In der folgenden Arbeit soll ein Vergleich zwischen dem Dritten Reich und der DDR hergestellt werden, wobei das Augenmerk insbesondere auf der Medienpolitik, dem Mediensystem, der Funktionsweise des Zensurapparats und der Rolle der Journalisten liegt.
Im Verlauf der deutschen Geschichte waren besonders das Dritte Reich (1933-1945) sowie die Deutsche Demokratische Republik (1945-1990) von strikter Medienpolitik, die auch starke Kommunikationskontrolle beinhaltete, geprägt. Allerdings unterscheiden sich die Ausgangspositionen beider Epochen deutlich. Einerseits wurde schon gegen Ende der Weimarer Republik mit Präsidialkabinetten und Notverordnungen der Grundstein für die Ausschaltung der Grundrechte und damit auch der Meinungs- und Pressefreiheit im Dritten Reich gelegt (Frei & Schmitz 1999). Dahingegen entstand die DDR nach dem Zweiten Weltkrieg aus der „Stunde Null“ Deutschlands und wurde in ihrem politischen System stark von der Sowjetunion als Besatzungsmacht und deren marxistisch-leninistischen Idealen geprägt (Otto 2015). Daher stellt sich die Frage, inwiefern es zwischen diesen beiden Systemen im Hinblick auf die Medien Unterschiede oder Parallelen gibt.
Schon vor der Machtergreifung 1933 legten die Nationalsozialisten großen Wert auf Propaganda. Hierzu wurde eigens eine Reichspropagandaleitung eingerichtet, deren Aufgabe vor allem darin lag, Tagungen zum Thema Propaganda sowie Rednerschulungen abzuhalten. Außerdem gab die NSDAP zahlreiche eigene Zeitungen heraus, von denen etwa ein Drittel allerdings nur über einen kurzen Zeitraum existierte. Nach der Machtergreifung wurde schließlich das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter der Leitung von Joseph Goebbels eingerichtet, das sämtliche Medieninhalte vorgeben sollte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mediensystem des Dritten Reichs
3. Mediensystem der Deutschen Demokratischen Republik
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Mediensysteme sowie die Kommunikationskontrolle im "Dritten Reich" und in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), um Unterschiede und Parallelen zwischen diesen beiden politisch geprägten Systemen herauszuarbeiten.
- Medienpolitik und staatliche Kontrolle in totalitären Systemen
- Strukturen der Zensurapparate und Lenkungsinstrumente
- Die Rolle der Journalisten und deren berufliche Ausbildung
- Vergleich der Ausgangslagen beider Epochen
- Einsatz von Rundfunk und Presse als Propagandamittel
Auszug aus dem Buch
2. Mediensystem des Dritten Reichs
Schon vor der Machtergreifung 1933 legten die Nationalsozialisten großen Wert auf Propaganda. Hierzu wurde eigens eine Reichspropagandaleitung eingerichtet, deren Aufgabe vor allem darin lag, Tagungen zum Thema Propaganda sowie Rednerschulungen abzuhalten (Frei & Schmitz 1999). Außerdem gab die NSDAP zahlreiche eigene Zeitungen heraus, von denen etwa ein Drittel allerdings nur über einen kurzen Zeitraum existierte (ebd.). Nach der Machtergreifung wurde schließlich das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter der Leitung von Joseph Goebbels eingerichtet, das sämtliche Medieninhalte vorgeben sollte (Zelle 2010).
Gesetzlich gesehen beruhte die Aufhebung der Demokratie und damit auch der Pressefreiheit zunächst wie auch gegen Ende der Weimarer Republik auf Notverordnungen. Mit der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat, die am 28. Februar 1933 erlassen wurde und auch als Reichstagsbrandverordnung bekannt ist, wurden neben anderen grundlegenden Rechten auch die Presse- und Meinungsfreiheit eingeschränkt (Frei & Schmitz 1999). Das seit dem Kaiserreich bestehende Reichspressegesetz wurde 1934 durch das Schriftleitergesetz ergänzt (Stöber 2010), das die Zulassungsbedingungen für Journalisten deutlich verschärfte und die Pressefreiheit weiter einschränkte (Brodersen 1968).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Kommunikationskontrolle im Dritten Reich und in der DDR ein und formuliert die Forschungsfrage des Systemvergleichs.
2. Mediensystem des Dritten Reichs: Dieses Kapitel erläutert die nationalsozialistische Medienlenkung, die Rolle von Goebbels' Propagandaministerium sowie die gesetzlichen Einschränkungen für Presse und Journalisten.
3. Mediensystem der Deutschen Demokratischen Republik: Dieses Kapitel beschreibt das Mediensystem der DDR, das sich nach sowjetischem Vorbild entwickelte und durch staatliche Lenkung, Parteienvorgaben und strenge Zugangsbeschränkungen zum Journalistenberuf gekennzeichnet war.
4. Fazit: Das Fazit stellt die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Mediensysteme gegenüber und hebt Parallelen in der Instrumentalisierung der Medien zu Propagandazwecken hervor.
Schlüsselwörter
Kommunikationskontrolle, Dritte Reich, Deutsche Demokratische Republik, DDR, Medienpolitik, Zensur, Propaganda, Pressefreiheit, Journalismus, Schriftleitergesetz, Nationalsozialismus, SED, Massenmedien, Gleichschaltung, Agitation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strukturen und Mechanismen der Kommunikationskontrolle im Dritten Reich und in der DDR, um die mediale Beeinflussung in beiden politischen Systemen zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit Medienpolitik, der Funktionsweise von Zensurbehörden sowie der staatlichen Reglementierung des Journalistenberufs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein vergleichender Überblick über die Unterschiede und Parallelen der Medienlenkung in der Zeit des Nationalsozialismus und der sozialistischen DDR.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische vergleichende Analyse der historischen Mediensysteme auf Basis relevanter Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Mediensystems des Dritten Reichs und der DDR, wobei jeweils die staatlichen Institutionen, Gesetze und Ausbildungskriterien für Journalisten beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienpolitik, Propaganda, Zensur, SED, NSDAP und die staatliche Steuerung von Informationen.
Wie unterschieden sich die rechtlichen Voraussetzungen der Pressefreiheit?
Während das Dritte Reich die Pressefreiheit durch Notverordnungen faktisch aufhob, war sie in der DDR theoretisch in der Verfassung garantiert, jedoch durch vage Klauseln wie "Grenzen der Verfassung" stark eingeschränkt.
Welche Rolle spielte der Rundfunk in beiden Systemen?
In beiden Systemen fungierte der Rundfunk als zentrales Instrument der Massenbeeinflussung, wobei er im Dritten Reich durch den "Volksempfänger" und in der DDR als Gegenmittel zum Konkurrenzkampf mit westlichen Sendern genutzt wurde.
- Quote paper
- Elena Bruckner (Author), 2015, Vergleich der Mediensysteme im Dritten Reich und in der Deutschen Demokratischen Republik. Funktionsweise des Zensurapparats und Rolle der Journalisten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337074