.
In dieser Arbeit werde ich als erstes auf die Geschichte der Russlanddeutschen eingehen. Als ich die Geschichte der Russlanddeutschen verstand, wurde mir auch klar, warum diese Menschen nach Deutschland kommen wollen. Denn die russische Heimat war keine Heimat.
Danach gehe ich auf die Bildungssituation für Spätaussiedler in der Bundesrepublick Deutschland ein.
Anschließend möchte ich mich mit der Sprachsituation der Spätaussiedler beschäftigen. Ich habe selbst Spätaussiedler unterrichtet und oft kam mir die Frage, warum z.B. die Motivation den Unterricht zu besuchen so gering ist.
Als nächstes werde ich auf die sächsische Konzeption zur Integration von Migranten eingehen. Das Sächsische Kultusministerium hat am 24. August 2000 eine Konzeption erarbeitete. Mir ist es wichtig diese Konzeption zu diskutieren, da Theorie und Praxis oft weit auseinander liegen.
Der Hauptschwerpunkt dieser Arbeit liegt im Kapitel 5. Ich habe ein Interview mit dem Chef des Jugendgemeinschaftswerkes Weißwasser durchgeführt. Denn wie schon erwähnt, ist es mir wichtig, die Praxis von Integration näher kennen zu lernen. Dabei habe ich dieses Interview in vier Kategorien unterteilt. Als erstes möchte ich Allgemeine Angaben, wie z.B. das Anstellungsverhältnis ist, wissen. Darauf hin ist es mir wichtig die Schul und Sprachsituation näher zu betrachten. Als letztes gehe ich auf die regionalen Besonderheiten von Weißwasser ein.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Geschichte der Russlanddeutschen
2. Bildungssituationen für Spätaussiedler in der Bundesrepublik
3. Sprachsituation der Spätaussiedler
4. Die sächsische Konzeption zur Integration von Migranten
5. Interview
I. Allgemeine Angaben
1. Über wen sind Sie angestellt, über die Kirche oder über den Staat?
2. Was ist Ihre Aufgabe bei der Integration von jugendlichen Spätaussiedlern?
3. Wie kann ich mir als Außenstehender eine Erstintegration vorstellen?
II. Schule
4. Besuchen die Kinder eine Schule, wenn ja welche Form: Grundschule, Mittelschule oder Gymnasium?
5. Wie funktioniert der Übergang von der DaZ Klasse auf ein Gymnasium? Denn meines Wissens gibt es keine DaZ Klassen auf dem Gymnasium!
6. Welchen Abschluss können die Kinder und Jugendlichen erreichen?
7. Welche Möglichkeiten werden ihnen geboten, einen Beruf zu erlernen?
III. Sprache
8. Wenn die Familien nach Deutschland kommen, wie gut sind die Sprachkenntnisse? (Verstehen, Sprechen, Lesen, Schreiben)
9. In welcher Sprache sprechen die Spätaussiedler untereinander?
10. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Alter zum Zeitpunkt der Umsiedlung und der Schnelligkeit der Integration, d.h. werden Jugendliche schneller integriert als Erwachsene?
11. Wie funktioniert das Antragsverfahren um nach Deutschland einreisen zu können, wenn die Deutschkenntnisse sehr schlecht sind?
IV. Regionale Besonderheiten von Weißwasser
12. Aus welchen Gebieten kommend die Spätaussiedler?
13. Was ist das Grundanliegen des Jugendgemeinschaftswerkes Weißwasser?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration von Spätaussiedlern in der niederschlesischen Oberlausitz, wobei der Fokus auf den Herausforderungen in den Bereichen Bildung und Sprache liegt. Ziel ist es, den theoretischen Rahmen sächsischer Integrationskonzepte mit der praktischen Arbeit vor Ort zu vergleichen, um Erkenntnisse über die tatsächlichen Gelingensbedingungen und Hemmnisse bei der Eingliederung zu gewinnen.
- Historische Hintergründe der Russlanddeutschen und deren Migrationsmotive.
- Analyse der Bildungssituation von Aussiedlerkindern in der Bundesrepublik Deutschland.
- Untersuchung der Sprachkompetenzen und der Bedeutung des Deutschlernens für die Integration.
- Evaluierung der sächsischen Konzeption zur Integration von Migranten in Theorie und Praxis.
- Praxisnahe Einblicke durch ein Experteninterview zur jugendsozialpädagogischen Arbeit in Weißwasser.
Auszug aus dem Buch
1. Geschichte der Russlanddeutschen
Migration und Wanderungsbewegungen hat es in allen geschichtlichen Epochen gegeben, z.B. Völkerwanderung der deutschen im Mittelalter nach Ungarn oder Rumänien oder Engländer und Franzosen nach Nordamerika.
Die eigentliche Geschichte der Deutschen in Russland hat vor fast 240 Jahren begonnen. Am 14. Oktober 1762 erlässt Katharina II. Einladungsmanifeste für ausländische Kolonisten zur Niederlassung in Russland. Natürlich war die Einladung nicht uneigennützig, denn es wurden damit ökonomische und strategische Ziele verfolgt. Die ökonomischen Ziele waren: brachliegende Gebiete sollten urbar gemacht werden, die Versorgungssituation sollte verbessert werden und somit sollte der allgemeine Wohlstand durch ausländische Fachkräfte erhöht werden. Die strategischen Ziele waren: Die Ansiedlung in Grenzregionen sollte den Schutz vor noch nicht unterworfenen Nachbarvölkern verbessern. Es ging also eindeutig um die Stärkung der Macht des Zarenreiches, nur dazu wurden Auswanderer gebraucht.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation und der Zielsetzung, die Integration von Spätaussiedlern in der niederschlesischen Oberlausitz zu untersuchen.
1. Geschichte der Russlanddeutschen: Ein historischer Abriss von der Einladung durch Katharina II. bis zur Situation der Russlanddeutschen im 20. Jahrhundert.
2. Bildungssituationen für Spätaussiedler in der Bundesrepublik: Erläuterung der schulischen Integrationsmodelle und der Herausforderungen für Aussiedlerkinder im deutschen Schulsystem.
3. Sprachsituation der Spätaussiedler: Diskussion über die zentrale Bedeutung der deutschen Sprache als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und Gründe für den Sprachverlust.
4. Die sächsische Konzeption zur Integration von Migranten: Analyse der offiziellen Integrationsvorgaben des Sächsischen Kultusministeriums und deren praktische Umsetzung in drei Etappen.
5. Interview: Praktische Einblicke in die Arbeit der Beratungsstelle für jugendliche Zuwanderer in Weißwasser anhand von Expertenantworten zu Integration, Schule und Sprache.
Schlüsselwörter
Spätaussiedler, Russlanddeutsche, Integration, niederschlesische Oberlausitz, Bildung, Sprachkompetenz, Deutsch als Zweitsprache, Jugendgemeinschaftswerk, Weißwasser, Migrationsgeschichte, Schulsystem, Bundesvertriebenengesetz, Migrationsmotive, Integrationskonzeption, Sozialpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Herausforderungen und Rahmenbedingungen der Integration von Spätaussiedlern, insbesondere in der Region Weißwasser in der niederschlesischen Oberlausitz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die historische Genese der Russlanddeutschen, deren schulische und sprachliche Integration in Deutschland sowie die Analyse lokaler Integrationsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein Abgleich zwischen den offiziellen sächsischen Integrationskonzeptionen und der tatsächlichen sozialen und schulischen Praxis vor Ort.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem Experteninterview mit einem Leiter der Jugendsozialarbeit, um Theorie und Praxis zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine Bewertung der schulischen Förderung, eine Diskussion der sprachlichen Hürden und eine detaillierte Auswertung des geführten Experteninterviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Spätaussiedler, Integration, Bildung, Sprachsituation sowie Jugendhilfe und spezifische Integrationskonzepte für Zuwanderer.
Wie gestaltet sich der Übergang in Regelklassen an Gymnasien?
Da es an Gymnasien in Sachsen keine DaZ-Klassen gibt, ist der Übergang meist erst nach der 10. Klasse möglich, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Rolle spielt das Jugendgemeinschaftswerk Weißwasser?
Es fungiert als wichtige Beratungsstelle, die jungen Spätaussiedlern bei bürokratischen Hürden, der Anerkennung von Abschlüssen und der sozialen Integration unterstützt.
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- Juliane Richter (Author), 2002, Integration von Spätaussiedlern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33686