Burnout und psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Ursachen, Folgen und Maßnahmen zur Prävention


Seminararbeit, 2016
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Abbildungsverzeichnis

2 Einleitung

3 Begriffsbestimmungen und Grundlagen
3.1 Belastung
3.2 Beanspruchungen
3.3 Stress
3.4 Stresswahrnehmung

4 Wirtschaftliche Bedeutung von psychischen Erkrankungen

5 Ursachen psychischer Belastung
5.1 Monotonie am Arbeitsplatz
5.2 Konflikte im Berufsleben
5.3 Termin- und Leistungsdruck

6 Folgen psychischer Belastung
6.1 Psychische Störungen
6.2 Das Burnout-Syndrom

7 Maßnahmen zur Prävention von psychischen Erkrankungen
7.1 Führung und Organisation
7.2 Betriebliches Gesundheitsmanagement

8 Schlussbetrachtung und Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
A1 Arbeitsunfähigkeitsdauer aufgrund von psychischen Erkrankungen
A2 Wichtigste Krankheitsarten in Deutschland

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Burnout und psychische Belastungen am Arbeitsplatz“. Es wird den Fragen nachgegangen, in welchem Maße psychische Erkrankungen eine wirtschaftliche Bedeutung haben, welche Ursachen und Folgen psychische Belastung hat und welche Maßnahmen dementsprechend zur Prävention ergriffen werden können. Die Fragestellungen werden auf der Grundlage aktueller Fachliteratur diskutiert.

Im Ergebnis wird deutlich, dass psychische Erkrankungen von Arbeitnehmern von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind, da diese einen längeren Arbeitsausfall als andere Erkrankungen zur Folge haben. Es zeigt sich, dass es viele verschiedene Ursachen für eine zu hohe psychische Belastung am Arbeitsplatz geben kann. Die Implementierung von Maßnahmen zur Prävention solcher Belastungen scheint von tragender Bedeutung zu sein. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann maßgeblich dazu beitragen, langfristig gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter zu haben.

Summary

The following essay deals with the topic of „Burnout and mental illnesses at work“. The questions „Does mental stress has an impact on the economy?” in addition to that, „What causes and consequences does mental stress have?“ and „What actions can be taken to prevent this illness?“ are regarded. The questions are being discussed on the fundamentals on current literature.

The result of the essay shows, that mental illness of employees is of major economic importance. The reason for this is that mental illness causes a longer absence from work than other illnesses. A further outcome is that there are many different reasons for psychological stress at work. It seems to be crucial to implement measures to prevent this stress. In the long run, the health management of a company can play an important role to get a healthy and efficient staff.

1 Abbildungsverzeichnis

Abbildung 4.1 Komponenten von Termin- und Leistungsdruck

2 Einleitung

In den Medien wird man immer mehr mit Schlagzeilen wie „Arbeitsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen nimmt zu“, „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz kosten Milliarden“ oder „Wenn Arbeit krank macht“ konfrontiert. Und auch man selbst erfährt von immer mehr Kollegen, die aufgrund von „Burnout“ längerfristig bei der Arbeit ausfallen. Es kommt die Frage auf, warum immer mehr Menschen aufgrund von psychischen Problemen arbeitsunfähig werden und welche Veränderungen in der Arbeitswelt dazu geführt haben.

Einem Artikel der „Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz“ zufolge, ist arbeitsbedingter Stress eine der größten Herausforderungen im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheitsschutz im Arbeitsleben innerhalb einer Organisation. Die Thematik gehört bereits zum alltäglichen Leben und rückt in letzter Zeit immer mehr in den Fokus der Forschung. Die zunehmende psychische Belastung im Arbeitsleben ist zurzeit in aller Munde. In der Tagespresse werden oftmals Begriffe wie „Burnout“ verwendet wenn von erschöpften und überarbeiteten Arbeitnehmern die Rede ist. Eine Erkrankung des Menschen und eine dadurch resultierende Arbeitsunfähigkeit beeinflusst nicht nur die einzelne Person, sondern auch das Unternehmen und in letzter Konsequenz die gesamte Volkswirtschaft eines Landes.

Zur Untersuchung von „Burnout und psychische Belastungen im Arbeitsleben“ werden im Folgenden zunächst maßgebliche Ausdrücke und Begriffe definiert. Im Anschluss gilt es genauer zu bestimmen, welche wirtschaftliche Bedeutung psychische Erkrankungen für Unternehmen tatsächlich konkret haben. Des Weiteren soll geklärt werden, welche Ursachen für die Entstehung von psychischen Belastungen maßgeblich sind. Zuletzt wird betrachtet, welche Maßnahmen zur Vermeidung und Prävention bereits zur Verfügung stehen und welche Relevanz diese zukünftig haben.

3 Begriffsbestimmungen und Grundlagen

Im Folgenden Kapitel sollen die Begriffe Belastung, Beanspruchung, Stress und Stresswahrnehmung erklärt werden. Außerdem wird der Zusammenhang der Begriffe betrachtet und einige Beispiele werden angeführt. Für den weiteren Verlauf dieser Arbeit ist es unabdinglich diese Grundlagen zu erläutern, sodass der Gesamtzusammenhang für den Leser schlüssig ist.

3.1 Belastung

Unter Belastung werden objektive Faktoren verstanden, die von außen auf die jeweilige Person wirken. Dazu zählen beispielsweise Lärm, Klima, Zeitdruck oder aber auch Leistungsdruck im Unternehmen (Gabler Wirtschaftslexikon 2016).

Jegliche Faktoren die während der Arbeit auftreten und zu einer Beanspruchung führen werden als Belastung verstanden. Es zählen nicht nur körperliche, sondern besonders geistige und soziale Anforderungen zu den Hauptbelastungen im Arbeitsleben. Im Gegensatz zum Alltag, wird Belastung in der Arbeitswissenschaft zunächst neutral betrachtet. Je nach Umstand und persönlichen Ressourcen, kann eine Belastung positive oder negative Folgen für eine Person haben (Rudow 2014, S. 54 f.).

Im Wandel der Zeit sind vermehrt psychische, anstelle von körperlichen Belastungen im Arbeitsalltag zu verzeichnen. Unternehmen und Mitarbeiter müssen ständig in der Lage sein, auf die sich immer schneller ändernden Wettbewerbsbedingungen einzustellen (Poppelreuter, Mierke 2005, S. 15).

3.2 Beanspruchungen

Beanspruchungen sind das Resultat von Belastungen auf den Menschen. Unterschieden werden physische und psychische Beanspruchungen sowie positive und negative (Gabler Wirtschaftslexikon 2016).

Eine Beanspruchung entsteht beim Vollzug einer Arbeitstätigkeit. Zur Messung werden die individuellen Leistungsvoraussetzungen einer Person, mit den aktuellen Belastungen durch eine Arbeit verglichen und so das Ausmaß der Beanspruchung bestimmt. Generell ist dieses Ausmaß abhängig von der Höhe, der Dauer und der zeitlichen Verteilung der Belastung. Sind die Beanspruchungsfolgen von positiver Natur, führt dies zu einer verbesserten Gesundheit der Person. Bei negativen Beanspruchungsfolgen hingegen, kann eine Krankheit die Folge sein (Rudow 2014, S. 55).

Zusammenfassend sind Beanspruchungen diejenigen individuellen und kurzfristigen Auswirkungen auf den Mitarbeiter, die durch vorangegangene Belastungen entstanden sind. Man muss dabei deutlich machen, dass eine Beanspruchung positive wie auch negative Folgen mit sich bringen kann. Lern- und Trainingseffekte können beispielsweise als positive, ein Stresserleben jedoch als negative Folge verstanden werden (Poppelreuter, Mierke 2005, S. 17).

3.3 Stress

„Stress ist im engeren Sinn ein kurzzeitiger oder anhaltender Zustand erhöhter Aktiviertheit, der durch das Erleben einer Gefährdung/ Bedrohung hervorgerufen wird und mit unangenehmen Emotionen verbunden ist. Im weiteren Sinn ist „Stress“ ein Prozess, in dem Bewertungen und Bewältigungen von Belastungen eine Schlüsselrolle einnehmen.“ (Rudow 2014, S. 90)

Stress kann berufsbedingte aber auch private Ursachen haben. In dieser Arbeit sollen jedoch nur erstere genauer betrachtet werden. Für den Ausdruck „berufsbedingter Stress“ gibt es mehrere Definitionen. Ein Grund dafür ist, dass es sich dabei um ein interdisziplinäres Forschungsobjekt handelt, welches von mehreren Wissenschaftsdisziplinen untersucht wird. In einigen Punkten jedoch besteht weitestgehend Einigkeit zwischen Forschern aus der Organisations- und Personalpsychologie, der Ingenieurpsychologie, der klinischen Psychologie aber auch der Medizin. Stress wird erzeugt, wenn zwei bestimmte Faktoren vorliegen. Zum einen darf die Person die dem Stress ausgesetzt ist, den Ausgang der Situation nicht kennen. Zum anderen muss das Ergebnis der Situation für die Person von Wichtigkeit sein. Trifft beides zu, ist der oder die Betroffene Stress aktiv ausgesetzt (Weinert 2015, S. 277).

3.4 Stresswahrnehmung

„Menschen unterscheiden sich darin, wie sie ihre persönliche Arbeitsbelastung wahrnehmen. Wahrnehmungen sind subjektiv und können oft erheblich von der objektiven Arbeitsbelastung abweichen, insbesondere dann, wenn sie zyklischer Natur sind und wenn es sich um quantitative oder qualitative Arbeitsbelastung handelt.“

Potenzielle Stressreaktionen lassen sich in fünf unterschiedliche Kategorien unterteilen:

- „Subjektive (z.B. Angst, Aggressivität, Depression)“
- „Verhältnismäßige (z.B. Alkoholismus, Impulsivität, Unfallanfälligkeit)“
- „Kognitive (z.B. Entscheidungsunfähigkeit; Konzentrationsprobleme)“
- „Physiologische (z.B. Bluthochdruck, Schwitzen)“
- „Organisationelle (z.B. Arbeitsunzufriedenheit, Fehlen von Commitment)“

Jedes Individuum reagiert individuell auf Stress, somit wird die Stressreaktions-Beziehung durch eine Reihe von Personenvariablen gekennzeichnet. Im Arbeitsalltag wachsen die einen Personen an stressigen Arbeitssituationen, da sie über gute Copingfähigkeiten verfügen und dementsprechend ihr Verhalten der Situation anpassen können. Andere wiederrum können sich dem nicht anpassen und sind somit schnell mit der Situation überfordert und empfinden dies als Stress (Weinert 2015, S. 286 f.).

4 Wirtschaftliche Bedeutung von psychischen Erkrankungen

In der Tagespresse und den Medien wird das Thema der psychischen Erkrankungen immer öfter aufgegriffen. Einer der Gründe dafür ist die wirtschaftliche Bedeutung, denn jedes Jahr entstehen durch Arbeitsausfälle immense volkswirtschaftliche Kosten. Besonders für Unternehmen aber auch für Krankenkassen ist dieser Aspekt von großer Wichtigkeit, da gesundes und arbeitsfähiges Personal beziehungsweise eine geringe Anzahl von Patienten unter anderem grundlegend für ökonomischen Erfolg ist.

Psychische Erkrankungen bringen oftmals lange Genesungsphasen für die Betroffenen mit sich. 27% aller EU-Bürger erleiden während eines Jahres mindestens eine psychische Erkrankung. Schaut man sich das Jahr 2011 genauer an, so wird deutlich, dass 53 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind. In den letzten 15 Jahren ist dies ein Anstieg von mehr als 80%. Bei einer Atemwegserkrankung fällt ein Mitarbeiter im Durchschnitt 6,5 Tage aus, bei einer psychischen Störung hingegen sind es 23 Tage. Die wirtschaftliche Bedeutung psychischer Erkrankungen wird eindeutig sichtbar, denn ein langer Arbeitsausfall bedeutet für ein Unternehmen in der Regel die Ergreifung von kostspieligen Maßnahmen wie die Beschaffung alternativer Arbeitskräfte oder auch die Wiedereingliederung des erkrankten Mitarbeiters. Mit einem Schaden in Höhe von circa drei Milliarden Euro jährlich verursachen psychische Erkrankungen, gleich nach der Frühberentung, die zweithöchsten direkten Kosten (Rudow 2014, S. 103).

Im Jahre 2010 hat das statistische Bundesamt 11,3 Arbeitsunfähigkeitstage je Arbeitnehmer festgestellt. Auf die Anzahl an Erwerbstätigen hochgerechnet sind das 408,9 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage im Jahr. Das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt aufgrund von diesen Angaben, dass die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle einen Wert von 39 Milliarden Euro hatten. Circa 5 Milliarden Euro davon sind auf psychische Erkrankungen zurückzuführen (Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2010, S. 43).

Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsdauer aufgrund von psychischen Erkrankungen ist im Zeitraum von 2006 bis 2015 stetig gestiegen (siehe Abbildung A 1). Waren es im Jahre 2006 noch durchschnittlich 27,3 Ausfalltage nach einer psychischen Erkrankung, so sind es heute bereits 35,5 Tage, die Männer und Frauen insgesamt ausfallen. Der volkswirtschaftliche Schaden ist entsprechend gewachsen und deswegen besteht großer Handlungsbedarf. Eine weitere Statistik zeigt, dass psychische Störungen mittlerweile, gleich nach den Erkrankungen der Muskeln und des Skeletts, zu den zweihäufigsten Ursachen einer Arbeitsunfähigkeit zählen (siehe Abbildung A 2).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die wirtschaftliche Bedeutung von psychischen Erkrankungen sehr hoch ist. Besonders die Tatsache, dass die Kosten für die Produktionsausfälle in den letzten Jahren ständig gestiegen sind, zeigt den dringenden Handlungsbedarf.

5 Ursachen psychischer Belastung

Woher kommt aber nun diese offenbar zunehmende Beanspruchung? Hier muss zunächst zwischen umgebungsbedingten Belastungen und psychosozialen Belastungen unterschieden werden. Zu den umgebungsbedingten Belastungen zählen beispielsweise Punkte wie Klima, Beleuchtung oder Lärm. Diese Einflussgrößen sind in besonderen Maße in der Arbeitswissenschaft erklärt und sind eher technische und verhältnismäßig einfach zu justierende Größen, die auf den Menschen wirken. Psychosoziale Belastungen hingegen sind schwieriger aufzudecken und zu beheben. Monotonie am Arbeitsplatz, Konflikte mit Kollegen, erhöhter Leistungsdruck, Stress, Angst, sexuelle Belästigung oder ständige Erreichbarkeit sind nur ein paar Aspekte, die auf Dauer zu einer Erkrankung führen können. Drei dieser Aspekte werde ich im Folgenden genauer betrachten: Monotonie am Arbeitsplatz, Konflikte mit Kollegen und Termin- und Leistungsdruck (Poppelreuter, Mierke 2005, S. 7 f.).

5.1 Monotonie am Arbeitsplatz

Langeweile, geistige Abwesenheit, Schläfrigkeit oder Antriebsschwäche sind klare Indikatoren dafür, dass die geleistete, abwechslungsarme Arbeit einen Menschen unterfordert. Besonders bei repetitiven Tätigkeiten, beispielsweise an hochautomatisierten Montagebändern, kann eine „Überforderung durch Unterforderung“ entstehen. Folgen sind eine verzögerte Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie nachlassende Aufmerksamkeit, kurzum: Ein beanspruchter, weniger leistungsfähiger Mitarbeiter (Rudow 2014, S. 88).

Unter anderem wurden in verschiedenen Untersuchungen Erlebnisformen von Monotonie beschrieben, die sich in Form einer gleichgültig-apathischen Haltung des Mitarbeiters äußerten. Die zunehmende Müdigkeit ist eine weitere Folge, die aufgrund von Monotoniezuständen ausgelöst werden kann. Betroffene fallen in Intervallen immer wieder in Dämmerzustände. Wird der beschriebene Zustand langzeitig beibehalten kann es sogar so weit kommen, dass Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder erhöhte Adrenalin- und Noradrenalinausscheidungen auftreten (Richter, Hacker 2014, S. 112 f.).

Auch das Zeitempfinden ist bei eintönigen und monotonen Tätigkeiten ein anderes. Bei interessanten, abwechslungsreichen und fordernden Tätigkeiten unterschätzt ein Mitarbeiter eher die vollzogene Zeit, während Reizarmut bei repetitiven Aufgaben eine Zeitdauerüberschätzung bewirkt. Aufgrund dieser Tatsache kann ein Arbeitstag bei oben genannten Tätigkeiten als weitaus länger wahrgenommen werden als er tatsächlich ist. Für den Mitarbeiter kann dies anstrengend sein und demotivierend wirken (Spath et al. 2004, S. 43).

Die Vereinfachung zu sagen, Monotonie tritt immer bei einförmigen Montagearbeiten auf, ist jedoch unzureichend. Für das Entstehen von Monotoniezuständen ist folgendes eine Kernbedingung: „Die Aufgabenerfüllung erlaubt einerseits kein vollständiges Lösen von der Tätigkeit, gewährt andererseits aber zugleich keine ausreichenden Möglichkeiten zur sachbezogenen gedanklichen Auseinandersetzung mit der Tätigkeit selbst.“ Ist die Arbeit also nicht erfüllend und erfordert die Tätigkeit zusätzlich noch eine so hohe Konzentration, dass es der ausführenden Person nicht möglich ist eine Unterhaltung zu führen, eine Lektüre zu lesen oder sich anderweitig abzulenken, besteht keine Möglichkeit den Monotoniezustand zu durchbrechen. Somit sind beide Entstehungsbedingungen für Monotonie am Arbeitsplatz, einförmige Arbeit und eine hohe Konzentration ohne Ablenkungsmöglichkeiten, gegeben. Der Betroffene erfährt in Folge dessen eine Belastung (Richter, Hacker 2014, S. 115 f.).

Es wird deutlich, dass Monotonie am Arbeitsplatz eine Ursache für Unzufriedenheit ist und später eine psychische Belastung sein kann. Arbeitstage erscheinen den Beschäftigten länger und ihre Aufmerksamkeit sowie Leistungsfähigkeit nimmt durch die entstehende Unterforderung ab.

5.2 Konflikte im Berufsleben

Dieser Rubrik lassen sich gleich mehrere Gesichtspunkte zuordnen. Ein wesentlicher Grund, der ein Auslöser für eine psychische Erkrankung sein kann, ist das Mobbing. Der Ausdruck „Mobbing“ hat seine Wurzeln in der englischen Sprache. Das Verb „to mob“ heißt frei übersetzt so viel wie angreifen, pöbeln oder schikanieren. In den 90er Jahren fand es erstmals Eingang in die Arbeitswelt und wurde hier als feindseliges Verhalten von Mitarbeitern gegenüber Kollegen verstanden. Anders als der übliche „Klatsch und Tratsch“ im Büro oder in der Produktion ist das Mobbing ein stärker systematisches Vorgehen, mit der oft klaren Absicht, dem Opfer Schaden zuzufügen. Ein weiteres Merkmal ist die Manipulation über einen längeren Zeitraum, so dass ein Mitarbeiter beispielsweise so lange attackiert wird, bis er kündigt. Wenn es so weit geht, dass soziale Beziehungen, das soziale Ansehen, die Qualität der Berufs- und Lebenssituation oder auch die Gesundheit beeinträchtigt wird, ist Mobbing eine klare Ursache für eine darauffolgende psychische Erkrankung (Poppelreuter, Mierke 2005, S. 50 f.).

Verschiedenen Studien zufolge beträgt die durchschnittliche Dauer von Mobbingattacken 12 bis 15 Monate. Diese Zeit psychischer Belastung führt oftmals zu einer Erkrankung. Verursacher des Mobbings sind zu 42,4 Prozent die eigenen Kollegen und zu 38,2 Prozent die Vorgesetzten der angegriffenen Person. Prognosen zufolge, wird sich das Mobbing in den nächsten Jahren verstärken. Dies ist der wachsenden Existenzangst der Belegschaft und dem immer größeren Konkurrenzkampf zwischen Kollegen geschuldet. Mitarbeiter verlieren das Miteinander und entwickeln sich zu Einzelkämpfern die darauf bedacht sind, sich selbst positiv darzustellen und andere zu schwächen. (Poppelreuter, Mierke 2005, S. 54 f.).

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Burnout und psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Ursachen, Folgen und Maßnahmen zur Prävention
Hochschule
Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Veranstaltung
Seminar zum Wirtschaftsingenieurwesen
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V336908
ISBN (eBook)
9783656984795
ISBN (Buch)
9783656984801
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Burnout, Personal, Management, psychische Belastung, Organisation, MItarbeiterführung
Arbeit zitieren
Lennard Heuer (Autor), 2016, Burnout und psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Ursachen, Folgen und Maßnahmen zur Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336908

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