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Kann der von Platon entwickelte Idealstaat als totalitär bezeichnet werden?

Title: Kann der von Platon entwickelte Idealstaat als totalitär bezeichnet werden?

Seminar Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jesse Nies (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem von Platon (427 - 347 v. Chr.) in seinem Werk Politeia entworfenen Idealstaat. Vor allem die Frage, ob dieser als totalitär bezeichnet werden kann, soll hierbei untersucht werden. Dazu wird auch der Begriff des Totalitarismus und seine Geschichte näher erläutert.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, der Totalitarismus sei durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks veraltet und aus der aktuellen Diskussion ausgeschieden, gibt es immer noch Anlässe, auf ihn zurückzugreifen. Immerhin gibt es auch heute noch totalitäre Staaten, wie z.B. die Volksrepublik China.

Die Texte Platons erfreuen sich gerade im Bereich der politischen Theorie einer immerwährenden Beliebtheit. Man dürfte sie nahezu auf jedem Seminarplan und in jeder Vorlesung dieses Teilbereichs der Politikwissenschaft finden. Außerdem sind sie auch von historischer Relevanz. Die Bedeutung des Untersuchungsgegenstan-des dieser Arbeit ist also offenkundig.

Das erste Kapitel der Arbeit versucht einen Abriss der Geschichte des Begriffs Totalitarismus zu geben und ihn im Anschluss daran zu definieren. Angesichts der diffusen Definitionslage hat sich dies jedoch als sehr schwierig erwiesen. Deshalb habe ich auf der Grundlage von Carl J. Friedrich und Zbigniew Brezezinskis Forschungsergebnissen eine Arbeitsdefinition erstellt.

Im 2. Kapitel der Arbeit wird wie bereits erwähnt Platons ideelle Vorstellung eines Staates dargestellt. Dazu wird auch die diesbezügliche Ontologie Platons erörtert. Um den Rahmen der Arbeit aber nicht zu sprengen, beschränkt sich der ontologische Exkurs nur auf die Elemente, die für den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit relevant sind.

Im Rahmen des dritten Kapitels wird überprüft, ob Platons ideelle Verfassung gemäß der im ersten Kapitel erstellten Arbeitsdefinition als totalitär bezeichnet werden kann. Dazu werden Stellungnahmen Karl R. Poppers konsultiert und auch kritisch hinterfragt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Geschichte und Definition des Begriffs Totalitarismus

2. 1 Begriffsgeschichte

2. 2 Begriffsdefinition

2. 2. 1 Die Ideologie

2. 2. 2 Einparteiensystem

2. 2. 3 Terror

2. 2. 4 Monopolisierung

2. 2. 5 Zentralwirtschaft

3. Platons Idealstaat

4. Überprüfung

4. 1 Ideologie

4. 2 Einparteiensystem

4. 3 Terror

4. 4 Monopolisierung

4. 5 Zentralwirtschaft

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politikwissenschaftliche Frage, ob der von Platon in der „Politeia“ entworfene Idealstaat die Kriterien eines totalitären Systems erfüllt. Hierbei wird ein Vergleich zwischen den theoretischen Konstrukten Platons und einer erarbeiteten Arbeitsdefinition des modernen Totalitarismusbegriffs angestellt.

  • Historische Entwicklung und wissenschaftliche Definition des Totalitarismus
  • Strukturelle Analyse von Platons Ständestaat und Menschenbild
  • Kritische Gegenüberstellung von Platons Idealstaat und totalitären Merkmalen
  • Diskussion der Popper-Kritik bezüglich der Vereinbarkeit von Platons Vision mit dem Totalitarismus
  • Methodische Problematik der Anwendung moderner Begriffe auf antike Gesellschaftsmodelle

Auszug aus dem Buch

3. Platons Idealstaat

Will man den von Platon in der „Politeia“ entworfenen Idealstaat nachvollziehen, muss man zunächst Platons Menschen- und Weltbild betrachten. Platon geht von einem dualistischen Weltbild aus, das sich aus der sinnlich wahrnehmbaren Realität und der übersinnlichen Ideenwelt zusammensetzt. Die Ideenwelt ist „die immerwährende, einzig wirkliche Welt“ (Druwe 1995: 76). Die sinnliche Realität ist nur ein Abbild der Ideenwelt.

Der Mensch besteht laut Platon aus einem vergänglichen Körper und einer unsterblichen Seele. Die Seele ist eine der ewigen Ideen. Sie besitzt drei Tugenden. Anhand derer lassen sich die menschlichen Fähigkeiten „in drei Kategorien [...] ordnen: Eine rationale (‚logistikon’), eine charakterliche (‚thymoeides’) und eine triebhaft-handelnde (‚epithymetikon’)“ (Druwe 1995: 85 / 86). Platon konstruiert analog zu diesen drei Tugenden einen Dreiständestaat bestehend aus Herrscher-, Wehr- und Nährstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkung: Die Einleitung legt den Untersuchungsgegenstand fest und begründet die methodische Vorgehensweise sowie die Relevanz der Untersuchung des platonischen Idealstaats im Kontext des Totalitarismus.

2. Geschichte und Definition des Begriffs Totalitarismus: Dieses Kapitel arbeitet den historischen Kontext des Totalitarismusbegriffs auf und leitet eine für die Analyse verwendbare Arbeitsdefinition ab, basierend auf den Merkmalen Ideologie, Einparteiensystem, Terror, Monopolisierung und Zentralwirtschaft.

3. Platons Idealstaat: Hier werden Platons Menschenbild, seine Ontologie sowie die Struktur seines Dreiständestaates dargelegt, wobei insbesondere die Rolle von Erziehung, Eugenik und Besitzlosigkeit beleuchtet werden.

4. Überprüfung: In diesem Kapitel findet der eigentliche Abgleich zwischen Platons Idealstaat und den zuvor definierten Kriterien für Totalitarismus statt, unter Berücksichtigung kritischer Positionen wie denen von Karl R. Popper.

5. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Schwierigkeit zusammen, moderne politische Begriffe auf antike Werke anzuwenden, und betont die Bedeutung einer unvoreingenommenen Platon-Rezeption.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Text verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Platon, Politeia, Totalitarismus, Idealstaat, politische Theorie, Ideologie, Einparteiensystem, Terror, Monopolisierung, Philosophenkönig, Karl R. Popper, Antike, Staatsform, Gerechtigkeit, Eugenik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob Platons Idealstaat, wie er in der „Politeia“ beschrieben wird, die Kriterien erfüllt, die in der Politikwissenschaft als konstitutiv für totalitäre Herrschaftssysteme gelten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Geschichte des Totalitarismusbegriffs, die Struktur des platonischen Idealstaats und die methodische Herausforderung, moderne Definitionen auf antike philosophische Konzepte anzuwenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist eine wissenschaftliche Überprüfung der Frage, ob Platons Staatsmodell als totalitär bezeichnet werden kann, ohne dabei die historische Distanz zu vernachlässigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse vorgenommen, bei der eine auf Basis von Friedrich und Brezezinski erstellte Arbeitsdefinition als Maßstab für eine Untersuchung der platonischen Texte dient.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Begriffsmerkmale des Totalitarismus definiert, dann Platons gesellschaftstheoretisches Modell vorgestellt und schließlich die Merkmale (Ideologie, Terror, Wirtschaft usw.) direkt mit Platons Aussagen verglichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Platon, Idealstaat, Totalitarismus, Gerechtigkeit, Philosophenkönig und die kritische Auseinandersetzung mit Popper.

Inwiefern spielt das Höhlengleichnis für die Argumentation eine Rolle?

Das Höhlengleichnis dient als Beleg für Platons Forderung, dass nur Philosophen, die wahre Erkenntnis erlangt haben, als Herrscher legitimiert sind, was die ideologische Fundierung seines Staates untermauert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Zensur im platonischen Staat?

Die Arbeit identifiziert die strikte Zensur von Kunst und Literatur als ein staatliches Informationsmonopol, das dem Ziel der gezielten Erziehung und Propaganda totalitärer Systeme ähnelt.

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Details

Title
Kann der von Platon entwickelte Idealstaat als totalitär bezeichnet werden?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Seminar
Grade
2,0
Author
Jesse Nies (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V33703
ISBN (eBook)
9783638341110
Language
German
Tags
Kann Platon Idealstaat Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jesse Nies (Author), 2002, Kann der von Platon entwickelte Idealstaat als totalitär bezeichnet werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33703
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