Der Tempusgebrauch in den wissenschaftlichen Arbeiten

Eine Untersuchung


Forschungsarbeit, 2016
12 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Zu den Tempora

Das Präsens

Das Präteritum

Das Perfekt

Das Plusquamperfekt

Das Futur

Zum Tempusgebrauch in wissenschaftlichen Arbeiten

Analyse von Abschlussarbeiten

Ziel der Untersuchung

Korpusbeschreibung

Häufigkeit der Anwendung der Temporain der Einleitung

Häufigkeit der Anwendung der Temporaim Hauptteil

Häufigkeit der Anwendung der Temporaim Schluss

Literatur

Abstract

Die vorliegende Forschungsarbeit befasst sich mit dem Tempusgebrauch in den wissenschaftlichen Arbeiten. Die Aufmerksamkeit der Untersuchung richtet sich auf eine ausführliche Betrachtung vom Tempusgebrauch in den Masterarbeiten, die von ausgewählten Probanden angefertigt wurden. Der empirischen Analyse zum Tempusgebrauch in den Masterarbeiten gehen theoretische Erläuterungen zu diesem Thema voraus. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Förderung von wissenschaftlichem Schreiben bei den Studierenden leisten.

Zu den Tempora

Die Verwendung von den Tempora Präsens, Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt und Futur spielt eine wichtige Rolle beim Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten. Es geht dabei ferner um verschiedene Vorgänge im Verlauf des wissenschaftlichen Schreibens, die mit dem richtigen Tempus beschrieben werden sollten. In dieser Arbeit soll versucht werden, den richtigen Einsatz von den unterschiedlichen Tempora beim Anfertigen von wissenschaftlichen Arbeiten aufzuzeigen.

Im Folgenden wird eingangs auf die verschiedenen Tempora eingegangen.

Das Präsens

Bei GRAEFEN, G.; LIEDKE, M. (2012, 172)1 finden sich die nachfolgenden Ausführungen zur Zeitform Präsens:

„Das Präsens drückt im einfachsten und häufigsten Fall aus, dass die Handlung oder der Vorgang zum Zeitpunkt der Sprechhandlung stattfindet.“

HOFFMANN, M. (2010, 41) macht darauf aufmerksam, dass das Präsens für Ereignisse in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft steht. Generell wird es benutzt, um allgemeine Ausführungen auszudrücken. Somit eignet sich Präsens für Protokolle.

Das Präteritum

Das Geschehen sollte vom Sprechzeitpunkt zeitlich entfernt sein. So GRAEFEN, G.; LIEDKE, M. (2012, 173)2.

Das Präteritum wird wie folgt definiert:

„Im Präteritum dagegen sind die Geschehnisse der Vergangenheit von der Gegenwart gelöst.“3

Ferner eignet sich Präteritum für Berichte. So HOFFMANN, M. (2010, 41).

Das Perfekt

Das Perfekt wird mit den Hilfsverben „sein“ und „haben “ im Präsens plus Partizipform des Verbs gebildet. So GRAEFEN, G.; LIEDKE, M. (2012, 173). Bei GRAEFEN, G.; LIEDKE, M. (2012, 173)4 finden sich folgende Überlegungen zum Perfekt:

„Allgemeiner formuliert, wird das Perfekt meist verwendet, um dem Hörer ein Geschehen mitzuteilen, das noch besprochen oder weiter bearbeitet werden muss, bevor es `abgehakt` werden und als erledigt gelten kann.“

Das Perfekt wird wie folgt definiert:

„Das Perfekt verknüpft ein Geschehen der Vergangenheit mit der Gegenwart (Ich habe bereits eine Gliederung entworfen)“5

Das Plusquamperfekt

Er drückt ein Geschehen, dass in der Vergangenheit zu einem verstrichenen Zeitpunkt abgeschlossen ist. So GRAEFEN, G.; LIEDKE, M. (2012, 174)6. Das Plusquamperfekt wird wie folgt definiert:

„Plusquamperfekt ermöglicht die Darstellung von Vorzeitigkeit: Eine Handlung hatte sich bereits zugetragen, als die nächste geschah.“7

Das Futur

Laut GRAEFEN, G.; LIEDKE, M. (2012, 173)8 wird das Futur als Präsens betrachtet. Es semantisch kein Tempus für die Zukunft. Es drückt eine Planung oder Ankundigung aus.

Das Futur wird wie folgt definiert:

„Futur I bezeichnet ein Geschehen, das erst noch eintreten wird.“9

„Futur II zeigt an, dass ein Geschehen in der Zukunft bereits abgeschlossen ist“10

Zum Tempusgebrauch in wissenschaftlichen Arbeiten

Um Forschungspositionen, die bis drei Zeilen erstrecken, wiederzugeben wäre laut ESSELBORN-KRUMBIEGEL, H. (2008, 91)11 der Einsatz vom Konjunktiv angemessen. Allerdings wäre der Indikativ angebrachter, wenn man längere Zitate einfügt.

Nach ESSELBORN-KRUMBIEGEL, H.12 (2010, 117) erfolgt die Wiedergabe von Gedanken anderer Autoren in der Regel im Konjunktiv. Die Einleitung solcher Aussagen erfolgt nämlich im Indikativ. Forschungspositionen in den Bereichen, Geistes-, Gesellschaft-, und Wirtschaftswissenschaft können auch im Präsens referiert werden. Das Präteritum wird benutzt, wenn man einen Überblick über die Forschungsgeschichte einführen will.

Bei BEINKE, u.a. (2008, 148) finden sich folgende Ausführungen:

„Für die Einschätzung des Lesers, welche Gedanken, Erkenntnisse oder Ergebnisse vom Verfasser der Seminararbeit stammen und welche er als fremde Rede wiedergibt, ist es von Bedeutung, ob der Anschlusssatz im Indikativ steht (der Gedanke stammt vom Verfasser der Seminararbeit) oder im Konjunktiv I (der Gedanke stammt von einem anderen Autor) “13

Zur Darstellung der Ergebnisse in Form von Vorgänge und Prozesse verwendet man das Präteritum. Für die Darstellung von Befunden benutzt man das Präsens. So ESSELBORN-KRUMBIEGEL, H. (2010, 131)14.

In der Ergebnisdiskussion werden laut ESSELBORN-KRUMBIEGEL, H. (2010, 132) Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen gezogen. Hier werden die eigenen Ergebnisse mit den Resultaten von Forschungspositionen, die in Forschungsstand gezeigt wurden, verglichen. Für diesen Zweck benutzt man Präsens.

Heutiges Wissen schreibt man in wissenschaftlichen Texten im Präsens, meint KRUSE, OTTO (2010, 128)15.

Wissenschaftliche Texte schreibt man laut SOMMER, ROY (2006, 98)16 in der Regel im Präsens.

Vorwissen im Vergleich zu heutigen Wissen schreibt man im Präteritum. So KRUSE, OTTO (2010, 128).

Die Beschreibung von Methoden und Vorgehen, die man selbst durchgeführt hat, erfolgt im Präteritum oder Perfekt. So KRUSE, OTTO (2010, 129). Die Darstellung der Ergebnisse im Präsens. Allerdings wird das Perfekt verwendet, wenn die Ergebnisse nicht unmittelbar erfolgen. D.h. wenn man auf frühe Darstellung aufgreift. Z.B. Die Darstellung der Ergebnisse im Teil der Diskussion. Ferner kann die Interpretation im Präsens erfolgen. So KRUSE, OTTO (2010, 129).

Laut KRUSE, OTTO (2010, 128) gibt es drei Formen der Vor- und Nachzeitigkeit:

- Präsens, Perfekt
- Präteritum, Plusquamperfekt
- Präsens, Futur I

KREMER, BRUNO P. (2006, 58)17 macht darauf aufmerksam, dass wissenschaftliche Arbeiten in Naturwissenschaften und Medizin sich meist auf das Präteritum beziehen, um Erhebungen, Erfahrungen und Ergebnissen zu berichten und zu bewerten. Hierbei ist Plusquamperfekt weitgehend zu vermeiden.

Wenn man auf eine Tabelle oder Abbildung verweist, gebraucht man das Präsens.

Bei der Einführung von Zitaten benutzt man ebenso die Präsensform. So KREMER, BRUNO P. (2006, 58).

Der Konjunktiv wird laut KREMER, BRUNO P. (2006, 58)18 von vielen vermieden, denn die Verwendung schwierig ist und sorgt für Undeutlichkeit. Es ist angebracht, den Indikativ in den Naturwissenschaften zu verwenden, denn es sorgt für Deutlichkeit.

Bei BÜNTING, K-D, u.a.19 (2008, 75) finden sich die Überlegungen, dass es bei sinngemäßen Zitaten Indikativ, Konjunktiv I und Konjunktiv II benutzt werden können, um implizit eine Position einzunehmen. Präsens steht für Zustimmung, Konjunktiv I steht für Neutralität und Konjunktiv II steht für Distanzierung. Im Gegensatz zu Konjunktiv II sind Präsens und Konjunktiv I wichtig für das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit und somit für das Zitieren.

JURASINSKI, G. (2014, 18)20 weist darauf hin, dass man meist bei wissenschaftlichen Arbeiten das Präsens benutzt. Es wurden andere Tempora gebraucht wie Präteritum und Perfekt. Man kann zwischen den Zeitformen wechseln. Allerdings sollte man sparsam mit der Vermischung von Zeitformen umgehen. So JURASINSKI, G. (2014, 18). Er führt in diesem Zusammenhang ferner Folgendes aus:

- Verweise auf Literatur oder Diskussion erfolgen im Präsens.
- Verweise auf Beitrag oder Leistung von einem Autor wird im Präsens.
- Verweise auf Vorschlag oder Entwicklung eines Gedankens erfolgen im Präsens.
- Bei der Darstellung der Forschungsmethoden benutzt man das Präsens, um das untersuchungsgebiet zu präsentieren.
- Beschreibung des Untersuchungsgangs erfolgt im Präteritum.
- Zur Darstellung der Ergebnisse gebraucht man vorwiegend Präteritum.

[...]


1 GRAEFEN, GABRIELE; LIEDKE, MARTINA (2012): Germanistische Sprachwissenschaft. Deutsch als Erst-, Zweit- oder Fremdsprache. 2. Auflage. Tübingen . A. Francke UTB. Erste Auflage 2008

2 GRAEFEN, GABRIELE; LIEDKE, MARTINA (2012): Germanistische Sprachwissenschaft. Deutsch als Erst-, Zweit- oder Fremdsprache. 2. Auflage. Tübingen . A. Francke UTB. Erste Auflage 2008

3 HOFFMANN, MONIKA (2010): Deutsch für Studium. Grammatik und Rechtschreibung. (2. Auflage) Paderborn. Schöningh.

4 GRAEFEN, GABRIELE; LIEDKE, MARTINA (2012): Germanistische Sprachwissenschaft. Deutsch als Erst-, Zweit- oder Fremdsprache. 2. Auflage. Tübingen . A. Francke UTB. Erste Auflage 2008

5 HOFFMANN, MONIKA (2010): Deutsch für Studium. Grammatik und Rechtschreibung. (2. Auflage) Paderborn. Schöningh.

6 GRAEFEN, GABRIELE; LIEDKE, MARTINA (2012): Germanistische Sprachwissenschaft. Deutsch als Erst-, Zweit- oder Fremdsprache. 2. Auflage. Tübingen . A. Francke UTB. Erste Auflage 2008

7 HOFFMANN, MONIKA (2010): Deutsch für Studium. Grammatik und Rechtschreibung. (2. Auflage) Paderborn. Schöningh.

8 GRAEFEN, GABRIELE; LIEDKE, MARTINA (2012): Germanistische Sprachwissenschaft. Deutsch als Erst-, Zweit- oder Fremdsprache. 2. Auflage. Tübingen . A. Francke UTB. Erste Auflage 2008

9 HOFFMANN, MONIKA (2010): Deutsch für Studium. Grammatik und Rechtschreibung. (2. Auflage) Paderborn. Schöningh.

10 HOFFMANN, MONIKA (2010): Deutsch für Studium. Grammatik und Rechtschreibung. (2. Auflage) Paderborn. Schöningh.

11 ESSELBORN-KRUMBIEGEL, HELGA (2008): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. überarbeite Auflage 2008. Paderborn. Schöningh UTB. (Erste Auflage 2002)

12 ESSELBORN-KRUMBIEGEL, HELGA (2010): Richtig wissenschaftlich schreiben. Paderborn. Schöningh/UTB

13 BEINKE, CHRISTIAN, BRINKSCHULTE, MELANIE; BUNN, LOTHAR; THÜRMER, STEFAN (2008): Die Seminararbeit. Schreiben für den Leser. UVK Konstanz und München

14 ESSELBORN-KRUMBIEGEL, HELGA (2008): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. überarbeite Auflage 2008. Paderborn. Schöningh UTB. (Erste Auflage 2002)

15 KRUSE, OTTO (2010): Lesen und Schreiben, Konstanz , UVK/UTB

16 SOMMER, ROY (2006): Schreibkompetenzen. Erfolgreich wissenschaftlich schreiben. Stuttgart. Klett

17 KREMER, BRUNO P. (2006): Vom Referat bis zur Examensarbeit. Naturwissenschaftliche Texte perfekt verfassen und gestalten. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg. Erste Auflage 2004

18 KREMER, BRUNO P. (2006): Vom Referat bis zur Examensarbeit. Naturwissenschaftliche Texte perfekt verfassen und gestalten. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg. Erste Auflage 2004

19 BÜNTING, K-D, u.a. (2008): Schreiben im Studium: mit Erfolg. Ein Leitfaden. Cornelsen Scriptor. Berlin.. Siebte Auflage

20 JURASINSKI, GERALD (2014): Hinweise zum Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten, Universität Rostock; Version 1.1, 2014-06-25. Entwickelt aus einem Skript von Dr. Vroni Retzer, Biogeographie, Universität Bayreuth. http://www.auf.uni-rostock.de/fileadmin/AUF/docs/Wissenschaftliches_Arbeiten.pdf

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Details

Titel
Der Tempusgebrauch in den wissenschaftlichen Arbeiten
Untertitel
Eine Untersuchung
Hochschule
University of Oran  (Fremdsprachen)
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V336958
ISBN (eBook)
9783668266094
ISBN (Buch)
9783668266100
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tempusgebrauch, arbeiten, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
Mohamed Chaabani (Autor), 2016, Der Tempusgebrauch in den wissenschaftlichen Arbeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336958

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