Die Kapitalwertmethode und die Grenzen Ihrer Anwendung

Investition und Investitionsentscheidung - Praktische Anwendung der Verfahren


Hausarbeit, 2002

32 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Investition und Investitionsentscheidung
2.1 Der Investitionsbegriff
2.2 Investitionsarten
2.2 Investitionsentscheidung

3. Investitionsrechnung
3.1 Statische Verfahren
3.2 Dynamische Verfahren

4. Die Kapitalwertmethode
4.1 Finanzmathematische Grundlagen
4.2 Formel zur Berechnung des Kapitalwertes
4.3 Kapitalwertberechnung eines Investitionsobjektes (Alternative 1):

5. Das Auswahlproblem
5.1 Kapitalwertberechnung eines Investitionsobjektes (Alternative 2):
5.2 Vorteilhaftigkeitsvergleich unter Berücksichtigung der Differenzinvestition (Alternative 1+2+3)
5.3 Ermittlung des kritischen Wertes der Differenzinvestition:

6. Prämissen der Kapitalwertmethode

7. Kapitalwertfunktion

8. Grenzen der Anwendbarkeit der Kapitalwertmethode

9. Berücksichtigung unsicherer Erwartungen

10. Marktzinsmodell

11. Praktische Anwendung der Verfahren

Literatur – und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Vorwort

In dieser Studienarbeit mit dem Thema „Die Kapitalwertmethode und die Grenzen Ihrer Anwendung“ sollte das Investitionsrechenverfahren der Kapitalwertmethode erklärt und die Chancen, die sich damit ergeben sowie die Risiken und Probleme, die daraus resultieren, aufgezeigt werden.

Im weiteren Verlauf werden in dieser Arbeit mögliche existierenden Alternativen zur Kapitalwertmethode diskutiert.

Ein besonderes Augenmerk wird in dieser Studienarbeit darauf gelegt, dass es auch außenstehenden Dritten, die sich noch nie mit diesem Thema der Investitionsrechnung befasst haben, möglich sein muss, sich einen Einblick in diesem Verfahren der Investitionsrechnung zu verschaffen. Somit können die folgenden Ausführungen eventuell als Entscheidungshilfe dienen.

Um dies zu gewährleisten, werden die Grundbegriffe der Finanzmathematik sowie die möglichen anderen Verfahren der Investitionsrechnung aufgegriffen, um die Kapitalwertmethode und Ihre Bedeutung einordnen zu können.

2. Investition und Investitionsentscheidung

In diesem Kapitel wird der Begriff der Investition, die verschiedenen Investitionsarten und die Entscheidung für oder gegen eine Investition ausführlich behandelt.

2.1 Der Investitionsbegriff

Unter Investition wird Kapitalverwendung oder „langfristige Kapitalanlage zur Gewinnerzielung“[1] verstanden, wobei die sprachliche Wurzel des Investitionsbegriffs aus dem lateinischen investire = ankleiden begründet ist.

In der betrieblichen Praxis wird unter Investition nur die langfristige Anlage von Geldkapital im Anlagevermögen verstanden.

Dabei wird der „moderne Investitionsbegriff“[2] auch auf das weitere Vermögen der Unternehmung, d.h. Sachinvestitionen, Finanzinvestitionen und immaterielle Investitionen ausgedehnt.

In der betriebswirtschaftlichen Literatur zeigt der Investitionsbegriff:

- gemischt finanz-leistungswirtschaftliche Aspekte (vermögensbestimmt), d.h. die Investition wird als Umwandlung von Kapital in Vermögen gesehen[3]
- rein leistungswirtschaftliche Aspekte (kombinationsbestimmt), die Ballmann als „...die Umformung der transzendenten Unternehmensidee in die Gestalt der Betriebsapparatur, die durch eine Kombination von materiellen Anlagegütern erfolgt“[4], definiert
- rein finanzwirtschaftliche Aspekte (zahlungsbestimmt), die Ruchti folgendermaßen beschreibt: “Die Ausgaben für Anlagen, Stoffe und Dienste stellen Investitionen dar“[5].

Aufgrund der dem unternehmerischen Handeln zugrundeliegenden finanzwirtschaftlichen Zielsetzungen, dominiert der zahlungsbestimmte Ansatz, bei dem im weiteren Verlauf „unter Investition der zielgerichtete Einsatz finanzieller Mittel zur Beschaffung von Gütern des Strukturvermögens verstanden werden“[6] soll.

2.2 Investitionsarten

In der folgenden Abbildung[7] sind die verschiedenen Arten von Investitionen aufgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Investitionsarten

2.2 Investitionsentscheidung

Ob eine Investition durchgeführt wird, gleichwohl welcher Art, oder nicht, muss von den Entscheidungsträgern einer Unternehmung in einer sogenannten Investitionsentscheidung entschieden werden. Dabei kann es im Hinblick auf die Struktur zu folgenden Typen der Investitionsentscheidung kommen:

- Entscheidung über die Durchführung einer Investition ohne Rücksicht auf mögliche Alternativen, d.h. es wird nur darüber entschieden, ob die Investition durchgeführt oder abgelehnt wird
- Auswahl eines Objektes aus einer Menge sich ausschließender Alternativen
- Ermittlung der Nutzungsdauer bzw. des optimalen Ersatzzeitpunktes eines Objektes
- Bestimmung der Zusammensetzung eines optimalen Investitionsprogramms, welches aus mehreren, sich nicht gegenseitig ausschließenden, Investitionsobjekten besteht

Um diese Entscheidungen treffen zu können, bedient man sich den verschiedenen Verfahren der Investitionsrechnung.

3. Investitionsrechnung

Die Verfahren der Investitionsrechnung unterteilen sich in statische und dynamische[8] Verfahren, wobei die Frage der Vorteilhaftigkeit eines Investitionsobjektes von zentraler Bedeutung ist.

Der wesentliche Unterschied zwischen statischen und dynamischen Verfahren ergibt sich aus der unterschiedlichen Berücksichtigung des Zeitmoments.

3.1 Statische Verfahren

„Statische Verfahren gehen von den durchschnittlichen Periodenansätzen aus und arbeiten entsprechend mit periodenbezogenen Kosten und Erlösen, die für die gesamte Investitionsdauer als konstant angenommen werden“[9]. Der zeitliche Anfall von Zahlungsströmen bleibt dabei unberücksichtigt.

In der Literatur werden diese Verfahren die einperiodischen Verfahren und nach Wöhe die „Hilfsverfahren der Praxis“[10] genannt.

Je nachdem welche Rechnungselemente zugrunde gelegt werden unterscheiden wir den[11]

- Kostenvergleich: Kosten, nicht aber Erlöse gehen in den Vergleich ein
- Gewinnvergleich: der Gewinn ist als Erlöse minus Kosten definiert
- Rentabilitätsvergleich: das Verhältnis Durchschnitts-Gewinn zu durchschnittlichem Kapitaleinsatz und den
- Amortisationszeitvergleich: der Wiedergewinnungszeitraum der investierten Mittel wird berechnet (Pay-off-Methode).

Bei den statischen Verfahren wird also der Einfachheit halber nicht der jeweils tatsächliche Wert, sondern ein Durchschnittswert angesetzt.

Die statischer Verfahren[12] kann man folgendermaßen beurteilen:

+ einfache Handhabung, geringer Kosten- und Zeitaufwand, einfache Beschaffung relevanter Daten

- kurzfristige Betrachtungsweise; nur Vergleich zweier Zustände; Verwendung von Durchschnittswerten und meist unzweckmäßigen Rechnungselementen; keine Berücksichtigung von Veränderungen der Rahmenbedingungen

Diese Verfahren finden zur Lösung einfacher Investitionsprobleme bei kurzen Laufzeiten sowie bei kleineren und mittleren Unternehmen Anwendung.[13]

3.2 Dynamische Verfahren

Im Gegensatz dazu wird bei den dynamischen Methoden das unterschiedliche, betragsmäßige, wie auch zeitliche (liquiditätswirksame) Auftreten der einzelnen Glieder der beiden Umsatzströme, während der gesamten Investitionsdauer berücksichtigt, d.h. hier liegen nicht Kosten und Erlöse, sondern Ein- und Auszahlungsreihen zugrunde.

Deshalb werden diese Verfahren auch als mehrperiodische Verfahren oder nach Wöhe, aufgrund der Implementierung der Zinseszins –und Rentenrechnung, als „finanzmathematische“[14] Methoden bezeichnet.

Die drei klassischen Ansätze sind die der:

- Kapitalwertmethode
- Methode des internen Zinsfusses
- Annuitätenmethode

In der folgenden Abbildung sind die klassischen und modernen Ansätze der statischen und der dynamischen Verfahren angezeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Statische und Dynamische Verfahren[15]

Im weiteren Verlauf dieser Studienarbeit wird genauer auf die Kapitalwertmethode und die Unterschiede zu den anderen Dynamischen Verfahren eingegangen.

4. Die Kapitalwertmethode

Der Kapitalwert einer Investition[16] ist der

- Gegenwartswert („Present Value“) des Zahlungsstroms einer Investition, wobei
- Zahlungsstrom ein Saldo aus Ein- und Auszahlungen („Net Present Value“) ist, und der
- Diskontierungssatz ökonomisch sinnvoll gewählt sein muss.

Bei der Kapitalwertmethode werden alle „einer Investition anzurechnenden Ein- und Auszahlungen mit einem gegebenen Kalkulationszinsfuß auf den Bezugszeitpunkt 0 (= Investitionsbeginn) abgezinst“[17], bzw. alle anzurechnenden Auszahlungen (Vorauszahlungen) auf den Bezugszeitpunkt 0 aufgezinst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Auf – und Abzinsung[18]

[...]


[1] Perridon/Steiner: Finanzwirtschaft der Unternehmung, 5.überarbeitete Auflage, München 1988, S.21

[2] http://home.arcor.de/nboeing/infin/INV-INFO.pdf, 21.12.2001, 17 Uhr, S.1

[3] Vgl. le Coutre, W. : , Grundzüge der Bilanzkunde, Wolfenbüttel 1949, S.7

[4] Ballmann, W.: Beitrag zur Klärung des betriebswirtschaftlichen Investitionsbegriffs und zur

Entwicklung einer Investitionspolitik der Unternehmung. Diss. Mannheim 1954, S.5

[5] Ruchti, H.: Erfolgermittlung und Bewegungsbilanz, in: ZfhF 1955, S.500

[6] Perridon/Steiner: Finanzwirtschaft der Unternehmung, 5.überarbeitete Auflage, München 1988, S.21

[7] Vgl. http://www-stud.uni-essen.de/~sw0136/Lernzettel/Lern_IR.html#Investitionsbegriff, 17.12.2001, 22 Uhr, S.1

[8] Vgl. Schierenbeck, H.: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, 11. Auflage, München, S.316

[9] Hahn, O.: Finanzwirtschaft, Landsberg/Lech, 1983, S.92

[10] Wöhe, G: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 19 Auflage. München 1996, S. 748

[11] Vgl. http://www.fh-deggendorf.de/doku/fh/meile/bachelor/lehre/bwlii/f2/skript2.doc, 17.12.2001, 21 Uhr, S.2

[12] Vgl. http://www.phil.uni-erlangen.de/economics/bwl/lehrbuch/gst_kap2/invrech/invrech.PDF, 21.12.2001, 20.30 Uhr, S.2

[13] Vgl. Biergans, E.: Investitionsrechnung. Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Anwendung in der Praxis. Nürnberg 1973,

[14] Wöhe, G: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 19 Auflage. München 1996, S.754

[15] Vgl. www.wi.fh-osnabrueck.de/~seppelfricke/Folien%20Kapitel%204.ppt, 17.12.2001,

21Uhr, S.1

[16] Vgl. www.wi.fh-osnabrueck.de/~seppelfricke/Folien%20Kapitel%204.ppt, 17.12.2001,

21 Uhr, S.8

[17] http://www.fh-deggendorf.de/doku/fh/meile/bachelor/lehre/bwlii/f2/skript2.doc, 17.12.2001, 20.30 Uhr, S.9

[18] Vgl. Eilenberger, G.: Betriebliche Finanzwirtschaft, 3. vollständige überarbeitete und

erweiterte Auflage, München 1989,S.137

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Die Kapitalwertmethode und die Grenzen Ihrer Anwendung
Untertitel
Investition und Investitionsentscheidung - Praktische Anwendung der Verfahren
Hochschule
Duale Hochschule Baden Württemberg Mosbach  (Fachrichtung Industrie)
Veranstaltung
Studienarbeit des 5. Semesters
Note
1,5
Autor
Jahr
2002
Seiten
32
Katalognummer
V3371
ISBN (eBook)
9783638120678
ISBN (Buch)
9783638676182
Dateigröße
678 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit kam beim betreuenden Dozenten sehr gut an da auch einige Aspekte berücksichtigt wurden, die in vielen Literaturquellen gar nicht beleuchtet werden. So wurde z.B. bei einer in absehbarer Zukunft (2-3 Jahre) bevorstehenden Investition auch die Vorauszahlungen berücksichtigt, die einige Jahre vor dem Kauf eines Investitionsobjektes erwirtschaftet werden müssen.
Schlagworte
Kapitalwertmethode, Grenzen, Ihrer, Anwendung, Studienarbeit, Semesters
Arbeit zitieren
Dietmar Keitel (Autor), 2002, Die Kapitalwertmethode und die Grenzen Ihrer Anwendung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3371

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