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Das Reality TV Format "Big Brother". Ein Panoptikum der Unterhaltung?

Title: Das Reality TV Format "Big Brother". Ein Panoptikum der Unterhaltung?

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 25 Pages

Autor:in: Christine Kopp (Author)

Communications - Movies and Television
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„Käfig-TV“, „Gaffer-Show“ und „Spanner-TV“ – dies sind nur einige Schlagworte aus dem Mediendiskurs um die experimentelle Fernsehshow Big Brother, welche im Jahre 2000 das erste Malim deutschen Fernsehen auf Sendung ging.

Zehn sich vorab nicht bekannte Showteilnehmer – gecastet aus einem Pool von freiwilligen Bewerbern - lebten mehrere Wochen lang gemeinsam auf engsten Raum in einem Wohncontainer. Tag und Nacht wurden sie dabei von überall angebrachten Kameras gefilmt, Ausschnitte davon im TV gezeigt. Der Name der Sendung war Programm: „Big Brother is watching you“. Aller Kritik zum Trotz präsentierten sie sich dem Blick der Öffentlichkeit, nicht zuletzt, weil ein hohes Preisgeld lockte, und sie durch die Sendung einen Bekanntheitsgrad erreichen konnten, der sich ebenfalls lukrativ vermarkten ließ.

Viele Zuschauer interessierten sich für das innovative Fernsehformat und traten dabei in die Rolle des Voyeurs oder auch des Überwachenden: „Big Brother“ stellte in Form einer Computerstimme, die mit den Bewohnern kommunizierte, bestimmte Regeln auf. Wurden diese nicht befolgt, gab es eine Strafe, bei „guter Führung“ eine Belohnung. Das Publikum konnte diese Sanktionen teilweise mitbestimmen und über „Gedeih und Verderb“, sprich: Rausschmiss oder Verbleib, entscheiden.

Gewisse inhaltliche Punkte dieses TV-Formats ziehen viele Vergleichspunkte mit Prinzip des Panoptikums nach Jeremy Bentham. Ziel dieser Arbeit ist es, diese beiden gesellschaftlichen Phänomene – einmal im Zusammenhang mit der Überwachung und Disziplinierung von Sträflingen beim Bentham’schen Gefängnismodell, einmal medial und als Spiel - zu vergleichen. Dazu möchte ich zunächst die Aspekte des Panoptikums aufzeigen und erklären, welche wesentlichen An- und Absichten Bentham mit seinem Modell des „perfekten Gefängnisses“ hatte.

Zudem möchte ich die Weiterentwicklung des Panoptikums als allgemeines Prinzip des Panoptismus zur Ausübung einer Disziplinierung der Gesellschaft nach Paul-Michel Foucault thematisieren und darauf eingehen, welche Visionen Foucault in der Weiterentwicklung des Prinzips hatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Panoptikum nach Jeremy Bentham

3. Der Panoptismus nach Foucault

4. Das Panoptikum 2.0

5. Das Format Big Brother

6. Big Brother – ein Panoptikum der Unterhaltung?

6.1 Das Setting

6.2 Der Machtapparat und sein Regelwerk

6.3 Die Teilnehmer und ihre Handlungsrolle

6.4 Die Disziplinierungsfunktion für die Gesellschaft

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Reality-TV-Format "Big Brother" auf Basis der panoptischen Machttheorien von Jeremy Bentham und Michel Foucault. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern die mediale Inszenierung des Wohncontainers als "Panoptikum der Unterhaltung" fungiert und die Mechanismen von Überwachung und Disziplinierung innerhalb dieses künstlichen Settings mit gesellschaftlichen Strukturen verknüpft.

  • Analyse der architektonischen und konzeptionellen Grundlagen des Panoptikums.
  • Weiterentwicklung des Panoptismus-Begriffs nach Foucault und Übertragung in die Moderne.
  • Untersuchung der Struktur des Fernsehformats "Big Brother" (Setting, Regelwerk, Teilnehmerrollen).
  • Vergleichende Analyse zwischen den Kontrollmechanismen im Gefängnis und der Überwachung im Medienformat.

Auszug aus dem Buch

6.1 Das Setting

Zunächst einmal zum Aufbau des Settings. Das Gebäude, der Wohncontainer, ist vollständig von der Außenwelt abgekapselt. Es ist durch einen Stacheldrahtzaun und blauen Planen sowie einen Holzzaun im Garten als Sichtschutz zusätzlich abgeschirmt. Des Weiteren verhindert Wachpersonal um den Container ein unbefugtes Betreten Anderer. Dies würde durch die Landstreifen, die sich auf dem Gelände befinden und die zusätzlich mit Kameras ausgestattet sind, sofort auffallen.

Diese Umstände erinnern deutlich an das Prinzip des Panoptikums als Gefängnis. Wie bereits erwähnt, haben die Kandidaten verschiedene Räume zur Verfügung, in denen sie sich unter ständiger Beobachtung mehrerer Kameras aufhalten können. Außerdem gibt es in einigen Räumen „Einwegspiegel“, von denen die Kandidaten aus beobachtet werden können, aber selbst nicht sehen, ob sich Personen auf der anderen Seite der Spiegel befinden. Die Räume sind dabei so eingerichtet und ausgeleuchtet, dass man immer eine perfekte Sicht auf die Kandidaten hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema "Big Brother" als experimentelles Fernsehformat und Skizzierung der Problemstellung im Kontext medialer Überwachung.

2. Das Panoptikum nach Jeremy Bentham: Erläuterung des historischen Konzepts des Panoptikums als disziplinierendes Gefängnismodell und dessen theoretische Fundierung.

3. Der Panoptismus nach Foucault: Analyse der Weiterentwicklung des Konzepts durch Foucault hin zur "Disziplinargesellschaft" und Überwachung als allgemeines Machtinstrument.

4. Das Panoptikum 2.0: Untersuchung moderner Überwachungsformen durch Videoanlagen und soziale Netzwerke im digitalen Zeitalter.

5. Das Format Big Brother: Historischer Überblick und Rahmenbedingungen des TV-Formats Big Brother seit seinem Aufkommen im Jahr 2000.

6. Big Brother – ein Panoptikum der Unterhaltung?: Detaillierter Vergleich der TV-Show mit den Theorien Benthams und Foucaults anhand konkreter Aspekte.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Reality-Formats als "Panoptikum der Unterhaltung" und Reflexion über die Veränderung von Überwachungsfunktionen.

Schlüsselwörter

Big Brother, Panoptikum, Jeremy Bentham, Michel Foucault, Überwachung, Reality-TV, Disziplinierung, Medienkultur, Machtapparat, Privatsphäre, Voyeurismus, Selbstkontrolle, Disziplinargesellschaft, Fernsehformat, Fernsehereignis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Reality-TV-Format "Big Brother" unter dem Aspekt der Überwachungstheorien von Jeremy Bentham und Michel Foucault.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Architektur der Überwachung, Machtverhältnisse, die Rolle der Teilnehmer in Medienformaten und die gesellschaftliche Disziplinierung durch Beobachtung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist der Vergleich eines historischen Disziplinarmodells (Panoptikum) mit den heutigen Bedingungen der Fernsehunterhaltung, um das Format als "Panoptikum der Unterhaltung" einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin nutzt eine medienkulturwissenschaftliche Analyse und führt einen theoretischen Vergleich zwischen den philosophischen Konzepten und dem Aufbau des TV-Formats durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Panoptikums, die Anwendung auf digitale Medien und die detaillierte Analyse von Big Brother (Setting, Regeln, Teilnehmerverhalten).

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Panoptismus, Medieninszenierung, parasoziale Interaktion und Machtausübung beschreiben.

Warum wird das Big Brother-Haus als "Panoptikum der Unterhaltung" bezeichnet?

Weil das Setting zwar der totalen Überwachung dient, dies jedoch freiwillig geschieht und primär der Unterhaltung und dem Voyeurismus der Zuschauer sowie wirtschaftlichen Interessen dient.

Welche Rolle spielt das "Regelwerk" in der Sendung für die Teilnehmer?

Das Regelwerk fungiert als Disziplinierungsinstrument, da die Teilnehmer ihr Verhalten anpassen, um Bestrafungen zu vermeiden und ihre Chancen auf den Gewinn zu wahren.

Wie unterscheidet sich die Überwachung bei Big Brother vom klassischen Gefängnis?

Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Freiwilligkeit und der medienbewussten Inszenierung der Teilnehmer, während im klassischen Panoptikum die Unterwerfung unter die Macht das primäre Ziel war.

Was schließt die Autorin aus dem Vergleich für moderne Gesellschaften?

Sie kommt zu dem Schluss, dass Überwachung heute nicht mehr primär der Disziplinierung dient, sondern in der modernen Medienlandschaft zur Kommunikation mit dem Rezipienten genutzt wird.

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Details

Title
Das Reality TV Format "Big Brother". Ein Panoptikum der Unterhaltung?
College
University of Bayreuth  (Medienwissenschaft)
Course
Medienkultur
Author
Christine Kopp (Author)
Publication Year
2016
Pages
25
Catalog Number
V336976
ISBN (eBook)
9783656985556
ISBN (Book)
9783656985563
Language
German
Tags
reality format brother panoptikum unterhaltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Kopp (Author), 2016, Das Reality TV Format "Big Brother". Ein Panoptikum der Unterhaltung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336976
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