Betende Ritter, kämpfende Mönche. Das ritterliche Ideal des Deutschen Ordens als Verbindung widersprüchlicher Ideale?


Masterarbeit, 2016
94 Seiten, Note: 5,0 (Schweiz)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Der Typus Ritter
3.1 Der weltliche Ritter
3.2 Der höfische Ritter
3.3 Der Miles Christianus

4. Über die Gründung des Deutschen Ordens und dessen Strukturen

5. De Laudae Novae Militiae. Das Ritterbild Bernhards von Clairvaux als Ursprung aller Ordensritter

6. Die Waffen des Ritters. Werkzeuge des Kriegers oder Reliquien des Glaubens? ..

7. Der Ordensritter im Deutschen Orden und dessen idealisiertes Bild. Zwischen Geistlichkeit und Kampf?

8. Die Betrachtung der Problematik zwischen weltlichem Rittertum und geistlichem Mönchtum

9. Die Darstellung des Deutschen Ordensritters in den modernen Medien

10. Fazit

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Hören wir heutzutage den Begriff Ritter, so wissen die Meisten sofort, wovon gespro- chen wird. Dabei unterscheidet sich das historische Bild jedoch massiv von dem, wel- ches der Begriff in der allgemeinen Vorstellung evoziert. Der Ritter in glänzender Rüs- tung ist noch nicht einmal als mittelalterlich literarischer Topos zu fassen. Die Ursprün- ge des modernen Bildes zu ergründen, ist jedoch kein Ziel dieser Arbeit. Vermutlich liegen diese im 19. Jahrhundert, wo sie direkten Einfluss auf die Medien der folgenden Jahrhunderte genommen haben. Diese Betrachtungen sind in das Feld des Sekundärmit- telalters zu zählen, wo auch die meisten Fantasyautoren ihre Werke verankern.1 Was dabei jedoch scheinbar direkt übertragen wurde, sind die Ideale, die einen Ritter aus- machten. Welche Ideale dies überhaupt sind und wie ihre Adaption im Ordensumfeld stattgefunden hat, soll noch aufgezeigt werden. Eine Person als Ritter zu bezeichnen, macht jemanden noch nicht zu solchem, auch wenn zumindest für das Sekundärmittelal- ter ein stiller Konsens darüber herrscht, was einen Ritter auszeichnet. So gelten die Jedi- Ritter aus Star Wars als Ritter, was wohl auf die Benutzung eines „Schwertes“ und das Befolgen eines Kodexes reduziert wurde. Sie sind jedoch in keiner Weise vergleichbar mit den Rittern der Kreuzzüge oder den höfischen Rittern des Mittelalters. Die materiel- le Komponente spielt also ebenfalls eine Rolle, wenn wir uns dem Bild des Ritters an- nähern möchten. Aus diesem Grund werden die Waffen des Ritters und des Ordensrit- ters betrachtet werden müssen. Insbesondere die Waffenallegoresen der geistlichen Or- densliteratur des Deutschen Ordens sollen dabei weiterhelfen und keine Fundmaterial- untersuchung und Auflistung der einzelnen Objekte des säkularen Ritters.

Um also hinterfragen zu können, was einen Ritterbruder eines geistlichen Ordens als Ritter qualifizierte, muss erst gefragt werden, was ein Ritter nach mittelalterlichem Verständnis war. Sich auf das durch das Sekundärmittelalter geprägte Bild unseres heutigen Ritters zu beziehen, reicht hierbei nicht aus.

Die Ordensritter konnten seit langem eine weitreichende Faszination aufrechterhalten, jedoch allen voran die Templer. Als Begründer der Vermischung zwischen Rittertum und Mönchtum hatten sie bereits mit der scheinbaren Unvereinbarkeit der beiden Le- benswelten zu tun. Doch der Deutsche Orden hatte in der Fortführung derer Werte mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein Geistlicher sollte keine Waffe führen und dennoch geschah dies in den Orden, was auf Unmut stiess. Das älteste Fechtbuch, das I.33 oder Towerfechtbuch, gefunden im Tower von London, birgt hierzu eine scheinba- re Unmöglichkeit. In dem Manuskript von 1300 lehrt kein Ritter, Adliger oder Schirm- meister den Kampf mit Buckler und Schwert, sondern ein Mönch. Es existieren über- dies noch weitere Berichte von fechtenden Mönchen wie Ilsam2 oder Hanko Döbringer3. Letzterer lernte beim Fechtmeister Johannes Liechtenauer die Kunst des Schwertes, obwohl er Geistlicher war. War es also völlig normal, dass Geistliche das Waffenhand- werk beherrschten? Die zahlreichen Legitimierungsansprüche und Verteidigungsschrif- ten der Orden sprechen dagegen. Dies führt zur Hauptbetrachtung dieser Arbeit, der Möglichkeit zwei scheinbar unvereinbare Ideale miteinander zu kombinieren. Man kann auch von der Paradoxie der kämpfenden Orden sprechen. Wie selbstverständlich spre- chen wir von geistlichen Ritterorden, doch waren sie nicht auch zeitgleich weltliche Mönchsorden? Bereits die Wortwahl zeigt den Schwerpunkt, welcher vermutlich als die Problematik für die kirchliche Ordnung zu verstehen ist.

Um den verschiedenen Ansichten zu diesem Thema einigermassen gerecht zu werden, wird zuerst im Forschungsstand darüber aufgeklärt, wie die allgemeine Meinung zur Ordensforschung lautet, doch daneben verdienen besonders die Aspekte zum Selbstbild der Orden wie auch der Ritterdarstellung eine besondere Betrachtung. Hierbei vermi- schen sich insbesondere die Fachrichtungen der Germanistik und der Geschichtsfor- schung, was kein Problem sein muss, aber auf jeden Fall eine Erwähnung verdient. Um diesem Aspekt folglich gerecht zu werden, wird der Ritter erst in seine drei Klassifizie- rungen aufgespalten und einzeln vorgestellt. Hierbei ist der weltliche Ritter als Untersu- chungsgegenstand der Geschichtsforschung dem höfischen Ritter der Germanistik ge- genübergestellt. Der miles christianus als besondere Entwicklung ist nur schwierig ei- nem einzelnen Forschungsfeld zuzuschreiben, weshalb auch hier interdisziplinäre Ein- flüsse ihre Erwähnung finden.

Da der Schwerpunkt dieser Arbeit auf dem Ideal des Deutschen Ordensritters liegt, wird auch die Gründungszeit des Ordens vorgestellt, um dadurch auch ihre Beziehung zum Templerorden erfassen zu können. Diese spielt aus mehreren Gründen eine wichtige Rolle. Primär kann der Deutsche Orden als Nachfolger der Templer verstanden werden, aber mit einem komplett verschiedenen Prestige. Während dieser Punkt am Ende der Arbeit noch kurz betrachtet wird, ist nach der Darstellung der Gründung das Bild eines idealen miles christianus Bernhards von Clairvaux besonders wichtig, um darzustellen, ob der ideale Deutschordensritter diesem Bild und folglich dieser Tradition folgt.4 Deshalb werden im folgenden Kapitel auch die Waffenallegoresen Peters von Dusburg5 und von Nikolaus von Jersoschin6 zweier Chronisten des Deutschen Ordens mit Bern- hards Darstellungen verglichen. Einbezogen werden hierbei auch die weltlichen Ein- flüsse, die für den Ritter stets mitwirkten. Die Chroniken zeigen einerseits die Anfänge des Ordens aus dessen eigener Sicht und bei Jeroschin auch eine Adaption, da er für die Übersetzung ins Mittelhochdeutsche bereits eine Interpretation der Vorlage vorgenom- men hat.

Nach diesen Darstellungen und Vergleichen sollte es möglich sein, darzustellen, wie ein Deutschordensritter zu sein hatte, was seine Ambitionen sein sollten, wonach er streben und welchen Idealen er folgen sollte. In einem anschliessenden Kapitel wird schliesslich die Problematik in Augenschein genommen, die seit den Templern vorherrschte, dass Gottesdienst und Kriegertum nicht vereinbar waren. Die Statuten des Deutschen Or- dens7 helfen hierbei, zu sehen, wie die Ordensleitung dieses Problem angegangen ist und wie sie die Trennung der Stände schriftlich verankert hat. Besonders also, wie der Deutsche Orden mit dem Problem umgegangen ist und wie er sich vielleicht auch von den Templern distanzierte, ist von Interesse. In diesen Bereich fallen auch Visitations- berichte8, die aufzeigen, inwiefern die Unterbringung der beiden Systeme geklappt hat und wo Schwierigkeiten existierten.

Einen Ausblick schliesslich soll die Rezeption des Deutschordensritters in der moder- nen Darstellung zeigen. Auch wenn er viel mit dem Tempelritter gemein hatte und man vielleicht sogar von einer Nachfolge sprechen könnte, widerspricht dies doch der mo- dernen Begeisterung für den Templer und der gleichzeitigen Missachtung des Deut-schen Ordens. Eine endgültige Klärung für die Diskrepanz in der Darstellung wird wohl nicht aufzuzeigen sein, aber zumindest die Sonderstellung des Tempelordens.

Somit sollte eine genauere Aussage über den Idealtypen des Deutschen Ritters möglich sein, weiter sein Fortbestehen und seine Legitimierung innerhalb des Ordens, was ihn schliesslich als Ritter qualifiziert, während gleichzeitig die monastische Lehre nicht untergeht. Inwiefern es also dem ritterlichen Ideal entspricht, nach strengen Glaubensregeln zu leben und dennoch zu wissen, ein Schwert zu führen.

2. Forschungsstand

Die Forschung zu den Orden schneidet aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas viele Forschungsfelder an. So existiert eine Forschung zu den geistlichen Orden neben Be- trachtungen zur Ordensliteratur. Doch auch die höfischen Komponenten und somit ge- nerell die Forschung zum Ritterstand und dem mittelalterlichen Ritter selbst sind betrof- fen.

Abhängig von Zeitpunkt und Ort variieren die Ansätze zur Ritterforschung ungemein. Besonders die Literaturforschung hat bis in die 80er des 20. Jahrhunderts einen regen Wechsel durchlaufen. Die Geschichtswissenschaft hat aufgrund der stärkeren Zuwen- dung zur Sozialgeschichte einen beständigeren Konsens. Die Ursprungsproblematik liegt wohl bei der Romantik, die den Ritter überhöht dargestellt hat, was insbesondere zur Bedienung nationalistischer Zwecke gerne übernommen wurde. Diese idealisierende Bewunderung schlug jedoch nach dem zweiten Weltkrieg in ihr Gegenteil um.9

Die Länderabhängigkeit zeigte sich auch soweit, dass die Ritterforschung im deutsch- sprachigen Bereich sich gegenüber der französischen Mediävistik zunächst nicht dem Verhältnis von Herrschaft und Dienst widmete. 1959 änderte Arno Borst dahingehend etwas mit seinem Aufsatz „Das Rittertum im Hochmittelalter“.10 Er verschob den Fokus und konzentrierte sich auf das Verhältnis von Idee und Wirklichkeit des Rittertums. Dieser Aspekt begegnet uns bei jeder normativen Quelle, wozu freilich auch die Statu- ten des Deutschen Ordens zählen.

Des Weiteren war die Frage nach der Stellung des Ritters bedeutsam. Es ist hierbei zu beachten, wie eine Klassifizierung stattfand. So konnten diese einerseits nach der sozia- len Klasse und somit der Stellung innerhalb der Gesellschaft stattfinden, aber anderer-seits konnten die Ritter auch standestechnisch betrachtet werden, was sie im rechtlichen Sinne als Einheit erfasste.11 Joachim Bumke führt in seinen „Studien zum Ritterbe- griff“12 zu Recht die Kritik am Dienstgedanken auf. Die Vermischung von Ministeriali- tät und Adel zum jüngeren Rittertum hätten den Verfall der Ritterideale zur Folge ge- habt, da die Fokussierung vom Dienst abgewichen wäre. Die Unterstützung dieser The- se scheint durch das Bekennen des hohen Adels zum Rittertum gegeben. Bumke ver- weist jedoch richtigerweise auf den religiösen Aspekt des Dienens, als servus christi oder gotes ritter. Überdies hinaus zeigen die Werke der höfischen Dichtung den Bedarf an Literatur, die das höfische Ritterideal herausstellen.13 Dass Auftraggeber und Publi- kum solchen Idealen und Dienstgedanken anhingen, verweist scheinbar darauf, dass das Bedürfnis nach solchen Texten gleichermassen bei Produzenten und Konsumenten der Texte vorhanden war.

Die Frage, was ein Ritter ist, erscheint äusserst banal, hat jedoch ihre Berechtigung, da die Begriffe miles und militia ihre Bedeutung im Verlauf der Jahrhunderte veränderten. Bumke kritisiert auch hier zu Recht, dass miles - und militia -Belege aus dem 12./13. Jahrhundert mit dem Ritterbegriff übersetzt werden, wodurch die ihnen eigene zeitliche Komponente ignoriert wird und durch neuere Bedeutungsebenen überlagert wird.14 Die- se Problematik begegnet uns nicht bloss im Deutschen mit Reiter und Ritter. So finden sich im Englischen rider und knight, im Französischen cavalier und chevalier als be- deutungs-differenzierende Begriffe. Interessant hierbei ist, dass sowohl das Italienische mit cavaliere als auch das Spanische mit caballero nur einen Begriff für den Ritter ken- nen.15

Eine Arbeit von Hans Georg Reuter kritisiert das gesamte Forschungsfeld, da das Bild eines einheitlichen Ritterstandes eine Idee des 18. Jahrhunderts war, die nur schwer rückübertragen werden konnte, ohne Anachronismen zu schaffen.16 Die Ergebnisse sind einleuchtend. So geht der Autor nicht von einem einheitlichen Stand „Ritter“ aus, da das Wortfeld zu komplex ist, um es derartig zusammenzufassen. Ihm unterlief jedoch der weit verbreitete Fehler, den höfischen Texten aufgrund ihres poetischen Charakters jeg-liche Historizität abzusprechen.17

Einen anderen Ansatz brachte Johann Johrendt mit seinem „Milites und Militia im 11. Jahrhundert“.18 Durch die Untersuchung der Begriffe betonte er, dass für das 11. Jahrhundert keine klare Rechtsabgrenzung vorhanden war. Von einem rechtlichen Stand liess sich also nicht sprechen. Die Vorstellung eines miles liegt für ihn bei einem klar militärischen Bereich. Eine Aussage, die sich mit den theologischen Arbeiten zu Urbans II. Aufruf zum ersten Kreuzzug in Clermont ergänzt. Der Aufruf, die miles sollen in den Kampf ziehen, richtet sich nicht bloss an Ritter. Der Begriff des Kreuzritters zeigt dies, da er einen anderen semantischen Hintergrund besitzt.19

Bei der Betrachtung des Ritterbegriffs dürfen die Arbeiten von Josef Fleckenstein kei- nesfalls fehlen. Insbesondere sein Aufsatz „Zum Problem der Abschliessung des Ritter- standes“ hat aufgezeigt, dass der Ritterstand kein erblicher in sich geschlossener Stand war.20 Dies hat auch Bumke aufgegriffen und die Schwertleite thematisiert.21 Flecken- stein hat damit einen neuen Ansatz in die Diskussion eingebracht, da er die elitäre Son- derstellung des Ritterstandes relativierte. Er zeigt des Weiteren den Aufstieg des Be- griffs miles, der zunächst nicht explizit Ritter meint. In Kombination mit auszeichnen- den Adjektiven findet die Bezeichnung jedoch auch für hohe Adlige Verwendung. Fle- ckenstein beschreibt im Grunde einen Wechsel vom Krieger zum christlich motivierten Ritter.22

Neben den geschichtlichen Untersuchungen zum Ritterstand betrachtet die Literaturfor- schung vermehrt die Ideale des Ritters. Bumke hat in seinem Buch „Höfische Kultur“ dem höfischen Gesellschaftsideal des Ritters einen grösseren Eintrag gewidmet.23 Seine Betrachtungen schliessen die historischen Komponenten zwar nicht aus, konzentrieren sich jedoch stark auf höfische Texte, so dass er auf ein normatives ritterliches Ideal hin- zuweisen vermag. Dabei gelingt es ihm, Literaturgeschichte sinnbringend mit Sachüber-lieferung zu verknüpfen und diese mentalitätsgeschichtlich nach der historischen Lehr-meinung zu deuten.

Die Verbindung der verschiedenen Disziplinen hat nicht immer so reibungslos funktio- niert. Darauf verweist Bumke ebenfalls. Vielmehr wurden die dichterischen Zeugnisse abgewertet, da die Kulturgeschichte die poetischen Aussagen zuvor völlig unkritisch als historische Wirklichkeit akzeptiert hatte.24 Diese Werke des ausgehenden 19. Jahrhun- derts führten zu einer strikten Bereichstrennung, welche die Geschichtsforschung nicht nur von der Literaturforschung trennte, sondern auch gleichermassen von der Archäolo- gie. Diese Trennung erscheint jedoch weniger klar bei der Erforschung der Literatur über das Rittertum, sondern vielmehr in der modernen Fehleinschätzung über das Mit- telalter. Die Texte vermitteln eine unbestreitbare poetische Semantik. Sie stehen für ein normatives Idealbild. Die historische Umsetzung solcher Vorbilder festzustellen, ist ungleich schwieriger und kann selbstverständlich nicht als gegeben vorausgesetzt wer- den.

Die Verbindung von Rittertum und spirituellem Gedankengut ist kein einfacher Schritt, worauf besonders Carl Erdmann in seiner Habilitationsschrift über „Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens“ verweist.25 Er thematisiert die Ausübung von Gewalt und die Aufwertung der Legitimation eines bellators. Der Kreuzzugsgedanke führte zu einer intensiven Diskussion über das Kriegerhandwerk. Des Weiteren beschreibt er ein laikales Rittertum. Das Beschäftigen mit der Spiritualität wird also vom geistlichen Zweig auch auf Laien übertragen und deren Umgang damit untersucht.

Dieser Aspekt interessiert die Ordensforschung allgemein. Die Erforschung der vita religiosa als Kern des Ordenslebens nahm in Deutschland lange eine zurückgestellte Position hinter der Verfassungsgeschichte ein. Neuanstösse geschahen durch Tellen- bach26, Grundmann27 und Weinfurter28, doch auch Jean Leclercq29 darf zu jenen gezählt werden, die sich intensiv mit der Erforschung geistlicher Orden beschäftigte. Dennoch ist hinsichtlich der Betrachtung der mittelalterlichen vita religiosa als spezifische Kris-tallisationsform des gesellschaftlichen, kirchlichen und kulturellen Lebens eine bemer- kenswerte Forschungslücke zu konstatieren. Eine Besonderheit in der Ordensforschung ist die vergleichende Ordensgeschichte. Mit ihr wird versucht, den Begriff der Instituti- on nicht auf ein organisationsgeschichtliches Phänomen zu reduzieren, sondern eine Entwicklung von Leitideen, Wert- und Normsystemen sowie gesellschaftlichen Funkti- onen der religiösen Orden zu erschliessen. Die Wechselwirkung zwischen ideellem und praktischem Lebensvollzug ist besonders für die Ordensforschung aufgrund des norma- tiven Charakters der Quellen interessant. Die vita religiosa stellte das Streben nach stringenter, institutionalisierter Lebensweise dar.30 Eine solche Lebensweise kann für militärische Strukturen ebenso diktierend und bedeutend sein, wie für das monastische Zusammenleben, weswegen die geistlichen Ritterorden als Beispiel prädestiniert sind. Ordensforschung ist auf die geistlichen Orden bezogen, meist auf Darstellung von Or- densgeschichte.

Betreffend dem Deutschen Orden hat jedoch in der Forschung lange ein Missverhältnis geherrscht, wobei das geringe Interesse nicht mit der thematisch gegenwartsrelevanten Literatur des Ordens übereinstimmte. Dieses Desinteresse kann als Gegenbewegung zum nationalsozialistischen Interesse angesehen werden. Dies hatte auch zur Folge, dass in Deutschland seit 1945 keine durchgehende Forschung mehr zum Deutschen Orden betrieben wurde.31 Auch wird dem Deutschen Orden aufgrund seines noch immer an- haftenden Makels kaum Medienpräsenz gewährt, was bislang jedoch nicht als Faktor erfasst wurde.

Die Deutschordensforschung versuchte, das Problem der nationalsozialistischen Ver- bindung in den 1970ern derart zu umgehen, dass sie die Auswirkungen des Ordens für die Gegenwart von der untersuchten Zeit loslöste, um keinen Anstoss zu erregen. Der Deutsche Orden ist an und für sich kein besonderer Einzelfall, doch die Behandlung macht ihn dazu.

Die Erforschung des Ordens stützt sich grösstenteils auf zwei eindrucksvolle Werke. Das erste ist die Edition „Scriptores rerum Prussicarum“32, welche wesentlich von der Geschichtsforschung produziert wurde und einen nicht geringen Einfluss auf die ger-manistischen Ansätze hatte. Das zweite Werk ist Karl Helms und Walther Ziesemers „Die Literatur des Deutschen Ritterordens“.33 Sie ist weniger eine Bearbeitung des or- densspezifischen Materials, als vielmehr eine Auflistung davon. Auch wenn das Werk nach dem zweiten Weltkrieg erschien, vermag es seinen patriotischen Charakter der Vorkriegszeit nicht zu verbergen und ist dennoch ein dienliches Nachschlagewerk. Auf- fällig ist seine Zweiteilung in geistliche und weltliche Literatur. Damit sagen die Auto- ren bereits viel über den Verwendungszweck der Texte aus. Für eine differenzierte Le- sung erscheint diese Einteilung jedoch nicht überragend, zumal sie den interpretatori- schen Ansatz durchaus einschränkt.

Nach der distanzierten Einstellung zum Thema Deutscher Orden änderte sich diese in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. Besonders die livländische Reimchronik, die „chronica terrae prussiae“ sowie die „cronike des Landes von Pruszin“ wurden Gegen- stand eines gestiegenen Forschungsinteresses. Dies zeigt einen Paradigmenwechsel an, so dass die Geschichtsforschung mehr Interesse an den Quellen zu haben schien, als die Germanistik, welche sich zuvor stärker mit dem Thema Deutscher Orden auseinander- setzte.34

Die Meinungen über den Wert der Chroniken des Deutschen Ordens weichen deutlich voneinander ab. So existieren ebenso Arbeiten zur „chronica terrae prussiae“ Peters von Dusburg, die diese als Original rühmen und seinen Wert über die späteren Schriften erhöhen. Daneben existieren auch Meinungen, dass Nikolaus Jeroschins Übersetzung aufgrund des interpretatorischen Ansatzes interessanter ist, da es Einblick in eine bereits erfolgte Entwicklung gewährt, die durch den Übersetzungsprozess untermauert wird. Der gemeinsam entwickelte Text von Feistner, Neecke und Vollmann-Profe „Krieg im Visier“35 zeigt unter anderem eine Gegenüberstellung dieser beiden Texte. Dadurch gelingt es ihnen, Änderungen nicht auf sprachlicher Ebene zu begründen, sondern auf kulturelle Veränderungen zurückzuführen. Bei einer einzelnen Betrachtung muss dieser Aspekt zwangsläufig ausfallen. So gehen Helmut Bauers „Studien“36, eines der älteren Werke von 1935, eher dem Bedarf einer Chronik innerhalb des Ordens nach, als der Frage nach den kulturell differenzierten Darstellungen innerhalb des Textes. Ihm nach- folgende Arbeiten zeigten vor allem den Einfluss des Zeitgeistes auf das Urteil der His-toriker, was bei diesem Thema scheinbar stärker ausfällt.37 Zu nennen wären Wolfgang Wippermanns Arbeit von 197938, Hartmut Boockmanns von 199939 und schliesslich Hans Hettlers von 201440. Insbesondere die letzte Arbeit ist auffällig, da Hettler als Na- turwissenschaftler einen anderen Ansatz pflegt und seine Ansichten zu ritterlichem Ver- halten und Kampftechniken nicht von historischem Wissen stammen, sondern vielmehr von allgemeinem Gedankengut. Er nennt dies in seinem Vorwort „ohne die Scheuklap- pen der Fachmediävistik“41 zu schreiben. Dabei entgeht ihm jedoch auch der sozialhis- torische Kontext, auf welchen er sich aufgrund fehlender Scheuklappen nicht konzent- rieren konnte. Vielmehr reduziert er seine Betrachtungen auf ein Wechselspiel aus iro- nischer Distanz und würdigender Nähe zum Orden, was zur Folge hat, dass eine gewis- se Persistenz fehlt.42 Zugute zu halten ist dem Werk sicherlich der analytische Ansatz, welcher einen anderen Blickwinkel auf die Thematik wirft.43 So ist dieses Werk durch- aus von Interesse, auch wenn es etwas aus der Norm der mediävistischen Forschung fällt.

Ein zwar älteres, aber für die Reflektion des Ordens entscheidenderes Werk hat uns Hartmut Boockmann geliefert.44 Er zeigt den ideologischen Wechsel der Gesellschaft an, indem er aufzeigt, wie die Rezeption des Ordens als „Vergewaltiger eines unschul- digen Naturvolks“ gewechselt wurde, zu heroischen Vorbildern eines „stolzen Vol- kes“.45 Die allzu patriotische Ausdrucksweise soll hier stellvertretend für die politische Meinung stehen, aus der sich der bereits aufgezeigte Widerwillen gegen den Orden entwickelte. Neben diesen Wandlungen auf deutscher Seite sei auch auf Veränderungen der historischen Betrachtung auf polnischer Seite hingewiesen. Geschichte wurde zum propagandistischen Stilmittel.46

Selbstverständlich ist die Deutschordensliteratur kein rein deutsches, noch deutschspra- chiges Untersuchungsfeld. Neben polnischen Texten über Peters von Dusburg „Chroni-ca terrae prussiae“ von Slawomir Wyszomirski und Jaroslaw Wenta47 ist das englische Werk von Mary Fischer über „Di himels rote“48 interessant für den Zusammenhang zwischen den Idealen des Rittertums und deren Darstellung in den Ordenschroniken.

Trotz der distanzierten Untersuchung zu Beginn der Auseinandersetzung mit dem Deut- schen Orden hat sich mittlerweile eine breitere Beschäftigung hinlänglich vieler The- men entwickelt, so dass eine thematische Einschränkung zwingend ist. So wurden sozi- ologische Ansätze ebenso wie kulturanthropologische durchgeführt. Durchgehend prob- lemlos funktionieren diese aber nicht, da die erarbeiteten Modelle nicht für eine mittel- alterliche Gesellschaft konzipiert wurden. Vielmehr sind sie Betrachtungen neuzeitli- cher Normen, welche bereits durch mittelalterliche Ereignisse beeinflusst sind. Auch die Quellenlage ist nicht sonderlich günstig für diese Art der Untersuchung. Statistiken, serielle Quellen, Ego-Dokumente, Interviews und dergleichen finden sich nur aus- schnittweise und erschweren eine intensivere Untersuchung.49

Anders verhält es sich mit Übersichtsdarstellungen, welche ihren Fokus nicht so stark einengten. Während frühe Arbeiten zum Thema, wie Walther Ziesemers „Geistiges Le- ben im Deutschen Orden“50, eine nationalistisch geprägte Sicht auf den Orden haben und dessen Spiritualität nur verkürzend darstellten, legte sich der Fokus nach dem zwei- ten Weltkrieg auf die Selbstdarstellung des Ordens. Hierbei wurde versucht, eine ideali- sierende Form des Ordens aufzuzeigen, um ihm eine gewisse Vorbildfunktion anzuhaf- ten. Die Untersuchung der Selbstdarstellung bzw. des Selbstverständnisses blieb auch bis in die 80er ein beliebtes Thema und wurde auch in vielen Einzelstudien behandelt. Zu den wichtigsten gehören sicherlich Udo Arnold51, Kaspar Elm52, Kaspars Klavinš53, Stefan Kwiatowski54, Klaus Militzer55, Helen Nicholson56 und Jürgen Sarnowsky57. Auch hier zeigt sich, dass die Untersuchungsorte Einfluss auf die Schwerpunkte der Themen haben, so dass die osteuropäischen Studien vermehrt den Orden und seinen Einfluss auf die Region behandeln, während zentraleuropäische Un- tersuchungen den Kreuzzugsgedanken und die Verbindung zur christlichen Kirche stär- ker thematisieren.

Die Herausgabe von Sammelbänden zur Literatur im Deutschen Orden nahm um die Jahrtausendwende erheblich zu. Neben dem bereits erwähnten Werk „Krieg im Visier“ von 2007 ist besonders ein Sammelband, herausgegeben von Ralf G. Päsler und Diet- rich Schmitdke, zu erwähnen. Das Werk über die „Deutschsprachige Literatur des Mit- telalters im östlichen Europa“58 konnte von der geförderten internationalen Zusammen- arbeit profitieren. Verloren geglaubte Überlieferungszeugen konnten aufgrund des freie- ren Meinungsaustauschs erneut interpretiert werden und ermöglichten, festgefahrene Vorstellungen über den Deutschen Orden und seine Häuser kritisch zu überprüfen. Ein gewisser Stillstand stellte sich jedoch 2008 ein, als der von Wenta, Sieglinde und Voll- man-Profe herausgegebene Sammelband erschien.59 Ein Zusammenhang der Stagnation und des Werkes „Mittelalterliche Literatur und Kultur im Deutschordensstaat in Preu- ssen“60 zu sehen, ist höchstens auf den grossen Themenbereich zurückzuführen, den der Sammelband abdeckt. Das Werk bietet einen breiten Einblick in die Kunstgeschichte des Ordens, dessen Schriftkultur, Literatur und Geschichtsschreibung. Darüber hinaus widmet sich das letzte Kapitel dem Nachleben des Ordens.

Ein neueres Werk von Marcus Wüst, das 2013 erschien, verweist auf zwei Kriterien, welcher die Ordensliteratur unterworfen war und bringt damit die Kernelemente dieses Themenbereichs auf den Punkt.61 Diese sind einerseits jener Personenbereich, der sich äussern konnte und jener, der sich äussern durfte. In den ersten Bereich fallen die Vollmitglieder, also die literaten Priesterbrüder, wie Peter von Dusburg und die literaten Ritterbrüder, wie Hermann von Salza. Graumäntler62 gehörten äusserst selten in diesen Bereich. Zum zweiten gehören wohl die Ordensschwestern, die weitaus weniger prominent sind und unter anderem durch Dusburg erwähnt werden.63

In der Forschung wird dieser Aspekt meist stillschweigend mitgetragen, ohne ihn genauer zu erläutern. Hier jedoch soll dies zur Sprache kommen, da ein Idealbild zwar von jenen definiert wurde, die sich äussern durften, aber auch für alle anderen zu gelten hatte, um somit als allgemeingültige Norm verstanden werden zu können.

3. Der Typus Ritter

Das Ritterbild des Mittelalters war geprägt von drei Spezialitäten des Ritters. Zum einen existierte der weltliche oder säkulare Ritter als Teil eines feudalen Lehensystems und in seiner Hauptfunktion als Elitekrieger in einer militärischen Einheit. Als weiterer Typus findet sich der höfische Ritter, der durch die literarische Rezeption noch immer einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt. Seine Attribute sind das Streben nach Ruhm und Ehre. Im Gegensatz zum realen säkularen Ritter sind für ihn die immateriellen Güter wertvol- ler. Der letzte Typus und vorbildhafteste für das europäische Rittertum ist der miles christianus. Diese Form des Ritters hätte den allgemeinen Standard darstellen sollen, nach dem auch Fürsten strebten und ist stark verbunden mit der christlichen Kirche, die er verteidigen sollte.64

Der Begriff Ritter und auch sein lateinisches Pendant miles machte im Verlauf des Mit- telalters einen semantischen Wandel durch, weshalb bei der Fragestellung, was ein Rit-ter war, eine zeitliche Komponente hinzuzufügen ist. Also, wann war was ein Ritter? Die Anfänge des Rittertums bezeichnen meist einen Krieger, ohne die Verknüpfung mit dem Dienstadel herzustellen.65 Dabei muss noch nicht einmal ein Elitekrieger gemeint sein, wie es bei den jahrelang ausgebildeten Rittern des Hochmittelalters der Fall war. Epen bevorzugten Wörter wie Degen oder Held, um die Protagonisten ihrer Werke zu beschreiben. Erst mit Hartmanns von Aue „Erec“ um 1200 wurde der Begriff Ritter populärer.66

Das Wort Ritter verweist bereits auf seinen Ursprung als r î ter, einen Berufskrieger zu Pferde.67 Dies und die beschriebene Ausrüstung bleibt allen Rittertypen gleich. Es finden sich zwar auch hier wieder Schwerpunkte der einzelnen Formen, so wie die Waffenallegorese des christlichen Ritters oder der Rühmung des materiellen Wohlstands beim höfischen Ritter, aber die grundlegenden Ausrüstungsgegenstände bleiben die gleichen, auch wenn sie im Verlauf der Jahrhunderte erweitert wurden.68

Da in der Frühphase des Rittertums noch keine Verknüpfung mit dem Adel stattgefunden hatte, war die spätere Reduktion auf den Titel, ohne die kämpferischen Attribute, völlig undenkbar. Es lässt sich unterteilen in den „Ritterstand des hohen Mittelalters“, der als Berufsstand zu werten war, und den „Ritterstand des späten Mittelalters“, welcher wiederum einen Geburtsstand umfasste.69

Die Problematik, die sich bei der Verknüpfung mit dem Adel ergibt, ist der dienest. Söldner und Dienstleute von grossen Herren und Adligen wurden noch Ende des 12. Jahrhunderts als Ritter bezeichnet.70 Für einen Grafen erschien es aber zunächst wenig schmeichelhaft, als Diener zu gelten.

Der dienst kann im modernen Sinne als Kriegsdienst verstanden werden, der geknüpft an Gehorsam und Treue gegenüber einem Lehensherrn war. Der christliche Aspekt des miles Christianus machte den Dienst schliesslich auch in hohen Kreisen populär. Zu den Pflichten aller Arten der Ritter gehörte christlicher Lebenswandel, Meisterschaft im Waffenhandwerk und die Bestandteile der Schwertleite71, also das Beschützen von Witwen, Waisen, Geistlichen und Bedrängten unter der Beachtung der ritterlichen At-tribute ê re, milte, triuwe, staete.72 Selbstverständlich hat jeder Rittertypus andere Schwerpunkte, so dass sie zwar Gemeinsamkeiten besitzen, aber in der Ausformung der Pflicht zeigen sich markante Unterschiede.

Die ideelle Aufwertung durch die Attribute evozierte schliesslich die Vorstellung, der beste Ritter müsse der von Gott eingesetzte König sein.73 Zumindest für die Artusepen ein vorstellbares Phänomen, weniger für die historischen Ritter.

Die Verbindung des Ritters mit dem Dienstadel brachte eine Fokussierung auf den Kampf, die einer militärisch-kampfsportlichen Grundlagenausbildung in nichts nach- steht. Da bereits Jungen im unbewaffneten Kampf geschult wurden, erreichten sie be- reits im frühen Erwachsenenalter eine Waffenmeisterschaft, die im selben Alter heute unerreicht ist.74 Das spätere adelige Selbstverständnis gründete sich nicht unwesentlich auf dieser Fähigkeit.75 Eine Forcierung auf diese Aufgabe zeigte sich auch in der Durch- führung von Zweikämpfen. Das Herausfordern anderer Ritter basierte auf einem Stan- desgefälle, welches nur bestimmte Konstellationen zuliess. Die soziale Hierarchisierung wirkte also innerhalb des Standes, aber auch darüber hinaus, da eine fundierte Kampf- ausbildung Privileg des Adels blieb und sie somit von den anderen Ständen abhob und ihre Legitimation darstellte.76

3.1 Der weltliche Ritter

Die Ursprünge des weltlichen Ritters können indirekt in der römischen Vergangenheit gesucht werden, wo wir in den Nobiles einen niedrigen Adelsstand ähnlichen Standes vorfinden.77 Zudem war durch die Etablierung der Kataphrakte in spätrömischer und byzantinischer Zeit bereits die Idee eines Panzerreiters vorhanden. Als direkte Vorfah- ren gelten jedoch beide nicht, auch wenn eine Vermischung von Senatorenstand und Ritterstand bekannt war.78 Die Anfänge des Rittertums kannten diese Verbindung mit der Ministerialität jedoch nicht.79 Vielmehr war es so, dass militärischer Nutzen und Bedarf die Entwicklung von Panzerreitern im 8. Jahrhundert förderte.

Die fränkischen Panzerreiter gelten als direkte Vorfahren der Ritter. Ihre Entwicklung wird gerne mit der Erfindung der Steigbügel in Verbindung gebracht, was zwar schlüs- sig erscheint, da es das Reiten insgesamt und besonders das Anreiten mit der Lanze deutlich vereinfachte, aber die Verbindung erscheint nicht direkt notwendig.80 Die ver- mehrte Popularität des fränkischen Reiters ist eher auf Karl den Grossen zurückzufüh- ren, während die Steigbügel ins Feld der Waffenentwicklung zu verschieben sind. Ohne sie wäre wohl eher das Schwert oder der Speer statt der Lanze die primäre Waffe ge- worden, da die Steigbügel die Verwendung der Stosslanze direkt erleichtern.

Karl der Grosse verfügte 807 in seiner Heeresreform, dass nur diejenigen Freien ausrücken mussten, die einen Grundbesitz von mindestens drei Hufen besassen. Im folgenden Jahr erhöhte er die Anforderung auf vier Hufen. Er verschob die Dienstpflicht folglich auf reichere Untertanen, die es sich leisten konnten, länger abwesend zu sein. Zudem war es ihnen auch leichter an bessere Ausrüstung zu gelangen, was sich wiederum direkt auf die Truppenstärke auswirkte. Diese Tendenz verstärkte sich im Laufe der Zeit, so dass bald statt den freien bäuerlichen Grundbesitzern, die die Voraussetzungen erfüllten, Lehenbesitzer den berittenen Kriegsdienst leisteten. Letztere waren meist auch Vasallen.81 Diese Verbindung ebnete den Schritt zum Ritterstand.

Die Ursprünge des Ritters lagen beim Kriegertum, so dass auch Söldner unter dem Be- griff r î ter zu finden sind.82 Klassifizierendes Merkmal war der Kampf zu Pferde. Die hochgerühmten höfischen Ideale, die den Ritter im hohen Adel populär machten, gehö-ren nicht zu den Eigenschaften dieser frühen Reiterkrieger. Vielmehr waren es die Pro-fessionalität und Übung, die auch weiterhin das weltliche Markenzeichen der Ritter blieb. Die attributiven Elemente, die er später für sich beanspruchen sollte, entwickelten sich im Frühmittelalter parallel im Königtum und waren noch kein Bestandteil dieser frühen Form des Ritters. Die Quellengattung der Fürstenspiegel zeigt dies deutlich auf. Die früheren Schriften dieser Art aus dem karolingischen Herrscherhaus des 9. Jahrhun- derts dienten als Anleitung für junge Prinzen. Sie galten als Lehrmittel zur Vorbereitung für die Aufgaben und Pflichten als Herrscher. Bis zum 12. Jahrhundert fand jedoch eine Übertragung der darin enthaltenen Werte vom König auf den Ritter statt.83 Im Umkehr- schluss bedeutete dies, dass der gerechte König selbst ein Ritter sein musste und da er Oberster des Landes war, musste er auch bester Ritter sein, welcher von Gott in sein Amt eingesetzt worden war.84 Darüber hinaus kam die Anlehnung des Ritters an die christlichen Lehren dieser Betrachtung zugute. Bereits die ältere Pseudo-Cypriansche Schrift De duodecim abusivis saeculi aus dem 7. Jahrhundert kategorisiert den rex ini- quus und den rex iustus. Letzterer sollte sich dadurch auszeichnen, dass er die Kirche schütze, ebenso Schwache, Witwen und Waisen. Darüber hinaus sollte er gerecht sein, die Schuldigen bestrafen und stetes Vertrauen in Gott besitzen.85 Viele dieser Ansprü- che wurden in der Schwertleite übernommen und so zur Selbstverständlichkeit für den hochmittelalterlichen Ritter.

Vor der Konzentration auf die ideellen Werte waren waffentechnische Entwicklungen vorrangiger. Wieso diese genau die Entwicklung des Panzerreiters zum Ritter verlang- ten, ist unsicher. Eine wahrscheinliche Annahme ist, dass Bedrohungen von aussen die Bildung von Elitetruppen förderten. Da sich die Panzerreiter bewährten, wurden sie vermehrt ausgebildet und so bildeten sie alsbald eine eigene Schicht.86

Verbunden mit den hohen Kosten für ein ausgebildetes Schlachtross sowie Rüstung und Waffen war es verständlich, dass diese Stellung besser gestellten Personen vorbehalten blieb.87 Ein richtiger Ritterstand existierte noch nicht. So wurde auch noch lange die Unterscheidung zwischen Edelfreien, nichtadligen Freien und Ministerialen gemacht.

Das Rittertum bildete sich im 12. Jahrhundert als soziale Klasse.88 Rechtlich ist nicht von einer Fusion der Stände auszugehen, sondern vielmehr soziologisch, da sie alle als Ritter galten, aber rechtlich nach ihrer Herkunft behandelt wurden.89 Die Zugehörigkeit zum Ritterstand brachte zunächst Pflichten und Dienstgehorsam, keine Freiheiten und Privilegien. Dies lag daran, dass besser gestellte nichtadlige Freie und Ministeriale den Kern der frühen Ritterschaft ausmachten. Die edelfreien Adligen traten dem Stand erst hinzu, als dieser durch sein ideologisches Konzept zu Ansehen gelangt war. Grundsätz- lich beruhte dieses auf drei Aspekten. Zunächst der Dienst für den Herrn, der mehr oder weniger direkt der ursprünglichen militärischen Struktur zu entnehmen ist. Als Neue- rung kam jedoch der durch die Kirche geforderte Verzicht auf Beute und Plünderung.90 Als weiteren Punkt sollten alle Ritter ihren Dienst für die Kirche und die Christenheit tätigen. Dies spiegelt bereits das Gelübde der Schwertleite wider. Dieses verlangte das Beschützen von Witwen, Waisen, Geistlichen und Bedrängten.91 Christlicher Lebens- wandel und Meisterschaft im Waffenhandwerk wurden ebenso verlangt, wie die Beach- tung von grundlegenden Werten wie Ehre, Mildtätigkeit, Loyalität und Standhaf- tigkeit.92 Durch diese versicherten sich die hohen Adligen der Gefolgschaft der Ritter. Standhaftigkeit und Loyalität waren im Zusammenleben ebenso wichtig wie auf dem Schlachtfeld. Die Verbindung des christlichen Glaubens mit dem Rittertum geht auf die Kreuzzüge zurück. Sie bringen eine göttliche Legitimation in das Rittersein und ebneten dadurch den Weg für das adlige Rittertum.93 Vom Ritter wurde erwartet, dass er sein Leben nach den Idealen des Rittertums lebte. Bereits im 11. Jahrhundert forderte Bonizo von Sutri zudem auch, die Ritter sollten ihrem Herrn ergeben sein und nicht nach Beute streben. Auch sollten sie ihr eigenes Leben nicht schonen, wenn es darum ging, jenes ihres Herrn zu verteidigen. Darüber hinaus sollten sie für die Allgemeinheit bis zum Tode kämpfen und Schismatiker und Ketzer bekriegen.94

Die letzte Anforderung an den Ritter bestand im Frauendienst, also dem Dienen einer hohen Dame und war möglicherweise ebenfalls eine kirchlich motivierte Einstellung.95 Zumindest war sie stark verknüpft mit dem Werk von Andreas Capellanus.96

[...]


1 Besonders zu erwähnen: Hassemer, Simon Maria: Das Mittelalter der Populärkultur, in: Thomas Martin Buck / Nicola Brauch (Hrsg.): Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirk- lichkeit, Probleme, Perspektiven und Anstösse für die Unterrichtspraxis, Münster / New York / München / Berlin 2011, S. 129-140. hier S. 132.

2 Eckehard, 1989, S. 198.

3 Vgl. Hanko Döbringer u.a.: Nürnberger Hausbuch, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Ms. 3227a (ca. 1389).

4 Bernard de Clairvaux: Éloge de la nouvelle chevalerie. Vie de saint Malachie, introductions, traductions, notes et index par Pierre-Yves Emery, Paris 1990. (Ouvres complètes 31)

5 Peter von Dusburg: Chronica terre prussie, Chronik des Preussenlandes, übers. und erläut. von Klaus Scholz und Dieter Wojtecki, Darmstadt 1984.

6 Nikolaus von Jeroschin: Di Kronike von Pruzinlant, hg. von Theodor Hirsch / Max Töppen / Ernst Strehlke, in: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preussischen Vor- zeit bis zum Untergange der Ordensherrschaft I, 6 Bde., Leipzig 1861-1968.

7 Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften: hg. von Max Perlbach, Halle a.S. 1890.

8 Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter, Teil I: 1236-1449, hg. von Marian Biskup / Irena Janosz-Biskupowa, red. Udo Arnold, Marburg 2003. (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 50, Veröffentlichung der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens 10

9 Fleckenstein, 1981, S. 105.

10 Borst, Arno: Das Rittertum im Hochmittelalter. Idee und Wirklichkeit, in: Saeculum 10, Freiburg 1959, S. 213-231.

11 Bumke, 1977, S. 153.

12 Bumke, Joachim: Studien zum Ritterbegriff im 12. und 13. Jahrhundert, Heidelberg 1964. (Bei hefte zum Euphorion, Zeitschrift für Literaturgeschichte 1)

13 Bumke, 1977, S. 154.

14 Ebd, S. 180.

15 Demurger, 2003, S. 12.

16 Reuter, Hans Georg: Die Lehre vom Ritterstand. Zum Ritterbegriff in Historiographie und Dichtung vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, Köln / Wien 1971.

17 Reuter, 1971, S. 40.

18 Johrendt, Johann: 'Milites' und 'Militia' im 11. Jahrhundert. Untersuchung zur Frühgeschichte des Rittertums in Frankreich und Deutschland, Erlangen 1971.

19 Thatcher / McNeal, 1905, S. 513-517.

20 Fleckenstein, Josef: Zum Problem der Abschliessung des Ritterstandes, in: Helmut Beumann (Hg.): Historische Forschungen für Walter Schlesinger, Köln / Wien 1974, S. 252-271.

21 Bumke, 2008, S. 318-341.

22 Somogyi / Wolf, in: Arenzen / Ruberg, 2011, S. XXI.

23 Bumke, Joachim: Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter, München 122008

24 Bumke, 1977, S. 176.

25 Erdmann, Carl: Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens, Stuttgart 1965 [1935].

26 Tellenbach, Gerd: Libertas. Kirche und Weltordnung im Zeitalter des Investiturstreites, Stuttgart 1936.

27 Grundmann, Herbert: Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Untersuchungen über die geschichtlichen Zusammenhänge zwischen der Ketzerei, den Bettelorden und der religiösen Frauenbewegung im 12. und 13. Jahrhundert und über die geschichtlichen Grundlagen der deut- schen Mystik, Hildesheim / Zürich 41977.

28 Weinfurter, Stefan: Consuetudines canonicorum regularium rodenses. Die Lebensordnung des Regularkanonikerstiftes Klosterrath, Freiburg 1993.

29 Leclercq, Jean: Un document sur les débuts des Templiers, in: Revue d’Hist. ecclésiastique Bd. 52, London 1957, S. 81-90.

30 Johrendt, Jochen: Tagungsbericht: Forschungsstand und Perspektiven der deutschen Mediävistik, 19.02.2004 - 20.02.2004 Rom, in: H-Soz-Kult, 04.03.2004.

31 Feistner, 2007, S. 4.

32 Hirsch, Theodor / Töppen, Max / Strehlke, Ernst (Hrsg.): Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preussischen Vorzeit bis zum Untergange der Ordensherrschaft, 6 Bde., Leipzig 1861-1968.

33 Helm, Karl / Ziesemer, Walther: Die Literatur des Deutschen Ritterordens. Giessen 1951.

34 Feistner, 2007, S. 9.

35 Feistner, Edith / Neecke, Michael / Vollmann-Profe, Gisela: Krieg im Visier. Bibelepik und Chronistik im Deutschen Orden als Modell korporativer Identitätsbildung, Tübingen 2007.

36 Bauer, Helmut: Historische Studien. Peter von Dusburg und die Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens im 14. Jahrhundert in Preussen, Berlin 1935.

37 Hettler, 2014, S. 15.

38 Wippermann, Wolfgang: Der Ordensstaat als Ideologie, Berlin 1979.

39 Boockmann, Hartmut: Der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte, München 1999.

40 Hettler, Hans: Preussen als Kreuzzugsregion. Untersuchungen zu Peter von Dusburgs Chronica terre Prussie in Zeit und Umfeld, Frankfurt am Main, ua. 2014.

41 Ebd., S. 5.

42 Wüst, Sehepunkte, 2016.

43 Fryde, in: Hettler, 2014, S. 5.

44 Boockmann, Hartmut: Ostpreussen und Westpreussen, Berlin 1992. (Deutsche Geschichte im Osten Europas)

45 Ebd., S. 34.

46 Beckmann, Die Huldigungen im Ordensland Preussen, 2008.

47 Wyszomirski, Slawomir / Wenta, Jaroslaw (Hrsg): Petrus de Dusburgk. Chronica terrae Prussiae / Piotr z Dusburga. Kronika ziemi pruskiej, Kraków 2007. (Monumenta Poloniae Historica. Seria II, 13)

48 Fischer, Mary: Di himels rote. The idea of christian chivalry in the chronicles of the teutonic order, Göppingen 1991.

49 Wüst, 2013, S. 7.

50 Ziesemer, Walther: Geistiges Leben im Deutschen Orden, in: Paul Blunk (Hg.): Deutsche Staatenbildung und deutsche Kultur im Preussenlande, Königsberg 1931, S. 105-115.

51 Arnold, Udo: Die Sicht des Deutschen Ordens im 16. Bis 18. Jahrhundert auf seine Anfänge, in: Roman Czaja / Jürgen Sarnowsky (Hrsg.): Selbstbild und Selbstverständnis der geistlichen Rit- terorden, Toru 2005, S. 253-265. (Ordines militares. Colloquia Torunensia Historica XIII) Arnold, Udo: Maria als Patronin des Deutschen Ordens im Mittelalter, in: Gerhard Eimer (Hg.): Terra Sanctae Mariae. Mittelalterliche Bildwerke der Marienverehrung im Deutschordensland Preussen, Bonn 2009, S. 29-56.

52 Elm, Kaspar: Die Spiritualität der geistlichen Ritterorden des Mittelalters. Forschungsstand und Probleme, in: Militia Christi e Crociata nei secoli XI-XIII. Atti della undecima Settimana Internazionale di Studio Mendola, 28 agosto - 1 sett. 1989, Mailand 1992, S. 477-518. (Miscel- lanea del Centro di studi medioevali 13; Pubblicazioni della Università Cattolica del Sacro Cuore, Scienze storiche 48)

53 Klavinš, Kaspars: V cu ordenis un Livonija. Leskats V cu orde a ideolo ij un mentalit t 13. Un 14. Gs. Livonijas v sturisko notikumu konteskt [Deutscher Orden und Livland. Einblick in die Mentalität und Ideologie des Deutschen Ordens im 13. und 14. Jahrhundert. Livlands historische Ereignisse im Kontext], Riga 2000.

54 Kwiatowski, Stefan: „Devotio antiqua“, ihr Niedergang und die geistigen Ursachen der religiösen Krise des Deutschen Ordens im Spätmittelalter, in: Udo Arnold (Hg.): Deutscher Orden 1190-1990, Lüneburg 1997, S. 107-130. (Tagungsberichte der Historischen Kommission für ost- und westpreussische Landesforschung 11)

55 Militzer, Klaus: Auswirkungen der Schlacht bei Tannenberg auf den Deutschen Orden, in: Rüta apait : Zalgirio laiku lietuva ir jos kaimynai, Vilnius 1993, S. 94-112. (Acta historica univer- statis Klaipedensis 1) Ebd.: Der Wandel in der Begründung der Existenz des Deutschen Ordens und seiner Selbstrecht- fertigung vor und nach der Schlacht bei Tannenberg, in: Janusz Trupinda: Kanceleria wielkich mistrzów i polska kancelaria królewska w XV wieku. Materiały z mi dzynarodowej konferencji naukowej, Malbork 2006, S. 179-190.

56 Nicholson, Helen: Templars, Hospitallers and Teutonic Knights. Images of Military Orders, 1128-1291, Leicester / London / New York 1993.

57 Sarnowsky, Jürgen: Identität und Selbstgefühl der geistlichen Ritterorden, in: Stefan Kwiatkowski / Janusz Małłek (Hrsg.): Ständische und religiöse Identitäten in Mittelalter und frü her Neuzeit, Toru 1998, S. 109-130. Ebd.: Das historische Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 110, Stuttgart 1999, S. 315-330.

58 Päsler, Ralf G. / Schmidtke, Dietrich (Hrsg.): Deutschsprachige Literatur des Mittelalters im östlichen Europa. Forschungsstand und Forschungsperspektiven, Heidelberg 2006.

59 Jähnig, 2014, S. VII.

60 Wenta, Jaroslaw / Hartmann, Sieglinde / Vollmann-Profe, Gisela (Hrsg.): Mittelalterliche Literatur und Kultur im Deutschordensstaat in Preussen. Leben und Nachleben, Toru 2008.

61 Wüst, Marcus: Studien zum Selbstverständnis des Deutschen Ordens im Mittelalter. Weimar 2013. (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 73)

62 Bezeichnung für die nicht ritterbürtigen Laienbrüder des Deutschritterordens im Unterschied zu den ritterlichen, die weisze m ä ntel trugen. Auf diese wird im 4. Kapitel noch eingegangen.

63 Wüst, 2013, S. 10.

64 Goetz, 1986, S. 183.

65 Ehrismann, 1995, S. 169.

66 Kaiser, 1985, S. 38.

67 Goetz, 1986, S. 177.

68 Ebd., S. 181.

69 Fleckenstein, 1974, S. 270.

70 Ehrismann, 1995, S. 170.

71 Ehrismann, 1995, S. 173.

72 Dinzelbacher, 1992, S. 706.

73 Paravicini, 2011, S. 54.

74 Vgl. Welle, Rainer: „... und wisse das alle höbischeit kompt von deme ringen“. Der Ringkampf als adelige Kunst im 15. und 16. Jahrhundert, Bamberg 1992.

75 Friedrich, 2005, S. 127.

76 Ebd., S. 129.

77 Ehrismann, 1995, S. 170.

78 Demurger, 2003, S. 12.

79 Reuter, 1972, S. 61ff.

80 Bennett, 2009, S. 73.

81 'Ritter, -tum, -stand', Lexikon des Mittelalters, vol. 7, cols 866-869.

82 Ehrismann, 1995, S. 169.

83 Bumke, 2008, S. 383.

84 Paravicini, 2011, S. 54.

85 Bumke, 2008, S. 384.

86 Die Ungareneinfälle im 10. Jahrhundert können als solch eine Bewährungsprobe verstanden werden. Die Konzentration auf die Reiterei erfreute sich insbesondere im fränkischen Raum grosser Beliebtheit. Vgl. Annales Fuldenses sive annales regni Francorum Orientalis, hg. von Friedrich Kurze, Hannover 1891.

87 Der Wert eines Kettenhemdes variierte je nach Machart zwischen einigen Kühen und dem Gegenwert eines gesamten Dorfes. Genaue Werte sind doch eher spekulativ.

88 Winter, 1969, S. 87.

89 Ebd., S. 22.

90 Ebd., S. 36.

91 Ehrismann, 1995, S. 173.

92 Dinzelbacher, 1992, S. 706.

93 Bumke, 1964, S. 113.

94 Ebd., 2008, S. 401.

95 Winter, 1969, S. 77.

96 Bumke, 2008, S. 505-507.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten

Details

Titel
Betende Ritter, kämpfende Mönche. Das ritterliche Ideal des Deutschen Ordens als Verbindung widersprüchlicher Ideale?
Hochschule
Universität Zürich  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Masterarbeit
Note
5,0 (Schweiz)
Autor
Jahr
2016
Seiten
94
Katalognummer
V337092
ISBN (eBook)
9783656986065
ISBN (Buch)
9783656986072
Dateigröße
1302 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Note: 5,0 (Schweiz) entspricht ~Note: 2 (Deutschland)
Schlagworte
Ordensritter, Deutscher Orden, Ritter, Kreuzritter, Teutonen, Idealbild
Arbeit zitieren
Benjamin Kettner (Autor), 2016, Betende Ritter, kämpfende Mönche. Das ritterliche Ideal des Deutschen Ordens als Verbindung widersprüchlicher Ideale?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337092

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